1. Skip to Menu
  2. Skip to Content
  3. Skip to Footer

- 2014 - NRW-Anhörung "Verbot der Haltung von Delphinen"

NRW-Grüne wollen am 29. Oktober 2014 den Antrag der Piraten "Verbot der Haltung von Delphinen" ablehnen, obwohl die Bundestagsfraktion der Grünen im Jahr 2013 ebenfalls einen Antrag auf Beendigung der Delfinhaltung gestellt hatte

 

29.10.2014 - WDR 2 - Interview mit Jürgen Ortmüller vom WDSF - Delfinarium Duisburg und Piratenantrag
29.10.2014 - Piraten wollen Delfine im Zoo verbieten (WDR 2)
28.10.2014 - Verbot der Haltung von Delfinen wird von SPD und Bündnis90/Die Grünen im NRW-Landtag abgelehnt (02elf)
27.10.2014 - Duisburg - Was wird aus dem Delfinarium? (WDR TV)

 

Seit 2002 ist der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Leider wurde dieses Staatsziel bis heute nicht bei der Gefangenschaftshaltung der Cetacea (Wale und Delfine) erreicht.


In § 20a des Grundgesetzes heißt es hochtrabend:

Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.


 

 

Hier: Interview durch die Organisation PETA mit dem Landtagsabgeordneten und tierschutzpolitischen Sprecher von NRW-Bündnis90/Die Grünen Martin-Sebastian Abel

Martin-Sebastin Abel (Foto Interview Vegan Blog - PETA)

 

 

 

Stellungnahme des WDSF



(WDSF - 13.10.2014) Politik ist oft ein Trauerspiel. Mit der angekündigten NRW-Landtagsablehnung des Antrags der Piraten, die Delfinhaltung im Duisburger Zoo zu beenden, tun sich die Grünen wahrlich keinen Gefallen!

Der NRW-Landtagsabgeordnete Martin-Sebastian Abel in dem Interview: "Die Mindestanforderungen regelt der Bund. Wir haben als Land keine rechtliche Möglichkeit die Haltung einer Tierart in einem Zoo zu untersagen."

Das sehen wir vom WDSF anders. Der § 68 NRW-Landschaftsgesetz besagt, dass "die Tiere so gehalten werden, dass den biologischen und den Erhaltungsbedürfnissen der jeweiligen Art Rechnung getragen wird, insbesondere (!) die jeweiligen Gehege nach Lage, Größe, Gestaltung und inneren Einrichtungen verhaltensgerecht ausgestaltet sind...". Weiter gibt es eine gesetzliche Anordnungsmöglichkeit (§ 68 (3)): "Wenn sich entsprechend dem Stand der Wissenschaft die Anforderungen an die Haltung von Tieren in Zoos nachträglich ändern, kann die untere Landschaftsbehörde die erforderlichen Anordnungen treffen."

Der "Stand der Wissenschaft" hat sich durch die vom WDSF initiierte wissenschaftliche Stellungnahme von PD Dr. Christian Schulze von der Ruhr-Universität Bochum bezüglich der Delfinhaltung geändert (s. Link unten); auch wenn diese wissenschaftliche Stellungnahme von den Delfinarienbefürwortern strikt abgelehnt wird. Die Landesregierung mit den Grünen hat Sorge, dass der Zoo Duisburg bei einer entsprechenden Anordnung zur Beendigung der Delfinhaltung mit einer Klage reagiert. (O-Ton des grünen Staatssekretärs Peter Knietsch gegenüber dem WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller). Angst ist aber auch in der Politik kein guter Ratgeber und der offensichtliche Fraktionszwang der Grünen gegenüber der NRW-SPD, welche die Delfinhaltung befürwortet, auch nicht! Die beabsichtigte Grünen-Ablehnung des Piratenantrag ist nach all den eigenen (guten) Anträgeauf Bundestagsebene ein Armutszeugnis und die negative Darstellung von politischen Nebenschauplätzen der Piraten durch Martin-Sebastian Abel ebenso.


Wissenschaftliche Stellungnahmen von PD Dr. Christian Schulze (Ruhr-Universität Bochum)

§ 68 Landschaftsgesetz NRW

Öffentliche Sitzung am 29.10.2014 im NRW-Landtag

Antrag der Piraten "Verbot der Haltung von Delphinen"

 

 


- 04.09.2014 - Delfinhaltung beenden und gegen Taiji- und Färöer-Delfintreibjagden protestieren - Bärbel Höhn (Bündnis 90/Die Grünen) im Interview mit dem Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)  

 

 



 

 

 

Bärbel Höhn im Interview mit dem Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) am 04.09.2014 auf dem Campus Symposium der Fachhochschule BiTS in Iserlohn




Bärbel Höhn im Interview mit Bärbel Höhn (WDSF-Foto)Bärbel Höhn war bis 2005 Umweltministerin in Nordrhein-Westfalen. Sie ist seit 15.01.2014 als Bundestagsabgeordnete Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Die Delfinjagd in Japan bezeichnet sie als grausam und es sei gut, dagegen zu protestieren. Politische Boykottmaßnahmen gegen Japan und die Färöer-Inseln hält sie mit entsprechender Unterstützung von Mehrheiten für möglich; ebenso gut begründete Boykottmaßnahmen durch NGO's.

Zur Beendigung der Delfinhaltung in Deutschland müsse in einem langen Weg (Anm.: aufgrund der politischen Verhältnisse) auf Bundesebene eine rechtliche Grundlage geschaffen werden, meint Höhn.

Das Problem sei derzeit, dass der zuständige Bundesminister von der CSU ist und aus Bayern kommt und sich gerade dort das zweite Delfinarium (in Nürnberg) befindet. Auf jeden Fall müsse das Säugetiergutachten zur Delfinhaltung nochmals überarbeitet werden, wie es kürzlich der NRW-Umweltminister Johannes Remmel in einem Brief an den CSU-Bundesminister gefordert hat.

Aus rechtlicher Sicht könne man nicht einfach eine Schließung des Delfinarium in Duisburg anordnen, aber der Duisburger Zoo müsse endlich seine Zahlen (Anm.: medizinische Berichte etc.) auf den Tisch legen, wie bereits mehrfach gefordert.

Am 17. Oktober 2014 findet die Hautpverhandlung über die Klage des Wal- und Delfinschutz-Forum gegen den Zoo Duisburg vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf statt, diese politisch geforderte Akteneinsicht zu gewähren.

Frau Höhn geht davon aus, dass der aktuelle Antrag der NRW-Piratenpartei im Landtag, die Delfinhaltung zu beenden, keine Mehrheit finden wird. Der Prozess zur Delfinarienschließung brauche einen langen Atem. Dieser Prozess sei jetzt aber durch Johannes Remmel angestoßen worden.

Am Ende würden Veränderungen allerdings im Wesentlichen von NGO's bzw. Tierschutzorganisationen bewirkt. Ohne diesen Druck würde sich in der Politik nichts bewegen, meint Bärbel Höhn.

 


- Streit im NRW-Landtag wegen Delfinhaltung

 

Delfinarien: Piraten stellen Verbotsantrag (WDR)

Hier: Veröffentlichte Stellungnahmen anlässlich der Landtags-Anhörung

Hier: Video-Aufzeichnung der Experten-Anhörung

Hier: Wortprotokoll der NRW-Landtagsanhörung "Verbot der Haltung von Delphinen"

NRW-Landtagsanhörung zur Delfinhaltung - Eklat um SPD-Sachverständigen

 

NRW-Landtag Düsseldorf (WDSF-Foto)

 

Pressemeldungen zum neuen Säugetiergutachten

 

09.05.2014 - Besseres Leben für Giraffe, Eisbär & Co (Thüringer Zeitung)
06.05.2014 - Delfine gewöhnen sich ein (Bayerischer Rundfunk)
06.05.2014 - Duisburger Delfinarium trennt Delfinfamilie (Hannover Zeitung)

 

Pressemeldungen zur NRW-Landtagsanhörung "Haltung von Delfinen beenden"

 

21.05.2014 - Tierschützer vor den Wahlen stinksauer auf Politik (Yahoo Nachrichten)
07.05.2014 - Ministerium stellt neues Säugetiergutachten vor - Massive Kritik von Tierschutz-Organisationen (ots/newsaktuell)
04.05.2014 - Einer flog übers Affenhaus - Psychopharmaka in Zoos - Duisburger Zoo-Chef widerspricht sich (Die Welt)
02.05.2014 - "Klatsch, klatsch - hurra" schadet den Delfinen nicht - Tierschützer erwägen juristische Schritte (ots/dpa)
29.04.2014 - Piraten fordern das Ende von Delfinarien in NRW (Die Welt)
28.04.2014 - Tierschützer kritisieren Anhörung (Kölner Stadtanzeiger)
28.04.2014 - Tierschützer klagen an - "Größter Delfinfriedhof Europas" in Duisburg (Focus)
28.04.2014 - Experten-Anhörung im Landtag- Droht Delfin-Shows in Duisburg das Aus? (Bild)
28.04.2014 - NRW-Landtagsanhörung zur Delfinhaltung – Eklat um SPD-Sachverständigen (02elf Abendblatt)
25.04.2014 - Entscheidung zu Delfinhaltung in Duisburg kommt wohl erst im Herbst (DerWesten)

Entscheidung zu Delfin-Haltung in Duisburg kommt wohl erst im Herbst

Entscheidung zu Delfin-Haltung in Duisburg kommt wohl erst im Herbst | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/entscheidung-zu-delfin-haltung-in-duisburg-kommt-wohl-erst-im-herbst-id9274344.html#plx127289622

25.04.2014 - Rot-grün soll endlich Farbe zur Delfinhaltung bekennen - Tierschützer drohen mit Wahl-Boykott-Aufruf (ots/newsaktuell)
04.03.2014 - WDSF überreicht SPD-NRW 2.000 kritische Stimmen wegen Ablehnung von Delfinarien-Stopp (Facebook)
19.02.2014 - Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat keine Zeit für Tierschützer – Streit im Landtag (Politik Express)
14.02.2014 - Sturm der Entrüstung gegenüber NRW-SPD nach ablehnender Haltung zur Delfinarienschließung (Focus)

 

Hinweis:

Während der NRW-Anhörung behauptete der Duisburger Zoo-Direktor Achim Winkler als Sachverständiger, dass in England sämtliche 30 Delfinarien aus Gründen der Unwirtschaftlichkeit geschlossen hätten. Diese Aussage ist falsch, wie nachfolgender Brief des "Houses of Commons Information Office (Informationsbüro des Unterhauses)" vom 28.04. bzw. 30.4.2014 beweist:

30.04.2014

Dear Mr xxxxx
 
I cannot confirm that UK dolphinarium were closed ‘only because of the inefficiency’. The recommendations relating to the keeping of cetaceans in zoos and aquaria were laid out in the department of environment report. This position remains, as in the most recent edition of the Secretary of State’s Standards of Modern Zoo Practice published in 2012.
 
You will have to read the reports to find the recommendations and reasons.
 
Kind Regards
 
Rob
 

House of Commons Information Office 
House of Commons London                                        
SW1A 0AA
Phone: 020 7219 4272
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!                                    
Web: www.parliament.uk

Vorläufige Übersetzung eines ersten Schreibens vom 28.04.2014:


Sehr geehrter Herr xxxxx


Vielen Dank fuer Ihre Anfrage.

Das Informationsbuero des Unterhauses liefert Informationen ueber die Arbeit, die Mitgliedschaft und die Geschichte des Unterhauses.

In 1985, nach erhoehten Besorgnissen von verschiedenen Tierschuetzern und Umweltschutz gruppen ueber die Pflege von Waltieren in Gross - Britannien , hat das damals genannte Amt fuer den Umweltschutz, jetzt ein Teil des DEFRA, die Biologinnen, Doktor Margaret Klinowska und Doktor Susan Brown beauftragt, die Haltungen von Tieren in Zoos und Aquriums zu erforschen und zu ueberpruefen.

Ihr Bericht, der 1986 veroeffentlicht wurde, ist hier zu sehen:
www.marineanimalwelfare.com/Steering.htm

Der Bericht ordnete Empfehlungen an fuer das zukuenftige Wohlbefinden und normale Haltung fuer Waltiere in Gross - Britannien die 1993 realisiert worden ist. Das letzte Delphinarium schloss in Gross - Britannien 1993 bei dem die letzten 3 weiblichen Delfine in europaeischen Anlagen verlegt worden sind. Es hat seitdem keine gefangenen Delfine oder Wale in Gross - Britannien gegeben, gefolgt sind der Schliessung der letzten 3 Anlagen : Marineland ( Morecambe), Brighton Dolphinarium , Windsor Safari Park und Flamingoland ( Malton).

Nach der Veroeffentlichung der neuen Richtlinien, wurden keine weiteren oeffentlichen Ergaenzungen oder Sanktionen zugefügt, aus Respekt für die Fürsorge von gefangen gehaltenden Waltieren in Gross - Britannien.

Dies wurde in einer offiziellen Reaktion von dem Minister des Umweltschutz im Mai 2007 bestaetigt , in dem er sagte:
" Zur Zeit gibt es keine gefangen gehaltene Waltiere in Gross -Britannien und es hat keine mehr gegeben seit Anfang 1990, ausser mit dem Zweck zur Rehabilitation. Obwohl es nicht verboten ist Waltiere in diesem Lande zu halten, das Zoo Gesetz 1981 bezweckt sicher zu stellen das, wenn es Waltiere geben sollte fuer die Zuschaustellung der Allgemeinheit , das dieses Unternehmen amtlich zugelassen werden muss und das es sehr strikte Massnahmen geben muss um die Tiere entsprechend zu behandeln mit Fürsorge ihrer Gesundheit und Wohlbefinden. Diese Norm ist angeordnet nach dem Masstab vom modernen Zoo im Bereich des Aussenministers und ist somit eine Ergaenzung des Gesetztes ueber die Gefangenschaft von Waltieren. Noch dazu sind alle Waltiere unter dem Tierschutz Pakt 2006. Wir haben daher keine Plaene ein Gesetz zu übertragen das untersagt Waltiere in der Gefangenschaft zu halten .

Diese Position verbleibt somit mit der Folge, das hinsichtlich jeder zukuenftigen Darstellung von Waltieren in Gross Britannien folgendes gesagt werden kann:
" Waltiere wurden seit Jahren schon nicht mehr in englischen Zoos oder Aquariums gehalten . Die Hauptreferenzen/Gründe sind Klinowska und Browns Berichte uber Dolphinarias".

Auch wenn in Gross Britannien keine Waltiere ( Wale, Delfine und Schildkroeten) seit 1993 in Gefangenschaft gehalten worden sind , gibt es trotzdem kein Gesetz das dieses in Zukunft verhindert .

Weitere Informationen ueber die Schliessungen von Dolphinarias in Gross - Britannien sind auf diesen Webseiten zu finden:
://www.marineanimalwelfare.com/.../UK%20Dolphinaria.htm...

://www.marineconnection.org/.../captivity_captive_free.html

Ich hoffe Ihnen geholfen zu haben

Mit besten Gruessen
Rob

 

 

Ebenso ist die Aussage der deutschen Zoo-Direktoren mit Delfinarien in einem veröffentlichten Grundsatzpapier zum Film "Die Bucht" falsch, dass es noch nie Delfine aus Japan in Deutschland gegeben habe. In einem Bericht der Westfälischen Nachrichten vom 28.10.2009 werden die Zoo-Chefs zitiert: "Dabei, so das Papier, stamme kein einziges Tier in den Delfinarien der Europäischen Union aus Japan oder aus anderen vergleichbaren Delfintreibjagden."


Tatsächlich aber wurden im Neunkircher Zoo in den Jahren 1978/79 Delfine aus Japan gehalten:
"Die ersten drei „Neunkircher“ Delfine starben durch Infektionen, Besitzer Frank kaufte drei neue – Olli, Taiji und Blecky. Stolze 3,10 Meter war der größte, soll, so Backes, angeblich der größte Delfin in der der Bundesrepublik gewesen sein. Jedes der Tiere, die aus Japan kamen, kostete inklusive Transport damals 60 000 Mark", schreiben sol.de-online am 21.04.2014 und die Saarbrücker Zeitung am 29.04.2014.

Einer der Delfine wurde gar auf den Namen "Taiji" getauft und kam nach der Schließung des Delfinariums im Neunkircher Zoo letztendlich in das Delfinarium in Hassloch/HolidayPark, wo er am 14.5.1990 starb (Database: U.S. Marine Mammal Inventory).

 



- Sachverständige der NRW-Parteien bei der öffentlichen NRW-Landtags-Anhörung am 28. April 2014 zum Thema "Verbot der Haltung von Delphinen" aufgrund eines Antrags der Piratenpartei NRW:



SPD:

- Achim Winkler (Vorstand Zoo Duisburg)
- Wolfgang Rades (Vogelparkleiter im Vogelpark Herborn bis 2015 - seit 2015 zoologischer Direktor des Loro Parque (Teneriffa)

Bündnis90/Die Grünen:

- Karsten Brensing (WDC)
- Dr. Christoph Maisack (Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutz­recht)

Piratenpartei:

- Nicolas Entrup (Shifting Values e.U./Österreich)
- Dr. Tanja Breinig (Meeresbiologin PETA Deutschland - People for the Ethical Treatment of Animals )

CDU:

- Theo Pagel (Kölner Zoodirektor)
- Katrin Baumgartner (Tierärztin Zoo Nürnberg)

FDP:

- Jörg Adler (Direktor Allwetterzoo Münster)
- Vincent Janik (Scottish Ocean Institute)

Da sich die SPD, die CDU und die FDP Sachverständiger "bedienen", die sich bisher schon eindeutig für eine Delfinhaltung ausgesprochen haben und die teilweise von Zoos bezahlt werden, liegt die Hoffnung nun ausschließlich auf Bündnis90/Die Grünen und den Piraten in der Landesregierung.

Antrag der Piratenpartei NRW (Neufassung mit Unterstützung des Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF):
http://www.wdsf.eu/images/_wdsf_texte/Piraten.pdf


Die betreffenden Parteien in NRW (und darüber hinaus) werden erheblichen politischen Schaden davon tragen, wenn sie dem Antrag der Piraten nicht zustimmen bzw. sich nicht dafür einsetzen, dass das letzte NRW-Delfinarium in Duisburg geschlossen wird. Ein Boykottaufruf für die Kommunalwahlen und die Europawahl am 25. Mai 2014 gegenüber den ablehnenden Parteien (voraussichtlich SPD, CDU und FDP) wird folgen. Der WDSF-Boykottaufruf zur Bundestagswahl 2013 gegenüber der FDP aufgrund ihrer Haltung zugunsten der Haltung von Delfinen in Gefangenschaft erreichte mehr als 1 Million Facebook-Nutzer, die erheblich dazu beigetragen haben, dass die FDP im Bundestag politisch abgestraft wurde und dem Deutschen Bundestag nicht mehr angehört.

 


 

- Delfinarien sind Auslaufmodelle (DerWesten)
Ermittlungsverfahren gegen Tierarzt Hartmann (vormals Duisburger Zoo)



Delfin-Show im Duisburger Zoo-Delfinarium (WDSF-Foto)WDSF/Hagen - April 2014 - Der für die Führung des Zuchtbuchs von Delfinen (Cetacea) innerhalb des Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) mitverantwortliche Veterinär Cornils Erik van Elk hat selbst gegenüber der Bundesregierung bei der Bundestagsanhörung im Mai 2013 keine vollständige Einsichtnahme in die Zuchtbücher gewährt.

Gegen einen weiteren Verantwortlichen des EEP, Veternär Manuel Garcia Hartmann, hat die Schweizer Staatsanwaltschaft im letzten Jahr wegen "mehrfacher fahrlässiger Tierquälerei" einen Strafbefehl erwirkt, weil zwei Delfine in seiner Verantwortung im Delfinarium des Connyland-Vergnügungsparks aufgrund einer Antibiotika-Vergiftung zu Tode kamen.

"In Hartmann's Amtszeit (Anm.: im Duisburger Zoo) fällt auch der Verlust von drei jungen Delfinen, die nach ihrer Geburt durch eine Viruserkrankung dahingerafft wurden", so die Neue Ruhr-Zeitung/Neue Rhein-Zeitung. Darüber hinaus starb in seiner Amtszeit ein erwachsener Großer Tümmler und ein Flussdelfin in Duisburg. Inzwischen arbeitet Hartmann seit 2008 für das Marineland Delfinarium in Antibes/Frankreich. Dort starben seit 2009 drei Delfine lt. Ceta-Base.

Im Tiergarten Nürnberg hat das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) nach einer fachbiologischen Analyse von mehr als 5.000 Seiten der tiermedizinischen Berichte dokumentiert, dass die Delfine fortlaufend mit hohen Dosierungen von Valium (Diazepam), Antibiotika und rund 30 weiteren Medikamenten behandelt wurden. Begründung der Medikamentengabe in den tiermed. Berichten: "Nervosität, Unruhe, schlechte Mitarbeit, schlechtes Fressverhalten, zur Beruhigung vor Untersuchungen und Transporten, Aggressionen und Streit, Nervosität wegen Baulärms und Unwohlsein." Valium weist nach einer Verabreichung von mehr als einer Woche ein hohes Suchtpotential auf und wird i.d.R. als chirurgisches Notfallmedikament eingesetzt

Der Zoo Duisburg war bisher nicht bereit, Akteneinsicht in die tiermed. Berichte zu gewähren. In diesem Zusammenhang ist eine Klage des WDSF vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf anhängig. Es ist jedoch auch im Duisburger Delfinarium zu vermuten, dass die Delfine mit den genannten Medikamenten ebenfalls fortlaufend behandelt werden.

Zum Thema von mdst. 60 Delfin-Todesfälle im Duisburger Zoo: Das Magazin der Spiegel hat in einem Bericht im Jahr 1997 insg. "47 verschlissene Delfine" dokumentiert. Das NRW-Umweltministerium hat dem WDSF im Jahr 2011 in den letzten 20 Jahren 15 verstorbene Delfine bestätigt, davon alleine neun Delfinbabys. Von 26 Delfingeburten haben lediglich sieben bis heute überlebt. Das Delfinarium im Duisburger Zoo dürfte somit mit über 60 verstorbenen Delfinen seit Bestehen der größte Delfinfriedhof Europas sein.

Die Delfinarienbesitzer haben es bisher versäumt, Vorsorge für den verhaltensgerechten Verbleib der Delfine bei einer Schließung von Delfinarien zu treffen. Das EEP-Delfinarium in Harderwijk ist inzwischen nicht zuletzt aufgrund der Delfinarienschließung in Münster mit über 30 Delfinen völlig überfüllt. Es wäre angebracht, entsprechende Vorsorge auf einer gesetzlichen Grundlage zu schaffen und die Delfine, die i.d.R. nicht ausgewildert werden können, verhaltensgerecht unterzubringen, wie es bereits § 68 des Landschaftsgesetzes NW fordert. Das WDSF schlägt seit Jahren eine Verbringung der Delfine bei Schließung von Delfinarien in einer menschenbetreuten Meereslagune vor, wobei die Delfine keiner kommerziellen Nutzung unterliegen dürfen. Ebenso besteht die sinnvolle Forderung nach einem Nachzuchtverbot, zumal die Population des Großen Tümmler nicht gefährdet ist.

Der Bildungsauftrag der beiden deutschen Zoos mit Delfinarien in Nürnberg und Duisburg gilt als nicht erfüllt, zumal der Schwerpunkt der Delfinpräsentation auf Show ausgelegt ist. Warum muss im Duisburger Delfinarium bei fast jeder Vorstellung ein Kleinkind in einem von einem Delfin gezogenen Boot mit hoher Geschwindigkeit durch das Becken gezerrt werden? Warum dürfen die Delfine anschließend, mit einem gewissen Übertragungsrisiko von Bakterien, von diesen Kleinkindern betatscht werden?

Aufgrund der katastrophalen finanziellen Situation der Zoo Duisburg AG ist der Zoo faktisch pleite. Jetzt musste die alljährliche (!) Subvention der Stadt Duisburg von bisher schon alljährlich 2,2 Mill. Euro auf rund 3,8 Mill. Euro für 2013 angehoben werden, nachdem die RWE-Bezuschussung von jährlich 1 Mill. Euro seit 2013 entfallen ist und der Zoo mehr als 100.000 Besucher verloren hat. Das wird sich in den Folgejahren nicht ändern, obgleich die Stadt Duisburg mit ihrer immensen Verschuldung unter Haushaltsaufsicht steht. Warum bezieht der Zoo-Direktor Achim Winkler (lt. Bilanz 2012) ein alljährliches Bruttogehalt von 147.082 Euro (2012) bei einer Pensionsrückstellung von weiteren 509.406 Euro (Stand 31.12.2012)? Stände es nicht auch in der Verantwortung des Aufsichtsrats der Zoo Duisburg AG, diese finanzielle Katastrophe zu stoppen?

Es darf bezweifelt werden, dass die Bezuschussung durch die Stadt Duisburg dem EU-Recht entspricht. Auch den Bürgern der Stadt Duisburg ist kaum noch zuzumuten, einen Zoo, der auch der umliegenden Konkurrenz nichts mehr entgegen zu setzen hat, weiterhin über die kommunalen Abgaben mitzufinanzieren.

Daten zum Delfinarium Duisburg finden sich auf der WDSF-Homepage:
http://www.wdsf.eu/index.../delfinarien/delfinarium-duisburg

 


 

 

 - WDSF kündigt Wahlboykott der SPD zu Europa- und Kommunalwahlen an

 

Frank Börner (tierschutzpolitischer Sprecher SPD-NRW) und Jürgen Ortmüller (WDSF) - WDSF-FotoWDSF - 04.03.2014 - WDSF überreicht SPD-NRW 2.000 kritische Facebook-Stimmen gegen SPD-Ablehnung von Delfinarien-Stopp (Facebook)

Das WDSF hat dem tierschutzpolitischem Sprecher der SPD-NRW, Frank Börner MdL, am 04. März 2014 im Anschluss an ein kontroverses, aber auch weitgehend konstruktives, Gespräch die auf der Facebook-Seite der SPD-NRW rund 2.000 kritischen Stimmen zur Ablehnung der Beendigung der Delfinhaltung im NRW-Landtag übergeben.

Leider besteht mit der SPD (noch) kein Konsens über das Ende des Duisburger Delfinariums. Wir sind uns allerdings sicher, dass wir gemeinsam mit über einer Million in Vereinen und Verbänden organisierten Tierschützern und weiteren von Millionen Tierfreunden in Deutschland nach jahrelanger Vorarbeit die Beendigung der Delfinhaltung herbeiführen werden. Dies ist aufgrund der sehr kritischen öffentlichen Meinung zum Thema nur noch eine Frage der Zeit. Selbst eine Handvoll lobbyistischer (Un-)Sachverständiger wird an diesem Ziel nichts ändern können.

Wir haben die SPD-NRW darauf aufmerksam gemacht, dass wir bei Beibehaltung der ablehnenden Haltung, die Delfinhaltung zu beenden, zur Kommunal- und Europawahl am 25. Mai 2014 zum Wahlboykott der SPD aufrufen werden, zumal die SPD bereits bei der gleichlautenden Bundestagsanhörung im Mai 2013 eine ablehnende Haltung dokumentiert hat. Die FDP, die den Bundestagsantrag von Bündnis90/Die Grünen, die Delfinhaltung zu beenden, ebenfalls abgelehnt hatte, wurde nach einem entsprechenden Boykott-Aufruf zur Bundestagswahl bereits politisch abgestraft.

Ein vorausgegangenes Gespräch am 04. März im NRW-Umweltministerium mit Herrn Staatssekretär Knitsch (Bündnis90/Die Grünen) und mehreren Bereichsleitern verdeutlichte die erforderliche Überprüfung des Delfinariums im Zoo Duisburg aufgrund vom WDSF dargestellter Mängel. Die anwesende Bereichs-Leiterin der zuständigen Fachaufsichtsbehörde (LANUV), Dr. Marita Langewische,  wurde noch während des Gesprächs vom Ministerium mit der Überprüfung beauftragt. Das WDSF konnte allerdings auch nachweisen, dass Langewische mit Delfinarienbefürwortern sympathisiert.



Offener Brief des WDSF an Frank Börner (SPD-Landtagsabgeordneter und Tierschutzbeauftragter) vom 14.03.2014:

 

Sehr geehrter Herr Börner,

wie uns die Bezirkregierung mitteilt, hat die Stadt Duisburg bereits eine Verpflichtung, die städtischen Zuschüsse jährlich zu reduzieren ("ab 2013 um 50.000 jährlich - ansteigend auf 200.000 € p.a. ab 2018 ff."). Hier handelt es sich um die Konsolidierungsmaßnahme mit der Ziffer 7-000025, Herr Börner. Sollte diese Maßnahme seitens der Stadt Duisburg nicht wie geplant umgesetzt werden können, hat der Rat der Stadt Duisburg im Rahmen der Haushaltsfortschreibung eine oder mehrere Kompensationsmaßnahmen zu beschließen.

Da die Maßnahme bereits für 2013 nicht wie geplant vollzogen wurde, weil statt 2,2 Mio. p.a. für 2013 insg. rund 3,7 Mio. Zuschuss aufgrund eines erneuten Besucherrückgangs erforderlich war, ist die Bezirksregierung im Rahmen eines verpflichtenden Haushaltscontrolling darüber zu unterrichten. Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) wird überprüfen, ob dies geschehen ist und Akteneinsicht nehmen.

Es sollte dem Rat der Stadt Duisburg auch bekannt sein, dass Freizeiteinrichtungen wie Zoos "freiwillige Leistungen" darstellen, deren Umfang bei den Kommunen auf ein Minimum zu reduzieren ist. Eine Ausweitung des bestehenden städtischen Zuschusses ist ebenso mit der Bezirksregierung abzustimmen. Hier werden wir dienstaufsichtlich prüfen lassen, ob dies geschen ist.

Im Hinblick auf die bereits beschlossenen Maßnahmen der "konsequenten Haushaltsdisziplin und Haushaltskonsolidierung", die ganz offensichlich nicht eingehalten werden, empfehlen wir als WDSF dringend die kostenintensive Delfinhaltung im Zoo Duisburg aufzugeben. Das jährliche Gehalt des Zoo-Vorstands Achim Winkler von über 140.000 € und die ihm bewilligte Pensionszusage von über 500.000 € wäre u.E. in die Konsolidierungsmaßnahmen einzubeziehen. Darüber hinaus besteht ein umfangreicher Instandhaltungsbedarf, der z.Zt. aufgrund der desolaten finanziellen Lage der Zoo Duisburg AG nicht erfüllt wird.

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und ein Besucherandrang an einem schönen Wochenende noch keine Rettung des Zoos. Der Rat der Stadt Duisburg steht in der Verantwortung, eine weitere Verschuldung des Zoos zu vermeiden. Wir werden dies intensiv begleiten.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Ortmüller
Geschäftsführer des
Wal- und Delfinschutz-Forum
www.wdsf.de



 

 


- 11.02.2014 - Delfinarien: Piraten stellen Verbotsantrag (WDR)

 

Piratenpartei NRW stimmt Neuformulierung ihres Antrags "Verbot der Haltung von Delphinen"mit dem WDSF ab - Tierschutz-Warnung des WDSF an alle Parteien


 

v.lks.: Jürgen Ortmüller (WDSF), Simone Brand (stellv. Frakt.vors. Piraten-Partei NRW), Jens Ballerstädt-Koch (polit. Geschäftsführer Piraten-Partei NRW) WDSF-Foto(WDSF 06.01.2014) In einem persönlichen Gespräch im NRW-Landtag in Düsseldorf zwischen der stellv. Fraktionsvorsitzenden der NRW-Piraten Simone Brand, dem politischen Geschäftsführer der Piratenpartei NRW, Jens Ballerstädt-Koch, und WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller wurde vereinbart, den bisherigen Antrag der Piraten zum "Verbot der Haltung von Delphinen" auszuweiten und zu konkretisieren.

Die Piraten bekräftigten ihre Forderung, die Delfinhaltung zu verbieten und übergangsweise die verhaltensgerechte Ausgestaltung des Duisburger Delfinariums zu realisieren. Nach der Schließung des Delfinariums sollen die Meeressäuger in einer menschenbetreuten Meeresbucht auf Kosten der Delfin-Besitzer untergebracht werden. Weiterhin soll Tierschutzorganisationen wie dem WDSF die uneingeschränkte Akteneinsicht in die tiermedizinischen Berichte gewährt werden, weil auch für Duisburg vermutet wird, dass die Delfine ebenso wie in Nürnberg fortlaufend mit Psychopharmaka und Antibiotika behandelt werden.

Die katastrophale finanzielle Situation des Zoo Duisburg soll Inhalt einer weiteren Kleinen Anfrage im NRW-Landtag durch die Piraten werden, um im Fall einer Insolvenz des Zoos das Überleben der vorhandenen Tiere bei gleichzeitigem sofortigen Stopp von Neuzugängen und Nachzuchten zu gewährleisten.

Das WDSF fordert weiter, die Zoos in eine Pflegestation für kranke und verletzte Tiere bedrohter Arten umzufunktionieren, um diese dann nach Genesung, soweit möglich, auszuwildern.

Gegenüber dem Landtagsabgeordneten der Grünen NRW Fraktion, Sebastian Abel, äußerte das WDSF in einem weiteren gestrigen Gespräch die Hoffnung, dass der Antrag der Piraten nicht am Fraktionszwang der Grünen scheitert und diese in der Plenumssitzung ab 19. Februar 2014 einer mit dem WDSF abgestimmten Neuformulierung des Antrags der Piraten zustimmen. Das WDSF wird ebenfalls die SPD auffordern, dem für den Tierschutz wichtigen Antrag zu folgen.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: "Das Land Nordrhein-Westfalen muss mit der von SPD und Grünen geführten Landesregierung delfin- und tierschutzfreundlich werden, um auch Vorbild für die bisher im nationalen Delfinschutz untätige Bundesregierung mit CDU/CSU und SPD zu werden. Tierschützer haben bei der letzten Bundestagswahl bereits die FDP abgestraft, die sich zusammen mit CDU/CSU im Mai 2013 im Bundestag für die weitere Gefangenschaft von Delfinen in Delfinarien ausgesprochen hatte. Der Wahlboykott-Aufruf durch das WDSF gegenüber der FDP, der von Sea Shepherd-Gründer Paul Watson positiv kommentiert wurde, erreichte im September 2013 mehr als 1 Million Facebook-Nutzer. Alle Parteien in den Ländern und dem Bund sollten sich gut überlegen, ob sie der Delfinarienlobby weiterhin nach dem Mund reden wollen. Tierschützer haben sich nicht nur zu einer ernstzunehmenden Gemeinschaft, sondern zu einer Bewegung entwickelt, die nicht mehr zu stoppen ist."

 



- Öffentliche Anhörung zum Bundestagsantrag von Bündnis90/Die Grünen "Haltung von Delfinen beenden" am 15.05.2013

 


 

 

 

Bundestagswahl 2013 - hier: aktuelle Wahlergebnisse

 

24.09.2013 - Wahldebakel: FDP scheitert (auch) an Hagener Delfinfreunden (business-on.de)

hier: Antwort der Bundesregierung zur Anfrage der Grünen zum Thema Delfintherapie

 

Untenstehend (nach dem Beitrag "Streit um 16 Delfine in deutschen Zoos") veröffentlichen wir anlässlich der Bundestagswahl am 22. September 2013 eine WDSF-Wahlempfehlung und Stellungnahmen  der Parteien und von Politikern zum Thema der umstrittenen Delfinhaltung in Deutschland.

 

Streit um 16 Delfine in deutschen Zoos  im Bundestag
(Bundestagsbericht)

mit dem WDSF-Sachverständigen Philip Loos (2. von rechts in der Tischrunde)

 

Lt. Bundestagsbeschluss am 28.06.2013 stimmten CDU/CSU und FDP für die Beibehaltung von Delfinarien,  die SPD enhielt sich.

 

(TV-Beitrag in der Mediathek des Deutschen Bundestages)

 

Mehrheitsparteien CDU/CSU und FDP: Kein Importverbot für Delfine - Delfinqual fortsetzen!

 

Kontrovers haben die acht Sachverständigen am Mittwoch, 15. Mai 2013, während einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter Vorsitz von Hans-Michael Goldmann (FDP) über die Zukunft von Delfinen in Zoos und Delfinarien diskutiert. Hintergrund der zweistündigen Expertenbefragung war ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/12657) mit dem Titel "Haltung von Delfinen beenden" auf der Grundlage einer wissenschaftlichen Stellungnahme von Priv.-Doz. Dr. Christian Schulze von der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF). Die Entscheidung der Mehrheitsparteien CDU/CSU und FDP bei der Endabstimmung im Deutschen Bundestag am 28. Juni 2013 stand von Anfang an fest: Kein Importverbot für Delfine - Delfinqual fortsetzen! Der Ausschussvorsitzende Michael Goldmann (FDP) hatte bereits zwei Monate vor der öffentlichen Anhörung in einer eigenen Pressemitteilung am 14. März 2013 den wissenschaftlich begründeten Antrag der Grünen-Fraktion als "unseriös" abgedeckelt.

 

 

Leit(d)-Kommentar zum nachfolgenden Bericht in der Westd. Ztg. : Wer Tiere liebt, muss kompromisslos sein

 

Westdeutsche Zeitung (WZ) - 10.06.2013:

 

 

 Todesqualen im Delfinarium Nürnberg

 Tabellarische Gesamtübersicht der Psychopharmaka-Gabe bei den Großen Tümmlern
im Tiergarten Nürnberg 1.1.2008 - 1.8.2012

 

Zusammenfassung der medizinischen Tageberichte des Tiergartens Nürnberg für Große Tümmler
(Tursiops truncatus) von 01.01.2008 bis 08.08.2012

 

Tabellarische Gesamtübersicht Medikamentengabe für Große Tümmler
01.08.2012 - 12.03.2015 (pdf)

 

Tabellarische Einzelübersicht Medikamentengabe für Große Tümmler 01.08.2012 - 12.03.2015 (Excel)
(die Medikamentengaben der jeweiligen Delfine -in der Überschrift anklicken- sind einzeln namentlich u. chronologisch aufgeführt)

 

 

Öffentliche Meinung uninteressant für CDU/CSU und FDP  

WDSF beanstandet Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

(hier: Offizieller Text des Deutschen Bundestags zur ablehnenden Beschlussempfehlung)

 

(WDSF - akt. 05.06.2013) Trotz einer "öffentlichen Bundestagsanhörung" des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am 15. Mai 2013 aufgrund eines Grünen-Antrags die Haltung von Delfinen zu beenden, blieb die öffentliche Meinung außen vor. In einer Zeitungsumfrage der Münsterschen Zeitung stimmten 94% bezüglich eines Delfinarienbesuchs für folgende Aussage: "Nein. Solche Einrichtungen mit meinem Eintrittsgeld zu unterstützen, kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren." Eine Leserumfrage der Rheinischen Post ergab ein ähnliches Ergebnis: "Die Mehrheit spricht sich gegen die Delfinhaltung in Zoos aus." Über 80% der Leser der Westdeutschen Zeitung voten für ein Delfinarienverbot.

 

Über 200 Verbände und Tierschutzvereine sowie rund 1.100 Einzel-Personen haben sich an einem Aufruf der Organisation ProWal beteiligt und sich für ein ausnahmsloses Importverbot von Delfinen und Walen nach Deutschland ausgesprochen. Der Deutsche Tierschutzbund hat die Haltung von Delfinen in Zoos in einer Pressemitteilung als nicht artgerecht bezeichnet und deren Verbot gefordert. Mit mehr als 730 angeschlossenen örtlichen Tierschutzvereinen in 16 Landesverbänden und über 520 vereinseigenen Tierheimen vertritt der Deutsche Tierschutzbund mehr als 800.000 Tierschützer. Das WDSF fordert zusammen mit Richard O'Barry (Oscar für den Dokumentarfilm Die Bucht (2010), Medienpreis Bambi (2011) und United Nations Environmental Achievement Award (1991) für die erfolgreiche Renaturisierung von Delfinen) bereits seit 2008 ein Importverbot für Delfine von der Bundesregierung. An der Bundestagsanhörung nahm für das WDSF der Einzelsachverständige Philip Loos (B.Sc. Biologe) teil, der sich für eine Beendigung der Delfinhaltung und ein Importverbot einsetzt.

 

Mehr als eine Million organisierter Tierschützer und Millionen von Tierfreunden stehen damit hinter der Forderung, die Delfinhaltung zu beenden. Die Regierungsparteien von CDU/CSU und FDP sowie die SPD ignorieren die Stimmen aus der Bevölkerung und berufen sich auf Sachverständige der Zoo-Lobby. Das WDSF wird speziell zur Bundestagswahl über soziale Netzwerke, mit Medienmitteilungen und Kampagnen auf die Ignoranz der betreffenden Parteien und Bundestagsabgeordneten zum Tierschutz für die intelligenten Meeressäuger hinweisen, zumal der Tierschutz seit 2002 im Grundgesetz als Staatziel aufgenommen wurde. 

 

In der Woche ab dem 10.06.2013 will der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz seine Beschlussempfehlung bekannt geben. Das Ergebnis stand allerdings aufgrund der bereits am 16.05.2013 veröffentlichten Pressemitteilungen der Mehrheitsparteien CDU/CSU und FDP und der abgegebenen Stimmen zum 05.06. aller Parteien bereits fest. Der Antrag wurde im Deutschen Bundestag am 28.06.2013 mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP abgelehnt. Die SPD enhielt sich, Grüne und Linke stimmten dafür.

 

Für jeden Tierschützer und Tierfreund steht bereits jetzt fest, welche Partei zur Bundestagswahl nicht wählbar ist:



- CDU/CSU und FDP stimmen für eine weitere Gefangenschaft von Delfinen (nicht wählbar)

 

- Die SPD enthält sich (nicht wählbar)

- Bündnis90/Die Grünen und Die Linke stimmen gegen eine Delfinhaltung (wählbar)

Undine Kurth (Bündnis90/Die Grünen) in einer Pressemitteilung vom 05.06.2013: "Tierquälerei in deutschen Delfinarien geht weiter. Schwarz-Gelb lehnt Ende der Delfinhaltung ab. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN werden in der kommenden Legislaturperiode einen neuen Anlauf unternehmen, in Deutschland die tierquälerische Haltung von Delfinen zu beenden."



Pressemitteilungen der Bundestagsparteien zur Anhörung des Antrags von Bündnis90/Die Grünen 
"Haltung von Delfinen beenden"

Bündnis90/Die Grünen (MdB Undine Kurth) - Delfinschutz muss dringend verbessert werden – Anhörung des Bundestags-Agrarausschusses stärkt Position des Tierschutzes

Die Linke (MdB Alexander Süssmair) - Importstopp für Delfine

SPD (MdB Heinz Paula) - Mehr Delfinschutz in Deutschland und weltweit

CDU/CSU (MdB's Franz Josef Holzenkamp, Dieter Stier) - Delfinarien sind wichtig für den Artenschutz

FDP (MdB Hans-Michael Goldmann) - Delfinhaltung in Deutschland erfolgt unter höchsten Tierschutzstandards

 

 

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse blieben unberücksichtigt

 

Selbst neueste wissenschaftliche Forschungsergebnisse z.B. durch Prof. Thomas White (Loyola Marymount Universitiy) und Prof. Lori Marino (Prof. of Neuroscience Behaviroal Biology/Emory University) aufgrund dessen Delfine ethisch auf die Stufe des Menschen zu stellen seien (s.a. Augsburger Allgemeine und Science Magazine) und nicht gefangen gehalten werden dürften, fanden kein Gehör bei den Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU und FDP, die sich bereits direkt nach der Anhörung der Sachverständigen für eine weitere Gefangenhaltung von Delfinen ausgesprochen haben. Die Bundestagsfraktion der SPD spricht sich ebenfalls nicht gegen die sofortige Schließung der beiden letzten (von ursprünglich zehn) Delfinarien aus. In ihrer Pressemitteilung macht die SPD den Fortbestand der Delfinarien von den Nachzuchten und der Lösung der "bestehenden Tierschutzprobleme" abhängig, hat sich aber bei dem Grünen-Antrag "Haltung von Delfinen beenden" enthalten. Bündnis90/Die Grünen und Die Linke stimmten für den Antrag.

 

 

NRW-Grünen-Abgeordneter gegen Delfinhaltung

 

Der NRW-Grünen-Abgeordnete Martin-Sebastian Abel (Sprecher für Tierschutz) veröffentlichte eine Pressemitteilung und forderte die Beendigung der Delfinhaltung in Duisburg und fordert ein Importverbot für Delfine: "Duisburg sollte dem Beispiel von Münster folgen und die Haltung von Delfinen unter den jetzigen Bedingungen beenden. ...Es ist folgerichtig, die Einfuhr der Tiere auch in Deutschland zu verbieten...". Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hat sich bisher nicht für ein Verbot der Delfinarien ausgesprochen. (Anm.: Bei der Landtagsanhörung im Jahr 2014 stimmten die Grünen/NRW zusammen mit der SPD gegen einen Antrag der Piraten, die Delfinhaltung zu beenden).

 

 

Kontroverse Sachverständigen-Diskussion im Bundestag über wissenschaftliche Stellungnahmen

 

Kontrovers haben acht Sachverständige am 15. Mai 2013 während einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter Vorsitz von MdB Hans-Michael Goldmann (FDP) über die Zukunft von Delfinen in Zoos und Delfinarien diskutiert. Der Vorsitzende Goldmann hatte im Vorfeld der Anhörung in zwei Pressemitteilungen vom 14.03.2013 den Delfin-Antrag der Grünen als unseriös kritisiert und verbreitet, dass die FDP für den Bestand der Zoos (und damit auch für Delfinarien) kämpfen werde. Hintergrund der zweistündigen Expertenbefragung war ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/12657) mit dem Titel "Haltung von Delfinen beenden" auf der Grundlage einer unabhängigen wissenschaftlichen Stellungnahme des Biologen und Privatdozenten Dr. Christian Schulze (Ruhr-Universität Bochum) aus dem Jahr 2010, die vom Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) in Auftrag gegeben worden war. Diese wissenschaftliche Stellungnahme zur Delfinhaltung von Dr. Schulze wurde ursprünglich zur Neufassung des Säugetiergutachtens erstellt, die seit drei Jahren durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in Arbeit ist und für die auch das WDSF um Mitarbeit vom BMELV gebeten wurde.

 

Privatdozent (PD oder Priv.-Doz.) ist die Bezeichnung für einen habilitierten Wissenschaftler an einer Universität oder einer sonstigen Hochschule. Privatdozenten sind als Hochschullehrer selbstständig und alleinverantwortlich zur akademischen Lehre berechtigt und einem Professor gleichgestellt. Schulze hatte sich bereits im Jahr 2008 mit zwei weiteren unabhängigen wissenschaftlichen Stellungnahmen zum Thema Delfintherapie und dem Wissenschaftsbezug in Delfnarien geäußert.

 

Das Gutachten von Priv.-Doz. Dr. Schulze war die einzige unabhängige wissenschaftliche Grundlage des Bundestagsantrags die "Haltung von Delfinen beenden". Sämtliche der nachfolgenden für die Bundestagsanhörung bestellten Pro-Delfinarien-Gutachter durch die jeweiligen Bundestagsparteien CDU/CSU, FDP und SPD werden entweder von den Zoos als Mitarbeiter bezahlt und/oder "forschen" in einem direkten bzw. mittelbaren  Zusammenhang auch für die Zoos.



Die wissenschaftliche Stellungnahme zur Delfinhaltung des Biologen und Universitäts- und Gymnasialdozenten Schulze kommt zu dem Ergebnis, dass die derzeit baulichen Verhältnisse der beiden Delfinarien in Duisburg und Nürnberg den Meeressäugern kein artgerechtes Habitat bieten. Mit dem beantragten Einfuhrverbot für Delfine sollte mit dem Antrag der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen im Sinne des Tierschutzgesetzes sicher gestellt werden, dass nicht weitere Tiere in eine nicht artgerechte Haltung gelangen, entsprechend des Beschlusses der Schweizer Eidgenossenschaft aus Mai 2012 für ein Delfin-Importverbot, welche zu einem gleichen Ergebnis gekommen war. Weiterhin sollten die beiden Delfinarien einer artenschutzrechtlichen Prüfung hinsichtlich der baulich einengenden Becken unterzogen werden und die Haltung der Delfine bis auf weiteres beendet werden.

 

"Aus ökologischer und ethologischer Sicht kommt der Simulation des natürlichen Habitats einer Tierart in Zoos (bzw. Delfinarien) eine zentrale Bedeutung zu", heißt es in der Stellungnahme von Dr. Schulze. "Die bisher im Säugetiergutachten vorgegebenen Größenanforderungen für bis zu fünf erwachsene Große Tümmler reichen nicht aus, um die genannten ökologischen und verhaltens-biologischen Charakteristika der Art umzusetzen. Weder stehen Strecken zur Verfügung, die eine hinreichend lange Bewegung in Maximalgeschwindigkeit oder gegebenenfalls gar ihr Erreichen ermöglichen, noch können natürliche Tauchtiefen und Distanzwanderungen auch nur ansatzweise simuliert werden. Für eine „artgerechte“ Haltung müssten als bauliche Größenanforderungen daher Bahnenlängen von rund 850 bis 900 Meter vorgeschrieben werden", stellt Privatdozent Dr. Christian Schulze von der Ruhr-Universität Bochum fest, der aufgrund seiner Qualifikationen zur Entwicklung und Fortführung wissenschaftlicher Lehren legitimiert ist. Der Einzelgutachter Dr. Brensing fordert in seiner Stellungnahme ein der freien Wildbahn nachempfundenes Habitat von 100.000 qm für die Großen Tümmler.


Dass die Forderung nach einem weitgehend artgerechten Habitat für Zootiere erfüllt werden kann, beweisen die neu errichteten Reviere im Zoo Gelsenkirchen auf einem 30 Hektar (300.000 qm) großen Areal (Zoom Erlebniswelt). Dort wurden die meisten Gehege durch einen rund 94 Millionen teuren Umbau bedeutend vergrößert. Die Besucherzahlen konnten durch den Umbau auf bis zu 1 Million gesteigert werden (vor dem Umbau ca. 250.000 Besucher).

 

 

WDSF fordert Strafuntersuchung - Antragsergebnis ignoriert Tierschutz


Das WDSF bemängelt bei der Delfinhaltung einen eindeutigen Verstoß gegen § 2 Nr. 2 TierSchG. Dementsprechend hat, "wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einzuschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden." WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: "Die außergewöhnlich hohe Todesrate und die Jungsterblichkeitsrate (insg. 35 Delfine in Nürnberg und über 60 Meeressäuger in Duisburg) und die fortlaufende Behandlung mit Psychopharmaka, Antibiotika und über 30 anderen nachgewiesenen Medikamenten lässt darauf schließen, dass die Delfine unter Stress und akutem Bewegungsmangel leiden. Damit liegt ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor. Es ist Aufgabe der Tierschutzbeauftragten der Bundestagsfraktionen, die u.a. auch Ausschussmitglieder des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sind, gegen diese Verstöße unter Hinzuziehung der Staatsanwaltschaft einzuschreiten, zumal es sich um Straftaten handelt, die nach § 17 TierSchG mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden."

 


 

- Sachverständige der Bundestagsanhörung "Delfinhaltung beenden"

 

Sachverständiger Kauffels folgert aus der Schließung der Delfinarien die Tötung der Tiere



Der Sachverständige Dr. Thomas Kauffels ist Präsident des Verband Deutscher Zoodirektoren (VDZ) und Direktor des zoologischen Gartens Opel-Zoo. Kauffels hat sich in seiner Ausbildung nicht mit Delfinhaltung befasst und auch keine wissenschaftlichen Beiträge dazu veröffentlicht. In seiner Stellungnahme weist Kauffels selbst daraufhin, dass er kein Wissen über Veterinärmedizin habe, er aber davon ausgehe, dass die vorhandenen Delfine bei einer Schließung der beiden Delfinarien in Nürnberg und Duisburg getötet werden müssten (Anm.: Dies würde gegen das Tierschutzgesetz verstoßen und zeugt von völligem Unwissen der Gesetzeslage).

 

 

Nürnberger Tiergartendirektor Encke bezeichnet wissenschaftlichen Beitrag des Universitätsdozenten als "laienhaft"



Der Sachverständige Dr. Dag Encke ist ltd. Direktor des Tiergarten Nürnberg. Er promovierte über die speziellen Stoffwechselvorgänge, mit denen sich Zwerghamster in der Dsungarei dem harten Winter in der Steppe anpassen. Über Delfine gibt es es keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Encke. In seiner Stellungnahme schreibt Encke uninformiert und unsachlich: "Bei der Stellungnahme des Privatdozenten Dr. Christian Schulze handelt es sich nicht um wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern um eine singuläre Meinungsäußerung eines offensichtlichen Laien im Tierschutz und der Tierhaltung." 

 

Encke bestätigt in seiner Stellungnahme, dass im Duisburger Zoo von 26 Delfingeburten z.Zt. nur sieben überlebt haben. Dabei verschweigt Encke, dass der langjährige Direktor des Duisburger Zoos, Wolfgang Gewalt, im Laufe seiner Dienstzeit bis 1993 2 Sotalias, 3 Weißwale, mindestens 5 Schweinswale, 33 Tümmler, 5 Amazonasfluß-Delphine und 17 Commerson-Delphine importiert hat (also insgesamt 65 Cetacea, s. SPIEGEL aus 1997). Von diesen Importen leben heute nur noch 2 Große Tümmler und 1 Amazonas-Flussdelfin im Duisburger Zoo. Für den Tiergarten Nürnberg gibt Encke 26 verstorbene Große Tümmler (davon 16 Kälber) in seinem Bericht an. Laut Taxon-Report, den das WDSF in Nürnberg eingesehen hat, starben jedoch insgesamt 35 Delfine des Nürnberger Tiergartens zzgl. drei Nachzuchten von transferierten bzw. ausgeliehenen Delfinmüttern im Delfinarium Harderwijk. Andererseits bestätigt Encke, dass aufgrund der vorhandenen Population in Gefangenschaft in den nächsten 100 Jahren keine weiteren Importe aus Wildfängen erforderlich seien.

 

Die vom WDSF aufgrund der Einsicht in die tiermedizinischen Tagesberichte des Zoos Nürnberg nachgewiesenen verabreichten Psychopharmaka für die Delfine bezeichnet Encke als "Appetitanreger". Tatsächlich hat der Delfin Arnie an 203 Tagen insgesamt mdst. 2.255 mg Diazepam (Valium) und der Delfin Joker mdst. 5.515 mg Diazepam an 277 Tagen (teilweise täglich) verabreicht bekommen. Diazepam ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Benzodiazepine mit relativ langer Halbwertszeit. Da es bei einer Langzeittherapie mit Diazepam zu einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit kommen kann, wird der Wirkstoff vorrangig in der Akut-Therapie – das heißt nicht länger als vier bis sechs Wochen – eingesetzt (Martin Wehling (Hrsg.:): Klinische Pharmakologie. 1. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2005. S. 487). Durch die lange Halbwertzeit des Psychopharmaka hat die teilweise tägliche Verabreichung eine sedierende (beruhigende) Wirkung auf die Delfine, die in der Verharmlosung von Encke keine Berücksichtigung findet. Tatsächlich heißt es in den Protokollen der tiermedizinischen Tagesberichte des Delfinariums, dass Diazepam (und Seranin) aus folgenden Gründen eingesetzt wurde: "Nervosität wegen Baulärm, Fang-Transportaktion, Untersuchungsacktion, schlechte Mitarbeit, Aggressivität, Nervosität allgemein". Der Delfin Arnie erhielt zusätzlich zur Diazepam-Behandlung an insg. 235 Tagen 830 Seranin-Tabletten; der Delfin Joker 317 Seranin-Tabletten an mdst. 92 Tagen. Seranin ist ein Beruhigungsmittel gegen Aggressionen und andere angstbedingte Verhaltensprobleme. Das Delfinweibchen Eva erhielt vor ihrem Tod im Jahr 2009 im Jahr 2008 820 mg Diazepam und in 2009 320 mg des Psychopharmaka. Dem Tümmler Naomi wurde trotz nachgewiesener Schwangerschaft Diazepam verabreicht (s. Analysebericht Anna Meyer-Löbbecke - Biologin B. Sc.).

Sachverständiger Althaus setzt auf Delfin-Plüschtiere und Delfinarien im Kampf gegen den Walfang


Der Schweizer Sachverständige Dr. Thomas Althaus ist Tierarzt und hat keine wiss. Beiträge über die Delfinhaltung veröffentlicht. Althaus wird auch schon mal gerne von Zirkussen gebucht, um dort den Besuchern Dressurabläufe zu erläutern. In seiner Stellungnahme sind keine eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Delfinhaltung enthalten. In der Debatte erzählte Althaus, dass er anlässlich seines Besuchs in der japanischen Walfängerstadt Shimonoseki Kinder in einem Delfinarium beobachtet habe, die fasziniert von den Tieren waren und anschließend Delfin-Plüschtiere gekauft hätten. Diese Kinder würden sicher kein Walfleisch mehr essen, vermutete Althaus laienhaft und sprach sich für die Einrichtung von Delfinarien im Kampf gegen den Walfang aus. Tatsächlich haben WDSF/ProWal in der japanischen Walfangstadt Taiji vor Ort festgestellt, dass Eltern, die mit ihren Kindern dort das Delfinarium besucht haben, anschließend in das nahegelegene Restaurant gingen und Wal- bzw. Delfinfleisch verzehrten, das in Japan als Delikatesse gilt (ähnlich wie in Deutschland nach dem Besuch eines Streichelzoos z.B. Ziegen- oder Truthahnfleisch auf den Tisch kommt). Diese Aussage von Althaus wurde von den meisten Abgeordneten belächelt (s.Bundestags- TV-Aufzeichnung Zeitschiene ab 1 Std 38 Min.).

 

 

Robben- und Fischforscher Dehnhardt braucht Delfinarien zur Forschung



Der Einzelsachverständige Prof. Dr. Guido Dehnhardt ist am Institut für Biowissenschaften - Lehrstuhl für Sensorische und Kognitive Ökologie Universität Rostock - als Biologe für den Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultätsbereich beschäftigt (Sensorische und Kognitive Ökologie). Für die Universität Rostock forscht Dehnhardt im Marine Science Center am attraktiven Yachthafen von Rostock über Robben, Oktopoden und Fische. Um an Delfinen forschen zu können, befürwortet Dehnhardt die Haltung von Delfinen in Delfinarien. Die ausdrückliche Frage nach den baulichen Voraussetzungen und der erforderlichen Wasserqualität in Delfnarien konnte Dehnhardt in seiner Stellungnahme trotz seiner angeblichen fachlichen Qualifikation nicht beantworten. Auch zur Frage des Reproduktions- und Aufzuchtverhaltens fand er keine Antwort und verwies auf die zoologischen Einrichtungen. Zur Lebenserwartung in freier Wildbahn gäbe es nur sehr wenige Arbeiten, meinte Dehnhardt und ließ auch diese Frage offen. Verhaltensstörungen bei Delfinen in Gefangenschaft seien ihm nicht bekannt (s. aber Psychopharmaka-Verabreichung oben im Beitrag zu Dag Encke). Hinsichtlich der Zucht weist Dehnhardt ausdrücklich darauf hin, dass diese mancherorts gedrosselt werden müsse. Zu den Vorgaben im Entwurf des Säugetiergutachtens verweist Dehnhardt auf die Vorschläge von Prof. Dr. Vincent Janik (St. Andrews, UK), der erst kürzlich das Verhalten von 121 frei lebenden Delfinen in einer Gefangenschaftsaktion wissenschaftlich untersucht hat. Zum Tier- und Artenschutz des Delfinbereichs im Säugetiergutachten von 1996 wusste Dehnhardt ebenfalls keine Antwort und verweist erneut an die Zoos. Zur Stressfrage bei den Großen Tümmlern vermutet (!) er, dass diese Untersuchungen in Nürnberg und Duisburg durchgeführt wurden. Im Hinblick auf die derzeitige Überzüchtungszahl von Delfinen in Delfinarien empfiehlt Dehnhardt eine Geburtenkontrolle.

 

 

Holländischer Tiermanager van Elk favorisiert Anti-Säure-Behandlung bei Delfinen

 

Der Einzelsachverständige Dr. med. vet. Cornils Erik van Elk wird nach eigenen Angaben vom Delfinarium Harderwijk, Niederlande, seit 14 Jahren als Veterinär und Tiermanager beschäftigt. Van Elk ist ebenfalls für das Rehabilitationszentrum SOS-Dolfijn im Delfinarium Harderwijk tätig, das im Verdacht steht, gestrandete Meeressäuger für Show-Zwecke zu verwenden. Er ist weiterhin für das Populationsmanagement in den beiden Vergnügungsparks Asterix in Paris, Frankreich, und Planet Sauvage, Port-St-Père, Frankreich verantwortlich. Van Elk bestätigt die gezielte Geburtenkontrolle aufgrund in Gefangenschaft vorliegender Geburtenüberschüsse und der in West-Europa z.Zt. vorhandenen 232 Delfine in Delfinarien lt. Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Sterbefälle in Gefangenschaft seien auf Infektionen und altersbedingtes Organversagen zurückzuführen. Als abnormales Gefangenschaftsverhalten bezeichnet van Elk das "Hochwürgen von Fisch". Diese Irritation der Speiseröhre und der Zähne würde man durch eine prophylaktische Anti-Säure-Behandlung behandeln. Bei einer Schließung der beiden verbliebenen deutschen Delfinarien würden die Tiere in anderen zoologischen Gärten untergebracht, damit sie weiterhin für Forschungs-, Bildungs- und Artenschutzprogramme verwendet werden können, schreibt van Elk in seiner Stellungnahme. Im Zuchtbuch des EEPs, dass öffentlich nicht zugänglich ist, seien insgesamt 835 "Tierindividuen" erfasst.  Die Kälbersterblichkeit bei Delfinen liege zwischen 1990 und 2012 bei reduzierten 47 %. Van Elk bestätigt auch, dass die Population der vorhandenen Großen Tümmler aus eigener Nachzucht aufrecht erhalten werden kann. Anm.: Dies spricht ebenso wie die Aussage der Einzelsachverständigen Dehnhardt und Encke dafür, ein Importverbot für Delfine zu beschließen.

 

 

Türkischer Hirnforscher Güntürkün greift  deutschen Privatdozenten außerhalb der Anhörung als "wissenschaftlichen Laien" an

 

Eine unsachliche Retourkutsche des u.E. befangenen Berufspsychologen Prof. Onur Güntürkün verbreitete der Tiergarten Nürnberg gegen das delfinhaltungskritische wissenschaftliche Gutachten von Priv.-Doz. Dr. Christian Schulze (beide Ruhr-Universität Bochum).

Der Tiergarten Nürnberg veröffentlicht auf seiner Homepage eine weitere "wissenschaftliche" Stellungnahme des türkischen Prof. Onur Güntürkün (Ruhr-Universität Bochum) zu dem Bundestagsantrag der Grünen (Haltung von Delfinen beenden), mit der sich dieser für die Fortführung der Delfinhaltung ausspricht. In seiner Stellungnahme greift Prof. Güntürkün seinen Fakultätskollegen Priv.-Doz. Dr. Christian Schulze (ebenfalls Ruhr-Universität Bochum) für seine fachliche wissenschaftliche Stellungnahme zur Delfinhaltung scharf an und argumentiert völlig unsachlich zum Thema. Die Stellungnahme von Prof. Güntürkün wurde vom Bundestagsausschuss nicht veröffentlicht. Güntürkün ist für den Fakultätsbereich Biopsychologie der Ruhr-Universität tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Funktion des Denkens, wie er selbst schreibt. Aus seiner beruflichen Vita ergibt sich, dass von Güntürkün keine fachspezifischen Veröffentlichungen über die Delfinhaltung verfügbar sind und er sich nicht schwerpunktmäßig damit befasst hat.

 

Die neurologische Gehirnforschung an toten Delfinen, die Güntürkün betreibt, hat nicht viel mit Erkenntnissen zur Delfinhaltung zu tun. Im Gegensatz zu den Ergebnissen internationaler Delfinforscher kommt Güntürkün im Jahr 2004 zu dem Ergebnis, dass "Delfine weniger intelligent sind, als bisher gedacht". Güntürkün hat als Referent eine Dissertation zur Erlangung eines Doktortitels einer Studentin (Annette Kilian - Mai 2004) zum Thema der Gehirnfunktion von Großen Tümmlern begleitet und kurz danach (September 2004) zum gleichen Thema einen Kurzbericht zusammen mit Annette Kilian und dem Kurator des Tiergartens Nürnberg, Lorenzo von Fersen, beigesteuert. Die Liste der verwendeten Fremdpublikationen des Kurzberichts ist fast identisch mit der Arbeit der betreuten Studentin und stellt lediglich eine auszugsweise Abschrift aus der Dissertation dar. Am liebsten forscht Güntürkün allerdings an Elstern und Tauben.

 

Prof. Güntürkün ist sicherlich keine Delfinspezialist, der sich anmassen darf, einen renommierten Fakultätskollegen wie Dr. Schulze zu kritisieren, der sich in wissenschaftlichen Stellungnahmen bereits auch zur Delfinhaltung und -therapie geäußert hat, zumal sich Güntürkan lediglich auf neurologischer Ebene mit Delfingehirnen von toten Delfinen befasst hat. Er selbst tituliert Dr. Schulze in seiner "wissenschaftlichen" Stellungnahme als "wissenschaftlichen Laien", obwohl Schulze als zweifach examinierter Biologe mit dem Schwerpunkt Zoologie, spezielle Botanik und Stoffwechselphysiologie wissenschaftliche Stellungnahmen zum Thema der Delfinhaltung und Delfintherapie verfasst hat. Bei der u.E. nicht wissenschaftlichen Stellungnahme von Prof. Güntürkün zu den Ausführungen von Herrn PD Dr. Schulze haben seine intensiven Verflechtungen mit dem Tiergarten Nürnberg offenbar eine wesentliche Rolle gespielt.

 

Güntürkün ist eng mit dem Tiergarten Nürnberg verbunden. Er war Mitglied im Förderverein DelphinLagune e.V. der sich in 2012 aufgelöst hat. Der Verein sollte die kommerzielle Verwendung der Delfine zur Delfintherapie fördern.*  Zum neuen Delfinarium Nürnberg (dort S. 48) äußerte Güntürkün: "Die Delphin-Lagune vereint alle positiven Aspekte einer optimalen und artgerechten Tierhaltung. Ein begeisterndes Projekt." Das WDSF vermutet in dem unqualifizierten Statement von Güntürkün auch einen gewissen Unmut aufgrund der Vereinbarung des WDSF mit allen großen deutschen Reiseveranstaltern, dass keines der 10 türkischen Delfinarien aufgrund katastrophaler Zustände nicht mehr angeboten werden.

 

* Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat in einem Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth nach einer WDSF-Strafanzeige ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine dauerhafte kommerzielle Verwendung von Delfinen für eine Delfintherapie verboten ist.

 

 

Stellungnahmen der Sachverständigen, die sich bei der Bundestags-Anhörung gegen eine Delfinhaltung ausgesprochen haben:

 

Einzelsachverständigen Philip Loos, B. Sc. Biologie (WDSF - Wal- und Delfinschutz-Forum)

 

Einzelsachverständige Dr. Sandra Altherr (Pro Wildlife e.V.)

 

Einzelsachverständiger Dr. Karsten Brensing (WDC - Whale and Dolphin Conservation)

 


- Pressemitteilung des NRW-Landtagsabgeordneten Martin Sebastian Abel

(Sprecher für Tierschutz im Landtag NRW Bündnis90/De Grünen)


Anm.: Die NRW-Grünen stimmten nur ein Jahr später (2014) gegen den Antrag der Piraten "Verbot der Haltung von Delphinen"

Text: der Pressemitteilung: Delfinarium in Duisburg nicht artgerecht – Zoo muss Konsequenzen ziehen 

 

v.lks.: Jürgen Ortmüller (WDSF), Richard O'Barry (WDSF/EII), Andreas Morlok (ProWal)

 v.lks.: Jürgen Ortmüller (WDSF), Oscar- und Bambi-Preiträger Richard O'Barry (WDSF/EII), A. Morlok (ProWal)

 

 

 


 

- Veröffentlichungen zum Bundestagsantrag der Grünen "Delfinhaltung beenden"

10.06.2013 - Wer Tiere liebt, muss kompromisslos sein (Westd. Ztg.)
10.06.2013 - Schwarz-Gelb stoppt Verbot von Delfinarien (Westd. Ztg.)
07.06.2013 - Duisburg ist, wo die Delfine sterben (Stud. Zeitung)
05.06.2013 - Keine negative Auswirkung für den Zoo Münster nach Delfinarienschließung (Westf. Nachrichten)
05.06.2013 - Zoo Duisburg darf weiter Delfine halten – Bundestag lehnt Verbot ab (DerWesten)
05.06.2013 - Tierquälerei in deutschen Delfinarien geht weiter. Schwarz-Gelb lehnt Ende der Delfinhaltung ab (Bündnis90/Die Grünen)
21.05.2013 - Zoos wollen Delfine halten (Das Parlament)
20.05.2013 - Grüne fordern Verbot der Delfinhaltung (RTL)
16.05.2013 - Delfine im Zoo - Bald Vergangenheit auch im Zoo Duisburg? (WDR-Fernsehen)
16.05.2013 - Tierschutzbund kritisiert Delfinarien (RP online)
16.05.2013 - Die Linke im Bundestag fordert Importstopp für Delfine (scharf links)
16.05.2013 - Duisburger Delfine schwimmen ins Ungewisse - (DerWesten)
16.05.2013 - Psychopharmaka und enge Becken - (TAZ)
16.05.2013 - Warum Duisburgs Delfinarium umstritten ist - (Rheinische Post)
16.05.2013 - Delfinhaltung in Deutschland erfolgt unter höchsten Tierschutzstandards (FDP)
16.05.2013 - CDU/CSU weiterhin für die Gefangenschaft von Delfinen (CDU/CSU-Bundestagsfraktion)
16.05.2013 - Müssen die Delfine Moby & Co. wirklich sterben? (Die Welt)
16.05.2013 - Zoo-Chef: 19 tote Delfine in Duisburg - (Rheinische Post)
16.05.2013 - Verzicht auf Delfine im Zoo - ein Signal - (Rheinische Post)
15.05.2013 - Zoodirektor nennt Bundestag Zahl der toten Tümmler in Duisburg (WAZ)
15.05.2013 - Wut auf „Anti-Flipper“-Antrag der Grünen - (Bild-Zeitung)
15.05.2013 - Umfrage Delfinhaltung - Was sagen Sie zu dem Antrag der Grünen - (Bild-Zeitung)
15.05.2013 - Delfinhaltung auf dem Prüfstand - (Mittelbayerische)
15.05.3013 - Antrag gegen Delfinhaltung - Auch Delfinlagune in Nürnberg betroffen (Franken.de)
15.05.2013 - Delfinarien beschäftigen auch den Bundestag - (Norbayern.de)
15.05.2013 - Delfine im Zoo (WDR-Fernsehen)
11.05.2013 - "Haltung von Delfinen beenden" - Öffentliche Anhörung Deutscher Bundestag 15.05.2013
11.05.2013 - Stellungnahme des WDSF zum Bundestagsantrag "Haltung von Delfinen beenden" - Bundestag
11.05.2013 - Stellungnahmen des Tiergarten Nürnberg und anderer Sachverständiger - Deutscher Bundestag
22.03.2013 - Duisburg: SPD spricht sich für Erhalt des Delfinariums aus (RP-online)
15.03.2013 - Umstrittene Delfinhaltung - Grüne fordern Abschaffung der Delfinarien (WDR-Fernsehen)
15.03.2013 - Umstritten: Delfinhaltung im Duisburger Zoo (Textbeitrag WDR-Fernsehen)
15.03.2013 - Duisburg: Grüne wollen Delfinhaltung im Zoo verbieten (RP-online)
15.03.2013 - Grüne wollen Delfin-Haltung verbieten – Zoo fürchtet "verdeckte Schließung" (DerWesten)
14.03.2013 - Bundestag: Grüne fordern Ende der Delfinhaltung in Deutschland (Bündnis90/Die Grünen)
14.03.2013 - Delfinhaltung in Deutschland beenden (Undine Kurth MdB - Bündnis90/Die Grünen)
27.02.2013 - Grüne fordern Ende der Delfinhaltung in Deutschland (Beate Walter-Rosenheimer-Die Grünen)

 

Pressemeldungen Vorjahre


26.03.2011 - Tierschützer rufen zum Boykott von CDU/CSU und FDP bei Landtagswahlen auf
08.03.2010 - Bärbel Höhn: "Delfinarien schließen"
09.07.2010 - Umstrittene Delfinhaltung in Nürnberg - Offener Antwortbrief von Undine Kurth MdB - Bündnis90/Die Grünen
31.12.2008 - Bundes-SPD lehnt Delfintherapie ab, will aber keinem ausnahmslosen Importverbot für Delfine zustimmen


 

- WDSF-Wahlempfehlung zur Bundestagswahl 2013


23.09.2013 - Tierfreunde und Umweltschützer froh über FDP-Absturz (ots/dpa)
17.09.2013  -Tierschützer „stinksauer auf Leutheusser-Schnarrenberger und die FDP“ - FDP-Boykottaufruf zur Bundestagswahl (Focus online)

 

Die Parteien wurden vom WDSF bereits im Jahr 2010 um Stellungnahme zum Fortbestand der beiden Delfinarien Duisburg und Nürnberg gebeten (Münster wurde nach WDSF-Intervention Anfang 2013 geschlossen). Eine weitere Anfrage erfolgte direkt an die tierschutzpolitischen Sprecher der Parteien (Antworten s.u.). CDU und FDP bezogen dem WDSF gegenüber keine Stellung! (s.a. Politik 2010: http://www.walschutzaktionen.de/815201.html ).

 

Im Rahmen einer öffentlichen Bundestags-Anhörung am 15. Mai 2013 zum Thema Delfinimportverbot und "Delfinarienhaltung beenden", sprachen sich CDU/CSU, FDP und SPD weiterhin für die Gefangenschaftshaltung von Delfinen und gegen ein Delfinimportverbot aus.

 

CDU/CSU -  disqualifiziert! - (Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 weiterhin im Bundestag vertreten)

 

FDP -  disqualifiziert! (Anm.: Nach der Bundestagswahl aus dem Deutschen Bundestag ausgeschieden) !!!
24.09.2013 - Wahldebakel: FDP scheitert (auch) an Hagener Delfinfreunden (business-on.de)

 

SPD - disqualifiziert! (Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 weiterhin im Bundestag vertreten)

 

Bündnis90/Die Grünen - Qualifiziert - (Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 weiterhin im Bundestag vertreten)

 


Die Linke - Qualifiziert! (Importstopp für Delfine) - (Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 weiterhin im Deutschen Bundestag vertreten)

 

Hinweis zur Wahlempfehlung von Bündnis90/Die Grünen durch das WDSF

Das Thema zum Delfinschutz im Delfinarium Duisburg wurde nach einer "Pause" von drei Jahren im März 2013 von der NRW-Fraktion der Grünen wieder aufgenommen, nachdem die Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen im Frühjahr 2013 einen Bundestagsantrag zur Beendigung der Delfinhaltung in Deutschland (Duisburg und Nürnberg) und bezüglich eines Importverbots auf der Basis eines vom WDSF in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Gutachtens eingebracht hatte. Leider erfolgte seitens der NRW-Grünen-Fraktion bis 2013 keine einzige politische Eingabe im Landtag NRW gegen die Delfinhaltung im Duisburger Zoo. Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hält sich dabei ebenfalls bedeckt.


Undine Kurth (MdB, Bündnis90/Die Grünen) in einer Pressemitteilung vom 05.06.2013: "Tierquälerei in deutschen Delfinarien geht weiter. Schwarz-Gelb lehnt Ende der Delfinhaltung ab. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN werden in der kommenden Legislaturperiode einen neuen Anlauf unternehmen, in Deutschland die tierquälerische Haltung von Delfinen zu beenden."


Bereits im Jahr 2009 führte ein Bundestagsantrag der Grünen dazu, dass der Bundestag beschlossen hat, dass die Richtlinie für die Haltungsbedingungen von Delfinen (Cetacea), das sog. Säugetiergutachten aus dem Jahr 1996, überarbeitet werden soll und dass die Bundesregierung  sich weiterhin auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene aktiv gegen die illegale Einfuhr von in freier Wildbahn gefangenen Delfinen einsetzt und zur Verminderung und Vermeidung dieser Einfuhren entsprechende Kontrollen durchführt. Die Überarbeitung des Säugetiergutachten (unter Mitwirkung u.a. des WDSF) soll im Jahr 2013 abgeschlossen sein. Bündnis90/Die Grünen im Bund haben sich bereits seit Jahren immer wieder für den Tierschutz und gegen die Delfinhaltung ausgesprochen und wiederholt Kleine Anfragen zum Thema Delfin- und Tierschutz in den Bundestag eingebracht.

 

 

Nicht im Bundestag bisher vertretene Parteien

 

Tierschutzpartei - Qualifiziert! (Flyer) - Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 wie bisher nicht im Deutschen Bundestag vertreten


ÖDP - Qualifiziert (Stellungnahme) - Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 wie bisher nicht im Deutschen Bundestag vertreten

Piratenpartei - Teilqualifiziert  Der Delfin- bzw. Tierschutz wurde im Wahlprogramm auf Bundestagsebene noch nicht ausführlich thematisiert. In der nachfolgenden Grafik gibt es etliche Einschränkungen. Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 wie bisher nicht im Deutschen Bundestag vertreten. (Nachtrag: Auf NRW-Ebene erfolgt im Jahr 2014 ein Antrag im NRW-Landtag, die Delfinhaltung zu verbieten).

Alternative für Deutschland (AfD) - Teilqualifiziert  Der Delfin- bzw Tierschutz wurde noch nicht im Wahlprogramm ausführlich thematisiert. Anm.: Als im Jahr 2013 neu gegründete Partei mit knappem Wahlergebnis (4,7%) nach der Bundestagswahl 2013 nicht im Deutschen Bundestag vertreten

Die Violetten - Teilqualifiziert Der Delfin- bzw Tierschutz wurde noch nicht im Wahlprogramm ausführlich thematisiert.
Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 wie bisher nicht im Deutschen Bundestag vertreten

 

Hier sehen Sie die Antworten der Parteien einer Umfrage der Albert Schweizer Stiftung zur Bundestagswahl 2013


 

 

- Stellungnahme von Johannes Remmel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN NRW) vom 20.04.2010 nach einem persönlichen Gespräch mit dem WDSF-Geschäftsführer



(Anm.: Leider wurden bisher keine konkreten Anstrengungen der Grünen in NRW und auch nicht durch Umweltminister Remmel (Grüne) unternommen, um die Delfinhaltung und den Delfinimport zu verbieten, bzw. die verhaltensgerechte Gestaltung der Delfin-Gehege bis zu einem evtl. Verbot zu realisieren. § 68 des NRW-Landschaftsgesetzes hätte dem Ministerium dazu die Möglichkeit gegeben. Der angekündigte "Lösungsvorschlag" wurde nicht realisiert.)

Sehr geehrter Herr Ortmüller,

in unserem Wahlprogramm heißt es unter der Überschrift "Ökologisches NRW - Schutz für Mensch und Umwelt" unter Punkt 2 "Tiere brauchen Rechte" auf Seite 93:

"Wir setzen uns dafür ein, dass die Haltung, das Mitführen und die Verwendung von Wildtieren in Zirkusbetrieben sowie die Dressur von Wildtieren in Zoos, Zirkussen, Tiershows u. Ä. ebenso beendet werden wie die Tierhaltung zur Pelzgewinnung. Wir fordern die Veröffentlichung der Tierbestandsbücher sowie mehr Transparenz und Überwachung von Zoos, Zirkusbetrieben und Tierparks. Wir setzen uns für eine Verschärfung der Richtlinien für die Zootierhaltung und für konkrete Haltungsvorschriften für Wildtiere ein."

Dies bedeutet in Bezug auf die Delfinarien, dass wir die Dressur beenden, eine stärkere Überwachung einführen und die Haltungsformen verschärfen und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen anpassen wollen. Unter diesen Voraussetzungen und in diesem Zusammenhang wird dann zu prüfen sein, inwieweit die Haltung von Delfinen in Zoos beendet werden kann.

In Bezug auf Durchführung, Zeitpunkt und Art und Weise im Hinblick auf die Delfinarien in NRW hat der letzte Landesparteitag einen Auftrag erteilt, dies im Rahmen von ExpertInnengesprächen und Gesprächen mit Beteiligten in einen Lösungsvorschlag einfließen zu lassen, der im Frühjahr 2011 diskutiert und beschlossen werden soll.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Remmel

Parlamentarischer Geschäftsführer
und Sprecher für Umwelt, Naturschutz,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz von
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag von
Nordrhein-Westfalen

 

23.01.10 - Bündnis90/Die Grünen - Kreisverband Rhein-Berg - Bergisch Gladbach

 

Veranstaltung und Filmvorführung des mehrfach ausgezeichneten und für den Oscar nominierten Filmes "Die Bucht" für geladene NRW-Gäste aus Politik und Wirtschaft

 

Fraktionsübergeifende Beschlüsse sollen Delfinarien in Deutschland stoppen - Bärbel Höhn (Ex Grünen-Umweltministerin) forderte Schließung - Ric O'Barry, Hauptdarsteller des Oscar-nominierten Kinospielfilm "Die Bucht", appellierte in einer Telefonkonferenz des WDSF auf der Veranstaltung an deutsche Delfinarienbesucher, keine Tickets mehr zu kaufen.

Die Grünen in NRW haben sich auf ihren Landesdelegierten-Konferenzen in den Jahren 2010 und 2011 auf Vorschlag des damaligen parl. Geschäftsführerers und jetzigen Umweltministers, Johannes Remmel, darauf verständigt, das Thema der beiden Delfinarien in NRW in 2012 anzugehen. Tatsächlich haben die NRW-Grünen jedoch nichts unternommen, um die Delfinhaltung zu stoppen.

WDSF-Foto v.lks.: Andreas Morlok (ProWal), Bärbel Höhn (stellv. Fraktionsvors. Bündnis90/Die Grünen), Sarah Bähner (Tierschutzexpertin Bündnis90/Die Grünen), Jürgen Ortmüller (WDSF)

 

Zu den rund 140 geladenen Gästen zählten neben Jürgen Ortmüller vom "Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)“, Andreas Morlok vom „Projekt Walschutzaktionen (ProWal)“ und dem Biologen Norbert Kochhan (WDSF-Kuratorium) auch Bundestags-,  Landtags- und -Stadtratsabgeordnete von CDU, SPD, FDP, Bündnis90/Die Grünen, der Linken und Vertreter der Tierschutzpartei sowie Bärbel Höhn, stellv. Fraktionsvorsitzende der Grünen. Bärbel Höhn will sich für einen fraktionsübergreifenden Antrag zum Verbot von Delfinarien in Deutschland engagieren. Persönliche Gespräche mit den Zoodirektoren in Münster und Duisburg sind geplant.

 

24.01.10 - Die frühere NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) fordert, die letzten drei deutschen Delfinarien in den Zoos in Duisburg, Münster und Nürnberg auslaufen zu lassen und letztlich zu verbieten. Delfinarium Duisburg - Zoo-Direktor Winkler weiterhin uneinsichtig: "Unseren Delfinen geht es gut" -

 

Radio58 - Gleich mehrfach bewegend

 

Delfinarien in Deutschland sollen durch fraktionsübergreifende Anträge gestoppt werden 

 

25.01.2010 - Das Leiden von Flippers Artgenossen (DerWesten zur Veranstaltung in Bergisch Gladbach)

 




- DIE LINKE in NRW zur Haltung von Delfinen in Gefangenschaft

(01.04.2010) Wir freuen uns über die Oscar-Verleihung an den Film "Die Bucht", wodurch die Diskussion um den Schutz der Delfine wieder stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt ist.

Wale und Delfine sind hoch entwickelte, intelligente Lebewesen, die in komplexen sozialen Gefügen leben.

Die Delfine die es noch gibt, leben in Gruppen von 20 bis 100 Tieren zusammen. Sie legen zum Teil hunderte von Kilometern am Tag zurück und ernähren sich von Fischen, die sie jagen. Delphine sind zudem sehr verspielt.

In Deutschland werden Kleinwale, überwiegend also Delfine, in Gefangenschaft gehalten oder zur Schau gestellt. Ihr Leben sieht deutlich anders aus: Zumeist in unstrukturierten, zu flachen und zu kleinen Betonbecken müssen sie Zuschauer mit ihren Kunststückchen begeistern. Als Belohnung gibt es toten Fisch. Allein oder in Kleinstgruppen ziehe sie ansonsten stupide im Kreis. Mit artgerechter Haltung hat dies alles überhaupt nichts zu tun. Eine Haltung dieser Tiere kann außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes weder tier- noch artgerecht durchgeführt werden. Eines der häufigsten Argumente für eine Haltung von Delfinen in Gefangenschaft ist ihr vermeidlicher Nutzen in der so genannten Delfintherapie. Ein Nutzen, der bis heute durch nichts wissenschaftlich belegt, dafür aber widerlegt werden konnte.


DIE LINKE macht sich stark für den Erhalt dieser Tiere in Freiheit und verurteilt deren Missbrauch als Belustigungsobjekt oder angebliches Therapiewunder.

DIE LINKE fordert neben dem Haltungsverbot von Delfinen in Gefangenschaft auch ein Verbot, wild lebende Delfine zu fangen. Die Entnahme von Delfinen aus der Natur stellt inzwischen eine ernst zu nehmende Gefahr für bestimmte Delfinpopulationen und einen nicht unwesentlichen Eingriff in die soziale Gemeinschaft der Tiere dar. Delfine aus kommerziellen oder angeblich therapeutischen Zwecken in Gefangenschaft zu halten, lehnt DIE LINKE als Tierquälerei ab.

Pamela Strutz
Wahlquartier NRW
Strategie & Öffentlichkeitsarbeit
Kortumstr. 106 - 108
44787 Bochum
0234/41 74 79 15
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!


 



- Mensch Umwelt Tierschutz - Die Tierschutzpartei NRW

Stellungnahme vom 16. März 2010 - Delfinarien in Münster und Duisburg

Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz – Die Tierschutzpartei – und hier besonders der Landesverband Nordrhein-Westfalen unterstützt ausdrücklich Ihre (Anm.: ProWal)  und die WDSF – Forderung nach sofortiger Schließung der Delfinarien in Münster und Duisburg. Die Haltung von Delfinen in kleinen Becken ist eine Tierquälerei und nur das Leben im Meer ist für diese intelligenten Säugetiere wirklich artgerecht. Tiere, die in Freiheit bis zu 300 Metern tief tauchen und bis zu 55 km pro Stunde schnell schwimmen, können nicht artgerecht in Gefangenschaft gehalten werden. Die Argumente des Duisburger Zoos dagegen sind kommerziell ausgerichtet und die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die angeblich aus der Beobachtung der Tiere gezogen werden sind nur vorgeschoben.

Unsere derzeitige Landesregierung unternimmt in dieser Hinsicht leider überhaupt nichts. Dieses Anliegen eignet sich ja auch nicht für den Wahlkampf.

Bitte kämpfen Sie weiter für die Rechte dieser Tiere, denn sie haben sonst keine Lobby und wir als Tierschutzpartei setzen uns für alle ein, die keine Lobby haben.

In tierschützerischer Verbundenheit verbleibe ich

Monika Thau
Mensch Umwelt Tierschutz
-Die Tierschutzpartei-

Landesverband Nordrhein-Westfalen


- Stellungnahme der SPD-Fraktion NRW an das WDSF-Kuratorium

Sehr geehrter Herr Kochhan,

vielen Dank für Ihren Brief an die von Ihnen angeschriebenen SPD-Abgeordneten. Als umweltpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion bin ich für diesen Bereich zuständig. Deshalb möchte ich Ihnen auch im Namen meiner Fraktionskolleginnen- und Kollegen antworten.

Für die SPD gehört der Umwelt- und Tierschutz zu einer gerechten und nachhaltigen Politik. In unserem Grundsatzprogramm heißt es:

„Natur hat für uns Eigenwert, wir wollen von ihr lernen und ihre Kräfte für ein besseres Leben nutzen. Wir schützen das nationale Naturerbe. Für uns gilt die ethische Verpflichtung zum pfleglichen Umgang mit Tieren auch dort, wo kein unmittelbarer Nutzen für die Menschen daraus folgt. Tierquälerei bekämpfen wir."

Vor diesem politischen und ethischen Grundsatz möchte ich auch die Situation der Delfine in Delfinarien sehen.

Wale und Delfine sind nach der EG-Verordnung 338/97 geschützt. Dies bedeutet, dass der Natur entnommene Exemplare dieser Arten dem Einfuhrverbot in die Europäische Gemeinschaft für hauptsächlich kommerzielle Zwecke unterliegen.

Der Fang von Cetacea-Arten in EU-Gewässern bedarf einer Genehmigung der jeweils zuständigen nationalen Behörden nach Artikel 16 der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. In Deutschland wurden keine Ausnahmegenehmigungen nach der FFH-Richtlinie erteilt. Zudem wurden nach unserer Kenntnis auch in den letzten Jahren keine Wildfänge nach Deutschland importiert.

Es ist unumstritten, dass die Auswilderung von Delfinen außerordentlich schwierig ist. Allein aus diesem Grund ist eine sofortige Schließung der Delfinarien in NRW nicht möglich. In Deutschland gab es bis in die neunziger Jahre neun Delfinarien. Die meisten davon in Vergnügungsparks. Delfine gehören meines Erachtens nicht in Vergnügungsparks. Denn deren primärer Zweck ist es, mit den Tieren Geld zu verdienen.

Ich denke, dass wissenschaftlich geführte Einrichtungen wie die Zoos in Duisburg und Münster, die dieses kommerzielle Interesse nicht verfolgen, den Anforderungen einer seriösen Delfinhaltung gerecht werden.

Mit freundlichen Grüßen
Svenja Schulze

Vorsitzende des Arbeitskreises "Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz" SPD-Fraktion NRW


 

 

- Fachgespräch über die Delfintherapie im Bundestagsbereich mit Richard O'Barry im Jahr 2007

v.lks.: Jürgen Ortmüller (WDSF-Gründer u. Geschäftsführer), Oscar- und Bambi-Preisträger Ric O'Barry (WDSF-Kuratorium), Undine Kurth (MdB, parl. Geschäftführerin Bündnis90/Die Grünen), Maria Kaminski (Bundesvorsitzende autismus Deutschland e.V.)

 


 

- Offener Brief des WDSF an Bundeskanzlerin Angelika Merkel (CDU), Herrn Walter Steinmeier (SPD) und Herrn Guido Westerwlle (FDP)

August 2009

Sehr geehrte Frau Merkel, sehr geehrter Herr Steinmeier, sehr geehrter Herr Westerwelle,

heute möchte ich Sie über eine Aktion informieren, die ich als Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) zusammen mit der Organisation ProWal mittrage und initiiere. Leider hat die CDU/CSU zusammen mit der SPD trotz unser sehr intensiven Bemühungen i.S. Tierschutz, speziell bei unserem Thema des Schutzes der noch in drei Zoos gefangen gehaltenen Delfine in Deutschland, völlig versagt. Auf unserer Kundgebung am 09. Mai 2008 auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor forderten wir von der Bundesregierung und den Bundestagsparteien ein ausnahmsloses Importverbot für Wale und Delfine nach Deutschland. Für die SPD und die CDU/CSU (Dr. Peter Jahr) sprach die Abgeordnete Mechthild Rawert auf unserer Veranstaltung (http://www.mechthild-rawert.de/inhalt/2008-05-09/importverbot_von_delfinen_fuer_delfintherapie_bereits_umgesetzt) , die wir zusammen mit dem Ex-TV-Trainer von Flipper, Richard O’Barry, und der Meeressäuger-Umweltschutz-Organisation ProWal von Andreas Morlok, durchgeführt hatten.

Der Bundestagsantrag von Bündnis90/Die Grünen bezüglich unserer Forderung, „die Gefangenschaft von Delfinen unverzüglich zu beenden“, wurde im Mai diesen Jahres im Bundestags mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD abgelehnt. Wir werden bei unserer Forderung des erforderlichen Importverbots von über 200 Organisationen und Vereinen alleine in Deutschland unterstützt (s. Solidaritätsliste unter http://www.walschutzaktionen.de/155501/334601.html). Tausende aus der Bevölkerung unterstützen ebenfalls unsere Eingabe. Es geht nicht darum, wie es die Abgeordnete Rawert für die Koalitionsparteien in dem eigenen Bundestagsantrag formuliert hat, den „Delfinschutz voran(zu)bringen“ (Drs. 16/12868, 16/9102, 16/13203) und die Haltungsbedingungen in den Delfinarien zu verbessern – es geht darum, diese Haltung von intelligenten Meeressäugern definitiv in Deutschland aufzugeben und die Delfinarien auslaufen zu lassen und parallel die vorhandenen Tiere in ein Freiluftgehege wie z.B.  in Harderwijk/Holland zu entlassen (dort sind z.Zt. 4 Delfine aus deutschen Zoss „geparkt“).

Wie kann die Bundesregierung periodisch gegen den japanischen Walfang intervenieren und gleichzeitig den Import dieser Cetacea nach Deutschland gesetzlich erlauben? Welch ein unverständlicher Widerspruch!

In der sehr wagen Hoffnung, dass dieses Schreiben Sie auch persönlich erreicht, wollen wir als Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) wenigstens darauf hingewiesen haben, dass wir intensiv in den Wahlkampf auch gegen Ihre Partei eingreifen werden.

Die Bild am Sonntag (BamS) und Der Tagesspiegel berichteten bereits jeweils umfangreich über den Aufsehen erregenden Kino-Film "Die Bucht - The Cove" des Mitbegründers des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF), Richard O'Barry. Im Internet finden Sie den Textartikel auf:

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/Flipper-Delfine-Tierschutz;art1117,2873303

http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/kino/2009/08/09/delfin-trainer-ric-o-barry-flippers-raecher/dreht-film-die-bucht-the-cove.html

Der Film, der in den USA, Kanada und Australien nach seinem Start immer wieder stehende Ovationen auslöste und inzwischen mehr als 13 Preise erzielt hat, wird in den deutschen Kinos am 22. Oktober 2009 anlaufen. Der spannende Öko-Thriller wird mit "Ocean Eleven" verglichen und ist, wie die BamS schreibt, ein Anwärter auf den Oscar (s.a. Spielfilm.de: http://www.spielfilm.de/kino/2985415/die-bucht.html) . Mit versteckten Kameras, unbemannten Flugdrohnen, Infrarot- und Unterwasserkameras wurde eine Spielfilm-Dokumentation realisiert, die das mörderische Gemetzel japanischer Fischer im Delfinfangort Taiji/Japan zeigt. Pierce Brosnan (und u.a. der Sänger Sting) unterstützen die parallel laufende Kampagne für den Wal- und Delfinschutz.

Das WDSF bemühte sich in den vergangenen Jahren in persönlichen Gesprächen mit dem Staatssekretär Takuyo Mikami in der Japanischen Botschaft in Berlin, auch aufgrund der erheblichen Quecksilber- und PCB-Belastungen des Delfinfleischs, die Japaner zum Umdenken zu bewegen. Die Gespräche wurden von unseren Protestaktionen vor der Botschaft begleitet. All diese Bemühungen verliefen jedoch ergebnislos. Das grausame Schlachten und Fangen der Delfine in Japan geht weiter – und nur deshalb, weil die schönsten, stärksten und potentesten Delfine für Stückpreise von bis zu 150.000 US-Dollar an die Delfinarien verkauft werden (s. veröffentlichter Vertrag zwischen Antalya und Taiji auf unserer HP).

Auch in Deutschland gab es bereits Importe aus Japan und in deutschen Delfinarien werden z.Zt. 8 Wildfänge (aus Kuba und Mexiko) von insgesamt 18 Delfinen gehalten.

Wir sind uns sicher, dass der spannende Kinofilm zur Aufklärung der Bevölkerung beiträgt und auch das Bewusstsein über die Besuche von Delfinarien in Deutschland. Der Kino-Film wird in Deutschland ein Millionen-Publikum erreichen, zumal im nächten Jahr voraussichtlich die TV-Freigabe erfolgt und eine weitere Doku-Serie mit Ben Stiller vorbereitet wird. In die Türkei wurden nachweislich Delfine aus Taiji/Japan importiert, sodass ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem Kino-Film gegeben ist. Den Kaufvertrag haben wir auf unserer HP veröffentlicht.

Das WDSF hat die erbärmlichen Zustände in den deutschen und türkischen Delfinarien aufgedeckt und dokumentiert. Eine von der TUI auf unseren Druck veranlasste Auditierung durch „Travelife“ führte zu einer umgehenden Herausnahme aus dem Angebot der TUI für den Urlaubsort Belek/Türkei – weitere Delfinarien werden von Travelife geprüft. Die drei Delfinarien in Deutschland sind durch die Ausübung gesetzlicher Ermächtigungsgrundlagen zu schließen, weil es keinen vernünftigen Grund gibt, Delfine in Gefangenschaft zu halten.

Das WDSF ist für die Deutschland-Premiere des Films auf dem Filmfestival Hamburg (vom 24. September - 3. Oktober) eingeladen und wird dies zum Anlass nehmen, gegenüber den Medien auf das Problem der deutschen Delfinarien hinzuweisen und auf den Bundestagsantrag von Bündis90/Die Grünen aus Mai diesen Jahres, „die Gefangenschaft von Delfinen unverzüglich zu beenden“, der von den Regierungskoalitions-Parteien und der FDP entgegen der Fürsprache der Linken abgeschmettert wurde. Stattdessen haben die Fraktionen von CDU/CSU und SPD mit ihren Abgeordneten einen recht nutzlosen Antrag im Parlament eingebracht, den „Delfinschutz voranbringen“, dem auch die FDP zugestimmt hat. Die „illegale“ Einfuhr von Delfinen aus freier Wildbahn soll mit dem angenommenen Antrag kontrolliert werden und die Haltungsbedingungen der Delfine in Gefangenschaft in Deutschland sollen verbessert werden. Damit wird die legale Einfuhr von Delfinen nach Deutschland und die Haltung der Delfine in deutschen Delfinarien unterstützt, obwohl sich im Tierschutzgesetz bereits die Ermächtigung befindet, ein ausnahmsloses Importverbot für Wale und Delfine zu erlassen. Die Parteien von CDU/CSU, SPD und FDP haben hier völlig versagt und nichts Neues für den Tierschutz beigesteuert.

Das WDSF wird anlässlich der nächsten Landtagswahl in NRW ausdrücklich in einer umfangreichen Kampagne von einer Wahl von CDU/CSU, SPD und FDP abraten. Aufgrund des Engagements der Grünen und der Linken in Berlin und der Tierschutzpartei für unsere Forderungen eines ausnahmslosen Importverbots von Walen und Delfinen nach Deutschland und der Schließung der drei vorhandenen Delfinarien in Münster, Duisburg und Nürnberg favorisieren wir diese Parteien.

In Deutschland sind über 1 Million Tierschützer in Organisationen und Verbänden engagiert – und darüber hinaus gibt es sicherlich einige weitere Millionen, die, insbesondere unter Berücksichtigung des Kinofilms, unseren Wahlvorschlägen folgen werden. Zusammen mit der Organisation von ProWal werden wir bis zur Bundestagswahl und im Kommunalwahlkampf (speziell in Münster und Duisburg) unsere Wahlvorschläge propagieren und 1 Million Flyer verteilen. Der Deutsche Tierschutzbund hat sich als Dachverband mit über 800.000 Mitgliedern ebenfalls unseren Forderungen eigenständig angeschlossen und favorisiert die Grünen und die Linke für die Bundestagswahl am 27. September aus Tierschutzgründen.

Wir haben uns in intensiven Kontakten bemüht, mit Ihren zuständigen Abgeordneten, unsere Forderungen zu realisieren – leider vergeblich. Offenbar haben die Abgeordneten nicht berücksichtigt, dass es in der Bevölkerung bei einer Wahl auch vordringlich um Emotionen geht – die insbesondere der preisgekrönte Kino-Film schürt, um einen Stopp der Delfinarien auch in Deutschland zu erreichen – wir werden weiter dafür kämpfen.

Mit freundlichen Grüßen

Jürgen Ortmüller

WDSF-Geschäftsführer


 

- Parteien äußern sich zum Delfinschutz

17.07.2009 - Die Linke begrüßt Protest gegen Delfinarium Münster

13.05.2009 - Antrag der Grünen-Bundestagsfraktion an den Deutschen Bundestag “Die Gefangenschaft von  Delfinen unverzüglich beenden“

http://www.gruene-bundestag.de/cms/tierschutz/dok/336/336536.keine_artgerechte_haltung.html

26.01.2009 - CDU/CSU befürwortet Delfinarien und den Import von Delfinen und Walen nach Deutschland

02.05.2008 - FDP will Wale schützen, aber Delfine zu Forschungszwecken importieren

02.07.2007 - Delfintherapie (Bündis90/Die Grünen)

 

 

 

German Dutch English French Japanese Portuguese Spanish Turkish
Wale und Delfine brauchen Ihre Hilfe