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16.04.2016
Grindadráp - Out of our backyard (The Artic Journal)

„Seit 2010 hat Sea Shepherd vier Kampagnen auf den Färöer-Inseln organisiert und dabei versucht, die Grindwaljagd zu stören. Färöische Behörden möchten nun sicherstellen, dass es keine fünfte gibt. (Anm.: ProWal und WDSF waren kooperativ in den Jahren 2010 und 2014 auf den Färöer-Inseln zu Dokumentationszwecken und zu der ersten offiziell angemeldeten Demonstration gegen den Grindwalfang - dies soll weiterhin erlaubt sein. Im Jahr 2013 fielen lediglich 48 Grindwale den Färinger Waljägern zum Opfer, weil von den Tierschützern Pinger/Wal-Vergrämergeräte vor den meisten Schlachtbuchten plaziert wurden.)

Um dies zu erreichen, kündigte die Regierung heute an, dass sie Maßnahmen treffen wird, dass die Organisation (Anm.: SSCS) mit ihren Schiffen und Aktivisten nicht mehr die Landesgrenzen überqueren dürfen, berichtet Det Færøske Nyhedsbureau, ein färöisches Medium.

In diesem Jahr könnten solche Maßnahmen noch nicht erforderlich sein, da Sea Shepherd im Januar angekündigt hat, dass sie in diesem Sommer auf den Färöer-Inseln keine Kampagne durchführen wird. Stattdessen wollen sie bezüglich der Jagd indirekt Einfluss auf die Tourismusindustrie nehmen.

Dennoch will die Regierung vorbereitet zu sein, wenn sie versuchen wiederzukommen. Die Organisation versucht mit Schiffen die Grindwale auf das Meer hinaus zu geleiten, bevor färöische Boote die Wale an Land treiben können, wo sie getötet werden.

Die Regierung argumentiert, dass Sea Shepherd, indem sie dies tun, das Leben anderer auf See gefährdet. Polizeiboote und dänische Marineschiffe hatten versucht, Sea Shepherd-Boote von der Jagd fern zu halten, aber die Sea Shepherd Schnellboote haben sich solchen Bemühungen entzogen.

„Aktivisten- Schiffe haben versucht, den Grindwalfang in der Vergangenheit zu stören und das hat zu gefährlichen Situationen geführt", sagte Poul Michelsen, der Außenminister, in einer Erklärung.

Bei einem Vorfall im letzten Jahr behauptet die Polizei, dass Sea Shepherd Aktionen das Leben von zwei Polizisten, zwei Walfängern und einem 10-jährigen Jungen durch „Zick-Zack“-Aktionen zwischen den Schiffen der Färöer in Gefahr brachte.

Mit der neuen Regelung werden die Beamten nun in der Lage sein, dies zu verhindern, indem es ihnen ermöglicht, ein unter ausländischer Flagge fahrendes Schiff das Eindringen in die Küstengewässer zu verbieten, wenn es eine Gefahr für andere darstellt. Falls erforderlich können Schiffe auch daran gehindert werden, in färöische Hoheitsgewässer, eine Strecke von 12 Meilen von der Küste, einzudringen.

Eine zweite Maßnahme wird es für den Einzelnen schwieriger machen, mit Sea Shepherd in Verbindung gebracht zu werden, das Land zu betreten oder aktiv die Arbeit der Jagd vom Ufer aus zu stören.

Sea Shepherd-Sympathisanten (die Organisation argumentiert, keine Mitglieder zu haben) waren in der Vergangenheit von den Färöer-Inseln nach der Teilnahme an Aktionen  ausgewiesen worden. Die Bemühungen Gesetze gegen spezielle Anti-Walfang-Aktivisten zu erlassen, wurden jedoch fallen gelassen wurden, nachdem ermittelt wurde, dass diese Maßnahme wahrscheinlich illegal wäre.

Eine neue Maßnahme wird dieses Problem jedoch lösen indem es ermöglicht, Personen bereits an der Grenze zurückzuweisen, wenn sie eine Gefahr für Recht und Ordnung darstellen, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums.

Eine weitere Maßnahme Anti-Walfang-Aktivisten auszuweisen wird sein, dass die Protest-Tätigkeit für eine Organisation mit der Aufnahme einer Arbeit gleichgesetzt wird. Das Engagement für solche Aktivitäten würde Ausländer den dänischen Einwanderungsgesetze unterstellen, wobei Arbeits-Ausländer eine Arbeitserlaubnis benötigten.

Die neuen Maßnahmen, argumentierte Michelsen, würde immer noch Menschen erlauben, gegen die Waljagd zu protestieren, wenn sie sich an die Rechtsvorschriften des Gesetzes halten.“

Anm.: ProWal und WDSF hatten am 29. Juli 2014, dem Färöer-Nationalfeiertag, die historisch erste bei der Polizei auf den Färöer-Inseln angemeldete Demonstration gegen die Grindwaljagd in der Hauptstadt Torshavn durchgeführt (s. Bericht). Die ARD und ein amerikanischer TV-Sender dokumentierten diese Aktion und führte Interviews mit den Beteiligten. Im Hinblick auf eine mögliche Gefährdung der angekündigten rund 90 Protestanten durch Drohungen in Färöer-Foren hatten die Geschäftsführer der beiden Organisationen beschlossen, die Demonstration mit nur wenigen Teilnehmern durchzuführen.

SSCS hatte sich nach einvernehmlicher Abstimmung zwischen Paul Watson und Jürgen Ortmüller (WDSF) an der Demonstration auf den Färöer-Inseln aufgrund des Nationalfeiertags nicht beteiligt, zumal die offizielle Anmeldung der Demonstration durch ProWal und WDSF erfolgte. Gleichwohl hat Jürgen Ortmüller vom WDSF Aktionen von Paul Watson in den letzten 17 Jahren aktiv unterstützt und wird dies auch weiterhin im gesetzlich zulässigen Rahmen tun (z.B. im Jahr 2000 auf den Färöer-Inseln in individueller Absprache mit Paul Watson und mit fortlaufender Unterstützung anderer Aktionen sowie 2012 nach der Verhaftung von Watson in Deutschland durch juristische Interventionen etc.). Paul Watson ist seit 2008 Mitglied im Kuratorium des WDSF des WDSF.