Berlin Pierce Brosnan

WDSF/Fair-Play-Demo zum Schutz der Wale und Delfine in Berlin mit rund 2.000 Teilnehmern
(WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller mit James Bond 007-Schauspieler und Walschützer Pierce Brosnan)

Gefangenschaft treibt Delfine in den Selbstmord (Welt/N24)

Delfine und das blutige Millionen-Geschäft (ARD)

Widerlegbare Argumente der Zoos und Tierpfleger zur Haltung von Delfinen
(Beitrag des Meeresbiologen Norbert Kochhan, vormals WDSF-Kuratorium)

„Den Tieren geht’s gut, sie werden ständig medizinisch überprüft, alle Blutwerte sind in Ordnung.“
Dagegen spricht:
Auch Menschen, deren Blutwerte in Ordnung sind, können Depressionen oder andere psychische Erkrankungen ausbilden. Auch Lustlosigkeit und Apathie sind Alarmzeichen.

„Unsere Tiere werden beschäftigt, damit es ihnen nicht langweilig wird.“
Dagegen spricht:
Langeweile in freier Natur kennen die Tiere nicht, dort „spielen“ und „beschäftigen“ sie sich aus purer Lebensfreude. 

„Wir kümmern uns liebevoll rund um die Uhr um unsere Tiere.“
Dagegen spricht:
Sagt der Mensch. Aber er kann weder Mutter, Vater, Geschwister oder die sozialen Gefüge frei lebender Tiere ersetzen. Er ist nicht in der Lage, mit Delfinen in ihrer Sprache zu kommunizieren, er kann nur in seinem Sinn interpretieren. Denn dann würde er sicherlich genug über deren tatsächlichen Zustand erfahren. Der Mensch ist kein Delfin und kann auch diesen in seiner Fürsorge niemals ersetzen.

„Sie müssen nicht an Vorführungen teilnehmen, wenn sie nicht wollen.“
Dagegen spricht:
Hier wird mit Futterdosierung gearbeitet, um die Tiere zu „motivieren“. Hungrige Delfine sind eher bereit, sich auf Clownerien einzulassen. Delfintrainer sagen, dass die Tiere immer ihre normale Grundversorgung erhalten. Aber zu Trainingszwecken wird diese deutlich reduziert, um einen Belohnungseffekt zu erreichen.

„Sie werden bei uns weitgehend artgerecht gehalten.“
Dagegen spricht:
Künstliche Landschaften, mit künstlichen Farben und künstlichem Licht. Toter Fisch zur Fütterung, der auch noch mit Medikamenten angereichert werden muss. Kein Delfin kann ausschwimmen, kein Delfin lebt in großen Familienverbänden, wie sie in der Natur vorkommen. Das Echolot verkümmert, da es nicht benötigt wird.

Unsere Haltung der Tiere dient auch dem Artenschutz.“
Dagegen spricht:
Nie wurde auch nur ein Delfin aus einem deutschen Delfinarium ausgewildert oder ein Jungtier auf das Leben im freien Meer vorbereitet. Denn dann ließe sich mit diesen Tieren kein Geld verdienen. Sie werden im Beton geboren und sterben auch in ihm, ohne jemals das offene Meer erlebt zu haben.

„Wir haben einen Bildungsauftrag“
Dagegen spricht:
Es gibt keine offiziellen Konzepte dazu. Auf Anfrage werden angegeblich doch vorhandene Konzepte nicht ausgegeben. Warum wohl? Herkömmliche pädagogische Konzepte werden überall sonst öffentlich gemacht, weil sie auch Werbung für die Sinnhaftigkeit der Arbeit bedeuten.

Kindern werden in diesem Rahmen falsche Informationen vermittelt: Delfine sind lustig, sie spritzen mit Wasser, machen Kunststücke und können sogar Boote ziehen. Kinder wissen nichts über das wahre Leben der Tiere im Meer. Denn würden sie es wissen, wären sicherlich einige unter ihnen, die auf eine Bootsfahrt verzichten würden. Man sollte selbst Kinder nicht für dumm verkaufen.

„Diese Tierschützer haben keine Ahnung, wovon sie reden.“
Dagegen spricht:
Es gibt genügend belegbare Argumente, die gegen eine Haltung von Delfinen sprechen, Fotos traumatisierter und gelangweilter Tiere, Videos mit gleichem Inhalt, Videos, die auch Gefahren für Kinder belegen, medizinische Unterlagen, Aussagen von renommierten Wissenschaftlern, wie Lori Marino et al., Aussagen ehemaliger Delfintrainer, die die Arbeit mit den Tieren hautnah erlebt haben.

„Die Delfinhaltung ist erfolgreich, wir sind mittlerweile von Importen unabhängig.“
Dagegen spricht:
Die immense Liste an Krankheiten und an psychischem Stress verstorbener Tiere ist endlos.
Tote Tiere werden durch neue Tiere im Rahmen des EEP aus anderen Zoos ersetzt. Der Zuschauer erkennt den Unterschied meist nicht.

„Wir haben nichts zu verbergen!“
Dagegen spricht:
Zoos müssen erst verklagt werden, um an Informationen zu gelangen, die die Tatsachen über die Haltung ans Tageslicht bringen. Nach dem UIG (Umweltinformationsgesetzt) hat jeder Interessierte das Recht, solche Informationen zu erhalten. Jahrelanges Tauziehen zwischen Wal- und Delfinschutzorganisationen führten zu keinem Ergebnis. Es wurden zwar gezielte Teilinformationen, mit geschwärzten Passagen freigegeben, aber die wirklich wichtigen Interna der Zoos wurden zurückbehalten. Warum wohl? Zur Zeit laufen die Auswertungen der Unterlagen.

„Die Tiere müssen bei uns nicht einmal selbst jagen und haben auch keine natürlichen Feinde. Das sollten die Tierschützer auch mal anerkennen!“
Dagegen spricht:
Muss ich zu diesem Unsinn einen Kommentar abgeben?

Mein FAZIT:
Die Zoos haben keine Argumente. Sie müssen so argumentieren, weil sie sonst scheinbar finanzielle Verluste hinnehmen würden.
Es geht aber auch anderes in der finanziellen Denkweise, hier an zwei aktuellen Beispielen:
Münster schließt, weil die Kosten für einen größeren Umbau, der nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen auch keine deutliche Verbesserung bringen würde, nicht mehr tragbar sind. Münster erarbeitet ein Konzept mit einem neuen privaten Betreiber, der mit Seelöwen arbeiten wird, um damit finanzielle Lücken wieder zu schließen.
Das Connyland schließt seine Delfin-Show, weil der Druck der öffentlichkeit zu groß wurde. Ein Konzept für die Delfinanlage liegt bereits vor, mit dem sich sicher noch mehr Kohle machen lässt, als mit gequälten Tieren.

Norbert Kochhan (Meeresbiologe und Logopäde




Hier: Geschlossene Delfinarien in Deutschland


(Westfälische Rundschau 2013 zur Schließung in Münster)

 

Für ein Delfinarium-freies Europa

Am 04.06.2016 sandten Andreas Morlock (ProWal), Jürgen Ortmüller (WDSF) und der EU-Abgeordnete Stefan Bernhard Eck ein deutliches Signal an das Europäische Parlament und an die Betreiber von Delfinarien: Schließung der Gefängnisse der intelligenten Meeressäuger! Europa braucht keine Delfinarien!

Eine aktuelle Forderung der beiden engagierten Wal- und Delfinschützer besteht darin, dass die Verwendung von Meerwasser in Delfinarien verbindlich sein muss, da aufbereitetes Süßwasser mit Zusätzen von Ozon und Chlor zu gravierenden Schädigungen der empfindlichen Augen, Haut und Atemwege der Meeressäuger führt.

MdEP Stefan B. Eck (Gründungsmitglied der "MEPs for Wildlife": www.meps4wildlife.eu, Vizepräsident der "Intergroup on the Welfare and Conservation of Animals") wird sich ab dem Frühjahr 2017 des Themas verstärkt annehmen, da der Schutz des Meeres und seiner Bewohner - trotz des gigantischen Tierleids in der „Massentierhaltung“ - nicht zu kurz kommen darf.

 

 

 

Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen stellt Bundestagsantrag zum Schutz der Wale und Delfine

Am 19.10.2016 stellte die Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen erneut einen Antrag (18/10032), u.a. "das Halten von Delfinen in Deutschland zu untersagen sowie deren Einfuhr zu verbieten." Ebenso wendet sich der Antrag gegen die Treibjagden in Taiji und auf den Färöer-Inseln. Der Antrag wurde mit den Stimmen der CDU/CSU und der SPD abgelehnt. Nur die Linke stimmte mit den Grünen für den Antrag

Für uns sind daher weder CDU/CSU, noch die SPD und auch nicht die vormalige Bundestags-FDP wählbar.

Der Bundestagsantrag 18/10032 von Bündnis 90/Die Grünen vom 19.10.2016:

Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
1.
sich konsequent für die Aufrechterhaltung und Umsetzung des 1986 beschlossenen Walfangmoratoriums einzusetzen und jedweden Anträgen, die auf die Aushöhlung des Walfangmoratoriums abzielen, entschieden entgegenzutreten, 

2.
darauf hinzuwirken, dass das Walfangverbot von allen IWC-Mitgliedstaaten anerkannt und umgesetzt wird,

3.
an den Staat Japan zu appellieren, seinen kommerziellen Walfang, der als Wissenschaft getarnt wird, zu beenden,

4.
sich Japan gegenüber dafür einzusetzen, dass die jährliche Treibjagd auf Delfine, wie z. B. in der Taiji, unterlassen wird,

5.
das Halten von Delfinen in Deutschland zu untersagen sowie deren Einfuhr zu verbieten,

6.
auf Staaten, die kommerziellen Walfang betreiben, einzuwirken, um ein Ende des Walfangs zu erreichen,  

7.
auf Dänemark dahingehend einzuwirken, dass sich Dänemark entsprechend der EU-Position aktiv gegen den  kommerziellen Walfang einsetzt anstatt EU-Walschutzmaßnahmen zu verhindern,

8.
gemeinsam mit anderen  EU-Staaten an die Färöer-Inseln zu appellieren, den  Grindwalfang (Grindadràp) aufzugeben, 

9.
für eine Ausweitung von Schutzgebieten für Wale auch auf hoher See einzutreten,

10.
den Transit von Walfleisch durch deutsche Häfen zu verbieten und zu unterbinden,

11.
Schweinswale in deutschen Gewässern besser vor Lärm zu schützen und endlich ein Schallschutzkonzept für die Ostsee vorzulegen, um den gefährdeten Ostsee-Schweinswal zu schützen,

12.
nutzungsfreie Zonen in den Schutzgebieten für den Schweinswalschutz einzurichten und dort die Stellnetzfischerei zu verbieten,

13.
Beifänge durch die Förderung alternativer Fangmethoden zu minimieren und das Rückwurfverbot und Anlandegebot wirksam umzusetzen.

Hinweis des Deutschen Bundestags zum abgelehnten Antrag mit dem Stimmen von CDU/CSU und SPD