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WDSF Delfinarium Duisburg Bestand

 

- AKTUELL

 

Liste der Delfinarien in Europa/Welweit

 


Große Tümmler haben in freier Wildbahn eine Lebenserwartung von rund 40-50 Jahren
Quelle:
NOAA's National Marine Fisheries Service (NOAA Fisheries Service, or NMFS)

 

23.12.2015 - Sat1 - Delfinarium Duisburg - WDSF: Von 27 Nachzuchten überlebten nur sieben Delfine:


 

17.02.2016 - Delfin-Baby "Debbie" ist wohlauf (WDR Text)
28.01.2016 - Der Zoo Duisburg und die Delfine (WDR TV)
04.01.2016 - Duisburger Zoo: Delfin-Baby stirbt plötzlich 13 Tage nach der Geburt (Westdeutsche Zeitung)
04.01.2016 - Wieder Drama im ZooDelfinbaby in Duisburg gestorben! (Bild Zeitung)
04.01.2016 - Duisburger Delfinbaby gestorben -
WDSF spricht von mangelnder Fürsorgepflicht und fordert Einschreiten der Aufsichtsbehörden (MND)
04.01.2016 - Delfin-Baby im Duisburger Zoo gestorben (RP-online)

23.12.2015 - Kritik nach Delfingeburt - Delfindame bringt im Zoo Duisburg Jungtier zur Welt (Textbeitrag SAT1)
21.12.2015 - Zoo Duisburg erwartet Delfinnachwuchs zu Weihnachten - WDSF-Tierschützer kritisch (Finanznachr.)
24.08.2015 - Delfinkalb stirbt nach nur einer Woche - WDSF kritisiert "Ferrari-Show" vor Delfinarium (WDSF)

 

 

(ARD/WDR) Die Nachzucht von Delfinen in Gefangenschaft ist völlig unsinnig

 


 - Bestand

 

Z.Zt. gibt es nur noch acht Überlebende von ursprünglich mehr als 60 verstorbenen Delfin- und Walarten im Delfinarium des Zoo Duisburg (Auszug Todesliste s.u.). Von 29 Nachzuchten haben bisher lediglich acht Tiere überlebt (Stand 5.1.2016).

 

1) Ivo (Großer Tümmler) Wildfang Mexiko geb. ca. 1979, gefangen 1981, Zoo Antwerpen (bis 1999) - seit 1999 Zoo Duisburg

 

2) Pepina (Großer Tümmler) Wildfang Kuba geb. ca. 1980, Phantasialand  und Hansapark Sierksdorf - seit 1994 Zoo Duisburg (Angabe Zoo Duisburg)

 

3) Delphi (Großer Tümmler) Nachzucht 1992 (Mutter Flappine - Vater Playboy - Schwester Dolly)

 

4) Daisy (Großer Tümmler) Nachzucht 1996 (Mutter Pepina - Vater Playboy)

 

5) Diego (Großer Tümmler) Nachzucht 20.08.2011 (Mutter Pepina - Vater Ivo)

 

6) Dörte (Großer Tümmler) Nachzucht 27.08.2011 (Mutter Delphi - Vater Ivo)

 

7) Darwin (Großer Tümmler) Nachzucht 05.09.2011 (Mutter Daisy - Vater Ivo)

8) Debbie (Großer Tümmler) geb. 24.12.2015 (Mutter Delphi - Vater Ivo) WDR

 

- Dolly (Großer Tümmler) Nachzucht 2007 (Mutter Delphi - Vater Ivo) - Am 05.05.2014 in den Tiergarten Nürnberg transferiert



- Donna
(Großer Tümmler) Nachzucht 2007 (Mutter Pepina - Vater Ivo) - Am 05.05.2014 in den Tiergarten Nürnberg transferiert

 

 

 

WDSF-Foto Ein Amazonas-Flussdelfin wird in der Anlage "Rio Negro" separat und allein gehalten. Der Delfin weist schwere Haut- und Muskelverletzungen auf. Aufgrund der Artenschutz-Bedingungen wurde dem Zoo in der Betriebserlaubnis untersagt, weitere Flussdelfine zu importieren.

 

 

WDSF-Foto

 

 

 

 


- Von 26 Nachzuchten überlebten nur sieben

15.05.2013 - Zoodirektor nennt Bundestag Zahl der toten Tümmler in Duisburg (WAZ)

 

Herkunft der Wildfänge

Der Duisburger Zoodirektor Achim Winkler bezieht sich bei der Herkunft der Delfine in den beiden Delfinarien in Deutschland (Duisburg und Nürnberg) immer wieder pauschal auf die Fanggebiete Mexiko und Kuba, die an den Golf von Mexiko angrenzen. Die Gewässer um Kuba und Mexiko sind jedoch sehr unterschiedliche Lebensräume für Große Tümmler. Bei den derzeit noch lebenden Wildfängen handelt es sich um Ivo (Mexiko) und Pepina (Kuba). Die Delfinmutter Flapine des noch lebenden Delfins Delphi wurde 1981 aus Texas/USA (Golf von Mexiko) importiert und starb 1994. Ebenfalls in 1981 kam das Männchen Playboy aus den Gewässern der Isla Cozumel in Mexiko in das Duisburger Delfinarium und starb 2000 (Nachzuchten durch Playboy sind die beiden noch lebenden Delfine Delphi und Daisy).

Cozumel/Mexiko ist eine der östlichen Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán vorgelagerte Insel. Selbst die Flachwasserbereiche haben eine Tiefe von bis zu 40 Metern. Cozumel war ursprünglich eine einzige Korallenbank, die flach auf einem etwa 600 Meter tiefen Sockel im Meer lag. Die Gesamtoberfläche des Golfs von Mexiko beträgt etwa 1.550.000 km², von denen das südliche Drittel in den Tropen liegt. Das Mexikanische Becken im Zentrum erreicht eine Tiefe von 4375 m. Dass die Duisburger Delfine, wie von Winkler stereotyp behauptet wird, in freier Wildbahn nicht tiefer als wenige Meter tauchen könnten, ist natürlich völliger Unsinn und soll lediglich eine Rechtfertigung für die kleinen und flachen Betonbecken sein.

In der NRW-Landtagsanhörung (Wortprotokoll des Anhörung) am 28.04.2014 zum Antrag der Fraktion der PIRATEN "Verbot der Haltung von Delphinen", der vom WDSF inhaltlich begleitet wurde,  äußerte sich der Duisburger Zoodirektor Achim Winkler: „Bei uns im Zoo Duisburg wird ganz bewusst, wie in den anderen Delfinarien auch, die Küstenform des Großen Tümmlers gehalten. ... Unsere Tiere stammen aus dem Golf von Mexiko vor Florida, wo die Tiere im natürlichen Lebensraum in Lagunen und Buchten leben." Anm. des WDSF dazu: Soweit sich Winkler auf den zitierte Lebensraum "in Lagunen und Buchten" in der Sarasota Bay in Florida für Große Tümmler beziehen sollte, wird allerdings wird in der Enzyklopädie der Meeressäuger von anerkannten Wissenschaftlern, unter anderem Bill Perrin, Bernd Würsig, J.G. M. Hans Thewissen und Peter Tyack mit einem Ausmaß von etwa 125 km2 angegeben. Dieser relativ große Bereich mit teilweise mehr als 12 Meter Wassertiefe entspricht keinesfalls dem Lebensraum der Delfine in einem Delfinarium.


Winkler weiter in der Landtagsanhörung: "... Es gibt keine Wildfänge – zum Glück – in den Delfinarien in Europa, die in unserem Verband organisiert sind, in der European Association for Aquatic Mammals (Anm.: EAAM). In diesem Verband, dem nur die besseren Delfinarien angehören, gibt es seit 2003 keinen Wildfang mehr – der letzte Wildfang ist 1990 nach Deutschland gekommen."
 

Diese Aussage des Zoodirektors Achim Winkler ist falsch!

Auf der Internetseite der EAAM sind die Mitglieder der EAAM aufgelistet. Wildfänge nach dem Jahr 2003:

1) Im Sea World San Antonio in Texas (EAAM-Mitglied) wurde ein Großer Tümmler als Wildfang (07.04.2007) am 14.05.2008 in das Delfinarium importiert. Ebenso wurde ein weiterer großer Tümmler (Wildfang 03.11.2009) am 04.03.2010 in das San Antonio-Delfinarium importiert.

2) Im Sea World Orlando (EAAM-Mitglied) werden seit 2011 vier Pilotwale (Delfinart) als Wildfänge für Showzwecke verwendet.

3) Im Sea World San Diego (EAAM-Mitglied) wird ein am 10.01.2004 als Wildfang transferierter Pilotwal (Delfinart) für Showzecke gehalten.

4) Ein Orca (Delfinart) wurde als Wildfang seit 23.10.2010 in Harderwijk/Holland gehalten und am 29.11.2011 für Showzecke in den Loro Parque (EAAM-Mitglied) transferiert.

5) Im EAAM-Verbandsdelfinarium in Harderwijk/Holland werden seit 2007 vier Kleine Tümmler (Delfinart/Schweinswal)) als Wildfänge für Showzecke vermarktet (drei Wildfäge aus 2007, ein Wildfang aus 2011).



Quellenangabe Ceta Base: http://www.ceta-base.com/phinventory/

 

The Ceta-Base website is intended to serve as an informational resource and database of captive held cetaceans around the world. - See more at: http://www.ceta-base.com/#sthash.lDxRfntf.dpuf
The Ceta-Base website is intended to serve as an informational resource and database of captive held cetaceans around the world. - See more at: http://www.ceta-base.com/#sthash.lDxRfntf.dpuf

- SPIEGEL special 1/1997 - Bis 1997 wurden mindestens 47 Delfine in Duisburg "verschlissen"

 

Das Delfinarium des Zoo Duisburg ist der größte Delfinfriedhof Europas

 

Das WDSF hat ein Schreiben des NRW-Umweltministeriums aus 2011 vorliegen, aus dem sich ergibt, dass "nach Durchsicht des Bestandsregisters im Zoo Duisburg in den letzten 20 Jahren sechs Delfine im Alter von ca. 11-34 Jahren an unterschiedlichen Erkrankungen verendet sind, die keiner einheitlichen Ursache zugerechnet werden können. ... In den letzten 20 Jahren sind weitere neun Tiere im Zeitraum von zwei bis 16 Tagen nach der Geburt verendet. ... Insgesamt sind in den letzten 20 Jahren somit 15 Delfine verstorben."

Der Nürnberger Tiergartendirektor Dag Encke erläutert im Rahmen einer Bundestagsanhörung im Mai 2013, dass von 26 Delfinen, die insgesamt im Duisburger Zoo geboren wurden, nur sieben längere Zeit überlebt haben. 

Recherchierte Daten durch Jahresberichte des Duisburger Zoos (seit 1995 veröffentlichte der Zoo Duisburg keine weiteren Chroniken): Von 1965 bis 2000 wurden mdst. 10 Große Tümmler von dem Tierhändler Tiebor vorübergehend gemietet. Die durchschnittliche Haltungsdauer der 14 bis 2000 verstorbenen Delfine betrug lediglich 8 Jahre. Ohne die angemieteten Tiere wurden von 1965 bis 1984 mindestens 49 Wale und Delfine importiert:


17 Große Tümmler
17 Jacobita-Delfine
5 Toninas
5 Schweinswale
3 Beluga-Wale (Heimat Arktis)
2 Sotalia-Delfine

insgesamt 49 Meeressäuger

 

Von diesen 49 Walen u. Delfinen wurden 3 umgetauscht, 29 lebten weniger als 3 Jahre lang, 12 lebten 4 bis 18 Jahre und nur 5 wurden älter als 20 Jahre. Bis 1984 verstarben demnach mdst. 46 Meeressäuger im Duisburger Zoo.


Daher ist davon auszugehen, dass das Delfinarium Duisburg seit Bestehen mit etwa 60 verstorbenen Delfinarten der größte Delfinfriedhof Europas ist. Der Zoo-Chef Achim Winkler verweigerte bisher jede detaillierte Auskunft zu den Todesfällen.

 

 

 

Zoo Duisburg verschweigt Todeszahlen im Delfinarium 

 

 

In einem Beitrag von WELT-online heißt es: "Im Duisburger Zoo, der nach dem Ausstieg von Münster bald mit Nürnberg die letzten Delfinarien in Deutschland betreiben wird, gibt man sich zugeknöpft. Jochen Reiter, wissenschaftlicher Leiter des Duisburg Zoos: „Zahlen zu toten Delfinbabys geben wir nicht raus“.

 

Das WDSF hat bisher vergeblich versucht, die vollständigen Todeszahlen im Delfinarium mit dem Umweltamt Duisburg (Untere Aufsichtsbehörde für den Zoo) und dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV-Höhere Fachaufsichtsbehörde) sowie dem NRW-Umweltministerium abzugleichen. Eine Intervention der Landesdatenschutzbeauftragten gegenüber dem Zoo Duisburg führte ebenfalls nicht zu einer Auskunft seitens des Zoos. Im November 2011 hat das WDSF Klage beim Verwaltungsgericht Düsseldorf gegen die Stadt Duisburg mit seinem Zoo eingereicht, und im Jahr 2012 direkt gegen den Zoo, um vollständige Akteneinsicht zu erhalten. Am 17.10.2014 wurde der Zoo vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf verurteilt, entsprechende und vollständige Daten zu veröffentlichen. Gegen das Urteil wurde durch das WDSF Berufung eingelegt, weil der Zoo Duisburg sich weiterhin weigert, die Berichte über die Vorkommnisse im Delfinarien zu veröffentlichen. Mit einer weiteren Verhandlung vor dem Oberverwaltungsgericht Münster ist erst im Jahr 2016 zu rechnen. 

 

Das WDSF geht davon aus, dass die verschwiegenen Todeszahlen bei weit über 60 Delfinen liegen ( s.a. daupinlibre.be ) und Duisburg damit eine noch höhere Todesrate als der Tiergarten Nürnberg (mdst. 33 Todesfälle) aufweist. Sehr wahrscheinlich wurden in der Vergangenheit die verstorbenen Delfine teilweise einfach stillschweigend gegen neue Importe ausgetauscht und nachweislich von dem Tierhändler Tiebor angemietet, ohne dass die Besucher dies überhaupt in den Anfangszeiten des Delfinariums bemerkt hätten. Dass die Jungtiersterblichkeit bei Delfinen aufgrund des sich erst in den ersten Lebenswochen entwickelnden Immunsystems im Freiland ebenso hoch sei wie in Delfinarien, wie der Zoo behauptet, bestreitet das WDSF aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Nachweise.

 


- Auszug Todesliste Duisburg (der Zoo weigert sich bisher, genaue Zahlen herauszugeben)

 

 

Nixe, gestorben in 1969 nach 4 Jahren Gefangenschaft

Flip,  gestorben in 1970 nach 5 Jahren Gefangenschaft

Oma (Amazonas-Flussdelfin)

Mutter (Amazonas-Flussdelfin) verstorben 1976

Halbstarker (Amazonas-Flussdelfin) verstorben 1978

Flap I, gestorben in 1979 nach 12 Jahren Gefangenschaft

X (Harbor Porpoise), gestorben 1980 nach 1 Jahr Gefangenschaft

X (Amazonas-Flussdelfin), gestorben 1981 nach 6 Jahren Gefangenschaft

Susi, gestorben in 1981 nach 14 Jahren Gefangenschaft

Gaucho (Commerson),  gestorben in 1982 nach 2 Jahren Gefangenschaft

Alua (Beluga), gestorben 1984 nach 15 Jahren Gefangenschaft

Hänschen, gestorben in 1985 nach 1 Jahr Gefangenschaft

Pepe (Commerson),  gestorben in 1989 nach 9 Jahren Gefangenschaft

Dolly,  gestorben in 1989 nach 17 Jahren Gefangenschaft

Max,  gestorben in 1989 nach 11 Tagen  Gefangenschaft

Kai, gestorben in 1990 nach 69 Tagen Gefangenschaft

Busso (commerson), gestorben in 1991 nach 7 Jahren Gefangenschaft

Nico, gestorben in 1992 nach 12 Jahren Gefangenschaft

Lucy, gestorben 1992 nach 10 Jahren Gefangenschaft

Flapine, gestorben in 1994 nach 14 Jahren Gefangenschaft

Duphy gestorben in 2000 nach 12 Jahren Gefangenschaft

Playboy, gestorben in 2000 nach 19 Jahren Gefangenschaft

Namenlos (Baby von Iris), gestorben in 2000 nach 33 Stunden

Delphi's Kalb, gestorben 2000

Pepina's Kalb, gestorben 2000

Duke, gestorben 2003 nach 2 Jahren Gefangenschaft

Iris, aus einem brutalen Wildfang ursprünglich für den Zoo Antwerpen, gestorben 2003 (s.a. Link oben)

Vater (Amazonas-Flussdelfin), gestorben in 2006 nach 31 Jahren Gefangenschaft

 

zzgl. 6 weitere verstorbene Delfinnachzuchten seit 1991 nach Angaben des NRW-Umweltministeriums seit 1991 (s.o.)

 

24.08.2015 - Delfinkalb von Pepina stirbt nach nur einer Woche  (WDSF)

 

03.01.2016 - Delfinkalb von Daisy verstirbt nach 13 Tagen (Mitteldeutsche Zeitung)

       

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36 nachgewiesene Todesfälle
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Unvollständige Todesliste auf Ceta Base

Historische Liste Delfinarien weltweit

 

 

Das Delfinarium in Duisburg gibt es seit 1965. Delfine der gefangen gehaltenen Art Tursiops truncatus haben in freier Wildbahn eine durchschnittliche Lebensspanne von 40 bis 50 Jahren. Genaue Forschungsergebnisse liegen nicht vor, da überwiegend gestrandete Tiere untersucht wurden. In Gefangenschaft liegt die Todesrate von Delfinen weitaus höher.

Der Bildungsauftrag des Delfinariums Duisburg wird von dem Pädagogik-Experten Norbert Kochhan (Dipl. Pädagoge/Logopäde) kritisiert: "Aus pädagogischer Sicht ist der Bildungsauftrag der Delfinarien völlig verfehlt, weil Kindern Delfine in den Vorführungen als stets lustige und gutgelaunte Menschenfreunde dargestellt werden. Über das artspezifische Leben der Tiere erfahren sie zu wenig und über die leidvolle Haltung in den Anlagen gar nichts."

 


 

- Wohin mit den Delfinen?

 

Es wird immer wieder die Frage gestellt, was mit den Delfinen passiert, wenn die Delfinarien geschlossen werden. In Deutschland liegt die Verwendung der Tiere in erster Linie in der Verantwortung der verbliebenen Zoo-Delfinarien in Duisburg und Nürnberg. Diese müssen ein entsprechendes Zookonzept in Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) vorlegen.

 

In der EG-Verordnung 338/97 sind die Kriterien des Handels mit Wildtieren zu deren Schutz festgelegt.

 

In der sog. EU-Zoorichtlinie (http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:1999:094:0024:0026:DE:PDF) heißt es bezogen auf die Zoos:

 

"Sie (Anm. die Zoos) beteiligen sich an Forschungsaktivitäten, die zur Erhaltung der Arten beitragen, und/oder an der Ausbildung in erhaltungsspezifischen Kenntnissen und Fertigkeiten und/oder am Austausch von Informationen über die Artenerhaltung und/oder gegebenenfalls an der Aufzucht in Gefangenschaft, der Bestandserneuerung oder der Wiedereinbürgerung von Arten in ihren natürlichen Lebensraum" (aus RICHTLINIE 1999/22/EG DES RATES vom 29. März 1999 über die Haltung von Wildtieren in Zoos).

 

Das WDSF hat den Zoodirektoren der drei noch vorhandenen Delfinarien in Deutschland seine Unterstützung bei der Frage der Verwendung der Delfine angeboten. Wir haben mehrfach vorgeschlagen, die Meeressäuger aus den Betonbecken in teiloffene Meereslagunen unter menschlicher Obhut zu transferieren, um sie auf eine evtl. Auswilderung vorzubereiten. Nicht jeder Delfin lässt sich aufgrund seiner langjährigen Gefangenschaft wieder auswildern - für Nachzuchten scheidet eine vollständige Auswilderung weitgehend aus. Eine bedingungslose Auswilderung wäre der sichere Tod der Tiere. Trotz dieses Wissens werden in den Zoo-Delfinarien Nürnberg und Duisburg weiterhin verantwortungslos Nachzuchten produziert, obwohl die Population des Großen Tümmlers nicht vom Aussterben bedroht ist.

 

Durch die monotone Haltung in den kleinen Gehegen mit Swimmingpool-Größe haben die Delfine die eigene Nahrungsjagd verlernt. Das Sonar wird von den Tieren nur noch selten eingesetzt, weil der Rückschall von den engen Betonwänden Irritationen bei den Delfinen auslöst. Die Fütterung erfolgt durch die Tierpfleger gezielt in das Maul der Delfine.

 

Nachdem die Zoos mit ihren Delfinarien jahrzehntelang Millionen verdient haben, ist ihnen durchaus zuzumuten, die finanziellen Mittel für die Transfers zur Verfügung zu stellen und für eine lebenslängliche Betreuung der Meeressäuger in weitgehender Freiheit zu sorgen. Seit Jahren setzen wir uns dafür ein, dass die Bundesregierung ein ausnahmsloses Importverbot für Delfine und Wale (Cetacea) beschließt, zumal die Bundesratsermächtung für solch einen Bundestagsbeschluss bereits in § 13 Tierschutzgesetz verankert ist - bis heute hat keine der Regierungskoalitionen dafür plädiert. In der Schweiz wurde nach intensiven WDSF-Protesten aufgrund mehrerer Delfin-Todesfälle im Connyland-Delfinarium (Kanton Thurgau) im Frühjahr 2012 ein bedingungsloses Importverbot beschlossen.


Das Delfinarium im Connyland wurde im Oktober 2013 geschlossen. Noch vor dem Transfer der drei Delfine nach Jamaika verstarb ein weiteres Jungtier. Der Vergügungspark hatte den Delfin bis kurz vor seinem langen Transport intensiv für die Shows missbraucht. Die Vorbereitung auf den Transfer war u.E. unzulänglich.

Den Transfer nach Schließung des Delfinariums im Allwetterzoo Münster im Frühjahr 2013 in ein Freiluftgehege mit Meereswasser nach Harderwijk (Holland) haben die Delfine nach Angaben des Zoos gut überstanden.

 

 

 

 

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