Offener Brief des WDSF vom 13.07.2017 an den Bürgermeister von Pfungstadt, Patrick Koch, über die katastrophalen finanziellen Hintergründe von Betreibern des Projekts "Shark City"

WDSF-Foto Haiaquarium(WDSF - 08.10.2017) Der Bürgermeister von Pfungstadt, Patrick Koch, kann bei einem Scheitern des Projekts nicht behaupten, dass er nichts über die katastrophalen finanziellen Hintergünde der Betreiber gewusst habe. Das gilt auch für das abgelehnte Bürgerbegehren, mit dem angeblich nicht auf mögliche finanzielle Einnahmeverluste für die Stadt hingewiesen worden sei. Das WDSF hatte dem Bürgermeister am 13.07.2017 mit der Bitte um Weiterleitung an sämtliche Stadtratsfraktionen folgenden Brief geschrieben und sämtliche angeführten Bilanz- und Handelsregisterunterlagen postalisch eingereicht. Die Unterlagen und der Brief wurden auch der Regierungspräsidentin in Darmstadt übermittelt.

 

 


Sehr geehrter Herr Bürgermeister Patrick Koch,
sehr geehrte Fraktionen der Stadt Pfungstadt,

ich schreibe Ihnen als ehrenamtlicher Gesellschafter Geschäftsführer der gemeinnützigen Tierschutzorganisation „Wal- und Delfinschutz-Forum gUG (haftungsbeschränkt)“. Gleichzeit weise ich auf meine hauptberufliche Tätigkeit als selbständiger Steuerberater seit 1980 hin. Dieses Schreiben wird Herrn Bürgermeister Patrick Koch mit der Bitte um Weiterleitung an sämtliche Stadtratsabgeordneten per E-Mail übermittelt, zumal sich die eingefügten Links bei einem E-Mail-Versand öffnen lassen. Zusätzlich werden wir dieses Schreiben mit den uns vorliegenden Handelsregisterauskünften, Gesellschaftsverträgen und Bilanzen aller genannten Firmen postalisch an Herrn Patrick Koch übermitteln und möchten die Fraktionen der Stadt Pfungstadt dort um Einsichtnahme bitten.

Es geht uns in erster Linie darum, einen erheblichen möglichen Schaden von der Stadt Pfungstadt abzuwenden. Unabhängig vom Tierschutz greifen wir daher in diesem Schreiben vordringlich die finanziellen Aspekte der kompliziert erscheinenden Firmenkonstruktion der „Shark-City“-Initiatoren auf und bitten um dringende Beachtung bei der Entscheidung des Grundstücksverkaufs und nachfolgender Baugehmigungen.

Es liegen u.E. erhebliche Mängel bei der Recherche der Stadt über die Firmenkonstruktion der „Shark City“-Betreiber vor, zumal eine der fünf beteiligten Kommanditisten der Firma „The Seven Seas Aquarium GmbH & Co. KG“, die „WW-Aquaristik GmbH“ ist, die einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von 1.253.800 Euro in ihrer letzten veröffentlichten Bilanz ausweist mit Verbindlichkeiten von 2.032.722 Euro. Geschäftsführer der „WW-Aquaristik GmbH“ sind ebenfalls die „Shark City“-Initiatoren Thiemo Walt und Thomas Walter.

Die Fraktionsvorsitzender sämtlicher Stadtrats-Parteien in Pfungstadt haben sich in ihren Stellungnahmen ausschließlich positiv zum Projekt "Shark City“, dem größten geplanten Hai-Aquarium Europas in Pfungstadt, mit einem Projektvolumen von mdst. 20,5 Millionen Euro geäußert. Ebenso gab es bisher ausschließlich wohlwollende Statements des Pfungstadter Bürgermeisters Patrick Koch in den Medien (z.B. „echo-online“) und auf der städtische Homepage.

Aufgrund eines Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung wurde dem Verkauf der Grundstücke Gemarkung Pfungstadt, Flur 30, Flurstück 24/2 und 21 mit insgesamt 21.217m² zu einem Kaufpreis von insgesamt 3.225.420 EUR (12.752m² x 160,00 EUR + 8.465m² x 140,00 EUR) an die Firma The Seven Seas Aquarium GmbH & Co. KG, Rheilweg 7, 74889 Sinsheim nach einer Beschlussvorlage zugestimmt.

In einer Stellungnahme des „Strategischen Controlling“ für die Stadt Pfungstadt wird zur Drucksache 97/2017 auf „Antrag der Hess. Landgesellschaft mbH zum Grundstücksverkauf an die Seven Seas Aquarium GmbH & CO KG, Sinsheim“ in einem Controllingreport u.a. die nachfolgende Empfehlung erteilt:

„Ein Verkauf an die Seven Seas Aquarium GmbH&CO KG, Sinsheim fordert die Kommune,die Verwaltung, die Politik und die Bürger sich mit einer möglichen Neuausrichtung der Stadt auseinander zu setzen.“ Die in dem Report genannten strategischen Ziele und Effekte wie die Erhaltung bzw. Erhöhung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen und des Anteils der Wohnbevölkerung und die Neuansiedlung von Unternehmen am Ort bzw. deren dauerhafter Verbleib in Pfungstadt würden sich durch den Verkauf des Gewerbegrundstücks ebenso wie die Erhöhung der Erträge aus der Gewerbesteuer und der Einkommensteuer erreichen lassen, heißt es. Auch wird eine Steigerung der Umsätze der KMU prognostiziert.

Unter dem Abschnitt der „steuerungsrelevanten Auseinandersetzung“ befasst sich der Controlling-Report mit der Frage wer die THE SEVEN SEAS AQUARIEN GmbH & Co. KG ist. In diesem Zusammenhang wurde allerdings lediglich auf die Veröffentlichungen des Wirtschaftsdienstes „Moneyhaus“ zurückgegriffen. Versäumt wurde ganz offensichtlich die Einsichtnahme in die jeweiligen Handelsregister der Firmenkonstruktionen mit den Betriebs- und Verwaltungs-GmbH’s der THE SEVEN SEAS AQUARIEN GmbH & Co. KG und mit den notariellen Gesellschaftsverträgen und Eintragungen. Ebenso wurde offenbar keine Einsichtnahme in andere veröffentlichte Unterlagen von anderen Firmen der beiden Geschäftsführer der THE SEVEN SEAS AQUARIEN GmbH & Co. KG, Thimo Walt und Thomas Walter, vorgenommen.

Dabei hätte sich unschwer folgendes erkennen lassen können:

Die Betreiberin des Projekts "Shark City", THE SEVEN SEAS AQUARIUM Betriebs GmbH, die am 04.12.2015 im Handelsregister beim Amtsgericht Mannheim mit Domizil in Grünstadt mit den Geschäftsführern Thomas Walter und Thiemo Walt und einem Stammkapital von 25.000 Euro eingetragen wurde, preist auf einer eigenen Homepage ihr Vorhaben an. Die "THE SEVEN SEAS AQUARIUM Verwaltungs GmbH" wurde bereits am 28.09.2015 gegründet bzw. in das Handelsregister beim Amtsgericht Mannheim eingetragen. Die Haupttätigkeit liegt lt. einer veröffentlichten Eintragung im Bereich "Sonstige Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben". Im Gesellschaftsvertrag der Verwaltungs-GmbH heißt es u.a., dass der "Gegenstand des Unternehmens die Beteiligung als persönlich haftende Gesellschafterin und die Übernahme der persönlichen Haftung in der THE SEVEN SEAS AQUARIUM GmbH & Co. KG ist" und das lediglich mit einem Mindest-Stammkapital von 25.000 Euro. Die "The Seven Seas Aquarium GmbH & Co. KG" wurde als Personengesellschaft mit Sitz in Sinsheim gegründet, wobei keine Einzelperson in der Haftung steht sondern die vorgeschaltete GmbH. Die Haupttätigkeit dieser Firma liegt im Bereich "Vergnügungs- und Themenparks". Ziel dieser gesellschaftsrechtlichen Konstruktion ist es, Haftungsrisiken für die hinter der Gesellschaft stehenden Personen auszuschließen oder zu begrenzen, die lediglich mit ihrem Stammkapital der GmbH haften. Die Firmen der beiden Geschäftsführer Thiemo Walt und Thomas Walter sind mehrfach vernetzt.

"Bei der Kapitalbeschaffung ist die Gesellschaftsform der GmbH & Co. KG weniger kreditwürdig, da keine natürliche Person unbeschränkt haftet" (s. Wikipedia).

Es handelt sich hier möglicherweise um eine sog. Betriebsaufspaltung, bei der die Betriebs-GmbH als Unternehmensgegenstand lt. Gesellschaftsvertrag den "Neubau und den Betrieb eines Hai- und Ozeanobservatoriums ..." hat. Dabei könnte eine der GmbH's den gesamten risikobehafteten Vertrieb übernehmen und die andere Firma das wesentliche Betriebsvermögen halten. Die Geschäftsführer können jeweils Gehälter von den GmbH's beziehen und durch diese Betriebsausgabe die Gewerbesteuer erheblich mindern, sodass die Stadt Pfungstadt insofern kaum einen Steuervorteil hätte Sollte in vorliegendem Fall eine Insolvenz der Firma des Aquarienbetriebs eintreten, könnte sich eine der Gesellschaften das Anlagevermögen sichern, soweit es bei dieser bilanztechnisch aktiviert ist.

Im Handelsregister der Verwaltungs-GmbH heißt es: "Beteiligung als persönlich haftende Gesellschafterin an und die Übernahme der persönlichen Haftung in der THE SEVEN SEAS AQUARIUM GmbH & Co. KG mit dem Sitz in Sinsheim (Anm.: Postanschrift in Grünstadt), deren Unternehmensgegenstand der Neubau und der Betrieb eines Hai- und Ozeanobservatoriums mit angegliedertem Tauchevent und Erlebnisgastronomie, Kioskbetrieb, Planung und Verkauf von Anlagen, Handel und Vertrieb von Meerestieren, Merchandising-Artikeln und allen weiteren dem Geschäftsbetrieb dienenden Wirtschaftsgütern und die Erbringung von dem Geschäftsbetrieb dienenden Dienstleistungen, sonstige umgebende Aktivitäten sowie die Vermietung an entsprechende Betriebsgesellschaften ist.“

Es gibt bisher schon Unternehmen der "Shark City"-Initiatoren im drastischen Verlustbereich

Der Geschäftsführer der vorgenannten GmbH's, Thiemo Walt, war auch als Geschäftsführer der Firma Meefisko GmbH im Handelsregister beim Amtsgericht Ludwigshafen am Rhein unter der Nummer HRB 60826 am 5. September 2007 registriert. Am 17.09.2010 kam Thomas Walter lt. Eintragungsvermerk hinzu. Das Domizil befand sich ebenfalls wie die beiden Seven Seas Aquarien GmbH's in Grünstadt. Die Meefisko GmbH wurde im November 2015 in die WW-Aquaristik GmbH umbenannt (s.u.).

Am 20.07.2015 wurden Ladengeschäfte der Meefisko GmbH auf Herrn Mathias Bergmann übertragen, nachdem die Firma von 2007 bis 2013 nur Verluste produziert hatte (Bilanzverlust per 31.12.2014: 1.457.510 Euro). Bereits zum 31.12.2015 wurde das Ladenlokal von Mathias Bergmann mit der Facebook-Bezeichnung "Meefisko Mathias Bergmann" lt. Angaben auf Facebook wieder geschlossen. Lt. der im Bundesanzeiger (dort unter "Suche": Meefisko GmbH eintragen) veröffentlichten Bilanz 2013 belief sich der aufgelaufene Bilanzverlust der Meefisko GmbH mit den Geschäftsführern Thomas Walter und Thiemo Walt auf den vorgenannten Euro-Betrag mit Verbindlichkeiten von 1.023.672 Euro! Die Einlagen "stiller Beteiligter", die namentlich nicht veröffentlich sind, werden in dieser Bilanz mit 740.000 Euro beziffert. Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren betrug mehr als eine Million Euro zum Zeitpunkt der letzten veröffentlichten Bilanz per 31.12.2013. Im Anhang der mit Datum vom 16.12.2014 im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz der Meefisko GmbH heißt es: "Auf die Aufstellung des Anteilsbesitzes wurde verzichtet, da diese Aufstellung nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung dem Unternehmen einen erheblichen Nachteil zufügen kann." Demnach sollten die Gesellschafter der GmbH ganz offensichtlich nicht öffentlich in Erscheinung treten - warum wohl, stellt sich die Frage. Es ergaben sich demnach bei der Meefisko GmbH (jetzt "WW-Aquaristik GmbH") der beiden "Shark City"- Initiatoren (Gesellschafter-Geschäftsführer Thimo Walt und Geschäftsführer Thomas Walter) Geldgeber bzw. Gesellschafter die lt. Bilanz nicht öffentlich in Erscheinung getreten sind. Dem siebenstelligen Verlust in der Bilanz der Meefisko GmbH stand zuerst lediglich ein haftungstechnisches Stammkapital von 25.000 Euro gegenüber, das nach Recherchen des WDSF von dem Gesellschafter-Geschäftsführer der Meefisko GmbH, Thiemo Walt, im Juli 2010 auf insgesamt 225.000 Euro erhöht wurde. Im September 2010 erfolgte die weitere Geschäftsführerbestellung für Herrn Thomas Walter, ohne dass dieser Gesellschafter wurde.

Am 26.11.2015 wurde die Firma Meefisko GmbH lt. einer Handelsregistereintragung in die WW-Aquaristik GmbH mit unverändertem Gesellschaftsvertrag umbenannt. Die Haupttätigkeit der Gesellschaft Meefisko GmbH lag lt. Veröffentlichung im Bereich "Einzelhandel mit zoologischem Bedarf und lebenden Tieren". Die Firma WW-Aquaristik GmbH wurde nach Sitzverlegung im Handelsregister beim Amtsgericht Mainz unter der Nummer HRB 47009 registriert. Die Haupttätigkeit liegt lt. einer Veröffentlichung im Bereich "Großhandel mit Fertigwaren, ohne ausgeprägten Schwerpunkt"; im Handelregister wird der Gegenstand des Unternehmens WW-Aquaristik GmbH mit "Handel mit Meerwasseraquaristikprodukten" angegeben. Das Domizil befindet sich lt. Eintragung in 67591 Offstein, Am Reißberg 4a. (vormals in der Dieselstraße 10 in 67269 Grünstadt). Die Eintragung der Sitzverlegung erfolgte am 26. September 2016. Aufgrund einer Bekanntmachung vom 29.09.2016 wurde die Firma WW-Aquaristik GmbH mit den beiden "Shark-City"-Initiatoren und Geschäftsführerm Thiemo Walt und Thomas Walter beim Amtsgericht Ludwigshafen a. Rhein ausgetragen und wird nun mit Eintragung vom 26.09.2016 im Handelsregister des Amtsgerichts Mainz geführt. Die Bilanzverbindlichkeiten der WW-Aquaristik GmbH beliefen sich per 31.12.2015 auf 2.032.722 Euro. Der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag betrug 1.253.800 Euro. Die Einlagen stiller Gesellschaft werden mit reduzierten 453.783 Euro bilanziert.

Die WW-Aquaristik GmbH ist mit den identischen Geschäftsführern Thimo Walt und Thomas Walter und den The Seven Seas Aquarien GmbH's, die nun in Pfungstadt ein über 20-Millionen-Euro-Projekt planen, vernetzt. Lt. Handelsregistereintrag (Amtsgericht 68159 Mannheim, HRA 706692) sind an der THE SEVEN SEAS AQUARIUM GmbH & Co. KG folgende Kommanditisten mit den aufgeführten Anteilen beteiligt:

- WW-Aquaristik GmbH - Anteil: 150.000 Euro
- Thomas Walter (geb. 24.04.1981) - Anteil 150.000 Euro
- Daniela Christine Walt (geb. 02.07.1954) - Anteil 100.000 Euro
- Hans-Jürgen Hechler (geb. 17.09.1947) - Anteil 50.000 Euro
- Ergün Umur (geb. 08.04.1970) - Anteil 50.000 Euro

Die haftende THE SEVEN SEAS AQUARIUM Verwaltungs GmbH verfügt über ein Stammkapital von 25.000 Euro.

Nach uns vorliegenden vorläufigen Informationen ist der Kommanditist Hans-Jürgen Hechler Inhaber von folgenden Firmen; HE-ENG Spielhallenbetriebe GmbH, Hoteltextilien J. Hechler GmbH, Hans-Jürgen Hechler Handelsagentur. Die Firmen sollen sämtlich unter der folgenden Adresse eingetragen sein: Spänningweg 69198 Schriesheim. Die HE-Eng Spielhallenbetriebe GmbH soll insolvent sein: https://insolvenzliste.com/He-eng+Spielhallenbetriebe+Gmbh-Mannheim-Insolvenzverfahren.html .

Der Gesellschafter -Geschäftsführer Thiemo Walt (geb. 10.12.1981) ist nicht selbst als Kommanditist an der GmbH & Co. KG beteiligt. Die beiden Gesellschafter-Geschäftsführer Thiemo Walt und Thomas Walter haben jeweils einen Anteil an der integrierten GmbH von 12.500 Euro.

Im Gegensatz zu kommunalen Zoos wird das Projekt „Shark City“ keine städtischen oder staatlichen Zuschüsse erhalten, wie die Betreiber selbst formuliert haben. Die Eintrittspreise werden daher relativ hoch ausfallen müssen. Der beabsichtigte integrierte Einzelhandel und der Gastronomiebereich in „Shark City“ wird sicherlich nicht den Umsatz der Region fördern sondern bei anderen gleichgelagerten Unternehmen der Stadt eher schmälern.

In unmittelbarer Nähe von Pfungstadt (etwa 70 Kilometer) befindet sich das Sea Life (Aquarium) Speyer als etabliertes Konkurrenzunternehmen. Die dort ermittelten Besucherzahlen belaufen sich auf etwa 213.000 Besucher p.a., wobei das Sea Life Speyer über 3.000 Tiere aus 100 Arten verfügt.. Selbst das renommierte „Ozeaneum Stralsund“ verfügt jährlich „nur“ über 400.000 Besucher. Es ist zu vermuten, dass die vom Betreiber prognostizierte Besucherzahl von 550.000 für „Shark City“ eher unwahrscheinlich ist.

Sie, sehr geehrter Herr Bürgermeister und sehr geehrte Fraktionsvorsitzende, übersehen möglicherweise die erheblichen Haftungsprobleme, die aus dem Projekt (auch mittelbar für die Bürger von Pfungstadt) entstehen können. Das Salzwasserrisiko bei einem Leck kann für die Umwelt Schäden im Millionenbereich verursachen (s. derzeit das Delfinarium im Tiergarten Nürnberg). Das Risiko für die Besucher mit ihren Kindern ist bei einem Bruch der Aquarienscheibe ebenfalls enorm hoch, wie ähnliche Unfälle gezeigt haben (s. unserer Homepage zum Thema).

Ebenso wird Pfungstadt im Fokus einer kritischen Betrachtung im Bereich des Tourismus stehen, denn weder Delfinarien noch Hai-Aquarien entsprechen dem Zeitgeist. Es ist durch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse nachgewiesen, dass Haie enorm soziale Tiere sind. Der Einfluss der Starkstrom-Überlandleitungen in unmittelbarer Nähe des Grundstücks für die sensiblen Haie ist möglicherweise ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Die obergerichtliche Rechtsprechung hat Boykottaufrufe aus Tierschutzgründen als zulässig bestätigt. Wir hatten Boykottaufrufe aufgrund der Delfinhaltung für den Vergnügungspark "Connyland" in Lipperswil (Schweiz), für den Heidepark Soltau, für die verbliebenen Zoos mit Delfinarien in Deutschland in Duisburg und Nürnberg etc. praktiziert.

Vorgesehen sind durch das WDSF bei Zustandekommen von "Shark City" internationale Boykottaufrufe gegenüber den Städten Pfungstadt und Darmstadt (Regierungsbezirk) aus Tierschutzgründen auch in Kooperation mit Reiseveranstaltern und juristische Interventionen. Bei dem vorgesehenen Transfer von etwa 140 Haien in das Aquarium ist davon auszugehen, dass ein Teil der Tiere erfahrungsgemäß versterben wird (s.u. geplantes und gestopptes Hai-Aquarium im österreichischen Hotel Stanglwirt mit Todesfällen beim Transfer und im Bestand). Alleine dieser Sachverhalt würde gegen das Tierschutzgesetz verstoßen.

In gleichgelagerten Fällen waren Boykott-Aufrufe aus Tierschutzgründen durch das WDSF erfolgreich (s. Verlinkung auf unserer Homepage zum Thema):

- WDSF- und ProWal- Tierschützer protestieren erfolgreich - Hai-Aquarium im Hotel "Stanglwirt" wurde geschlossen

- Geplantes Hai-Aquarium in Neuwied (Deutschland) wird nach WDSF/ProWal-Protesten nicht realisiert

- Kreuzfahrtunternehmen - Färöer-Boykott

- Boykott einer Färöer-Metal-Band

- Edeka stoppt Thunfisch-Vermarktung nach Protesten gegen Delfin- und Haibeifänge

Sämtliche vormaligen zehn anderen Delfinarien in Deutschland wurden nach intensiven und mehrjährigen Protestaktionen von Tierschützern und Todesfällen geschlossen; ebenso das Delfinarium im Connyland (Schweiz) und Münster/Allwetterzoo Anfang 2013, Gardaland-Delfinarium/Italien Anfang 2013, Connyland/Schweiz Oktober 2013, HeidePark/Soltau 2008, Kas/Türkei 2012). Ein beabsichtigtes Delfinarium auf der Insel Rügen wurde auch nach WDSF-Protesten nicht gebaut. Ein weiteres Hotel-Delfinarium in Bodrum (Türkei) wurde nach ProWal/WDSF-Protesten geschlossen. Wir würden uns jährlich die dem Veterinäramt zu meldenden Todesfälle von Haien in „Shark City“ nach dem Umweltinformationsgesetz übermitteln lassen und jeweils veröffentlichen. Es ist geplant, fortlaufend Protestaktionen in Pfungstadt durchzuführen und die Bürger und Wirtschaftsunternehmen über die Gefangenschaftshaltung und die Beeinträchtigungen im Bereich des Tourismus zu informieren.

Die Zoos in Nürnberg und Duisburg haben jeweils nach medienwirksamen Aktionen gegen die Delfinhaltung mehr als 100.000 Besucher verloren und stehen weiterhin im Fokus der Tierschützer (und der Öffentlichkeit), deren fortlaufende Aktionen von den Medien bundesweit begleitet werden.

Das WDSF hat in Kooperation mit Tierschützern auf der politischen Ebene und mit rechtlichem Vorgehen dafür gesorgt, dass mehrfach Delfinarien geschlossen werden mussten. Dies galt auch für ein beabsichtigtes Hai-Aquarium in Neuwied. Im Promi-Hotel Stanglwirt (Österreich) wurde nach unseren Interventionen zugesagt, nie wieder Haie zu halten. Wir haben Kooperationsabkommen mit drei großen deutschen Reiseveranstaltern, dass diese weltweit (!) keine Delfinarien mehr in ihren Prospekten anbieten und auch der Vor-Ort-Verkauf nicht mehr stattfindet. Nach intensiver Intervention gegenüber Reiseveranstaltern durch das WDSF bestätigten TUI, Rewe Touristik mit Jahn und ITS, Schauinsland-Reisen, FTI Touristik, Alltours, Bentour Türkei Reisen (Schweiz) sowie M.T.S. Mastur (Türkei) ebenfalls, dass sie keine Delfinarientouren in der Türkei, in Dubai, in Ägypten und Tunesien mehr anbieten.

Es gibt etliche andere Beispiele, dass durch Boykottaufrufe durchaus wirtschaftliche Nachteile von Regionen und Ländern eingetreten sind bzw. befürchtet wurden, welche letztendlich dazu geführt haben, dass diese Orte nicht mehr durch Tourismusunternehmen angeboten werden. Das WDSF wird dies rechtskonform aus Tierschutzgründen auch für Pfungstadt praktizieren, falls das Projekt „Shark City“ realisiert wird und auch schon im Vorfeld intervenieren. Bürgermeister, Patrick Koch, bezeichnete uns gegenüber die Boykottankündigung als "Drohung"und das Konzept des Betreibers von "Shark Citiy" als überzeugend.

Dem Bürgermeister von Pfungstadt, Patrick Koch (SPD), werden von den beiden Geschäftsführern des Projekts "Shark City", Thomas Walter und Thiemo Walt, mit ihrer gegründeten The Seven Seas Aquarium GmbH & Co. KG rund 11 Millionen Euro jährlich an Einnahmen prognostiziert und damit angeblich 550.000 bis 700.000 Euro Gewerbesteuer für die Stadt. Selbst eine Gewerbesteuer von "nur" 500.000 setzt einen GEWINN von 3,6 Millionen Euro voraus (ohne Hinzurechnungen und Kürzungen bei der Gewerbesteuer-Berechnung). Im Hinblick darauf, dass viele Zoos in Deutschland von den Kommunen teilweise im Millionenbereich subventioniert werden müssen, erscheint die Gewerbesteuer-Prognose mehr als unwahrscheinlich. Bisher haben die Firmen Meefisko GmbH und WW-Aquaristik GmbH mit den beiden Geschäftsführern Thomas Walter und Thiemo Walt über Jahre nur Millionen-Verluste produziert.

Die neue Unternehmenskonstellation in Pfungstadt mit vorgeschalteten GmbH's in einer Kommanditgesellschaft schränkt die Haftung des Unternehmens erheblich auf das Stammkapital der GmbH's und die Kommanditeinlagen ein. Im Falle einer Insolvenz der Betreibergesellschaft von "Shark City" könnten für die Stadt Pfungstadt und damit mittelbar auch für die Bürger erhebliche Rückforderungen entstehen (z.B. durch die Kosten eines Rückbaus der Immobilie).

Wir machen die Stadt Pfungstadt und die finanzierenden Institute auf die Risiken des Projekts in Pfungstadt und die finanzielle Situation von vormaligen Firmen mit den beiden Geschäftsführern intensiv aufmerksam. Wenn die prognostizierten Zahlen nicht zutreffen, könnte auch ein erhebliches Risiko für die Pfungstadter Bürger entstehen, die über die Stadt bei einer Insolvenz des Projektunternehmens in der finanziellen Verantwortung stehen würden, zumal das Stammkapital von 25.000 Euro der vorgeschalteten GmbH nicht ausreichen würde, um evtl. finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Der propagierte Lockvogel des Bürgermeisters von Pfungstadt, mit der zu erwartenden Gewerbesteuer das angekündigte Schwimmbad in Pfungstadt zu finanzieren und den maroden Haushalt zu sanieren, kann zu eine gefährlichen Farce werden!

In Sinsheim haben wir bezüglich des ursprünglich dort geplanten Projekts sehr eng mit dem Bürgermeister und den zuständigen Stellen kooperiert und es konnte unsererseits auf Risiken und Mängel hingewiesen werden. Wir hoffen, dass auch in Pfungstadt die Vernunft und Einsicht siegen wird, dass das Projekt "Shark City" nicht realisiert wird.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass die hier veröffentlichten Bilanzzahlen nur für den internen Gebrauch verwendbar sind. Die Unterlagen mit den Angaben werden vollständig postalisch übermittelt. Ansonsten handelt es sich um einen offenen Brief, der auch der Regierungspräsidentin, Frau Brigitte Lindscheid, übermittelt wird. Wir gehen davon aus, dass sich die Stadt Pfungstadt die Finanzierungszusagen für das Bauprojekt detailliert von den Kreditinstituten zur Verfügung stellen lassen wird und eine entsprechende Gesamtprüfung vornehmen wird.
Einen Teil unserer Recherche und Berichterstattung, auch hinsichtlich weiterer Risiken, finden Sie bereits auf unserer Homepage (www.wdsf.de) zum Thema unter „Aktionen/Hai-Aquarien-Protest“ (https://www.wdsf.eu/aktionen/hai-aquarien).

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Ortmüller
WDSF-Geschäftsführer

Antwort des Bürgermeisters Patrick Koch vom 15.07.2017 auf das WDSF-Schreiben vom 13.07.2017:

Von: Patrick Koch <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!>
Betreff: Antw: Indoor-Hai-Auarium in Pfungstadt "Shark City"
Datum: 15. Juli 2017 09:10:15 MESZ
An: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sehr geehrter Herr Orthmüller,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich bestätige Ihnen hiermit den Erhalt.

Ich war gestern nach einer Woche Abwesenheit einen Tag im Büro und bin noch nicht dazu gekommen alles in Gänze zu lesen und zu erfassen.
Auch werde ich natürlich Ihre Angaben gerne prüfen und Ihr Schreiben danach mit einer Stellungnahme der Stadtverwaltung
den Stadtverordnetenfraktionen weiterleiten.

Bitte haben Sie Verständnis, dass dies zwei, drei Wochen in Anspruch nehmen wird, da ich im Urlaub bin
und auch die StVV jetzt Sommerpause hat. Es ist ohnehin derzeit nichts zu entscheiden, insofern eilt da
auch nichts.

Mit freundlichen Grüßen

Patrick Koch
Bürgermeister

Magistrat der Stadt Pfungstadt
Kirchstraße 12-14
64319 Pfungstadt

 

Größtes Haibecken Europas statt in Sinsheim jetzt in Pfungstadt?

WDSF-Foto

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachdem die Stadt Sinsheim (s.u.) dem Betreiber des geplanten Hai-Projekts "Shark City" auch nach WDSF-Interventionen aufgrund von mehrfachen Akteneinsichten umfangreiche Auflagen erteilt hat, wird nun versucht, das umstrittene 20-Millionen-Euro-Projekt in Pfungstadt zu realisieren:

(WDSF - Juni 2017/akt. Septemer 2017) - Das WDSF wird als Tierschutzorganisation die Entwicklung des Bauvorhabens "Shark City" in Pfungstadt, das auch mit der Bestückung von Wildfängen von Haien realisiert werden soll, durch gesetzeskonforme Akteneinsichten nach dem Umweltinformationsgesetz überprüfen und sich intensiv gegen das Projekt einsetzen. Die Gefangenschaftshaltung von Haien entspricht defintiv nicht dem Zeitgeist und empört auch moralisch. Die Aufklärung von Interessierten zum Schutz von Haien, welche die Betreiber propagieren, könnte auch durch Präsentationen mit Filmbeiträgen eindrucksvoll erfolgen. Hier geht es aber ausschließlich um Profit für die Betreiber und die Stadt Pfungstadt auf Kosten von sehr sensiblen und nachweislich sozialen Tieren. In einem Bericht der Organisation SAVE Wildlife Conservation Fund wird die bedrohliche Situation für die Haie gut beschrieben. Die Gefangenschaftshaltung und die geplante Aufnahme von etwa 15 Prozent Wildfängen für das Projekt Shark City ist daher ein Tierschutz-Frevel sondergleichen.

Der beabsichtigte Besatz des Aquariums ist nach Betreiberangaben mit etwa 36 Haiarten mit insgesamt rund 140 Tieren vorgesehen - s.a. TV-Interview mit den Betreibern und dem Haiexperten Dr. Erich Ritter, der sich für für die Gefangenschaftshaltung von Haien in "Shark City" ausspricht und vormals mit der Organisation "Sharkproject" kooperiert hat, zu der vormaligen Planung des gescheiterten Projekts in Sinsheim. Der Einfluss der Starkstrom-Überlandleitungen in unmittelbarer Nähe des Grundstücks für die sensiblen Haie ist möglicherweise ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Der NABU schreibt zu dem Projekt u.a.: "Das „vorhabenbezogene Bebauungsgebiet“ liegt in einem Trink­wasserschutzgebiet (Schutzzone III). In geringer Entfernung befinden sich die Wasserwerke Eschollbrücken und Pfungstadt mit ihren Brun­nengalerien. Der Betreiber beruhigt mit Überlauf- und Auffangbecken im Falle einer Betriebsstörung. Im Delfinarium Nürnberg ist ein solcher Schadensfall (Austritt von Salzwasser) im Jahr 2015 eingetreten, Auf­fang­becken waren da zwecklos. Der Salzwasserschaden ist enorm, aber bisher immer noch nicht behoben, weil die Kosten sehr hoch sind (8 Millionen Euro). Wir meinen, die Stadt Pfungstadt geht durch Bau des Indoor-Aquariums mit einer Salzwassermenge von ca. 15 Millionen Liter ein erhebliches Risiko für die Sicherheit der Trink­wasser­versorgung für die Stadt (und in den umliegenden Liefer­gebieten) ein. Offenbar kann auch der latente Wassermangel im Ried (und beson­ders in Pfungstadt) die Entscheidungsgremien der Stadt nicht beein­drucken, zumal der Bau und die Unterhaltung des riesigen Aquariums Millionen von Litern Wasser verschlingen werden."

Vorgesehen sind durch das WDSF bei Zustandekommen von "Shark City" internationale Boykottaufrufe gegenüber den Städten Pfungstadt und Darmstadt (Regierungsbezirk) aus Tierschutzgründen auch in Kooperation mit Reiseveranstaltern und juristische Interventionen. Bei dem vorgesehenen Transfer von etwa 140 Haien in das Auarium ist davon auszugehen, dass ein Teil der Tiere erfahrungsgemäß versterben wird (s.u. geplantes und gestopptes Hai-Aquarium im österreichischen Hotel Stanglwirt mit Todesfällen beim Transfer und im Bestand sowie einen Bericht des Magazins Stern). Alleine dieser Sachverhalt würde gegen das Tierschutzgesetz verstoßen.

Dass Aquarien auch ohne einen Tropfen Wasser eine sehr interessante Bildungseinrichtung sein können, beweist das im Oktober 2017 neu eröffnete interaktive digitale Aquarium der Zukunft im Times Square von National Geographic.

Der Schauspieler und Umweltschützer Hannes Jaenicke äußert sich kritisch zu dem Hai-Projekt:

Hier: der Filmbetrag mit Hannes Jaenicke von SharkProject

 

In gleichgelagerten Fällen waren Boykott-Aufrufe aus Tierschutzgründen durch das WDSF erfolgreich:

- WDSF- und ProWal- Tierschützer protestieren erfolgreich - Hai-Aquarium im Hotel "Stanglwirt" wurde geschlossen

- Geplantes Hai-Aquarium in Neuwied (Deutschland) wird nach WDSF/ProWal-Protesten nicht realisiert

- Kreuzfahrtunternehmen Färöer-Boykott

- Boykott einer Färöer-Metal-Band

- Edeka stoppt Thunfisch-Vermarktung nach Protesten gegen Delfin- und Haibeifänge

Das WDSF hatte durch Helfer bei der Stadt Sinsheim mehrfach Akteneinsichten mit der Erstellung von Kopien sämtlicher Bauunterlagen und des kompletten Schriftverkehrs zwischen den Beteiligten vorgenommen und die Stadt mehrfach auf Mängel in den Bauunterlagen hingewiesen. Es wurde daraufhin seitens der Stadt Sinsheim zugesagt, diese WDSF-Hinweise ggf. durch weitere Prüfungen zu berücksichtigen. Letztendlich konnte das Projekt in Sinsheim durch diese Verzögerungen mit lfd. Protestaktionen von Tierschützern und die damit verbundene Ungeduld des Betreibers von "Shark City" gestoppt werden.

Sämtliche Fraktionen der Stadt Pfungstadt haben der Beschlussvorgabe zum Verkauf des Grundstücks für das Projekt "Shark City" zugestimt. In einer Stellungnahme äußerten sich die Fraktionsvorsitzenden zum Thema "Shark City" in Pfungstadt. Innerhalb der Grünen in Pfungstadt äußerte sich einige wenige Mitglieder kritisch zum Projekt.

Die Hoffnung des Bürgermeisters von Pfungstadt auf Gewerbesteuereinnahmen - eine Farce?

Dem Bürgermeister von Pfungstadt, Patrick Koch (SPD), werden von den beiden Geschäftsführern des Projekts "Shark City", Thomas Walter und Thiemo Walt, mit ihrer gegründeten The Seven Seas Aquarium GmbH & Co. KG rund 11 Millionen Euro jährlich an Einnahmen prognostiziert und damit angeblich 550.000 bis 700.000 Euro Gewerbesteuer für die Stadt. Selbst eine Gewerbesteuer von "nur" 500.000 setzt einen GEWINN von 3,6 Millionen Euro voraus (ohne Hinzurechnungen und Kürzungen bei der Gewerbesteuer-Berechnung). Im Hinblick darauf, dass viele Zoos in Deutschland von den Kommunen teilweise im Millionbereich subventioniert werden müssen, erscheint die Gewerbesteuer-Prognose mehr als unwahrscheinlich. Bisher haben die Firmen Meefisko GmbH und WW-Aquaristik GmbH mit den beiden Geschäftsführern Thomas Walter und Thiemo Walt über Jahre nur Millionen-Verluste produziert (s.u.).

Die neue Unternehmenskonstellation in Pfungstadt mit vorgeschalteten GmbH's in einer Kommanditgesellschaft schränkt die Haftung des Unternehmens erheblich auf das Stammkapital der GmbH's und die Kommanditeinlagen ein. Im Falle einer Insolvenz der Betreibergesellschaft von "Shark City" könnten für die Stadt Pfungstadt und damit mittelbar auch für die Bürger erhebliche Rückforderungen entstehen (z.B. durch die Kosten eines Rückbaus der Immobilie).

Wir (WDSF) werden die Stadt und die finanzierenden Institute auf die Risiken des Projekts in Pfungstadt und die finanzielle Situation von vormaligen Firmen mit den beiden Geschäftsführern intensiv aufmerksam machen. Wenn die prognostizierten Zahlen nicht zutreffen, könnte auch ein erhebliches Risiko für die Pfungstadter Bürger entstehen, die über die Stadt bei einer Insolvenz des Projektunternehmens in der finanziellen Verantwortung stehen würden, zumal das Stammkapital von 25.000 Euro der vorgeschalteten GmbH nicht ausreichen würde, um evtl. finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Der propagierte Lockvogel des Bürgermeisters von Pfungstadt, mit der zu erwartenden Gewerbesteuer das angekündigte Schwimmbad in Pfungstadt zu finanzieren und den maroden Haushalt zu sanieren, kann zu eine gefährlichen Farce werden! Schriftverkehr zwischen dem Bürgermeister, Patrick Koch, und dem WDSF finden Sie unten auf dieser Seite.

Komplizierte Unternehmenskonstellation des Betreibers

Aquarium WDSF-FotoDie Betreiberin des Projekts "Shark City", THE SEVEN SEAS AQUARIUM Betriebs GmbH, die am 04.12.2015 im Handelsregister beim Amtsgericht Mannheim mit Domizil in Grünstadt mit den Geschäftsführern Thomas Walter und Thiemo Walt und einem Stammkapital von 25.000 Euro eingetragen wurde, preist auf einer eigenen Homepage ihr Vorhaben an. Die "THE SEVEN SEAS AQUARIUM Verwaltungs GmbH" wurde bereits am 28.09.2015 gegründet bzw. in das Handelsregister beim Amtsgericht Mannheim eingetragen. Die Haupttätigkeit liegt lt. einer veröffentlichten Eintragung im Bereich "Sonstige Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben". Im Gesellschaftsvertrag der Verwaltungs-GmbH heißt es u.a., dass der "Gegenstand des Unternehmens die Beteiligung als persönlich haftende Gesellschafterin und die Übernahme der persönlichen Haftung in der THE SEVEN SEAS AQUARIUM GmbH & Co. KG ist" und das lediglich mit einem Mindest-Stammkapital von 25.000 Euro. Die "The Seven Seas Aquarium GmbH & Co. KG" wurde als Personengesellschaft mit Sitz in Sinsheim gegründet, wobei  keine Einzelperson in der Haftung steht sondern die vorgeschaltete GmbH. Die Haupttätigkeit dieser Firma liegt im Bereich "Vergnügungs- und Themenparks". Ziel dieser gesellschaftsrechtlichen Konstruktion ist es, Haftungsrisiken für die hinter der Gesellschaft stehenden Personen auszuschließen oder zu begrenzen, die lediglich mit ihrem Stammkapital der GmbH haften. Die Firmen der beiden Geschäftsführer Thiemo Walt und Thomas Walter sind mehrfach vernetzt (s.a.u.).

"Bei der Kapitalbeschaffung ist die Gesellschaftsform der GmbH & Co. KG weniger kreditwürdig, da keine natürliche Person unbeschränkt haftet" (s. Wikipedia).

Es handelt sich hier möglicherweise um eine sog. Betriebsaufspaltung, bei der die Betriebs-GmbH als Unternehmensgegenstand lt. Gesellschaftsvertrag den "Neubau und den Betrieb eines Hai- und Ozeanobservatoriums ..." hat. Dabei könnte eine der GmbH's den gesamten risikobehafteten Vertrieb übernehmen und die andere Firma das wesentliche Betriebsvermögen halten. Die Geschäftsführer können jeweils Gehälter von den GmbH's beziehen und durch diese Betriebsausgabe die Gewerbesteuer erheblich mindern, sodass die Stadt Pfungstadt insofern kaum einen Steuervorteil hätte. Sollte in vorliegendem Fall eine Insolvenz des Aquarienbetriebs eintreten, könnte sich eine der Gesellschaften das Anlagevermögen sichern, soweit es bei dieser bilanztechnisch aktiviert ist.

Im Handelsregister der Verwaltungs-GmbH heißt es: "Beteiligung als persönlich haftende Gesellschafterin an und die Übernahme der persönlichen Haftung in der THE SEVEN SEAS AQUARIUM GmbH & Co. KG mit dem Sitz in Sinsheim (Anm.: Postanschrift in Grünstadt), deren Unternehmensgegenstand der Neubau und der Betrieb eines Hai- und Ozeanobservatoriums mit angegliedertem Tauchevent und Erlebnisgastronomie, Kioskbetrieb, Planung und Verkauf von Anlagen, Handel und Vertrieb von Meerestieren, Merchandising-Artikeln und allen weiteren dem Geschäftsbetrieb dienenden Wirtschaftsgütern und die Erbringung von dem Geschäftsbetrieb dienenden Dienstleistungen, sonstige umgebende Aktivitäten sowie die Vermietung an entsprechende Betriebsgesellschaften ist."

Unternehmen der "Shark City"-Initiatoren im drastischen Verlustbereich

Der Geschäftsführer der vorgenannten GmbH's, Thiemo Walt, war auch als Geschäftsführer der Firma Meefisko GmbH im Handelsregister beim Amtsgericht Ludwigshafen am Rhein unter der Nummer HRB 60826 am 5. September 2007 registriert. Am 17.09.2010 kam Thomas Walter lt. Eintragungsvermerk hinzu. Das Domizil befand sich ebenfalls wie die beiden Seven Seas Aquarien GmbH's in Grünstadt. Die Meefisko GmbH wurde im November 2015 in die WW-Aquaristik GmbH umbenannt, die nun mit ihren bisherigen Millionen-Euro-Verlusten Komanditistin in der aktuellen The Seven Seas Aquarium GmbH & Co. KG ist, der Betreibergesellschaft des Hai-Projekts in Pfungstadt (s.u.).

Am 20.07.2015 wurden Ladengeschäfte der vormaligen Meefisko GmbH auf Herrn Mathias Bergmann übertragen, nachdem die Firma von 2007 bis mdst. 2013 nur Verluste produziert hatte. Bereits zum 31.12.2015 wurde das Ladenlokal von Mathias Bergmann mit der Facebook-Bezeichnung "Meefisko Mathias Bergmann" lt. Angaben auf Facebook wieder geschlossen. Lt. der im Bundesanzeiger (dort unter "Suche": Meefisko GmbH eintragen) veröffentlichten Bilanz 2013 belief sich der aufgelaufene Bilanzverlust der Meefisko GmbH mit den Geschäftsführern Thomas Walter und Thiemo Walt auf einen siebenstelligen Euro-Betrag! Die Einlagen "stiller Beteiligter", die namentlich nicht veröffentlich sind, werden in dieser Bilanz mit 740.000 Euro beziffert. Der Gesamtbetrag der bilanzierten Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als 5 Jahren betrug mehr als eine Million Euro zum Zeitpunkt der letzten veröffentlichten Bilanz per 31.12.2013. Im Anhang der mit Datum vom 16.12.2014 im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz der Meefisko GmbH heißt es: "Auf die Aufstellung des Anteilsbesitzes wurde verzichtet, da diese Aufstellung nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung dem Unternehmen einen erheblichen Nachteil zufügen kann." Demnach sollten die Gesellschafter der GmbH ganz offensichtlich nicht öffentlich in Erscheinung treten - warum wohl, stellt sich die Frage. Es ergaben sich demnach bei der Meefisko GmbH (jetzt "WW-Aquaristik GmbH") der beiden "Shark City"- Initiatoren (Gesellschafter-Geschäftsführer Thimo Walt und Geschäftsführer Thomas Walter) Geldgeber bzw. Gesellschafter die lt. Bilanz nicht öffentlich in Erscheinung getreten sind, die aber gleichwohl den Gesamtverlust nicht ausgleichen konnten. Dem siebenstelligen Verlust in der Bilanz der Meefisko GmbH stand zuerst lediglich ein haftungstechnisches Stammkapital von 25.000 Euro gegenüber, das nach Recherchen des WDSF von dem Gesellschafter-Geschäftsführer der Meefisko GmbH, Thiemo Walt, im Juli 2010 auf insgesamt 225.000 Euro erhöht wurde. Im September 2010 erfolgte die weitere Geschäftsführerbestellung für Herrn Thomas Walter, ohne dass dieser Gesellschafter wurde.

Am 26.11.2015 wurde die Firma Meefisko GmbH lt. einer Handelsregistereintragung in die WW-Aquaristik GmbH mit unverändertem Gesellschaftsvertrag umbenannt. Die Haupttätigkeit der Gesellschaft Meefisko GmbH lag lt. Veröffentlichung im Bereich "Einzelhandel mit zoologischem Bedarf und lebenden Tieren". Die Firma WW-Aquaristik GmbH wurde nach Sitzverlegung im Handelsregister beim Amtsgericht Mainz unter der Nummer HRB 47009 registriert. Die Haupttätigkeit liegt lt. einer Veröffentlichung im Bereich "Großhandel mit Fertigwaren, ohne ausgeprägten Schwerpunkt"; im Handelregister wird der Gegenstand des Unternehmens WW-Aquaristik GmbH mit "Handel mit Meerwasseraquaristikprodukten" angegeben. Das Domizil befindet sich lt. Eintragung in 67591 Offstein, Am Reißberg 4a. (vormals in der Dieselstraße 10 in 67269 Grünstadt). Die Eintragung der Sitzverlegung erfolgte am 26. September 2016. Aufgrund einer Bekanntmachung vom 29.09.2016 wurde die Firma WW-Aquaristik GmbH mit den beiden "Shark-City"-Initiatoren und Geschäftsführerm Thiemo Walt und Thomas Walter beim Amtsgericht Ludwigshafen a. Rhein ausgetragen und wird nun mit Eintragung vom 26.09.2016 im Handesregister des Amtsgerichts Mainz geführt. Die Bilanzverbindlichkeiten per 31.12.2015 beliefen sich auf einen hohen Millionen-Euro-Betrag bei gleichzeitigem Millionen-Euro-Bilanzverlust.

Die WW-Aquaristik GmbH soll wiederum mit Thimo Walt und Thomas Walter und deren The Seven Seas Aquarien GmbH's, die nun in Pfungstadt ein über 20-Millionen-Euro-Projekt planen, lt. Angaben im Internet vernetzt sein. Die WW-Aquaristik GmbH ist mit ihren Millionenverlusten u.a. Kommanditistin der The Seven Seas Aquarien GmbH, die das Projekt in Pfungstadt betreiben will.

Lt. Handelsregistereintrag (Amtsgericht 68159 Mannheim, HRA 706692) sind an der THE SEVEN SEAS AQUARIUM GmbH & Co. KG folgende Kommanditisten mit den aufgeführten Anteilen beteiligt:

- WW-Aquaristik GmbH - Anteil: 150.000 Euro
- Thomas Walter (geb. 24.04.1981) - Anteil 150.000 Euro
- Daniela Christine Walt (geb. 02.07.1954) - Anteil 100.000 Euro
- Hans-Jürgen Hechler (geb. 17.09.1947) - Anteil 50.000 Euro
- Ergün Umur (geb. 08.04.1970) - Anteil 50.000 Euro

Die haftende THE SEVEN SEAS AQUARIUM Verwaltungs GmbH verfügt über ein Stammkapital von 25.000 Euro. Der Gesellschafter-Geschäftsführer Thiemo Walt (geb. 10.12.1981) der Verwaltungs GmbH ist nicht selbst als Kommanditist an der GmbH & Co. KG beteiligt. Die beiden Gesellschafter-Geschäftsführer Thiemo Walt und Thomas Walter haben jeweils einen Anteil an der in der GmbH & Co. KG  integrierten GmbH von 12.500 Euro. Nach uns vorliegenden vorläufigen Informationen ist der Kommanditist Hans-Jürgen Hechler u.a. Inhaber von folgenden Firmen; HE-ENG Spielhallenbetriebe GmbH, Hoteltextilien J. Hechler  GmbH, Hans-Jürgen Hechler Handelsagentur. Die Firmen sollen sämtlich unter der folgenden Adresse eingetragen sein: Spänningweg 69198 Schriesheim. Die HE-Eng Spielhallenbetriebe GmbH soll insolvent sein: https://insolvenzliste.com/He-eng+Spielhallenbetriebe+Gmbh-Mannheim-Insolvenzverfahren.html .

Das WDSF hat den Bürgermeister von Pfungstadt, Patrick Koch, über die finanziellen Hintergründe der beteiligten Gesellschafter bzw. Kommanditisten am 13.07.2017 ausführlich schriftlich informiert - ebenso die Regierungspräsidentin in Darmstadt (s.o.).

Im Zusammenhang mit dem von den Stadtverordneten der Stadt Pfungstadt im September 2017 abgelehnten Bürgerbegehren war der Bürgermeister Patrick Koch über die zumindest bedenklich stimmenden finanziellen Hintergünde der Betreibergesellschaft des umstrittenen Hai-Aquarien-Projekt und über mögliche Einnahmeausfälle der Stadt ausführlich und rechtzeitig informiert.

Salzwassereinleitung war in Sinsheim unzulässig

"Shark City" in Sinsheim/Wasservolumen - WDSF-FotoDas Wasserrechtsamt des Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg schrieb am 01.06.2016 an die Stadtverwaltung Sinsheim bezüglich der Bauunterlagen des Betreibers, dass "die eingereichten Antragsunterlagen teils widersprüchlich und unvollständig sind". Demnach sei der Vorschlag des Betreibers, das Salzwassereinleitungsverbot in das öffentliche Kanalsystem dadurch aufzuheben, indem das Salzwasser mit Regen- und Trinkwasser verdünnt werden solle, nicht zulässig ist, weil die Salzfracht unverändert bleibt. Gleichzeitig schlägt das Wasserrechtsamt jedoch eine gedrosselte Einleitung des unverdünnten Salzwassers in den städtischen Kanal vor. Dies erscheint jedoch unlogisch, weil auch dann die Salzfracht unverändert bleibt.

Probleme sah das Wasserrechtsamt auch bei der Ableitung des Niederschlagswassers, die ebenfalls widersprüchlich dargelegt sei, weil einerseits von einer Versickerung auf dem Grundstück gesprochen würde und andererseits im Entwässerungsplan zwei Ableitungen in einen Bach eingezeichnet sind, der allerdings bereits hydraulisch überlastet ist, so das Wasserechtsamt.

In einer Stellungnahme des Betreibers heißt es, dass für die verschiedenen Aquarien rund 14.000 Kubikmeter (14 Mill.) überwiegend salzhaltigen Wassers erforderlich sind, wobei die Stadt Sinsheim entsprechend der Abwassernutzung bereits darauf hingewiesen habe, dass eine Einleitung von Salzen untersagt sei.

Zur Salzwasserproblematik in Pfungstadt heißt es in einem Facebook-Beitrag:
"...ich als gelernter Chemielaborant, hab mich mal dem Thema Salzwasser angenommen. Nach Aussage von Patrick Koch (Anm.: Bürgermeister Pfungstadt/Pfungstädter Woche vom 28.06.2017) würde Shark-City 10-12 Kg Salz am Tag in den Kanal einleiten. Das wären im Monat 300kg 3,6t im Jahr. In der Literatur wird Meerwasser mit einem Salzgehalt von 3,5% angegeben. Dies entspricht einer Salzmenge von 33,3 Gramm pro Liter Wasser. Salzwasseraquarien Betreiber sprechen aber von eher 38g/Liter Wasser. Ich bleibe bei meiner konservativen Berechnung bei der Annahme von 33,3g Salz/Liter Wasser. Das geplahnte Becken soll ein Volumen von 14 Mio Liter Wasser haben, das entspricht einer Salzmenge von 466,2t. Nach Aussagen von Aquarienbetreiber muss ein viertel bis zur Hälfte der Wassermenge pro Monat ausgetauscht werden um die Wasserqualität aufrecht zu erhalten. Auch hier gehe ich Konservativ vor und rechne nur mit 20%/Monat. Demnach müssten pro Monat 2,8 Millionen Liter Wasser ausgetauscht werden. Die darin enthaltene Salzmenge liegt bei 93,24t. Das ist ungefähr die 30 fache Menge, von dem Wert den unser Bürgermeister zu Protokoll gegeben hat, somit wären es dann 300kg täglich und keine 10KG... ...und ich habe Konservativ gerechnet. Ob die Menge einen Schaden in der Kanalisation, der Kläranlage, der Fauna und Flora anrichtet, sollen andere Beurteilen. Ich möchte an der Stelle nur darauf Aufmerksam machen, dass die Glaubwürdigkeit des Bürgermeisters und des evtl. künftigen Betreibers durch eine solche Falschaussage, meines Erachtens nicht gegeben ist."

In einem Interview äußert sich der Pfungstadter Bürgermeister, Patrick Koch, zur Salzwasserentsorgung des Projekts:
"Beim Zufluss werden natürlich Schotten eingebaut, um den Kanal zu schützen. Denn es gibt nichts Wertvolleres in unserer Stadt als das Kanalsystem samt Kläranlage. Wir werden keinen Vertrag unterschreiben, bei dem nicht die Kläranlage abgesichert ist. Die Menge des regulär eingeleiteten Salzwassers ist nicht das Thema. Wir werfen im Winterdienst im Jahr 70 Tonnen Salz auf unsere Straßen. Bei Shark City reden wir von kleineren Mengen. Ich sehe das als sehr unproblematisch."

Demnach ist es sicherlich ein Unterschied, ob lt. Bürgermeister jährlich über mehrere Monate verteilt "im Winterdient 70 Tonnen Salz auf die Straßen geworfen werden" und versickern oder ob jährlich mehr als 1000 Tonnen Salz (mtl. 93,24t x 12 Monate) in die Kanalisation gelangen könnten.

Salzwassersanierung im Tiergarten Nürnberg kostet Millionen

Aufgrund von Undichtigkeiten (s. auch Stern-Artikel) sind in den Becken des Delfinarium des Tiergartens Nürnberg etwa 86 Tonnen Salz ausgetreten, welches die Umwelt auf einer Fläche von rund 2000 Quadratmetern schwer geschädigt hat. Alleine die Erneuerung des Ausweichbeckens für die Tiere, die während der Sanierung der Delfinlagune umquartiert werden sollen, wird mehr als die bisher genannten 1,2 Mio. Euro kosten. 

Insgesamt hält der Bürgermeister Christian Vogel (SPD) sogar immer noch bis zu 6,5 Millionen Euro der Gesamtkosten der Lagune für strittig - und dies sechs Jahre nach deren Eröffnung. Das Gezerre um die Haftung ist nicht abgeschlossen.

Der Steuerzahler wird entgegen der bisherigen Behauptungen des Bürgermeisters voraussichtlich die Hauptlast der millionenschweren Sanierung der Delfinlagune tragen muss, zumal die Versicherungssumme des betroffenen Planungsbüros für Schadensersatzforderungen voraussichtlich nicht ausreicht.

 

Hai-Aquarien auch für Menschen gefährlich

Wie Filmaufnahmen und Berichte zeigen, besteht beim Bersten der Beckenscheibe eines Hai-Auariums eine erhebliche Gefahr für die Besucher mit ihren Kindern und für die Tiere:

- Spiegel online: Dubai - Weltgrößtes Aquarium läuft aus

- RTL: Hai-Alarm in Mexiko: Aquarium-Scheibe geborsten

- China: Aquarium geplatzt: Hai-Alarm im Einkaufszentrum! - 16 Verletzte (Bild.tv):


Die deutschen Haie sind vom Aussterben bedroht (Bento) - Studien gegen Gefangenschaft

"Wissenschaftler der Universität Hamburg haben im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz untersucht, wie es um die Bestände der Arten geht. Die Erkenntnis der Studie: "ziemlich schlimm". ... Das Forscherteam schlägt vor, speziell beobachtete Meeresschutzgebiete einzurichten. Einige davon gibt es bereits, die sogenannten "Natura 2000"-Räume (BfN). Dort, so die Forscher, geht es den dokumentierten Hai- und Rochenarten am besten."

In einer weiteren wissenschaftlichen Studie in Großbritannien wurde bestätigt, dass gefangenen Tiere in öffentlichen Aquarien schwer unter der Gefangenschaft und den eintönigen Bedingungen leiden. Der Verein VGT schreibt dazu: "Die bisher einzige wissenschaftliche Studie über die Tierhaltung in öffentlichen Aquarien zeigt: Aquarien bedeuten massives Tierleid, sie dienen nicht der Arterhaltung (eher im Gegenteil) und sie vermitteln der Öffentlichkeit ein falsches Bild von Meerestieren."

Pressemeldungen zum geplanten umstrittenen Haiaquarium in Pfungstadt

 

Aktionen gegen "Shark City"

- Bürgerbegehren durch Pfungstadter Bürger

- 13 Gründe für ein NEIN zum Haigefängnis Shark City – Helft mit! - Veganblog (PETA)

- Petition an den Hessischen Landtag: Stoppt den Bau von Shark CityStoppt den Bau von Shark City

 

Korrespondenz zwischen dem WDSF und dem Bürgermeister von Pfungstadt, Patrick Koch

Das WDSF veröffentlicht hier nachfolgend sein Schreiben an den Bürgermeister der Stadt Pfungstadt, Patrick Koch, vom 16.06.2017 bezüglich des nun dort geplanten Bauprojekts "Shark City" und die Antwort der Bürgermeisters vom 16.06.2017 - eingegangen beim WDSF am 19.06.2017 (20:00 Uhr) da es sich um Umweltinformationen i.S. des Umweltinformatiosgesetzes (UIG) handelt:

Von: Jürgen Ortmüller <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Betreff: "Indoor-Hai-Auarium" in Pfungstadt
Datum: 16. Juni 2017 11:14:44 MESZ
An: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Patrick Koch,

einer Medienmeldung in "Echo online“ ist zu entnehmen, dass die Stadt Pfungstadt möglicherweise ein Bauprojekt der Firma "Seven Seas Aquarium GmbH & Co. KG“ mit der Bestückung von Haien genehmigen wird.

Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) wird als gemeinnützige Tierschutzorganisation die Entwicklung des Bauvorhabens in Pfungstadt mit dem beabsichtigten Besatz (vormals in Sinsheim) von etwa 36 Haiarten auch aus Wildfängen mit rund 120 Tieren (s.a. TV-Interview mit den Betreibern und dem Haiexperten Dr. Erich Ritter) durch gesetzeskonforme Akteneinsichten nach dem Umweltinformationsgesetz überprüfen und sich intensiv gegen das Projekt einsetzen. Geplant sind durch das WDSF bei Zustandekommen des nicht zeitgemäßen Projekts mit der Bestückung von Haien deutschlandweite Boykottaufrufe auch in Kooperation mit Reiseveranstaltern gegenüber der Stadt Pfungstadt und juristische Interventionen.

Die Betreiberin des Projekts, THE SEVEN SEAS AQUARIUM Betriebs GmbH, die am 04.12.2015 im Handelsregister mit den Geschäftsführern Thomas Walter und Thiemo Walt eingetragen wurde, preist auf einer eigenen Homepage ihr Vorhaben an. Die "THE SEVEN SEAS AQUARIUM Verwaltungs GmbH" wurde bereits am 28.09.2015 gegründet bzw. in das Handelsregister beim Amtsgericht Mannheim eingetragen. Es handelt sich möglicherweise um eine sog. Betriebsaufspaltung, bei der die Betriebs-GmbH den gesamten risikobehafteten Vertrieb übernehmen kann und die Verwaltungs-GmbH i.d.R. das wesentliche Betriebsvermögen hält. Die Geschäftsführer können Gehälter erhalten und durch diese Betriebsausgabe die Gewerbesteuer erheblich mindern, sodass die Stadt Pfungstadt kaum einen Steuervorteil haben wird aber durchaus ein hohes Risiko trägt. Sollte in  vorliegendem Fall eine Insolvenz des Aquarienbetriebs (Betriebs-GmbH) eintreten, könnte sich die Verwaltungs-GmbH das Anlagevermögen sichern, soweit es bei dieser bilanztechnisch aktiviert ist.

Im Handelsregister der Verwaltungs-GmbH heißt es: "Beteiligung als persönlich haftende Gesellschafterin an und die Übernahme der persönlichen Haftung in der THE SEVEN SEAS AQUARIUM GmbH & Co. KG mit dem (Anm.: derzeitigen) Sitz in Sinsheim, deren Unternehmensgegenstand der Neubau und der Betrieb eines Hai- und Ozeanobservatoriums mit angegliedertem Tauchevent und Erlebnisgastronomie, Kioskbetrieb, Planung und Verkauf von Anlagen, Handel und Vertrieb von Meerestieren, Merchandising-Artikeln und allen weiteren dem Geschäftsbetrieb dienenden Wirtschaftsgütern und die Erbringung von dem Geschäftsbetrieb dienenden Dienstleistungen, sonstige umgebende Aktivitäten sowie die Vermietung an entsprechende Betriebsgesellschaften ist“.

Bei dem vorgesehenen Transfer von etwa 120 Haien in das Aquarium ist davon auszugehen, dass ein Teil der Tiere erfahrungsgemäß versterben wird (s.a. geplantes und gestopptes Hai-Aquarium im österreichischen Hotel Stanglwirt). Alleine dieser Sachverhalt verstößt gegen das Tierschutzgesetz.

Am 24.11.2016 schrieb die Stadtverwaltung Sinsheim an die Betreibergesellschaft "The Seven Seas Aquarium", dass für die Baugenehmigung noch die "Anpassung der Unterlagen hinsichtlich der Prozessbeschreibung des geplanten abwasserrelevanten  Betriebes" und eine detaillierte Planung "hinsichtlich der Versickerung der anfallenden Niederschlagswasser" ebenso wie die "wasserrechtliche Genehmigung" fehle. Das Brandschutzkonzept würde sich in Bearbeitung befinden. Weiter heißt es, dass die "Baurechtsbehörde jedoch erst eine Genehmigung erteilen kann (selbst wenn die vorstehenden Punkte geklärt wären), wenn der Bebauungsplan "Neuland" einen Stand entsprechend § 33 BauGB erreicht hat". Dies sei derzeit noch nicht gegeben. Wir weisen darauf hin, dass wir auch in Pfungstadt sämtliche baurechtlichen und veterenärmedizinischen Voraussetzungen intensiv prüfen werden. Das Wasserrechtsamt des Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg schrieb am 01.06.2016 an die Stadtverwaltung Sindsheim, dass "die eingereichten Antragsunterlagen teils widersprüchlich und unvollständig sind“. Demnach sei der Vorschlag des Betreibers, das Salzwassereinleitungsverbot in das öffentliche Kanalsystem dadurch aufzuheben, indem das Salzwasser mit Regen- und Trinkwasser verdünnt werden solle, nicht zulässig ist, weil die Salzfracht unverändert bleibt. In einer Stellungnahme des Betreibers heißt es, dass für die verschiedenen Aquarien rund 10.000 Kubikmeter (10 Mill.) salzhaltigen Wassers erforderlich sind, wobei die Stadt Sinsheim entsprechend der Abwassernutzung darauf hingewiesen habe, dass eine Einleitung von Salzen untersagt sei.

Im eingereichten Brandschutzkonzept des Betreibers mit Stand vom 10.03.2016 heißt es, dass maximal von einer gleichzeitigen Anzahl von Besuchern des Objekts mit 2.296 Besuchern ausgegangen werden könne. Wir werden dementsprechend auch die Parkplatzsituation in Pfungstadt überprüfen.

In der Stadt Sinsheim hat es mehrfach öffentliche Protestaktionen gegen das Bauprojekt gegeben, die wir ebenso in Pfungstadt forcieren werden. Der Betreiber des Aquariums hätte nach Angaben der Stadt Sinsheim einen entsprechenden Antrag stellen müssen, dass ein Sondergebiet für die Nutzung ausgewiesen wird. Darüber würde dann auch der Gemeinderat entscheiden. Entsprechend unserer Akteneinsicht hat die Baurechtsabteilung am 24.11.2016 den Betreiber auf den § 33 BauGB aufmerksam gemacht, dessen Erfüllung zu dem Zeitpunkt noch nicht gegeben war. Das Amt für Stadt- und Flächenentwicklung hatte am 30.11.2016 geschrieben, dass sich das Bebauungsplanverfahren in Sinsheim im Verfahrensstand nach der frühzeitigen Offenlage gem. § 3 Abs. 1 BauGB befinde. Demnach würden Anregungen der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange einbezogen. Wir machen Sie in diesem Zusammenhang auf die Erfüllung der entsprechenden gesetzlichen Auflagen auch in Pfungstadt aufmerksam.

Das geplante Hai-Projekt ist auch für die Besucher nicht ungefährlich, wie mehrfach weltweit Situationen gezeigt haben (s.a. https://www.youtube.com/watch?v=53BavX7unUg). Ein geplantes Hai-Aquarium in Neuwied (Deutschland) wurde  nach WDSF/ProWal-Protesten nicht realisiert!

Im Tiergarten Nürnberg hat ein Salzwasserschaden einen millionenteuren Schaden verursacht. Dort wird die Stadt, und damit der Bürger, auf den Kosten sitzen bleiben, weil das Planungsbüro mit nur 300.000 Euro versichert war und voraussichtlich in Insolvenz gehen wird.

Wie Sie, sehr geehrter Herr Koch, den Beiträgen zum Thema in Sinsheim auf unserer Homepage entnehmen können, hat die Bauabsicht zu erheblichen Medienmeldungen und Protesten geführt, welche der Stadt Sinsheim sicherlich auch in der Öffentlichkeitsdarstellung geschadet haben.

Wir möchten Sie und die zuständigen Behörden dringend bitten, das Bauprojekt nicht zu genehmigen. Das Projekt mit der Bestückung von Haien, die über ein ausgeprägtes Sozialverhalten verfügen, entspricht nicht dem Zeitgeist, zumal der gesetzliche Bildungsauftrag durchaus für Interessierte, die sich über Haie informieren möchten, durch Medien und Filmmaterial erfüllt werden kann. Das begründete Risiko, dass mehrfach Haie und andere Fischarten beim Transport und während des Aufenthalts in den Haibecken versterben ist enorm hoch. Sollte das Projekt mit Zustimmung der Stadt Pfungstadt zustande kommen, werden wir durch fortlaufende Akteneinsichten über die Haltungsumstände und -folgen öffentlich und mit Pressemitteilungen berichten.

Nach Medienangaben hat der Haupt- und Finanzausschuss unter Ausschluss der Öffentlichkeit über den Verkauf des Grundstücks an den Betreiber beraten. Der Beschluss wurde dann zwar in einer öffentlichen Sitzung gefasst, aber offenbar ohne Erklärung oder Aussprache. Der Käufer des Grundstücks ist keine Privatperson und das Thema ist für die Öffentlichkeit außerordentlich wichtig, wie die öffentliche Diskussion in Sinsheim gezeigt hat.

Wir beantragen hiermit gem. Umweltinformationsgesetz (UIG), uns sämtliche der Stadt Pfungstadt vorliegenden Unterlagen (inkl. sämtlichen Schriftverkehr) bezüglich des Projekts postalisch oder per E-mail zu übermitteln. Gem. UIG beträgt die Frist zur Erfüllung dieser Anfrage max. ein Monat.


Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Ortmüller
WDSF-Geschäftsführer
 
Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)*
gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt)
Möllerstr. 19, 58119 Hagen
 
Tel.:     0049/(0)2334/91 90 22
Fax:     0049/(0)2334/91 90 19
mobil:  0049 (0)1512 4030 952

E-Mail:   Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Internet: www.wdsf.de
WDSF in Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Wal-_und_Delfinschutz-Forum_-_WDSF
Facebook: https://www.facebook.com/delfinschutz
 
 *Jürgen Ortmüller
   Gesellschafter-Geschäftsführer u. Gründer WDSF
   HR B 8068 - Amtsgericht Hagen

 

Antwort des Bürgermeisters von Pfungstadt auf das WDSF-Schreiben vom 16.06.2017:

Von: Patrick Koch <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Betreff: Antw: "Indoor-Hai-Auarium" in Pfungstadt
Datum: 16. Juni 2017 16:51:56 MESZ (Anm.: eingegangen beim WDSF am 19.06.2017 - 20:00 Uhr)
An: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sehr geehrter Herr Ortmüller,

Sie dürfen versichert sein, dass das Wohl von Tieren auch den kommunalpolitisch Verantwortlichen in Pfungstadt am Herzen liegt.
Vielleicht ist Ihnen das Konzept des Betreibers nicht in aller Detailtiefe bekannt, die Stadtverordneten, welche die Entscheidung gefällt haben das Grundstück an Shark City zu verkaufen, haben sich sehr sachlich und intensiv mit dem Projekt auseinandergesetzt. Dabei wurde auch das Thema Tierschutz sehr ausführlich angesprochen. Die Entscheidung für das Projekt wurde einstimmig gefällt und ich bin den Verantwortlichen auch für die Sachlichkeit, mit der man bei dieser Thematik vorging sehr dankbar.

Selbstverständlich werden wir Ihren Antrag auf Akteneinsicht gem. des UIG prüfen, daher habe ich Ihre Nachricht sowohl an den Gremiendienst, als auch an die Stadtentwicklungsgesellschaft, über die der Kontakt hergestellt wurde, weitergeleitet. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihr Anliegen erst prüfen und Ihnen dann die Unterlagen gem. der gesetzlichen Vorgaben zur Verfügung stellen.

Die offen in Ihrer EMail formulierte Drohung mit Boykottaufrufen gegenüber der Stadt Pfungstadt nehme ich zur Kenntnis. Sie sehen
mich aber hier aufgrund des überzeugenden Konzeptes des Betreibers, in dem ja gerade die Aufmerksamkeit für die richtigen
globalen Probleme im Zusammenhang mit Haien erzeugt werden soll, sehr entspannt. Wo bleibt ihr Boykottaufruf für Produkte
aus oder für Reisen in Ländern, die es zulassen, dass zehntausenden Haien lebendig die Flossen abgeschnitten werden und diese
hilflos und barbarisch ins Meer zurückgeworfen werden? Hier würde ich mir eine Differenzierung durchaus wünschen.

Selbstverständlich sind die Verantwortlichen in Pfungstadt nicht so blauäugig und lassen sich von angeblichen Gewerbesteuerzahlungen blenden. Die Vorteile für unsere Stadt bei der Realisierung dieses Projektes sind vielfältig und gehen weit über evtl. Steuerzahlungen hinaus.

Weiterhin machen Sie auf evtl. Verstöße gegen die - insbesondere in Deutschland doch sehr weitreichenden - Tierschutzbestimmungen aufmerksam. Hier ist der Betreiber verantwortlich und ich vermute Sie bzw. Ihre Organisation wird dafür Sorge tragen, dass bei dem Besatz der Anlage die verantwortlichen Behörden (dies ist hier nicht die Stadt Pfungstadt) ein Auge auf die Einhaltung haben.

Gleiches gilt für die Abwasserbeseitigung. Auch unsere Stadtwerke haben kein Interesse an einem erhöhten Salzwasseranteil
in unserem Abwasser. Hier verweise ich auf die geltende Satzung und Sie können versichert sein, dass wir selbstverständlich auf die Einhaltung von Auflagen achten werden. Gleiches gilt für die baurechtlichen Bestimmungen, sowie die Stellplatzsatzung unserer Stadt, oder etvl. brandschutzrechtliche Aspekte, welche Sie ansprechen.

In Ihrer Nachricht bitten Sie mich das Projekt nicht zu genehmigen. Hierzu kann ich Ihnen die Auskunft geben, dass ich im künftigen
Verfahren nichts zu genehmigen habe. Der Grundstücksverkauf wurde gemäß unserer Regeln einstimmig beschlossen. Alles weitere
regeln die Fachbehörden, die sicherlich mehr über die gesetzlichen Auflagen wissen, als ich.

Wegen Ihres Antrages werden Sie von uns gewiss eine Nachricht erhalten.


Mit freundlichen Grüßen
 
Patrick Koch  
Bürgermeister


Magistrat der Stadt Pfungstadt
Kirchstraße 12-14
64319 Pfungstadt

Dienstgebäude:
Stadthaus I

Telefon: +49 6157 / 988-1100
Fax: +49 6157 / 988-1305

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
http://www.pfungstadt.de

 

Akt. Hinweis 20.06.2017: Das Projekt "Shark City" gilt in Sinsheim nach vielen Protesten und Interventionen als gescheitert. Die Betreiber des Projekts wollen nun mit Zustimmung der Stadt Pfungstadt in einem Gewerbegebiet das "Hai-Observatorium" realisieren (s.o.)


20.06.2017 - Gescheitertes Aquarium-Projekt in Sinsheim - Gemischte Reaktionen auf "Shark City"-Absage (RNZ)

Das WDSF hatte durch Helfer bei der Stadt Sinsheim Akteneinsichten vorgenommen und die Stadt mehrfach auf Mängel in den Bauunterlagen hingewiesen. Es wurde jeweils zugesagt, diese Hinweise ggf. durch weitere Auflagen zu berücksichtigen:

Von: "Stadt Sinsheim, Baurecht" <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;
Betreff: geplantes Großaquarium Shark City in Sinsheim
Datum: 12. Juni 2017 14:05:05 MESZ
An: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Sehr geehrter Herr Ortmüller,
 
da Herr Haffner sich in Urlaub befindet hat er mich gebeten, sie kurz über den Verfahrensstand zu informieren. Wie Sie evtl. auch der Presse entnehmen konnten, wurde der Bauantrag derzeit übereinstimmend ruhend gestellt, um parallel in einer Bauvoranfrage die planungsrechtliche Zulässigkeit zu klären.
 
Mit freundlichen Grüßen
Peter Csicso
 
Stadtverwaltung Sinsheim
Amt für Stadt- und Flächenentwicklung
- Baurecht -
Wilhelmstraße 14-18
74889 Sinsheim

 

 

WDSF gegen Gefangenhaltung von Haien

(WDSF - akt. April 2017) Das WDSF wird als Tierschutzorganisation die Entwicklung des Bauvorhabens "Shark City"-Aquariums in Sinsheim mit dem beabsichtigten Besatz von etwa 36 Haiarten auch aus Wildfängen mit rund 120 Tieren (s.a. TV-Interview mit den Betreibern und dem Haiexperten Dr. Erich Ritter) durch gesetzeskonforme Akteneinsichten nach dem Umweltinformationsgesetz überprüfen und sich intensiv gegen das Projekt einsetzen. Geplant sind durch das WDSF bei Zustandekommen von "Shark City" mit der Bestückung von Haien deutschlandweite Boykottaufrufe auch in Kooperation mit Reiseveranstaltern (s.u.) gegenüber der Stadt Sinsheim und juristische Interventionen.

Aquarium WDSF-Foto

In diesem Zusammenhang hatte das WDSF bei der Stadt Sinsheim am 24.02.2016 einen Antrag auf vollständige Akteneinsicht und am 08.11.2016 einen weiteren Antrag auf Anschlussakteneinsicht gestellt. Am 15.12.2016 wurde vor Ort bei der Stadt eine weitere Akteneinsicht dokumentiert. Sollte die Stadt Sinsheim das Bauvorhaben genehmigen, werden wir alles im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten unternehmen, dass dort keine Haie oder andere geschützte Tierarten in Gefangenschaft gehalten werden. Bei einer wissenschaftlichen Studie wurde festgestellt, dass sich Haie viel sozialer als bisher vermutet verhalten, wie Danielle Haulsee von der University of Delaware jetzt nachweisen konnte (s. Link).

 

 

In gleichgelagerten Fällen waren Boykott-Aufrufe des WDSF erfolgreich:

- WDSF- und ProWal- Tierschützer protestieren erfolgreich - Hai-Aquarium im Hotel "Stanglwirt" wurde geschlossen

- Geplantes Hai-Aquarium in Neuwied (Deutschland) wird nach WDSF/ProWal-Protesten nicht realisiert

- Kreuzfahrtunternehmen Färöer-Boykott und Boykott einer Färöer-Metal-Band

 

Aquarium WDSF-Foto

Planungsunterlagen fehlen - Projekt noch nicht genehmigungsfähig

Am 24.11.2016 schrieb die Stadtverwaltung Sinsheim an die Betreibergesellschaft "The Seven Seas Aquarium", dass für die Baugenehmigung noch die "Anpassung der Unterlagen hinsichtlich der Prozessbeschreibung des geplanten abwasserrelevanten  Betriebes" und eine detaillierte Planung "hinsichtlich der Versickerung der anfallenden Niederschlagswasser" ebenso wie die "wasserrechtliche Genehmigung" fehle. Das Brandschutzkonzept würde sich in Bearbeitung befinden. Weiter heißt es, dass die "Baurechtsbehörde jedoch erst eine Genehmigung erteilen kann (selbst wenn die vorstehenden Punkte geklärt wären), wenn der Bebauungsplan "Neuland" einen Stand entsprechend § 33 BauGB erreicht hat". Dies sei derzeit noch nicht gegeben. In einem Kurzinterview mit Sinsheim TV anlässlich einer Veranstaltung von Bündnis90/Die Grünen gegen das Projekt "Shark City" in der Sinsheimer Gemeindehallte spricht Oberbürgermeister Jörg Albrecht davon, dass derzeit zum Genehmigungsverfahren eine Rechtsprüfung vorzunehmen sei und dass der Gemeinederat die Entscheidung treffen wird, ob das Projekt genehmigungsfähig wird. Anfang Mai 2017 teilte das Rathaus in Sinsheim mit, dass ein Bauvorbescheidsantrag der Shark-City-Initiatoren aufgrund des aktuellen Bebauungsplans das Vorhaben nicht zulassen würde.

Salzwassereinleitung unzulässig

"Shark City" in Sinsheim/Wasservolumen - WDSF-FotoZuvor hatte die Stadtverwaltung Sinsheim darauf hingewiesen, dass sie für die tier- und artenschutzrechtlichen Aspekte nicht zuständig sei, sondern im Verfahren das Veterinäramt des Rhein-Neckar-Kreises beteiligt sei. Das Wasserrechtsamt des Rhein-Neckar-Kreis in Heidelberg schrieb am 01.06.2016 an die Stadtverwaltung Sinsheim, dass "die eingereichten Antragsunterlagen teils widersprüchlich und unvollständig sind". Dies teilte die Stadtverwaltung am 07.07.2016 der Betreibergesellschaft mit. Demnach sei der Vorschlag des Betreibers, das Salzwassereinleitungsverbot in das öffentliche Kanalsystem dadurch aufzuheben, indem das Salzwasser mit Regen- und Trinkwasser verdünnt werden solle, nicht zulässig ist, weil die Salzfracht unverändert bleibt. Gleichzeitig schlägt das Wasserrechtsamt jedoch eine gedrosselte Einleitung des unverdünnten Salzwassers in den städtischen Kanal vor. Dies erscheint jedoch unlogisch, weil auch dann die Salzfracht unverändert bleibt.

Probleme sieht das Wasserrechtsamt auch bei der Ableitung des Niederschlagswassers, die ebenfalls widersprüchlich dargelegt sei, weil einerseits von einer Versickerung auf dem Grundstück gesprochen würde und andererseits im Entwässerungsplan zwei Ableitungen in den Ilvesbach eingezeichnet sind, der allerdings bereits hydraulisch überlastet ist, so das Wasserechtsamt.

In einer Stellungnahme des Betreibers heißt es, dass für die verschiedenen Aquarien rund 10.000 Kubikmeter (10 Mill.) salzhaltigen Wassers erforderlich sind, wobei die Stadt Sinsheim entsprechend der Abwassernutzung darauf hingewiesen habe, dass eine Einleitung von Salzen untersagt sei. Man solle eine Sondergenehmigung erteilen, heißt es gegenüber der Stadt.

Parkplatzproblem von Polizei und Stadt nicht erkannt?

Das zuständige Polizeipräsidium Mannheim hatte der Stadt Sinsheim am 20.06.2016 mitgeteilt, dass aus dem Übersichtsplan hervorgehen würde, dass die Anlage von insgesamt 210 Parkplätzen geplant sei und schreibt: "Nach grober Berechnung gemäß Stellplatzverordnung dürfte die Zahl der Stellplätze inklusive Busparkplätze ausreichend bemessen sei." Die Stadt Sinsheim hat sich diesen Ausführungen in einem hausinternen Schreiben vom 06.07.2016 "vollumfänglich" angeschlossen. Im eingereichten Brandschutzkonzept des Betreibers mit Stand vom 10.03.2016 heißt es jedoch, dass maximal von einer gleichzeitigen Anzahl von Besuchern des Objekts mit 2.296 Besuchern ausgegangen werden könne. In diesem Zusammenhang erscheint offensichtlich, dass solch eine hohe Anzahl von gleichzeitigen Besuchern kaum mit 210 Parkplätzen auskommen kann, selbst wenn ein Teil der Besucher mit dem Bus anreist. Der Projektbetreiber spricht von über 600.000 erwarteten Besuchern im Jahr. Wenn gleichzeitig in der Wirsol Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim der Erstliga-Fussballverein TSG Hoffenheim ein Heimspiel mit rund 30.000 Zuschauern austrägt, könnte eine Verkehrschaos vorprogrammiert sein.

- WDSF- und ProWal- Tierschützer protestieren erfolgreich - Hai-Aquarium im Hotel Stanglwirt wurde geschlossen
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Geplantes Hai-Aquarium in Neuwied (Deutschland) wird nach WDSF/ProWal-Protesten nicht realisiert!


Demo gegen Hai-Aquarium in Sinsheim am 22.04.2017
hier: Fotostrecke der Demo

24.04.2017 - Neues Hai-light vor dem Aus? (Radio Regenbogen)

24.04.2017 - Demo gegen "Shark City" Sinsheim - Zum Protestieren weit gereistZum Protestieren weit gereist (Rhein-Neckar-Zeitung)

Link zur Demo-Facebook-Gruppe: https://www.facebook.com/groups/1509964849325875

 

Sinsheim (Rhein-Neckar-Zeitung RNZ) 16.02.2017:

 

WDSF-Anmerkung zum Zeitungsbericht der RNZ vom 16.02.2017:

Hai-Aquarium in Sinsheim ("Shark-City") weiterhin in der Planung - Boykottaufrufe vorgesehen

Aquarium WDSF-FotoDer Betreiber des Aquariums braucht nach Angaben der Stadt Sinsheim nur noch den entsprechenden Antrag stellen, dass ein Sondergebiet für die Nutzung ausgewiesen wird. Darüber entscheidet dann auch der Gemeinderat. Entsprechend unserer Akteneinsicht hat die Baurechtsabteilung am 24.11.2016 den Betreiber auf den § 33 BauGB (s. Link) aufmerksam gemacht, dessen Erfüllung zu dem Zeitpunkt noch nicht gegeben war. Das Amt für Stadt- und Flächenentwicklung hatte am 30.11.2016 geschrieben, dass sich das Bebauungsplanverfahren (Neulandstr.) im Verfahrensstand nach der frühzeitigen Offenlage gem. § 3 Abs. 1 BauGB befindet. Demnach würden Anregungen der Öffentlichkeit sowie der Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange einbezogen.

Für tierschutzrechtliche Belange ist dabei nach Angaben der Stadt Sinsheim die Veterinärbehörde des Rhein-Neckar-Kreis zuständig und nicht die Stadt Sinsheim.

Demnach sollten sich möglichst viele Menschen aus der Öffentlichkeit an die Stadt Sinsheim wenden und Bedenken (nicht nur tierschutzrechtlich) bezüglich des Bauvorhabens anmelden (z.B. Parkplatzsituation insbesondere bei Heimspielen der TSG Hoffenheim in der Wirsol Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim, Öffentlichkeitsschaden durch angedrohte Boykottaufrufe, die das WDSF in beabsichtigter Kooperation mit Reiseveranstaltern der Stadt angekündigt hat, Gefahr für Besucher durch Platzen der Aquariumscheiben etc.).

§ 33 BauGB: https://dejure.org/gesetze/BauGB/33.html

s. insbesondere auch § 3 BauGB: https://dejure.org/gesetze/BauGB/3.html

 

 

24.02.2016 - Haie sind sozialer als gedacht (scinexx.de)

Ohne Haie stirbt das Meer (SAVE Lifewild Conservation Fund)

 

Das WDSF hatte am 08.11.2016 eine Anschlussakteneinsicht bei der Stadt Sinsheim beantragt und am 15.12.2016 durchgeführt - auszugsweise:

Von: Jürgen Ortmüller (WDSF)
Betreff: Hai-Observatorium in Sinsheim UIG-Anfrage - Antrag auf Anschlussakteneinsicht gem. Umweltinformationsgesetz
Datum: 8. November 2016 15:10:51 MEZ
An: "Stadt Sinsheim, Baurecht"

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die im April 2016 aufgrund unseres Antrags übermittelten Unterlagen. Wir beantragen nunmehr eine Anschlussakteneinsicht sämtlicher vorliegenden Unterlagen und des Schriftverkehrs bezüglich des o.a. Projekts unter Berücksichtigung sämtlicher Stellen der Stadt Sinsheim seit der letzten Akteneinsicht. Insbesondere bitten wir auch um die Übersendung der vorliegenden Unterlagen beim Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung hinsichtlich der beabsichtigen Bestückung der Becken mit Haiarten. Außerdem bitten wir um Beantwortung der Frage, ob Becken mit Salzwasser versehen werden sollen und verweisen in diesem Zusammenhang nochmals auf den Salzwasserschaden im Tiergarten Nürnberg in der Delfinlagune, bei der aufgrund von Planungsfehlern die Becken nun mit mehreren Millionen Euro saniert werden müssen. Dort steht derzeit zur Debatte, dass das Planungsbüro nur mit 300.000 Euro versichert sein soll, und die Stadt und damit die Bürger die Sanierungskosten aufbringen müssen.

Die Betreibergesellschaft für das Projekt in Sinsheim (THE SEVEN SEAS AQUARIUM Betriebs GmbH) ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Zur vorsorglichen Abwendung von Kosten für die Stadt Sinsheim durch Folgeschäden oder durch eine Insolvenz der Betreibergesellschaft hat sich die Stadt vorsorglich von den Finanzierungszusagen der finanzierenden Institute und der Solvenz der Gesellschaft zu überzeugen.

Wir bitten wie bisher um Übersendung der angeforderten Unterlagen per E-Mail. Ebenso verweisen wir auf unseren angekündigten touristischen Boykottaufruf der Region Sinsheim, falls das Projekt durch die Genehmigung der Stadt Sinsheim realisiert werden sollte, wie die Rhein-Neckar-Zeitung heute berichtet. ...

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Ortmüller
WDSF-Geschäftsführer

Hier: April 2016 - Ergebnis der ersten Akteneinsicht des WDSF zum Projekt "Shark City" in Sinsheim (Lagepläne und Schriftverkehr)

 

Medienmeldungen

SWR Fernsehen: Ein Hai-Aquarium schlägt hohe Wellen

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Antwort der Stadt Sinsheim vom 22.02.2016

Widersprüchliche Aussagen des Oberbürgermeisters und der Stadt Sinsheim

In einem Zeitungsbericht der Rhein-Neckar Zeitung vom 19.02.2016 heißt es in der zitierten Aussage des Oberbürgermeisters von Sinsheim, Jörg Albrecht: "Wir haben immer noch keinen Bauantrag, bestenfalls Fragmente eines solchen." In dem Schreiben vom 22.02.2016 an das WDSF heißt es jedoch durch das "Amt Stadt- und Flächenentwicklung Baurecht" der Stadt Sinsheim: "Am 29.07.2015 wurde ein Bauantrag zur Errichtung eines Aquariums mit Gastronomie bei der Stadt Sindheim eingereicht."

In einer dem WDSF vorliegenden E-Mail von Herrn Haffner (Baurechtsabteilung/Sinsheim) an Herrn Thomas Walter, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft The Seven Seas GmbH, vom 24. November 2016 heißt es: „Wie Ihnen bereits mündlich mitgeteilt, kann die Baurechtsbehörde jedoch erst eine Genehmigung erteilen, wenn der Bebauungsplan „Neuland“ einen Stand entsprechend § 33 BauGB erreicht hat. Dies ist derzeit noch nicht gegeben.“

 

07.12.2017 - Gegen Haie im neuen Mega-Kino: Tierschützer protestieren! (Heidelberg24)

11.04.2017 - Neuer Luxor-Filmpalast (mit Haien): Am 29. Juni 2017 heißt's Film ab! (Heidelberg24)

11.07.2016 - Open-Air-Kino und Hai-Aquarium - Luxor-Filmpalast eröffnet 2017 in Heidelberg

06.12.2016 - Luxor-Filmpalast feiert Richtfest (Heidelberg Bahnstadt):

"16 Meter soll das Kino der Luxors Filmbetriebe Englert einmal werden. Der absoluter Hingucker dabei: Das zylinderförmige Beton-Aquarium (neun Meter hoch) im Foyer, in dem man durch 80 Zentimeter große Bullaugen echte Haie und andere Meerestiere beobachten kann."


Hai-Aquarium
Im März 2017 soll der „Luxor-Filmpalast“ in Heidelberg eröffnen. Vier Kinos führen die Luxor Filmtheaterbetriebe Englert bereits – in Schwetzingen, Walldorf, Bensheim und Nidderau. Doch für das Prestigeobjekt in Heidelberg haben die beiden Geschäftsführer Christa und Jochen Englert vor, ein Aquarium zu Showzwecken mit Haien zu bestücken. Wir haben die Betreiber gebeten, aus Tierschutzgründen davon Abstand zu nehmen, zumal Haie sehr intelligente und soziale Tiere sind, die nicht in ein Aquarium gepfercht gehören.


Wir werden an dieser Stelle über den weiteren Verlauf der Entwicklung berichten und ggf. zur Eröffnung des Kinos im Jahr 2017 eine entsprechende Kampagne gegen die Luxor Filmtheaterbetriebe und einen Boykottaufruf gegenüber der Stadt Heidelberg starten.

Atlantische Störe wurden auf dem Fishing Festival (6. und 7.2.2016 - in Wels/österreich) in kleinste Vorführbecken (180 x 400cm) gepfercht. Neben 10 kleineren Stören befand sich dabei ein Atlantischer Stör mit einer Größe von etwa 150cm, der sich in dem kleinen Plastikbecken kaum bewegen konnte. Das WDSF hat Strafanzeige gestellt und hatte die zuständige Polizeibehörde aufgefordert, die Tiere, soweit keine Wiederansiedlung möglich ist, umgehend einer verhaltensgerechten Unterbringung zuzuführen. Die Polizei leitete die WDSF-Strafanzeige zur weiteren Bearbeitung an die zuständige Staatsanwaltschaft. Bei dem betreffenden Aussteller handelt es sich um "Goldberg Quelle Fischzucht Maier": https://www.facebook.com/Goldbergquelle-Fischmeister-Maier-313574881996132/?rc=p. (Geschäftsführer der Goldbergquelle Fischzucht und Fischhandel GmbH in Schiedlberg: Herrn Kamenskiy Dmitry - Gesellschafter Firma GURT-GmbH), wobei Matthias Maier für den Lebendverkauf verantwortlich ist).
Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob die städtische Behörde (Magistrat der Stadt Wels), welche die Genehmigung erteilt hatte, die Bewilligung in dieser Form überhaupt hätte erteilen dürfen. Ebenso wird überprüft, ob die Messeveranstalter den Bescheid eingehalten haben.

https://www.facebook.com/FishingFestival/photos/pcb.690800327689131/690800174355813/?type=3&theater

Geschützter Schwarzspitzen Riffhai wurde im Promi-Hotel Stanglwirt (Österreich) in Sauna-Aquarium gehalten

18.08.2011 - Wir haben gegen den Stanglwirt (Fam. Hauser) Strafanzeige wegen möglicher Verstöße gegen das österr. Tiertransportgesetz gestellt, weil der zweite Hai unmittelbar nach dem von uns kritisierten Transport an einem Tag mit 30-Grad-Temperaturen aus dem Stanglwirt-Sauna-Aquarium verstorben war. Frau Maria Hauser von der Stanglwirt-Familie hat ihre anfängliche Kommunikation mit uns eingestellt, nachdem wir offenbar unbequeme Fragen gestellt haben.
Es wurde daraufhin vom Stanglwirt eine prof. PR-Agentur (Marcel Brunnthaler) eingeschaltet, die unsere Fragen ebenfalls nicht beantwortete. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft den Fall zu prüfen.

Nach den internationalen WDSF/ProWal-Protesten (auch über Facebook) hat uns der Stanglwirt (Fam. Hauser) verbindlich zugesagt, dass es in dem Hotel-Auarium nie wieder Haie geben wird.

16.07.2011 Hochrhein-Zeitung: - Bestürzung über Tod eines Hais im Aquarium des Stanglwirt

Foto: privat/WDSF

Geschützter Schwarzspitzen Riffhai im Biohotel-Stanglwirt

"Die deutschen Meeresumweltschutz-Organisationen Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und ProWal protestierten im Juni bereits gegenüber dem „Bio-Hotel Stanglwirt“ in Going/Tirol gegen die Haltung eines geschützten Schwarzspitzen Riffhais in einem 28 Kubikmeter-Aquarium der Hotel-Sauna. Die Eigentümerfamilie Hauser des Promi-Hotels reagierte schnell und veranlasste den umgehenden Transfer des Zwei-Meter-Hais in den Aquazoo Schmiding, nachdem verschiedene Aquarien in Deutschland und Österreich eine Aufnahme abgelehnt hatten.

Nach einem dreistündigen Transport verstarb der Hai am vergangenen Montag. Bereits vor einem halben Jahr war ein anderer Hai in dem relativ kleinen Aquarium von dem jetzt verstorbenen Tier totgebissen worden.

Bereits in der Transportkiste war der Hai ins Koma gefallen. Helfer bemühten sich in Schmiding 12 Stunden lang vergeblich um das Überleben des Tieres. WDSF und ProWal kritisieren die Umstände des Transports und dass sie trotz ihres Angebots in die Abwicklung des Transfers nicht eingebunden wurden.
Sie vermuten nun Transportmängel, die zum Stress-Tod des Hais geführt haben.

Fot: privat/WDSFDer Meeresbiologe Robert Hofrichter (Geschäftsführer der Organisation „mare-mundi“), hatte auf Wunsch des Stanglwirts die Transportvorbereitungen begleitet. In einem Gespräch mit dem WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller teilte Hofrichter gestern mit, dass der Hai bereits vor dem Transport verletzt und blind gewesen sei.
Eine Einschläferung hätte dem Tier Leid erspart, so Hofrichter.

Die Tierschutz-Organisationen WDSF und ProWal hatten die Hotel-Miteigentümerin Maria Hauser vorsorglich darauf hingewiesen, dass ein Transfer des etwa 12 Jahre alten Tieres Risiken berge und nicht übereilt realisiert werden solle, da es erforderlich sei, dass sich Experten mit dem Transport befassen müssten. Die beiden Geschäftsführer Jürgen Ortmüller (WDSF) und Andreas Morlok (ProWal) hatten sich in einem Schreiben an Maria Hauser Ende Juni „ganz klar gegen eine Unterbringung des Hais im Aquazoo Schmiding“ ausgesprochen und das geplante Becken als „Badewanne“ bezeichnet, weil die vorgesehenen 400 Kubikmeter beispielsweise nur einer Fläche von etwa 10 x 20 Meter bei 2 Meter Tiefe entsprächen und damit zu klein sei, um mit anderen bereits in Schmiding gehaltenen Schwarzspitzen-Haien untergebracht zu werden.

Da eine Auswilderung nach der 12-jährigen Gefangenschaft nach Aussagen der Tierschutz-Organisationen zum sicherenTod des Tieres geführt hätte, hatten sie eine Unterbringung in einer Anlage wie beispielsweise im Meereszentrum Fehmarn mit rund 3000 Kubikmeter Wasser vorgeschlagen.

Die Transportvorbereitung des Tieres wurden nach Angaben von Maria Hauser vom Stanglwirt der Artenschutzorganisation „Sharkproject Austria“, dem Aquaristen Kurt Hofbrucker und dem Meeresbiologen Robert Hofrichter übertragen. Das Sharkproject besteht nach eigener Aussage überwiegend aus Tauchern, die sich „in der freien Natur in der Beobachtung und im Umgang mit diesen Tieren einiges an Wissen und Erfahrung aneignen konnten“, wie sie in einer Stellungnahme zum geplanten Hai-Transfer schreiben.

Sharkproject hatte darauf hingewiesen, dass die Überlebenschance beim Transfer des Hais von der Dauer des Transports abhängig sei. Daher wählte der Stanglwirt nach eigener Aussage den relativ kurzen Transferweg nach Schmiding. Warum nicht auch die zuständige Amtsbehörde über den Transport informiert wurde, konnte Frau Hauser vom Stanglwirt bisher nicht beantworten.

ProWal und WDSF bemängeln, dass sie über das Transportdatum nicht informiert worden waren und dass bei der Transportvorbereitung kein Veterinärmediziner zugegen war. Die Wetterbedingungen seien am Todestag mit knapp 30 Grad Hitze völlig ungeeignet für einen stressarmen Transfer des Tieres gewesen. Für solch einen Transport hätten außerdem Spezialisten aus den USA angefordert werden müssen, so wie es im Meereszentrum Fehmarn üblich sei, selbst wenn ein Hai nur von einem Becken in ein Nachbarbecken gebracht werde, so die beiden Organisationen. Frau Hauser, die sich über den Tod des Hais sehr betroffen zeigte, sagte gegenüber dem WDSF nun eine Autopsie des Hais zu, da auch Fragen zur Medikamentengabe nicht eindeutig beantwortet werden konnten.

Foto: privat/WDSF

Über die zukünftige Nutzung des Aquariums herrschte anfänglich in der Eigentümerfamilie des Hotel Stanglwirt Uneinigkeit. Während sich der Vater, Balthasar Hauser, für weitere Haianschaffungen ausspricht, setzt sich seine Tochter Maria dafür ein, dass das nun verwaiste Becken ohne Haie und nur noch mit Korallen und bunten Zierfischen aus einer Zucht bestückt werden soll."