d ms 8 13Nach langen Jahren erfolgloser nachhaltiger Zucht und mehr als 100 verstorbener Delfine alleine in den Zoos in Duisburg und Nürnberg fordert das WDSF, dass die Delfinhaltung in Deutschland vollständig aufgegeben wird. Seit 40 Jahren Zuchtbemühungen gibt es in Europa keinen einzigen Delfin, der in dritter Generation überlebt hat. Weitere Wild-Importe von Delfinen sind daher zu befürchten. WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: „Die Zeichen der Zeit stehen auf Schließung aller Delfinarien – sie sind Auslaufmodelle. Wir lehnen diese Anlagen ab, auch weil klar geworden ist, dass Zoos keinen Beitrag zur Arterhaltung von freilebenden Delfinpopulationen leisten können. Noch nie wurde überhaupt ein Delfin aus einem Delfinarium in der EU wieder ausgewildert. Die Spezies des Großen Tümmlers (Tursiops truncatus) ist nicht gefährdet und es besteht kein Anlass einer künstlichen Populationserhaltung. Die wenigen gelungenen Nachzuchten können nicht ausgewildert werden, weil sie im Zoo das natürliche Nahrungs-Jagdverhalten nicht erlernt haben. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt in Gefangenschaft deutlich niedriger als bei frei lebenden Delfinen. Trotzdem forcieren die Zoos ihre Zuchtbemühungen. Einen angeblichen Zoo-Bildungsauftrag mit über 100 verstorbenen Delfinen zu erfüllen, ist makaber. In erster Linie geht es den verbleibenden Zoos mit Delfinarien in Duisburg und Nürnberg darum, zahlende Zoo-Besucher durch das Show-Angebot zu locken. Dieses Argument ist jedoch durch die gestiegenen Besucherzahlen in Münster nach Schließung des Delfinariums widerlegt."

Aber auch bei den Zoo-Besuchern selbst entstehen inzwischen durch die jahrelange Aufklärung des WDSF mit Jürgen Ortmüller und Richard O'Barry (Oscar- und Bambi-Preisträger und Ex-TV-"Flipper"-Trainer) sowie der Organisation ProWal und vielen Helfern in der Öffentlichkeit Vorbehalte gegen die Delfin-Gefangenschaft. Mehr als 170.000 Aufklärungs-Flyer haben WDSF-Helfer seit 2010 an jedem Wochenende an die Zoo-Besucher und Passanten in Duisburg verteilt (Anm.: Stand 2015). Seit dem hatte der Zoo Duisburg einen Rückgang von rund 140.000 Besuchern zu verzeichnen; ebenso der Tiergarten Nürnberg. Ab Januar 2013 erhöhte der Zoo Duisburg seine Eintrittspreise pro Erwachsenem von 11 Euro auf 14,50 Euro incl. Delfinariumbesuch. (Anm.: Im Jahr 2015 und 2016 wurde der Eintritt nochmals auf 16,90 Euro erhöht).

Nach WDSF-Interventionen schließt nun das Delfinarium im Allwetterzoo Münster Anfang 2013. Der Münsteraner Zoo-Direktor Jörg Adler dazu gegenüber der Münsterschen Zeitung: "Die Haltung entspricht allen Anforderungen, aber wohl nicht mehr dem allgemeinen Zeitgeist. Für eine zeitgemäße Haltung der Delfine wären 20 Millionen Euro nötig und die haben wir einfach nicht."

Jürgen Ortmüller dazu: "Wir hatten allen Delfinarienbetreibern bereits 2008 mitgeteilt, dass das WDSF dafür sorgen wird, dass auch die verbleibenden drei von ursprünglich neun Delfinarien in Deutschland aus Tierschutzsicht schließen werden müssen. Heute wiederholt der Münsteraner Zoodirektor unsere damaligen Aussagen, dass Delfinarien nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen. Das Delfinarium im Heidepark Soltau hatten wir in Abstimmung mit dem neuen Eigentümer, Merlin Entertainments (London), bereits ebenfalls im Jahr 2008 schließen können, insbesondere da wir Boykottmaßnahmen angekündigt hatten. Merlin Entertainments bestätigte uns schriftlich, dass Delfine in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können und sie daher das Delfinarium im Heidepark aufgeben. Anfang 2013 hat Merlin Entertainments auch die Delfin-Show im italienischen Delfinarium Gardaland konsequent aufgegeben. Auf der Insel Rügen wurde nach intensiven Interventionen auch durch das WDSF der Plan fallen gelassen, ein neues Delfinarium zu bauen. Das Delfinarium im Vergnügungspark Connyland in der Schweiz muss nun auch schließen, nachdem wir in jahrelanger Kooperation mit ProWal katastrophale Mängel aufgedeckt haben. In Kooperation mit dem WDSF und Schweizer Politikern wurde im Frühjar 2012 vom Schweizer Parlament ein Delfin-Importverbot gesetzlich beschlossen und damit die Schließung des Delfinariums besiegelt."

Es verbleiben jetzt in Deutschland nur noch die beiden Delfinarien im Duisburger Zoo und im Nürnberger Tiergarten. Das WDSF fordert die Schließung der Anlagen und bittet die Besucher, dort keine Eintrittskarten zu kaufen. Nach fortlaufender Proteste des WDSF und ProWal mit Tierschützern vor dem Tiergarten Nürnberg und dem Zoo Duisburg und nach intensiver Aufklärungsarbeit über die katastrophale Delfinhaltung mussten die beiden Zoos seit dem Jahr 2012 erhebliche Besucherrückgänge verzeichnen. Dementsprechend mussten die beiden Städte ihre alljährlichen Zuschüsse auf über 2,5 Mill. Euro anheben.

Kaufen Sie keine Eintrittkarten für Delfin-Shows


Zoodirektor Jörg Adler in dem nachfolgenden Zeitungsbericht zur notwendigen Umbau-Investition von rund 20 Millionen Euro: „Ein Kostenaufwand, der sich nicht tragen lässt. Es sind also sachliche Gründe und keine emotionalen, die zu der Entscheidung führten." Mit "emotionalen" Gründen sind offenbar die jahrelangen Vor-Ort-Demonstrationen in Münster durch das WDSF und ProWal gemeint. Aber auch diese haben dazu beigetragen, die Besucherzahlen des Delfinariums zu reduzieren. In einem weiteren Bericht sagt Zoo-Chef Adler: „Die Haltung bei uns war nicht schlecht. Sie entspricht allen Anforderungen, aber wohl nicht mehr dem allgemeinen Zeitgeist.“

Rheinische Post (30.03.12): "Die Aufdeckung von Haltungsmängeln durch das WDSF im Delfinarium des Allwetterzoo-Münster führte zu einer angekündigten Schließung für dieses Jahr, weil das Geld für ein komplett neues lichtdurchlässiges Dach nicht vorhanden ist."

In einer Umfrage der Münsterschen Zeitung haben sich rund 94 Prozent gegen Delfinarienbesuche ausgesprochen:

Gehen Sie noch in Delfinarien? Umfrage der Münsterschen Zeitung/Ruhr-Nachrichten: Ergebnisanzeige nach Abstimmung

Tragische Todesfälle von Waltrainern, verendete Tiere in zu kleinen Becken. Viele Tierschützer bemängeln die Zustände in Delfinarien. Gehen Sie noch - obwohl Sie vom Leid der Tiere wissen - in Delfin- und Walshows?

94,15 % Nein. Solche Einrichtungen mit meinem Eintrittsgeld zu unterstützen, kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren.

4,08 % Ja. Was Tierschützer erzählen, ist Quatsch. Man kann Meeressäuger artgerecht halten. Die Tiere sind glücklich, und

ich habe kein Problem, solche Shows zu besuchen.

0,34 % Ich weiß zwar vom Leid der Tiere, dennoch sind Delfinarien für mich die einzige Möglichkeit lebendige Delfine zu sehen.

Also gehe ich (mit meinen Kindern) in solche Shows

1,10 % Wale und Delfine sind mir - ehrlich gesagt - total egal.

Umfrage: über 2.000 Stimmen (Stand Januar 2013)

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