Direkt vor unserer europäischen Haustür werden alljährlich durchschnittlich 850 Meeressäuger auf den Färöer-Inseln getötet

Wakfang auf den Fäöer

ZDF-Filmteam mit Jürgen Ortmüller (WDSF) - WDSF-Foto
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AKTUELL

Demo vor dem Helvete-Club in Oberhausen am 21.11.2016 ab 15:30 Uhr

Infos dazu auf der Veranstaltungsseite auf Facebook

Pressemitteilung

 

Fussball-Demo anlässlich des WM-Qualifikationsspiels in der Schweiz gegen die Färöer-Inseln und WDSF-Intervention bei der UEFA führten zur Sperrung von zwei Färöer-Spielern, die an der Tötung von Grindwalen teilgenommen haben

  • 09.11.2016

    Zwei Färöer-Kicker schlachten Wale
    Quelle: Blick.ch

  • 13.11.2016
    TV-Beitrag der Demo in Luzern
    TV1: "Unruhe vor dem Länderspiel Schweiz -Färörer-Inseln in Luzern. Zwei Nationalspieler der Färörer wurden beim Schlachten von Grindwalen - einer blutigen Tradition - gesichtet. Zuviel für Tierschützer. Sie demonstrieren vor dem Match bei der Swissporarena."

Nachdem bekannt geworden war, dass zwei Fussballspieler der Färöer-Nationalmannschaft an einem Grindwalmassaker am 06. Juli 2016 in Hvannasund aktiv beteiligt waren, hat das WDSF die UEFA und FIFA in einem Schreiben aufgefordert, die Färöer-Inseln für internationale Spiele zu sperren. Das Hamburger Abendblatt berichtete dazu am 12.07.2016:
 "Konsequenzen für Färöer nach Wal-Massaker? - Wegen der Beteiligung zweier Nationalspieler an der Abschlachtung von 43 Grindwalen haben ProWal und das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) die Fifa und Uefa aufgefordert, die Färöer-Inseln für internationale Spiele zu sperren. Laut einem Bericht von sport.de (Anm.: s.a. weltfussball.de) sollen die Färinger Spieler Páll Klettskarð und Sørmundur Kalsø an dem Tier-Massaker am 6. Juli im Nordatlantik mitgewirkt haben. Die aktive Teilnahme von Vertretern von Mitglieds-Verbänden an den Walmassakern sei, ebenso wie Rassismus, keine Vorbildfunktion, so die Argumentation des WDSF."

Auf dem online-Portal von wettbasis.com heisst es am 13.11.2016, dass der färöische Fußball-Trainer aufgrund der angekündigten Protestaktionen in der Schweiz auf die Aufstellung der beiden Nationalspieler Pall Klettskard und Sörmundur Kalsö, die an Grindwaltreibjagden teilgenommen haben, verzichtet hat. Auch das ist ein Erfolg der Demonstration in der Schweiz, denn kaum ein Fußballer vergißt es, wenn er nicht aufgestellt wurde - insbesondere nicht bei einem WM-Qualifikationsspiel.

 

 

Filmbeitrag über eine grausame Grindwaljagd auf den Färöer-Inseln

Heri Joensen von der Färöer-Band TYR beim Ausweiden eines GrindwalsDas Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) hatte nach Bekanntgabe der Europatour der international bekannten Färöer-Metal-Band TYR mehrfach auf seiner Facebook-Seite (z.B. am 18.08.2016 und am 24.08.2016) aufgerufen, die entsprechenden Musikclubs zu bitten, den Auftritt der Band von der nordatlantischen Inselgruppe abzusagen. Der WDSF-Boykott-Aufruf beruht darauf, dass der Frontmann von TYR, Heri Joensen, die alljährlichen hundertfachen Tötungen von Grindwalen propagiert und an den Ausweidungen der Meeressäuger teilnimmt sowie die Abschlachtungen in den Songs der Band verherrlicht. Tausende von postings und "gefällt mir-Angaben" auf den Facebook-Veranstalterseiten durch Tierschützer führten letztendlich dazu, dass sechs deutsche Veranstalter mitteilten, dass sie die Färöer-Band TYR für die Tour im November 2016 wieder ausgeladen hätten.

 Direktlink zum Boykott-Aufruf gegenüber der Band TYR

16.04.2016
Grindadráp - Out of our backyard (The Artic Journal)

„Seit 2010 hat Sea Shepherd vier Kampagnen auf den Färöer-Inseln organisiert und dabei versucht, die Grindwaljagd zu stören. Färöische Behörden möchten nun sicherstellen, dass es keine fünfte gibt. (Anm.: ProWal und WDSF waren kooperativ in den Jahren 2010 und 2014 auf den Färöer-Inseln zu Dokumentationszwecken und zu der ersten offiziell angemeldeten Demonstration gegen den Grindwalfang - dies soll weiterhin erlaubt sein. Im Jahr 2013 fielen lediglich 48 Grindwale den Färinger Waljägern zum Opfer, weil von den Tierschützern Pinger/Wal-Vergrämergeräte vor den meisten Schlachtbuchten plaziert wurden.)

Um dies zu erreichen, kündigte die Regierung heute an, dass sie Maßnahmen treffen wird, dass die Organisation (Anm.: SSCS) mit ihren Schiffen und Aktivisten nicht mehr die Landesgrenzen überqueren dürfen, berichtet Det Færøske Nyhedsbureau, ein färöisches Medium.

In diesem Jahr könnten solche Maßnahmen noch nicht erforderlich sein, da Sea Shepherd im Januar angekündigt hat, dass sie in diesem Sommer auf den Färöer-Inseln keine Kampagne durchführen wird. Stattdessen wollen sie bezüglich der Jagd indirekt Einfluss auf die Tourismusindustrie nehmen.

Dennoch will die Regierung vorbereitet zu sein, wenn sie versuchen wiederzukommen. Die Organisation versucht mit Schiffen die Grindwale auf das Meer hinaus zu geleiten, bevor färöische Boote die Wale an Land treiben können, wo sie getötet werden.

Die Regierung argumentiert, dass Sea Shepherd, indem sie dies tun, das Leben anderer auf See gefährdet. Polizeiboote und dänische Marineschiffe hatten versucht, Sea Shepherd-Boote von der Jagd fern zu halten, aber die Sea Shepherd Schnellboote haben sich solchen Bemühungen entzogen.

„Aktivisten- Schiffe haben versucht, den Grindwalfang in der Vergangenheit zu stören und das hat zu gefährlichen Situationen geführt", sagte Poul Michelsen, der Außenminister, in einer Erklärung.

Bei einem Vorfall im letzten Jahr behauptet die Polizei, dass Sea Shepherd Aktionen das Leben von zwei Polizisten, zwei Walfängern und einem 10-jährigen Jungen durch „Zick-Zack“-Aktionen zwischen den Schiffen der Färöer in Gefahr brachte.

Mit der neuen Regelung werden die Beamten nun in der Lage sein, dies zu verhindern, indem es ihnen ermöglicht, ein unter ausländischer Flagge fahrendes Schiff das Eindringen in die Küstengewässer zu verbieten, wenn es eine Gefahr für andere darstellt. Falls erforderlich können Schiffe auch daran gehindert werden, in färöische Hoheitsgewässer, eine Strecke von 12 Meilen von der Küste, einzudringen.

Eine zweite Maßnahme wird es für den Einzelnen schwieriger machen, mit Sea Shepherd in Verbindung gebracht zu werden, das Land zu betreten oder aktiv die Arbeit der Jagd vom Ufer aus zu stören.

Sea Shepherd-Sympathisanten (die Organisation argumentiert, keine Mitglieder zu haben) waren in der Vergangenheit von den Färöer-Inseln nach der Teilnahme an Demonstrationen ausgewiesen worden. Die Bemühungen Gesetze gegen spezielle Anti-Walfang-Aktivisten zu erlassen, wurden jedoch fallen gelassen wurden, nachdem ermittelt wurde, dass diese Maßnahme wahrscheinlich illegal wäre.

Eine neue Maßnahme wird dieses Problem jedoch lösen indem es ermöglicht, Personen bereits an der Grenze zurückzuweisen, wenn sie eine Gefahr für Recht und Ordnung darstellen, heißt es in einer Erklärung des Außenministeriums.

Eine weitere Maßnahme Anti-Walfang-Aktivisten auszuweisen wird sein, dass die Protest-Tätigkeit für eine Organisation mit der Aufnahme einer Arbeit gleichgesetzt wird. Das Engagement für solche Aktivitäten würde Ausländer den dänischen Einwanderungsgesetze unterstellen, wobei Arbeits-Ausländer eine Arbeitserlaubnis benötigten.

Die neuen Maßnahmen, argumentierte Michelsen, würde immer noch Menschen erlauben, gegen die Waljagd zu protestieren, wenn sie sich an die Rechtsvorschriften des Gesetzes halten.“

Anm.: ProWal und WDSF hatten am 29. Juli 2014, dem Färöer-Nationalfeiertag, die historisch erste bei der Polizei auf den Färöer-Inseln angemeldete Demonstration gegen die Grindwaljagd in der Hauptstadt Torshavn durchgeführt (s. Bericht). Die ARD und ein amerikanischer TV-Sender dokumentierten diese Aktion und führte Interviews mit den Beteiligten. Im Hinblick auf eine mögliche Gefährdung der angekündigten rund 90 Protestanten durch Drohungen in Färöer-Foren hatten die Geschäftsführer der beiden Organisationen beschlossen, die Demonstration mit nur wenigen Teilnehmern durchzuführen.

SSCS hatte sich nach einvernehmlicher Abstimmung zwischen Paul Watson und Jürgen Ortmüller (WDSF) an der Demonstration auf den Färöer-Inseln aufgrund des Nationalfeiertags nicht beteiligt, zumal die offizielle Anmeldung der Demonstration durch ProWal und WDSF erfolgte. Gleichwohl hat Jürgen Ortmüller vom WDSF Aktionen von Paul Watson in den letzten 17 Jahren aktiv unterstützt und wird dies auch weiterhin im gesetzlich zulässigen Rahmen tun (z.B. im Jahr 2000 auf den Färöer-Inseln in individueller Absprache mit Paul Watson und mit fortlaufender Unterstützung anderer Aktionen sowie 2012 nach der Verhaftung von Watson in Deutschland durch juristische Interventionen etc.). Paul Watson ist seit 2008 Mitglied im Kuratorium des WDSF.

 

21.11.2016
The Grind: Faroe Islands divided over whaling tradition
Quelle: (news ABC)

Die einzig sichere Methode zur Reduzierung des Grindwalfangs waren bisher Vergrämergeräte

(WDSF - akt. 21.11.2015) Im Jahr 2012 wurden insgesamt 716 Grindwale getötet, im Jahr 2013 waren es 1.104 Grindwale und 430 Weisseitendelfine. Im Jahr 2014 fanden "nur" noch 48 der Meeressäuger bei den barbarischen Abschlachtungen ihren Tod, nachdem Helfer von ProWal mit Unterstützung des WDSF mehr als 100 akkustische Vergrämergeräte (Pinger) zur Abschreckung der Grindwale in den Meeresbereichen platziert hatten. Die wissenschaftlich anerkannten Vergrämergeräte kosten jeweils zwischen 150 und 180 Euro. Die gesamte Aktion, die durch Spenden finanziert wurde,  kostete für das Jahr 2014 rund 30.000 Euro. Mangels weiterer Spenden (Stichwort: Färöer) konnte die Aktion im Jahr 2015 leider nicht fortgeführt werden. ProWal und WDSF hoffen jedoch, die Vergrämeraktion in den Folgejahren erneut fortführen zu können.

ProWal-FotoDiese Pinger werden offiziell auch in der Fischerei verwendet, um Delfinbeifänge zu vermeiden und haben eine Funktionsdauer von bis zu 12 Monaten (s.a. http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-18064-2014-09-30.html). Auch die Zeitschrift "natur" berichtete über die ProWal/WDSF-Aktion. Eine beabsichtigte Pinger-Aktion der Organisation Sea Shepherd scheiterte im Jahr 2011 an der Beschlagnahme der Pinger durch den Zoll.

 

 

Aktionen und Proteste gegen den Grindwalfang

Die Anwesenheit von Sea Shepherd-Helfern im Jahr 2014 auf der Inselgruppe, die bei den Färingern ebenfalls große Nervosität aufkommen ließ, konnte am 30.08.2014 die brutale Tötung von 35 Grindwalen in Sandur leider nicht verhindern. 14 SSCS-Helfer wurden dabei verhaftet, weil sie die Jagd gestört hatten. Sie wurden einen Tag später wieder freigelassen und abgeschoben. Drei Boote der Organisation Sea Shepherd wurden beschlagnahmt. Ab Juni 2015 wollen SSCS-Helfer sich bei evtl. Grindwaljagden auf das Dokumentieren beschränken. Die Geschäftsführer von ProWal (Andreas Morlok) und des WDSF (Jürgen Ortmüller) hielten sich nach mehrfachen Vorjahresbesuchen von Ende Juli bis Anfang August 2014 auf der Inselgruppe auf, um die historisch erste Demonstration gegen die grausamen Massaker in der Nähe der Haupstadt Tórshavn durchzuführen. Die Demo, die am höchsten Nationalfeiertag der Färinger "Sankt-Olafs" am 29.07.2014 stattfand, war von den Polizeibehörden genehmigt und mit dem dänischen Polizeichef Sörensen abgesprochen worden.

Der ersten Grindwaljagd im Jahr 2015 am  06. Juni 2015 fielen 154 Grindwale zum Opfer. "Monster und Mörder" waren noch die harmlosesten Kommentare, die sich daraufhin in Internet-Netzwerken fande (hier: Statistik der Schlachtungen). Bisher waren es im Jahr 2015 bis zum 01. Dezember 501 Grindwale und zwei streng geschützte Nördliche Entenwale, die getötet wurden.

200 Männer, eine Frau und Kinder nahmen im Februar 2015 an einem Vortrag auf den Färöer-Inseln über die korrekten Methoden der Grindwaljagd teil, um die ab 1. Mai 2015 erforderliche Lizenz zum Töten von Grindwalen und anderen Delfinarten zu erlangen. Die aktive Teilnahme an den Treibjagden sind seit dem für Einwohner und Fischer verboten, die über keine Lizenz verfügen. Alle Teilnehmer müssen sich speziell ausbilden lassen, um ab Mai 2015 Grindwalljagden und das Abschlachten durchführen zu dürfen. U.a. dürfen nur noch Haken mit halbrundem Kopf und eine Art Lanze zum Töten der Tiere verwendet werden. Der Einsatz von Messern wird weitgehend verboten. Im Februar und im März 2015 waren es insgesamt etwa 2.230 Färinger, welche die Lizenz zum Töten durch Teilnahme an den Vorträgen erhalten haben. Mit weiteren Lizenznehmern ist zu rechnen. Die Färöer-Inseln haben rund 48.000 Einwohner.

Ein Beitrag des WDR-Fernsehens aus November 2015 zeigt, wie die gefangenen Grindwale nach dem Abstechen bis zu ihrem Tod leiden müssen und welch grausamen Spaß die Grindwaljäger an der brutalen Treibagd und den Tötungen haben.

AIDA und Hapag-Lloyd stoppen Anlandungen auf den Färöer-Inseln - TUI Cruises will keinen Boykott

Unbeeindruckt von den Grindwal-Massakern boten AIDA, HapagLloyd und TUI-Cruises bis 2015 Anlandungen bei den Schlachtorten der Färöer-Inseln an und gefährdeten ihre Gäste. AIDA und Hapag-Lloyd stoppten nach jahrelangen WDSF-Interventionen nun b.a.w. ihre Anlandungen auf den Färöer-Inseln. TUI Cruises hält nichts von einem Boykott und will im Jahr 2016 erneut auf der Inselgruppe anlanden.

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Gesetzesverstöße bei der Treibjagd führte zur Verschärfung der Regeln

Als sich die ProWal- und WDSF-Geschäftsführer Andreas Morlok und Jürgen Ortmüller bereits im Jahr 2010 auf den Färöer-Inseln als Pseudo-Angler unter die Grindwalfänger begeben hatten und dabei auch viele Gespräche mit Einwohnern führten und Videos der Massaker gesichtet hatten, wurden von den Tierschützern etliche Gesetzesverstöße bei der Grindwaljagd festgestellt.

Das WDSF reichte daraufhin bei der zuständigen Bundespolizei in Dänemark, welche die Justizaufsicht auf den Färöer-Inseln ausübt, eine Strafanzeige ein. Insbesondere bei einer Grindwaljagd in Klaksvik im Jahr 2010 wurden mehrfache Verstöße (u.a. ungesetzliche Tötungsmethoden, Abschlachten bis zum Morgengrauen) gegen die Färöer-Gesetze zur Grindwaljagd sogar selbst von Färingern moniert. Die Generalstaatsanwaltschaft in Kopenhagen teilte dem WDSF im Mai 2013 mit, dass auch das färöische Ministerium für Ernährung einbezogen wurde, das an den neuen Vorschriften des Grindwalfangs durch das Fischereiministerium der Färöer mitgewirkt hat. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte dem WDSF ausdrücklich vorgeschlagen, seine "überzeugungen im politischen Prozess geltend zu machen". Das Ergebnis findet sich nun auch in der neuen Richtlinie zu den Methoden des Grindwalfangs auf den Färöer-Inseln die unmittelbar nach Abschluss der Strafermittlungen festgelegt wurde. Dies bestätigte den WDSF- und ProWal-Geschäftsführern ebenfalls der dänische Polizeichef Sörensen bei einem weiteren Färöer-Aufenthalt im Jahr 2014. 

Ein Färinger selbst zu den neuen Rechtsvorschriften im Jahr 2014: "Eine große Mehrheit der Teilnehmer der Grindwaljagden wird sich nicht die Mühe machen, an diesen obligatorischen Walfang-Kursen teilzunehmen und vermutlich wird der Walfang dadurch beendet werden können. Je weniger Personen an den Pflichtkursen teilnehmen, desto weniger wird die Walfangjagd ein Teil der Färöer-Tradition. ... In Neufundland wurden in den 1960er Jahren ähnliche neue Regeln ausgegeben. Die meisten Walfänger nahmen an den Kursen nicht teil, sodass der Walfang dort inzwischen fast völlig eingestellt wurde. Dies wird auf den Färöer-Inseln nicht eine sofortige Beendigung des Grindwalfangs bedeuten, aber es der Anfang vom Ende." Nach der anfänglichen Teilnahme durch rund 2.300 Färinger alleine in den Monaten Februar und März 2015 an den Pflichtkursen sieht das WDSF dies anders und geht davon aus, dass die Grindwalmassaker weiterhin intensiv fortgeführt werden.

Die blutige Waljagd

Foto: Faroe Information with permission for WDSFSobald Grindwale (Pilotwale) oder andere Delfinarten durch Färinger Fischer, von Helikopter-Taxis aus oder durch Kapitäne der Fähren zwischen den 18 zerklüfteten Inseln in den Fjorden oder in Meeresnähe im Bereich der Färöer-Inseln im Nordatlantik gesichtet werden, verbreitet sich die Nachricht per SMS, Telefon und Radio wie ein Lauffeuer über die gesamte Insel mit ihren rund 48.000 Einwohnern. Bei den Treibjagden werden auch Schnellboote und Jet-Skis eingesetzt, wobei sich die Färinger bei ihrem grausam anmutenden Walfang immer noch auf ihre 400 Jahre alte Tradition berufen. Offiziell gibt es 22 Fangbuchten.

 

Pinger (Fastakast) WDSf-Foto


Um die Wale in Panik zu versetzen und sie in die zum Schlachten vorgesehenen Buchten zu lenken, benutzen die Waljäger sogenannte Fastakast, die an Seilen hinter den Booten hergezogen werden und dabei sirenenähnliche Geräusche erzeugen. Steine werden in das Wasser geworfen, um durch Luftblasen eine künstliche Wand zu erzeugen, die das natürliche Sonar der Tiere irritiert.

Entsprechend der nationalen Färöer-Fangvorschriften muss ein Grindwal durch das Eintreiben eines Fanghakens in das Atemloch und die Verwendung eines Messers innerhalb weniger Sekunden getötet werden. Das dauert nach Augenzeugenberichten in der Praxis jedoch meist viel länger und die Meeressäuger erleiden einen grausamen und langsamen Tod. Mit einem langen scharfen Messer wird die Halsschlagader durchtrennt, sodass das Tier noch im seichten Wasser ausbluten soll. Nach spätestens 24 Stunden muss die Schlachtung und die kostenlose Verteilung des Walfleischs an die Teilnehmer und Interessenten der Waljagd beendet sein und die Pier, auf der die Wale aufgebahrt und zerlegt werden, desinfiziert sein. Das Walfleisch und der Speck, das nachweislich stark mit Umweltgiften wie Methyl-Quecksilber und PCB's belastet ist, wird an die Färinger Bevölkerung kostenlos verteilt und in Restaurants und auf Märkten an Touristen und Gäste verkauft, wie die beiden Geschäftsführer Andreas Morlok (ProWal) und Jürgen Ortmüller (WDSF) bei ihren Aufenthalten auf der Inselgruppe in den Jahren 2010 und 2014 aufdecken konnten. Meist beteiligen sich Hunderte von Färöer-Bewohnern mit ihren Kindern an den Abschlachtungen, wenn die Grindwaljäger die Tiere in enge Buchten oder an die Strände zum Töten getrieben haben.

Jungen lebenden Eissturmvögeln wird beim Kescherfang der Kopf abgerissen

Aber nicht nur Grindwale und Delfine fallen den grauenhaften Massakern der Färinger zum Opfer. Jedes Jahr im August wird die Jagd auf tausende Jungtiere der Eissturmvögel eröffnet. Zu einem Zeitpunkt, zu dem die jungen Vögel noch Fett ansetzen und dabei flugunfähig sind, werden sie von Färingern mit Keschern aus dem offenen Meer gefischt. Bei lebendigem Leib werden ihnen die Köpfe abgerissen, um sie nach dem Rupfen und Ausnehmen als Delikatesse zu verspeisen. Der Eissturmvogel ist in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt und wird in der Roten Liste der Brutvögel als spezifische Art mit geografischer Restriktion geführt. Bei dem Inselaufenthalt der beiden Tierschützer von ProWal und WDSF schilderte der Betreiber des örtlichen Aquariums in der Hauptstadt Thorshavn die brutale Jagd in allen Einzelheiten. 

Dieses nachfolgende YouTube-Video über den grausamen und brutalen Fang der Eissturmvögel ist nichts für schwache Nerven und kleine Kinder:

 

Färöer-Premierminister rechtfertigt Grindwaljagd und fordert Toleranz und Gastfreundschaft gegenüber Tierschutz-Aktivisten

In einem  am 17.06.2015 veröffentlichten Brief an den Herausgeber der Oxford Mail schreibt Kaj Leo Holm Johannesen, Premierminister der Färöer-Inseln:

"In den vergangenen 30 Jahren haben Gegner der jahrhundertealten Praxis der Lebensmittel-Verwendung von Grindwalen auf den Färöer Inseln ihre Meinung bei Besuchen geäußert. Jetzt, wo Aktivisten erneut ihre Ankunft in unserem Land bekannt gegeben haben, ermutige ich jeden Färöer Inselbewohner, die gleiche Toleranz und Gastfreundschaft zu zeigen, die so lange unser Markenzeichen als kleiner Inselstaat ist. Während wir haben das Recht haben, Grindwale zu jagen, müssen wir auch das Recht respektieren, dagegen zu protestieren.

Seit Anbeginn der Zeit hat die Menschheit Tiere als Lebensmittel gejagt. Der Walfang auf den Färöern ist nachhaltig und umfassend geregelt und wird unter überwachten Bedingungen mit einem Schwerpunkt auf den Tierschutz durchgeführt. Es ist ein natürlicher Teil des färöischen Leben und Grindwafleisch und Speck sind geschätzte Nahrungsergänzungsmittel für viele färöische Haushalten. So wie dies ein gesetzlich festgelegtes Recht ist, so sind dies auch die Meinungsfreiheit und das Recht auf friedlichen Protest, die grundlegende Teile einer jeden Demokratie sind.

Die färöische Regierung steht in regelmäßigem Kontakt mit der Polizei. Friedlicher Protest ist eine Sache, aber die Verletzung unserer Gesetze und Eingriffe auf das Volkseigentum der Menschen müssen durch die Polizei, die für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung zuständig sind, gewürdigt werden. Die Färöer-Inseln sind ein friedliches Land mit einem völlig gerechtfertigten Ruf als offene und einladende Gesellschaft und stolz auf ihre einzigartige Geschichte, Wirtschaft und Kultur. Ich vertraue darauf, dass der färöischen Gastfreundschaft und Offenheit mit Respekt begegnet wird."

Gebrauchsanleitung zum Töten von Grindwalen 

Die NAMMCO (North Atlantic Marine Mammal Commission) veröffentlichte eine Gebrauchsanleitung zum Töten von Grindwalen (Instruction manual on Pilot whaling) auf den Färöer-Inseln. Diese Organisation wurde im Jahr 1992 durch die Walfangländer Norwegen, Island, Grönland und die Färöer-Inseln gegründet. Etliche Nationen, die sich gegen den Walfang aussprechen, erkennen die NAMMCO nicht an.

Filmbeiträge über die Grindwalmassaker

 Red-colored Sea (Facebook-Film über das grausamen Abschlachten der Färöer-Grindwale)

ZDF-Beitrag: Färöer-Walfang und Tierschutz-Aktivitäten 
Interview mit Jürgen Ortmüller
(Facebook)

ZDF-Filmteam mit Jürgen Ortmüller (WDSF) - WDSF-Foto
Vollständiger Filmbeitrag auf Facebook

Delfinjäger auf den Färöer-Inseln (WDR-Fernsehen)

- Wir müssen auch weiterhin sämtliche juristischen und strafrechtlichen Fehler einer jeweiligen Jagd jeweils zur Anzeige bringen und damit auch die zuständigen dänischen Strafverfolgungsbehörden einbeziehen und diese Vorgänge völkerrechtlich anprangern.

- Die Gesundheitsaufklärung bleibt ebenso ein wichtiger Bestandteil, um die Färinger über die gravierenden Folgen ihres Grindwalflweischverzehrs aufzuklären. Der angebliche Vitamin-D-Mangel der Bevölkerung durch die geringe Sonneneinstrahlung, den sie nach eigenen Angaben durch den Grindwalfleischverzehr auszugleichen versuchen, kann durch Fischprodukte zu 100 Prozent ausgeglichen werden. Im Hinblick auf die immense überfischung von Makrelen und Heringen könnte der Fisch kostenlos an die Bevölkerung abgegeben werden.

- Darüber hinaus ist die weltweite Aufmerksamkeit der öffentlichkeit über die Medien herzustellen.

- Auch muss ein wirtschaftlicher Druck durch die USA und der EU aufgebaut werden, denn dies sind die Hauptabnehmer der färöischen Fischereiexporte, die 95% der Gesamtexporte ausmachen.

- Ebenso muss der Druck auf Tourismus- und Kreuzfahrtunternehmen international erhöht werden, um Deviseneinfuhren empfindlich zu reduzieren.

- Lebensmittelketten wie Lidl, die Lachzuchten auf den Fräör-Inseln betreiben, müssen in den Fokus ihrer mittelbaren Beteiligung an den Grindwalschlachtungen einbezogen werden und es muss öffentlich darauf hingewiesen werden, dass das Fleisch von Zuchtlachs gesundheitsgefährdend belastet ist.

- Vor-Ort-Aktionen innerhalb der gesetzlichen Grundlagen treffen den Nerv der Färinger.

- Im Jahr 2014 konnte durch den Einsatz von Pingern zur Verdrängung der Meeressäuger die Grindwaljagd auf den Färöer-Inseln auf lediglich zwei Treibjagden mit 48 getöteten Grindwalen reduziert werden. Im Jahr 2013 fanden bei 12 Treibjagden noch 1.104 Grindwale und 430 Weissseitendelfine ihren grausamen Tod (Anm.: Die Pinger wurden durch ProWal mit WDSF-Unterstützung ebenfalls in Taiji/Japan eingesetzt und führten dort ebenfalls zum Rückgang der Treibjagden). Diese Vergrämeraktionen werden fortgesetzt, sobald mit weiterer finanzielle Unterstützung durch Spenden (Stichwort: Färöer) diese Finanzierung gesichert ist.

Parallel zu allen beispielhaft aufgeführten Maßnahmen werden wir weiterhin die Kommunikation zu den politischen Entscheidungsträgern und Behörden auf den Färöer-Inseln suchen, um dazu beizutragen, dass die grausamen Massaker und die Kontaminierung der Bevölkerung gestoppt werden.

Jürgen Ortmüller
WDSF-Gründer und Geschäftsführer

WDSF/ProWal-Aktionen gegen Walmord auf den Färöer-Inseln - WDSF-Film
(s.a. aktueller Bericht der WDSF/ProWal-Aktionen 2014 auf Facebook)