WDSF Wal- und Delfinschutz-Forum

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WDSF Delfinarien Allgemein

Bereits geschlossene Delfinarien in Deutschland:

- Phantasialand / Brühl - 1991

- Europapark Rust -  1993

- Hansapark / Sierksdorf - 1993

- HolidayPark / Hassloch: 1994

- Zoo Hamburg: 1995

- Heidepark Soltau: 2008 -

nach Intervention von WDSF/ProWal

- Zoo Münster: schließt in 2012 -

nach Intervention von WDSF/ProWal


Liste der Delfinarien in Europa/Welweit

Liste der Delfine in Deutschland (Prowal)

 

Wohin mit den Delfinen?

Es wird immer wieder die Frage gestellt, was mit den Delfinen passiert, wenn die Delfinarien geschlossen werden. In Deutschland liegt die Verwendung der Tiere in erster Linie in der Verantwortung der drei verbliebenen Zoo-Delfinarien in Duisburg, Münster und Nürnberg. Diese müssen ein entsprechendes Zookonzept in Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) vorlegen. In der EG-Verordnung 338/97 (http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/themen/artenschutz/pdf/EG_Artenschutz_VO_338_97_ap_0904.pdf) sind die Kriterien des Handels mit Wildtieren zu deren Schutz festgelegt.

In der sog. EU-Zoorichtlinie (http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:1999:094:0024:0026:DE:PDF) heißt es bezogen auf die Zoos: "Sie beteiligen sich an Forschungsaktivitäten, die zur Erhaltung der Arten beitragen, und/oder an der Ausbildung in erhaltungsspezifischen Kenntnissen und Fertigkeiten und/oder am Austausch von Informationen über die Artenerhaltung und/oder gegebenenfalls an der Aufzucht in Gefangenschaft, der Bestandserneuerung oder der Wiedereinbürgerung von Arten in ihren natürlichen Lebensraum" (aus RICHTLINIE 1999/22/EG DES RATES vom 29. März 1999 über die Haltung von Wildtieren in Zoos).

Das WDSF hat den Zoodirektoren der drei noch vorhandenen Delfinarien in Deutschland seine Unterstützung bei der Frage der Verwendung der Delfine angeboten. Wir haben mehrfach vorgeschlagen, die Meeressäuger aus den Betonbecken in teiloffene Meereslagunen unter menschlicher Obhut zu transferieren, um sie auf eine evtl. Auswilderung vorzubereiten. Nicht jeder Delfin lässt sich aufgrund seiner langjährigen Gefangenschaft wieder auswildern - für Nachzuchten scheidet eine vollständige Auswilderung weitgehend aus. Durch die monotone Haltung in den kleinen Gehegen mit Swimmingpool-Größe haben die Delfine die eigene Nahrungsjagd verlernt. Das Sonar ist meist völlig verkümmert. Eine bedingungslose Auswilderung wäre der sichere Tod der Tiere.

Nachdem die Zoos mit ihren Delfinarien jahrzehntelang Millionen verdient haben, ist ihnen durchaus zuzumuten, die finanziellen Mittel für die Transfers zur Verfügung zu stellen und für eine lebenslängliche Betreuung der Meeressäuger in weitgehender Freiheit zu sorgen. Seit Jahren setzen wir uns dafür ein, dass die Bundesregierung ein ausnahmsloses Importverbot für Delfine und Wale (Cetacea) beschließt, zumal die Bundesratsermächtung für solch einen Bundestagsbeschluss bereits in § 13 Tierschutzgesetz verankert ist - bis heute hat keine der Regierungskoalitionen dafür plädiert.


 



 

 

04.10.2010 - Spiegel-online: Umstrittene Shows - Das langsame Sterben der Delfinarien

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,720995,00.html

Auszüge aus dem spiegel-online Artikel:

 

"Grundsätzlich werden die Delfinarien ein Auslaufmodell sein", meint der Chef des Delfin- und Walschutzforums, Jürgen Ortmüller. Für Ortmüller ist das Delfinarium ein Ort des Schreckens. Die Tiere würden gequält, lebten auf zu kleinem Raum in unhygienischen Becken, in die kein Sonnenlicht komme, sagt der Kritiker. "Die antrainierten Kunststücke machen sie nur, weil sie gefüttert werden." Kein Delfin springe in Freiheit über Hindernisse. "Delfine können niemals artgerecht gehalten werden", sagt Ortmüller, "Die Lebensqualität von Delfinen in Gefangenschaft ist gleich null."