WDSF Wal- und Delfinschutz-Forum

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WDSF Delfinarium Duisburg Bestand

Z.Zt. gibt es nur noch neun Überlebende von ursprünglich mehr als 60 Delfinen im Delfinarium des Zoo Duisburg (Todesliste s.u.):

Ivo (Großer Tümmler) Wildfang Mexiko geb. ca. 1979, gefangen 1981, Zoo Antwerpen (bis 1999) - seit 1999 Zoo Duisburg

Pepina (Großer Tümmler) Wildfang Kuba geb. ca. 1980, Hansapark Sierksdorf (bis 1989) und Phantasialand (bis 1993) - seit 1993 Zoo Duisburg

Delphi (Großer Tümmler) Nachzucht 1992 (Mutter Flappine - Vater Playboy - Schwester Dolly)

Daisy (Großer Tümmler) Nachzucht 1996 (Mutter Pepina - Vater Playboy)

Dolly (Großer Tümmler) Nachzucht 2007 (Mutter Delphi - Vater IVO)

Donna
(Großer Tümmler) Nachzucht 2007 (Mutter Pepina - Vater IVO)

Diego (Großer Tümmler) Nachzucht 20.08.2011 (Mutter Pepina - Vater IVO)

Dörte (Großer Tümmler) Nachzucht 27.08.2011 (Mutter Delphi - Vater IVO)

Darwin (Großer Tümmler) Nachzucht 05.09.2011 (Mutter Daisy - Vater IVO)

Ein Amazonas-Flussdelfin wird in der Anlage "Rio Negro" separat gehalten.

Zoo Duisburg verschweigt Todeszahlen im Delfinarium - WDSF geht von über 60 Todesfällen aus

SPIEGEL special 1/1997 - Bis 1997 wurden mindestens 47 Delfine in Duisburg "verschlissen":

In einem Beitrag von WELT-online heißt es: "Im Duisburger Zoo, der nach dem Ausstieg von Münster bald mit Nürnberg die letzten Delfinarien in Deutschland betreiben wird, gibt man sich zugeknöpft. Jochen Reiter, wissenschaftlicher Leiter des Duisburg Zoos: „Zahlen zu toten Delfinbabys geben wir nicht raus“.

Das WDSF hat bisher vergeblich die vollständigen Todeszahlen im Delfinarium vom Umweltamt Duisburg (Untere Aufsichtsbehörde für den Zoo) und vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV-Höhere Fachaufsichtsbehörde) angefordert. Auch die Intervention der Landesdatenschutzbeauftragten führte nicht zu einer Auskunft seitens des Zoos. Im November 2011 hat das WDSF Klage beim Verwaltungsgericht Düsseldorf gegen die Stadt Duisburg mit seinem Zoo eingereicht, um vollständige Akteneinsicht zu erhalten.

Das WDSF vermutet, dass die verschwiegenen Todeszahlen bei über 60 Delfinen liegen ( s.a. daupinlibre.be ) und Duisburg damit eine noch höhere Todesrate als der Tiergarten Nürnberg (38 Todesfälle) aufweist. Sehr wahrscheinlich wurden in der Vergangenheit die verstorbenen Delfine einfach stillschweigend gegen neue Importe ausgetauscht und nachweislich von dem Tier-Händler Tiebor angemietet, ohne dass die Besucher dies überhaupt bemerkt hätten.

Von der Höheren Fachaufsichtsbehörde (LANUV) und vom NRW-Umweltministerium wurden im April 2011 gegenüber dem WDSF 15 Todesfälle in den letzten 20 Jahren bestätigt - davon neun verstorbene Delfinbabys. Das WDSF geht davon aus, dass seit Bestehen des Delfinariums mindestens weitere 45 Delfine in Duisburger vorzeitig verstorben sind.

 

Auszug Todesliste Duisburg

Nixe, gestorben in 1969 nach 4 Jahren Gefangenschaft

Flip,  gestorben in 1970 nach 5 Jahren Gefangenschaft

Flap, gestorben in 1979 nach 12 Jahren Gefangenschaft

Susy,  gestorben in 1981 nach 14 Jahren Gefangenschaft

Gaucho,  gestorben in 1982 nach 2 Jahren Gefangenschaft

Allua, gestorben in 1984 nach 15 Jahren Gefangenschaft

Hänschen, gestorben in 1985 nach 1 Jahr Gefangenschaft

Pepe,  gestorbenin 1989 nach 9 Jahren Gefangenschaft

Dolly,  gestorben in 1989 nach 17 Jahren Gefangenschaft

Max,  gestorben in 1989 nach 11 Tagen  Gefangenschaft

Kai, gestorben in 1990 nach 69 Tagen Gefangenschaft

Busso, gestorben in 1991 nach 7 Jahren Gefangenschaft

Nico, gestorben in 1992 nach 12 Jahren Gefangenschaft

Flapine, gestorben in 1994

Duphi, gestorben in 2000

Playboy, gestorben in 2000

Namenlos (Baby von Iris), gestorben in 2000 nach 33 Stunden

Iris, aus einem brutalen Wildfang ursprünglich für den Zoo Antwerpen, gestorben 2003 (s.a. Link oben)

Apure (Amazonas-Flussdelfin), gestorben in 2006


Der Duisburger Zoodirektor Achim Winkler: „Anfangs haben wir bei der Nachzucht viel falsch gemacht, hatten hohe Verlustraten“.

Winkler weiter: "Natürlich sind in 44 Jahren Delfinhaltung in Duisburg Tiere verendet. Vor allem am Anfang unserer Zucht war die Verlustrate sehr hoch - aus Unkenntnis."

Recherchierte Daten durch Jahresberichte des Duisburger Zoos (seit 1995 veröffentlichte der Zoo Duisburg keine weiteren Chroniken):


Von 1965 bis 2000 wurden 20 Große Tümmler gekauft (davon von 1965 bis 1981 insg. 17 Tiere). Weiterhin wurden in dieser Zeit mdst. 10 Große Tümmler von dem Händler Tiebor vorübergehend gemietet. Die durchschnittliche Haltungsdauer der 14 bis 2000 verstorbenen Delfine betrug lediglich 8 Jahre. Ohne die angemieteten Tiere wurden von 1965 bis 1984 mindestens 49 Wale und Delfine importiert:

17 Große Tümmler, 17 Jacobita-Delfine, 5 Toninas, 5 Schweinswale, 3 Beluga-Wale (Heimat Arktis), 2 Sotalia-Delfine

Von diesen 49 Walen u. Delfinen wurden 3 umgetauscht, 29 lebten weniger als 3 Jahre lang, 12 lebten 4 bis 18 Jahre und nur 5 wurden älter als 20 Jahre.


WDSF-Anm.:  Das Delfinarium in Duisburg gibt es seit 1965. Delfine haben in freier Wildbahn eine durchschnittliche Lebenserwartung von 25 bis 40 Jahren. Genaue Forschungsergebnisse liegen nicht vor, da überwiegend gestrandete Tiere untersucht wurden.

Der Bildungsauftrag des Delfinariums Duisburg wird von dem Pädagogik-Experten Norbert Kochhan (Dipl. Pädagoge/Logopäde) kritisiert:

"Aus pädagogischer Sicht ist der Bildungsauftrag der Delfinarien völlig verfehlt, weil Kindern Delfine in den Vorführungen als stets lustige und gutgelaunte Menschenfreunde dargestellt werden. Über das artspezifische Leben der Tiere erfahren sie zu wenig und über die leidvolle Haltung in den Anlagen gar nichts."