26.11.2018 - Kritische Stellungnahme gegenüber der Stadt Duisburg (Unternehmen-Heute)

Delfinarium Duisburg

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren des Rates der Stadt Duisburg,

nachfolgende Stellungnahme bitte ich anlässlich der Sitzung am 26.11.2018 dem Rat der Stadt Duisburg bekannt zu geben.

Am 26.11.2018 will der Rat der Stadt Duisburg über die Beschlussvorlage (öffentlich) Drucksache-Nr. 18-1319 zur Neustrukturierung der Zoo Duisburg AG in einem Rechtsformwechsel zu einer Zoo Duisburg gemeinnützigen GmbH beschließen. Es bestehen erhebliche Bedenken gegen den Beschluss.

Die Stadt Duisburg will zur Umsetzung des Konzeptes 24.771 Stückaktion der Zoo Duisburg AG zu einem Kaufpreis von insgesamt 1 Euro mit wirtschaftlicher Wirkung zum 31.12.2018 an die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH (DVV) verkaufen. Wenn bei der DVV durch die Beteiligung ein bedingter Aufwand von mehr als 250 TEUR pro Jahr entsteht, soll eine Option auf Rückübertragung der Geschäftsanteile gegen Erstattung von Kaufpreis und Kapitaleinlagen eingeräumt werden. Die DVV ist zu 100 % eine Gesellschaft der Stadt Duisburg.

Umgesetzt werden sollen eine Eigenkapitalerhöhung um bis zu 15 Mio. Euro durch die DVV und eine Stammkapitalerhöhung um bis zu 575 TEUR durch den Verein der Freunde des Duisburger Tierparks e.V..

Der in den Punkten 3.a. und 4.a. der Problembeschreibung/Begründung dargelegten Erhöhung der städtischen Zuschüsse an den Zoo für die Jahre 2019 bis 2022 sollen auf folgende Planwerte zugestimmt werden:

2019: 4.144.000 Euro
2020: 4.065.000 Euro
2021: 3.969.000 Euro
2022: 4.219.000 Euro

Außerdem soll der Zuschuss für das Jahr 2018 von 2.478.000 Euro auf bis zu 4.068.000 Euro erhöht werden.

Diese Maßnahme hat finanzielle Auswirkungen im städtischen Haushalt.

Die Gehege sollen entspr. des Gutachtens über die Mindestanforderungen zur Haltung von Säugetieren vergrößert werden und zudem ist die Infrastruktur des Zoos (Ver- und Entsorgung, Verkehrsflächen) dringend sanierungsbedürftig, heißt es in der Beschlussvorlage. Ebenso seien die gesetzlichen Anforderungen, die zum weiteren Betrieb des Zoos gehören zwingend einzuhalten. Dass der Ausbau der Gehege entspr. des Gutachtens über die Mindestanforderungen zur Haltung von Säugetieren bei weitem mehr als das geplante Investitionsvolumen kosten wird, ist nicht berücksichtigt.

Die EU-Vorgaben für Beihilfen, dass bei der "Erhaltungszucht / Artenschutz die Zucht bedrohter Tierarten, um diese vor der Ausrottung zu bewahren, mit dem Fernziel, Nachzucht dieser Tiere wieder auszuwildern, um Freilandpopulationen neu aufzubauen oder zu stärken", ist in vorliegendem Fall nicht gegeben, da auch vordringlich nicht bedrohte Tierarten gehalten werden (wie z.B. die Delfine). Die nach dem Freistellungsbeschluss 2012/21/EU der EU-Kommission zu erfüllenden Voraussetzungen sind nicht vollständig gegeben. Eine Finanzierung der Zoo Duisburg AG / gGmbH ist dadurch gefährdet. Der Betrauungsakt der Stadt Duisburg für die Umwandlung in die Zoo Duisburg gGmbH ist daher von der EU nicht zu genehmigen.

Der Stadt Duisburg liegen nach eigenen Angaben keinerlei Ausgaben für die Delfinhaltung vor. Jedoch handelt es sich dabei um das kostenintensivste Gehege im gesamten Zoo. Hier ist durch einen Beschluss herbeizuführen, die Kostenstruktur des Zoos aufzudecken.

Es wurde ein Investitionsvolumen für die nächsten 25 Jahre von mindestens 76 Mio. Euro ermittelt.

Bei der Berechnung durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PKF wurde berücksichtigt, wie sich die Jahresergebnisse des Zoos bei Durchführung der Investitionsmaßnahmen entwickeln würden. Aus dieser Berechnung ergeben sich bei finanzmathematischer Barwert-Betrachtung gleichbleibende Verlustabdeckungsbedarfe von rd. 3,243 Mio. Euro p.a.. Für das Alternativzenario „Fortführung des bisherigen Investitionsniveaus“ beläuft sich dieser Betrag auf gleicher Bewertungsgrundlage auf rd. 6,441 Mio. Euro. Es werden bei Nichtdurchführung der Maßnahmen geringere Besucherzahlen und somit geringere Umsatzerlöse erwartet.

Jedoch gibt es keinen Umkehrschluss, dass sich bei Durchführung der Maßnahmen höhere Besucherzahlen ergeben! Die Aussage beruht auf einer reinen Vermutung. Der Zoo verliert seit Jahren alljährlich Besucher, wobei das auf das schlechte Wetter geschoben wurde.

Es gibt keinerlei Perspektive, dass sich die Besucherzahlen bei Durchführung der Maßnahmen erhöhen, sondern eine reine Vermutung. Es wird zusätzlich auf das Know-How im Bereich der Durchführung diverser kaufmännischer Aufgaben sowie aller Personaldienstleistungen der DVV verwiesen. Hier stellt sich die Frage, warum der Zoo diese Bereiche bisher nicht selbst abdecken konnte.

Der Hinweis auf die "Nutzung von Konzern-Ressourcen, die Ausgestaltung einer schlanken Organisation und die Optimierung der Grundprozesse durch Standardisierung“ ist dabei äußerst schwach formuliert. Ob eine umsatzsteuerliche Organschaft bei der Umstrukturierung vorliegt, ist bis heute nicht geklärt. Eine weiterprüfende Prüfung der materialwirtschaftlichen Prozesse und deren Integration in das DVV-System wurde im Jahr 2018 gestartet. Ergebnisses liegen allerdings noch nicht vor.

Es wird lediglich erwartet, dass ein Anstieg des Umsatzes zu erwarten sei. Dieses ist jedoch nicht gesichert. Der Anstieg der Jahresfehlbeträge ist dabei beträchtlich. Bei einer weiteren Umsatzminimierung führt dies zu erheblichen Problemen. Eine genaue Prognose gibt es nicht. Eine integrierte Geschäftsleitung lässt sich auch ohne Umstrukturierung schaffen, ohne dass es zu Maßnahmen wie dieser kommt. Die DVV ist eine 100%-ige Tochter der Stadt Duisburg. Inwieweit die DVV eine Kompetenz in Sachen Zooführung hat, mag ebenfalls bezweifelt werden.

Die Finanzierung des Investitionsvolumes von rd. 76 Mio. Euro macht die Aufnahme von (Bank-)Darlehn durch den Zoo erforderlich. Da der Zoo den Eigenkapitalanteil nicht aufbringen kann, ist eine Beteiligung durch die DVV erforderlich. Um 15 Mio. Euro soll diese Eigenkapitalerhöhung durch die DVV bereitgestellt werden. Dabei wird das Stammkapital der Zoo Duisburg gGmbH um bis zu 10 Mill. Euro erhöht und die Differenz in die Kapitalrücklage eingestellt werden. Nach Umsetzung der Schritte soll die DVV inkl. der eigenen Anteile des Zoos max. 89 % an der Zoo Duisburg gGmbH halten. Dies ist aus fachpolitischer Sicht bedenklich. Weiterhin ist geplant, dass die Stadt Duisburg einen jährlichen Zuschuss direkt an den Zoo leisten wird. Dass dabei die 4 Mill. Euro-Grenze erreicht wird, soll beschlossen werden. Die zur Investitionsfinanzierung aufzunehmenden Darlehen sollen ebenfalls durch Bürgschaften der Stadt Duisburg hinterlegt werden, die jeweils 100 % des Finanzierungsbedarfs abdecken. Derzeit wird erwartet, dass sich im Zeitablauf und unter Berücksichtigung von Tilgungen ein Darlehensbestand von max. 30 Mio. Euro aufbaut. Dass die Tilgungen dabei aus den eigenen Zuschüssen bezahlt wird, ist relevant.

Es ist fraglich, ob die Handlungsgrundlage den EU-Rechtsgrundlagen entspricht. Ob dadurch die Umsatzsteuerfreiheit der städtischen Zuschüsse erlangt werden kann, ist ebenfalls fraglich.

Der Zoo soll von der Stadt Duisburg mit der Erbringung von Dienstleistungen von allgemeinem wirtschaftlichen Interesse ab 2019 betraut werden (siehe die gesonderte Beschlussvorlage DS 18-1328). Hier ist es ebenfalls fraglich, ob bei dieser Konstellation die Umsatzsteuerfreiheit gewährt werden kann.

Im Kaufvertrag wird beiden Parteien u.a. ein Rücktrittsrecht für den Fall eingeräumt, dass der DVV ein durch die Beteiligung bedingter Aufwand von mehr als 250 TEUR enststeht. Davon ist allerdings aufgrund der Situation auszugehen.

Vor dem städtischen Zuschuss wird für 2018 ein Jahresfehlbetrag von 4.068.000 Euro erwartet. Unter anderem wird dabei eine zwingend vorzunehmende Zuführung zu den Pensionsrückstellungen i.H. von rd. 1,1 Mio. Euro erwartet. Ein entsprechendes Gutachten soll zum 31.12.2018 erstellt werden. Dieses Gutachten ist abzuwarten. Dass dieser Entwicklung im Jahr 2018 gegenläufige positive Effekte aus der Auflösung der Rückstellung und der Einsparung von Bezügen eines Vorstandsmitglieds in den Folgejahren gegenüber steht ist marginal.

Die bereits eingetretenen Ursachen der Ergebnisverschlechterung sind Mindererlöse aufgrund der aktuellen Besucherzahlen ( - 353 TEUR) sowie dringende, unvorhergesehene Instandsetzungen an diversen Gebäuden ( - 134 TEUR). Hier stellt sich die Frage wie die weitere Besucherentwicklung sein wird. Aufgrund der Rückgänge in den vergangenen Jahren und der drastischen Konkurrenzsituation auf dem Markt ist auch weiterhin von rückläufigen Besucherzahlen auszugehen. Dass den Mehraufwendungen i.H. von 1.589.200 Euro im Teilergebnisplan der Beteiligungen (PO 2060) in der Zeile Transferaufwendungen gleich hohe Posten gegenüber stehen, ist eine Farce.

Lt. Gesellschaftsvertrag (Entwurf) erhalten die Gesellschafter keine Zuwendungen aus Mitteln der Gesellschaft. Gleichwohl entstehen Gehälter durch die Installation einer neuen Geschäftsführerin.

In der Beschlussvorlage Drucksache-Nr. 18-1328 soll der Rat der Stadt Duisburg einen Betrauungsakt als beihilferechtskonforme Handlungsgrundlage für die Gewährung von Ausgleichszahlungen an die Zoo Duisburg Aktiengesellschaft (Zoo Duisburg AG künftig: Zoo Duisburg gGmbH) beschließen. Dieser Beschluss ist bis zur Klärung der unklaren Posten aufzuschieben.

Es wird gebeten, diese Stellungnahme noch vor der Sitzung am 26.11.2018 dem Rat der Stadt Duisburg zugänglich zu machen.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Ortmüller
- Steuerberater -

26.11.2018 - Aus für Altholzkraftwerk – Millionen für den Zoo (Reinische Post)


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Lebenslänglich für Delphine - oder Rettung durch Zoohaltung?

Ein Interview mit Jürgen Ortmüller vom Wal- und Delfinschutz-Forum

 

Keine andere Tierart bewegt die Menschen so sehr wie Delphine. Seien es die Fernsehserie Flipper aus den 60er-Jahren, Begegnungen in Delphinarien oder beim Dolphin-Watching oder aber Berichte von Delphinen als Beifang riesiger Fischfänger. Doch wo sind die ethischen Grenzen im Umgang mit diesen faszinierenden Tieren? Die Ansichten darüber gehen zum Teil weit auseinander. Nachfolgend lesen Sie das vollständige Interview mit Jürgen Ortmüller vom Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF).
 

Herr Ortmüller, welche Rolle spielen Delphinarien beim Schutz von Delphinen?
Der in den meisten Delfinarien gehaltene Delfin ist der Große Tümmler, der laut der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) noch nicht vom Aussterben bedroht ist. Zum Schutz der Delfine tragen Delfinarien aufgrund der katastrophalen Haltungsbedingungen in den kleinen Betonbecken und Gehegen definitiv nichts bei. Lediglich durch den fragwürdigen Bildungsauftrag der Zoos, der in der Europäischen Zoorichtlinie für die EU vorgegeben ist, gibt es noch die beiden Delfinarien in Deutschland im Nürnberger Tiergarten und im Duisburger Zoo. Alternativ sieht die Zoorichtlinie das Auswildern von Exemplaren vor, welches bisher in der Europäischen Union noch bei keinem Tier realisiert wurde.

Delphine in freier Wildbahn - haben wir Menschen das Recht, diese faszinierenden Tiere in Gefangenschaft zu halten? © tpsdave, pixabayDelphine in freier Wildbahn - haben wir Menschen das Recht, diese faszinierenden Tiere in Gefangenschaft zu halten? © tpsdave, pixabay

Delfine verlernen in Gefangenschaft das natürliche Jagdverhalten, weil sie mit totem Fisch gefüttert werden. Delfinnachzuchten haben die Beutejagd von Geburt an nicht erlernt. Durch das tägliche mehrfache Füttern der Delfine in Delfinarien durch die Tierpfleger halten sich die Delfine überwiegend an der Wasseroberfläche auf. Dies praktizieren die Delfinarienbetreiber ganz bewusst, um die Delfine den Besuchern zu präsentieren. Im offenen Meer verbringen Delfine mehr als 80 Prozent der Zeit unter der Wasseroberfläche. In Delfinarien ist es genau umgekehrt.

Als ich im Duisburger Delfinarium einen Delfintrainer fragte, warum er während der halbstündigen Show jeweils nur einen geringen Teil mit Erläuterungen über das natürliche Verhalten der Delfine in freier Wildbahn verwenden würde, sagte er mir lapidar, dass die Besucher das nicht hören wollten. In allen Delfinarien werden den Besuchern antrainierte Showkunststücke der Delfine gezeigt. In Freiheit würden Delfine zum Beispiel nicht über Hindernisse wie gespannte Seile und auch nicht über Fangnetze springen. Nur das Meer ist barrierefrei aber nicht die beengte Haltung in Delfinarien mit unnatürlichem antrainiertem Artverhalten. Dass in Duisburg bei fast jeder Show ein kleines Kind in einem Boot bei hoher Geschwindigkeit von einem Delfin durch das Becken gezogen wird, hat mit einem Bildungsauftrag nichts zu tun. Das gilt auch für das Nürnberger Delfinarien, wo sich Tierpfleger an den Flossen der Delfine durch das Becken ziehen lassen. Dies alles erinnert stark an die Shows in ausländischen Vergnügungsparks mit Delfinen. ...

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13.12.2018 - Tierschützer toben: Wurden Delfine im Duisburger Zoo mit Valium ruhiggestellt? (Focus)

2011 10(WDSF - 13.12.2018) Bei einer erneuten Akteneinsicht stellte das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) fest, dass die Delfine im Tiergarten Nürnberg weiterhin Psychopharmaka erhalten haben. Neben regelmäßigen anderen Medikamenten stand auch das Diazepam (Valium) auf der Medikamentenliste.

Dabei erhielt der inzwischen verstorbene Große Tümmler Moby mdst. 135 mg Diazepam an 15 Tagen im Jahr 2017 und in 2018 ein Antibiotikum und weitere Medikamente. Aber auch Anke und Jenny erhielten das Medikament Diazepam in 2018 angeblich zur Appetitanregung. Sorgen machte vordringlich der Gesundheitszustand dieser beiden Delfine. Alle Delfine erhielten Broncho-Vaxom jeden Monat für zehn Tage. Rund ein Dutzend andere Medikamente kamen im Jahr 2018 bisher zum Einsatz.

Fast alle Delfine hatten Rötungen und Striemen. Drei Delfine, Anke, Nami und Moby, erhielten zusätzlich zur Nahrung zwangsweise eine Flüssigkeitszufuhr.

Dass bei Jenny im Tiergarten Nürnberg im Juni 2018 die Pille abgesetzt wurde, bezeichnet das WDSF als absurd, weil bei der umfangreichen anstehenden Sanierung der Betonbecken sicherlich kein Nachwuchs erwünscht ist.

Der Geschäftsführer von ProWal, Andreas Morlok, der bereits in mehr als 50 Delfinarien weltweit Recherchen betrieben hat, sieht die Abgabe von Psychopharmaka als Beleg dafür, dass Delfine in Gefangenschaft nicht artgerecht gehalten werden können: „Es ist in jedem Delfinarium Usus, dass Delfine mit Drogen systematisch ruhiggestellt werden. Die Betreiber behaupten gerne, dass Psychopharmaka ja nur zur Appetitanregung eingesetzt werden. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit und trifft nur bei kleineren Mengen zu. In größeren Mengen wirken sie beruhigend und gar lahmlegend, denn die zwangsvergesellschafteten Delfine streiten oft miteinander und verletzen sich beispielsweise mit Bissen bei Rangkämpfen. In Nürnberg brach sich deshalb schon mal ein Delfin den Kiefer.“

Laut WDSF bekam auch Daisy im Zoo Duisburg im Jahr 2018 Diazepam (75mg). Bis auf die beiden Neugeborenen erhielten alle anderen fünf Duisburger Delfine unterschiedliche Medikamente.

Das WDSF spricht von unnatürlichen Haltungsformen die nur durch Medikamente zu beeinflussen seien und fordert den sofortigen Stopp der Delfinhaltung. Die Delfine sollten in menschenbetreuten Meeres-Buchten untergebracht werden.


 

 

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27.06.2018 - WDSF warnt vor Delfintherapie - "Abzocke" von Anbietern

Das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) hat nach jahrelangen Recherchen seine Ergebnisse über Delfintherapieanbieter und -vermittler auf seiner Homepage veröffentlicht. Es wird über Betrüger aus der Branche, die Gefahren einer Delfintherapie und über Tierquälerei der Delfine berichtet.

Pseudo-Delfintherapie mit "dolphin aid"Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des WDSF: "Eine Delfintherapie birgt große gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier. Inzwischen hat sich diese medizinisch und wissenschaftlich nicht anerkannte Pseudotherapie zu einem Millionengeschäft für Anbieter und Vermittler entwickelt. Die kommerzielle Delfintherapie ist in Deutschland verboten, sodass dubiose Anbieter wie in der Türkei, in Ägypten und in Übersee Eltern betroffener Kinder das Geld aus der Tasche ziehen."

Der Bundesverband "autismus Deutschland e.V." und Eltern von behinderten Kindern berichteten dem WDSF, dass durch Spendenaktionen oft nur ein Teil der Kosten von bis zu 15.000 Euro für eine Delfintherapie zusammen kommen würde und der Rest dann teilweise durch Darlehn von den Eltern finanziert werden müsse. Für Spendengelder die in Deutschland bei gemeinnützigen Vereinen für personenbezogene Delfintherapien eingehen, dürfen Spendenbescheinigungen für das Finanzamt ausgestellt werden.

Ortmüller: "Die Vereine kassieren die Spenden, erheben eigene Kostenerstattungen, haben manchmal gut bezahltes Personal und leiten den Rest an kommerzielle Delfintherapieanbieter im Ausland weiter. Dort sitzen dann oft Verbindungsleute, die an den Spendenaktionen partizipieren."

Der Düsseldorfer Delfintherapievermittler "dolphin aid e.V." verklagte das WDSF aufgrund seiner kritischen Berichterstattung über den "fragwürdigen Verein" vor dem Landgericht Köln. Dort wurden jedoch 20 Klagepunkte mit Urteil vom 25.10.2017 (AZ 28 O 368/16) abgewiesen. Der vorsitzende Richter des LG Köln wies darauf hin, dass "dolphin aid" sich Kritik gefallen lassen müsse und dass Inhalte der WDSF-Homepage über den Delfintherapievermittler bewiesen zutreffend seien. Über die Berufung von "dolphin aid" entscheidet das Oberlandesgericht Köln am 5. Juli 2018 (AZ 15 U 170/17). In der mündlichen Berufungsverhandlung wies der Senat des OLG Köln bereits darauf hin, dass er voraussichtlich dem erstinstanzlichen Urteil des LG Köln im Wesentlichen folgen wird. Das WDSF veröffentlichte eine Chronologie der bisher vergeblichen Rechtsverfahren von "dolphin aid" gegen das WDSF.

Während des Gerichtsverfahrens hatte sich herausgestellt, dass die "dolphin aid"-Gründerin Kirsten Kuhnert ihren Vorstandsposten bei dem Verein aufgegeben hatte und als bezahlte Managerin in das Delfintherapiezentrum CDTC auf Curacao gewechselt war.

Ortmüller: "Vereine wie "dolphin aid" betreiben bei Spendensammelaktionen ihre Abzocke. Gründer von solch fragwürdigen Vereinen wechseln dann, nachdem Millionen Euro Spendengelder alljährlich in die Vereinskasse gespült werden, zum Beispiel als bezahlte Mitarbeiter wie bei "dolphin aid" in das selbst ernannte Delfintherapiezentrum. Das Leid der Delfine in Gefangenschaft ist offenbar allen Beteiligten egal."

Im Jahr 2016 waren die Gründer des Delfintherapieanbieters "Dolphin Kids" wegen Veruntreuung von Spendengeldern zu einer Zahlung von fast 190.000 Euro verurteilt worden, weil sie sich "hemmungslos an den Spendengeldern bedient hatten", wie das Gericht formulierte, berichtet das WDSF.

Das WDSF warnt vor einer Teilnahme an einer Delfintherapie und beschreibt Alternativmöglichkeiten. "Ein Sonnenurlaub ohne Delfintherapie bringt in entspannter Atmospähre den betroffenen Kindern mit ihren Eltern meist mehr, als der Stress einer langen Anreise und der Angst der Kinder vor den Delfinen in Gefangenschaft", meint WDSF-Geschäftsführer Ortmüller.

28.06.2018 - Anbieter zocken ab – Warnung vor Delfintherapie
(Rollingplanet - Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde)

Weiterlesen: Delfintherapie

Veröffentlichungen des offenen WDSF-Briefes in Färöer-Medien:
14.03.2018 - Umhvørvisfelagsskapur: Tit eiga hvørki makrelin, sildina ella hvalin (VP.fo)
13.03.2018 - Opinion: Open letter to Faroese about slaughter of marine mammal (Local.fo)

Hier: Englische Übersetzung des WDSF-Briefes (English Translation of the WDSF-Letter)

 

(WDSF akt. 09. März 2018)

Wakfang auf den Fäöer

Sehr geehrte Färinger,

weder die Makrelen, die Heringe noch die Wale gehören Ihnen und die EU hat bereits im Jahr 2013 einen Boykott über die Färöer-Inseln verhängt, um Ihre unerträgliche Ausrottung von Fischbeständen zu verhindern. (http://www.neues-deutschland.de/artikel/918386.weiter-streit-um-fischfangquoten.html). Die Färinger können fast alles essen was sie wollen, sie können ihre persönilche Religion ausüben und ihre eigene Partei wählen, weil das ihr Privatleben betrifft und für jeden freien Menschen gilt. Aber Sie, sehr geehrte Färinger, dürfen im Gegensatz zu Ihren Wikinger-Vorfahren keine Menschenschädel verwenden und hoffentlich alsbald auch keine Wale mehr jagen und verzehren, weil gerade diese Lebewesen in besonderer Weise schützenswert sind.

Faroer Kinder WalfangDass Ihre Regierung Ihnen den Verzehr von Walfleisch noch erlaubt, heißt nicht, dass es richtig ist, dies zu tun. Ja, Sie dürfen sich und Ihre Kinder tatsächlich auch mit dem Schwermetall-verseuchten Walfleisch vergiften, weil Ihre Regierung Ihnen dies noch nicht verboten hat.

Jeder autonome Staat hat meist die Regierung, die er sich erwählt hat. Eine Regierung und ein Volk, das einer barbarischen Tradition folgt, darf von der Weltengemeinschaft kritisiert werden. Die Polizei in Tórshavn hatte uns (Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) und ProWal) im Jahr 2014 nach einer Demonstrations-Anmeldung herzlich eingeladen und ausdrücklich eine Berechtigung für unsere Demonstration bestätigt: "You are fully entitled to demonstrate and you are welcome to do so", heißt es in einem Schreiben der Polizei in Tórshavn vom 04. Juli 2014 an das Wal- und Delfinschutz-Forum (https://www.wdsf.eu/aktionen/faeroeer-walfang/wdsf-prowal-demo-aktionen-2014).

Ja, es ist sogar unser demokratisches juristisch abgesichertes Recht, Unternehmen zu boykottieren, die Produkte von den Färöer-Inseln importieren und zum Boykott dieser Produkte aufzurufen. Ja, wir dürfen Firmen wie z.B. AIDA-Cruises auffordern, die Färöer-Inseln nicht mehr mit Tausenden von Gästen zu besuchen. AIDA war unserer Aufforderung im Jahr 2013 gefolgt und hatte dem damaligen Ministerpräsidenten der Färöer-Inseln, Kaj Leo Johannesen, einen leider vergeblichen Brief geschrieben und zum Stopp des Walfangs aufgerufen (s. Link: https://www.wdsf.eu/aktionen/faeroeer-walfang/aida-faeroeer-kreuzfahrten). Mehr als Tausend Gäste durften darauf hin auf einen Besuch in Klaksvik (Färöer-Inseln) im Jahr 2013 und auch in den Folgejahren verzichten, weil es barbarisch ist, dass auch Kinder sich eine Schlachtung von Walen anschauen müssten, wenn sie zum Zeit des Besuchs stattfindet. Mehrere Tausend AIDA-Touristen haben ihr Geld nicht auf den Färöer-Inseln ausgegeben. Inzwischen stoppen AIDA, Costa Crociere, HapagLloyd, TUI Cruises und TransOcean nach WDSF-Interventionen und Tierschützerprotesten Anlandungen auf den Färöer-Inseln aus Tierschutzgründen und zum Schutz ihrer Gäste und Crews (https://www.wdsf.eu/aktionen/faeroeer-walfang/aida-faeroeer-kreuzfahrten). Die Anzahl der fehlenden Gäste dieser großen Kreuzfahrtunternehmen hat sich inzwischen auf einen jährlichen fünstelligen Bereich erhöht.

Das deutsche Fischunternehmen Gottfried Friedrichs in Hamburg war unserer Aufforderung gefolgt, keinen Lachs mehr von den Färöer-Inseln zu importieren (https://www.focus.de/finanzen/diverses/verbraucher-fisch-unternehmen-gottfried-friedrichs-stoppt-lachs-import-von-den-faeroeer-inseln-tierschuetzerproteste-erfolgreich_aid_851699.html).

Kein deutsches Unternehmen bietet Besuche in deutschen Schlachthäusern an. Färinger laden sogar Touristen ein, sich an der Waljagd zu beteiligen. In Geschäften auf den Färöer-Inseln liegen Listen für Touristen aus, die sich am Walfang beteiligen können (z.B. in Klaksvik im Buchladen "Leikalund").

Die Färinger und die Inuit in anderen Ländern mögen vor Hunderten von Jahren die Berechtigung gehabt haben, Wale zu jagen und zu verzehren, um zu überleben. Heute gibt es auf den Färöer-Inseln mehr Schafe als Einwohner. Die Lebensmittelläden auf den Färöer-Inseln (z.B. SMS in Tórshaven) verfügen über ein umfangreiches Angebot an Lebensmitteln. Kein Wal und Delfin müsste mehr getötet werden, um den Hunger der Färinger zu stillen. Heute weiß man um die beachtliche Intelligenz dieser Meeressäuger und man weiß, dass man sie nicht nachhaltig nachzüchten (domestizieren) kann. Man weiß aber auch über die Gier von Menschen die, wie auf den Färöer-Inseln, meinen, etwas umsonst zu bekommen, selbst wenn es hochgradig vergiftet ist und einer alten Tradition entspricht.

Von mehr als 190 anerkannten Ländern der Welt jagen nur noch die Färöer-Inseln, Japan, Norwegen, Island und Grönland Wale und Delfine zu angeblichen Nahrungszwecken bzw. der Forschung. In der gesamten Europäischen Union (EU) ist der Import von Wal- und Delfinfleisch verboten. Rund 50.000 Einwohnern der Färöer-Inseln stehen mehrere Milliarden (!) Menschen gegenüber, die den Fang und den Verzehr von Walfleisch ablehnen. In keinem anerkannten Land gibt es noch straffrei Sklaverei. Kinderarbeit ist in der EU verboten. Auf den Färöer-Inseln beteiligen sich nachweislich minderjährige Kinder an dem Abschlachten der Grindwale (einer Delfinart).

Ja, wir dürfen als Europäer auch Strafanzeigen gegen Verantwortliche auf den Färöer-Inseln stellen, wenn das Völkerrecht verletzt wird oder gegen nationale Gesetze verstoßen wird. Durch eine WDSF-Strafanzeige wurde im Jahr 2013 die Jagd auf eine Delfinschule von etwa 50 Tieren aufgrund polizeilicher Anordnung gestoppt, weil das Verfahren noch nicht abgeschlossen war und der zuständige Polizeichef Finnbogi Midjord sich für befangen erklärt hatte (https://www.wdsf.eu/aktionen/faeroeer-walfang/faeroeer-strafanzeige).

Die Kompetenzen des Løgtings (Parlament der Färöer) werden nach einem A-Sektor und einem B-Sektor unterschieden. Zum A-Sektor gehören alle Zuständigkeitsbereiche, die vom Løgting übernommen werden können, wenn entweder das Løgting oder das dänische Folketing es beschließen. In den B-Sektor fallen alle Fragen, die von färöischer und dänischer Regierung gemeinsam an das Løgting delegiert werden.

Grundsätzlich nicht zuständig ist das Løgting für die Landesverteidigung, Justiz und Außenpolitik. Diese sind Angelegenheit des Königreichs Dänemark. 2005 wurde allerdings mit dem Vertrag von Fámjin ein bilaterales Abkommen unterzeichnet, das die diesbezüglichen Kompetenzen des Løgtings entscheidend erweiterte.

Unsere Strafanzeigen wegen illegaler Waljagden in den Jahren seit 2010 haben dazu geführt, dass die Färöer-Regierung ein Gesetz erlassen hat, welches seit 2015 vorsieht, dass nur noch Walfänger mit einer entsprechenden Ausbildung und einer daraus folgenden Lizenz an den Jagden teilnehmen dürfen (https://www.wdsf.eu/aktionen/faeroeer-walfang/faeroeer-strafanzeige).

Weiterhin haben unsere Eingaben dazu geführt, dass Restaurants und öffentliche Abgabestellen von Walfleisch inzwischen eine behördliche Genehmigung benötigen (z.B. Hotel Hafnia und Restaurant Marco Polo in Tórshavn). Dies wurde uns schriftlich von der Staatsanwaltschaft in Kopenhagen bestätigt (https://www.wdsf.eu/aktionen/faeroeer-walfang/faeroeer-walfleisch-verseuchung).

Ja, wir durften die deutsche Fussball-Nationalmannschaft über den Deutschen Fussball--Bund (DFB) anlässlich der EM-Qualifikation im September 2013 davor warnen, Walfleisch auf den Färöer-Inseln zu konsumieren. Nationaltrainer Jochim Löw äußerte daraufhin, dass er kein Walfleisch essen würde (http://www.rp-online.de/sport/fussball/wm/joachim-loew-walfleisch-wuerde-ich-nicht-essen-aid-1.3664580). Der DFB sagte dem WDSF zu, einen eigenen Koch anlässlich des Aufenthaltes auf den Färöer-Inseln mitzubringen, wie auch Färöer-Medien berichteten (https://www.wdsf.eu/aktionen/faeroeer-walfang/431-walmord-auf-den-faeroeer-inseln-stoppen-aktionsbericht-2010-2013).

Ja, wir dürfen gegen den Walfang auch direkt auf den Färöer-Inseln demonstrieren. Die Färöer-Regierung ist möglicherweise für einen Anlass dankbar, eine Legitimation von außen zu haben, den Walfang einzuschränken und hoffentlich bald gänzlich zu stoppen, ohne ihre eigenen Wähler selbst zu vergraulen und ohne ihr Gesicht zu verlieren.

Ja, wir werden weiterhin alles unternehmen, damit der Walfang weltweit gestoppt wird, so auch auf den Färöer-Inseln. Jeder getötete Wal und Delfin ist für den Planeten und damit für den Konsenz der Natur und des Tierreichs in Koexistenz mit dem Menschen endgültig verloren.

Nein, wir müssen uns nicht dafür rechtfertigen, Teilbereiche des Planeten vor Ausrottung und Frevel zu schützen. Nein, wir müssen nicht mit unseren Hintern auf unseren Händen sitzen und teilnahmslos zusehen, wie eine autonome Nation wie die Färöer-Inseln alljährlich und historisch tausende von Grindwalen und Delfinen unwiederbringlich abschlachtet.

Nein, wir erwarten keinen Dank, wenn wir zusammen mit vielen anderen Tierschützern die Färinger Walfänger und mit ihnen eine ganze Nation auf den Weg einer weltweiten Anerkennung bringen, wenn der Walfang endgültig gestoppt ist.

Jürgen Ortmüller
Geschäftsführer und Gründer
des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)

 

S.a.: WDSF-Homepage:

Faroer Grindwalmassaker

 

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Axel Linke - Inh. Onmega Dolphin & Therapy Center Marmaris - WDSF-Foto

Der deutschen Inhaber des Onmega-Delfin-Therapie-Zentrums in Marmaris (Türkei), Axel Linke, scheiterte bei dem Versuch, das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) zu verklagen. Durch zwei Instanzen boxte er seine Klage und verlor letztendlich weitgehend vor dem Oberlandesgericht Hamm gegen die Delfinschutz-Organisation. Die eigenen Rechtsanwalt- und Gerichtskosten von über 5.000 Euro (lt. RVG) musste Onmega mit Axel Linke selbst übernehmen.

Das Landgericht Hagen und das Oberlandesgericht Hamm erlaubte dem WDSF folgende Aussagen:

- Der Onmega Dolphin Park in Marmaris (Inh. Axel Linke) ist einer der "Mörder von Tierschutzrechten"

- Die Delfine leben unter katastrophalen Bedingungen in viel zu kleinen Meeres-Käfigen (Onmega/Marmaris sowie Bodrum/Mumcular und Kas) und verbrennen bei über 40 Grad in der prallen Sonne, da ein erforderlicher Sonnenschutz fehlt

- Die Delfine werden für Therapien missbraucht und leiden unter der kommerziellen
Ausbeutung und dem Stress

- Die Delfine leiden unter Stress

- Das WDSF darf unter Angabe von Tatsachenbehauptungen zum Boykott aufrufen

WDSF-Tierschutzorganisation darf Türkei-Delfinarium Onmega als „Mörder von Tierschutzrechten“ bezeichnen

Einstweilige Verfügung gegen WDSF durch Marmaris -"Onmega-Delfinarium" bereits in erster Instanz weitgehend abgewiesen

(WDSF) Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) ist weltweit die einzige Organisation, die sich seit Jahren intensiv mit den Delfinarien-Angeboten der Reiseveranstalter in der Türkei befasst und die mit allen großen deutschen Anbietern in umfangreicher Korrespondenz und persönlichen langwierigen Verhandlungen erreicht hat, dass die Delfinarien-Angebote komplett aus den Verkaufsprogrammen genommen wurden. Durch die beträchtlichen Einnahmeverluste der türkischen Delfinarienbetreiber ist es diesen fast unmöglich geworden, weitere Delfine aus Wildfängen zu importieren.

Im April 2011 führte das WDSF zusammen mit der Organisation ProWal und Aktivisten eine Demonstrations-Tour zu sämtlichen Delfinarien in der Türkei durch und sprach mit fast allen Bürgermeistern der Delfniarienstädte.

Nach Vorlage der Beweismittel über die teilweise beengten oder unhygienischen Zustände (Delfinarien in Alanya, Belek, Antalya, Bodrum & Mumcular, Kas, Kusadasi, Istanbul) sowie die Haltung von verletzen Meeressäugern (hier: in Antalya DolphinLand) versprachen einige Bürgermeister Abhilfe, der sie jedoch bis heute nicht nachgekommen sind. Auch im Onmega-Delfinarium in Marmaris (Icemeler) leben Delfine in viel zu kleinen Käfigen unter katastrophalen Bedingungen und verbrennen bei über 40 Grad C in der prallen Sonne, da ein erforderlicher Sonnenschutz fehlt. Das Angebot der Delfintherapie ist eine finanzielle Ausbeutung der intelligenten Meeressäuger.

Die Delfine werden für Therapien missbraucht und leiden unter Stress. Eine Delfin-Therapie mit Kindern kann sehr gefährlich sein. Die meisten Delfine in der Türkei sind Wildfänge. Wir konnten dokumentieren, dass z.B. in dem Meereskäfig-Delfinarium in Bodrum die Tiere minutenlang frustiert mit ihrer Fluke kräftig auf das Meer schlugen (s. Video unten). Dort wird das Schwimmen mit Delfinen und die sog. Delfin-Therapie angeboten - für Menschen in den kleinen Gehegen eine große Gefahr für Leib und Leben! Im Delfinarium in Antalya und in Belek werden nachweislich verletzte Tiere eingesetzt. In manchen Delfinarien wie z.B. im "Sealanya" in Alanya herrschen absolut unhygienische Zustände, wie auch der Reiseveranstalter TUI nach WDSF-Hinweisen selbst recherchierte.

Wir konnten weiterhin nachweisen, dass für das "Sealanya"-Delfinarium in Alanya im Jahr 2008 insgesamt zehn Delfine aus der grausamen und blutigen Delfintreibjagd in Taji/Japan importiert wurden (Kaufvertrag: PDF Download). Von diesen zehn Delfinen aus Japan verstarben im Februar 2010 innerhalb weniger Tage vier Delfine, da die Betonbecken ganz offensichtlich nicht regelmäßig gereinigt wurden und die Delfine bei über 40 Grad ohne Sonnenschutz regelrecht verbrennen (Autopsiebericht s. ganz unten und http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/natur/umwelt-sonnenverbrannte-wale_aid_570307.html).

Das Onmega-Delfinarium in Marmaris (Inhaber Axel Linke - Manager Turgay Uykusuz) versuchte, das WDSF mit einer Einstweiligen Verfügung im Jahr 2011 vor dem Landgericht Hagen-Westf. erfolglos mundtot zu machen. Unter Androhung einer Geldstrafe von 250.000 Euro, ersatzweise 6 Monate Ordnungshaft, sollte dem WDSF untersagt werden (hier: auszugsweise), nachfolgendes zu behaupten bzw. zu fordern:

- die Delfine leben in viel zu kleinen Käfigen;

- die Delfine werden in abgeschotteten Gehegen unter katastrophalen Bedingungen gehalten;

- die Delfine verbrennen bei über 40 Grad C in der prallen Sonne, da ein erforderlicher Sonnenschutz fehle;

- Aufruf zum Boykott: "BOYKOTT TOURISM TO MARMARIS/TURKEY" (mit nachfolgender Grafikbeschriftung "Delfinqual im Therapiezentrum Onmega")

Inzwischen wurde nach Berufung vor dem OLG Hamm (s.o.) letztinstanzlich entschieden, dass das WDSF diese Aussagen verwenden darf, wobei ein Boykott-Aufruf mit Tatsachenbehauptungen unterlegt sein muss.

Es gibt etliche Erfahrungsberichte von Eltern über die Delfintherapie im Delfinzentrum Onmega in Marmaris. Hier ein Auszug aus dem Eltern-Blog der Onmega-Internetseite:

"Nach der ersten Woche hatte Annika zwei Tage Heimweh, sie hat zwischen den Therapien immer mal wieder geweint und wir haben dann viel mit der Oma, mit Papa und der Schwester Tanja telefoniert und sind abends auch ganz früh (21 uhr) im Bett gewesen – haben gekuschelt und früh geschlafen. Annika hat noch nie Heimweh gezeigt, darum war ich ganz erstaunt. Das ist auch ein Fortschritt, wenn auch kein schöner!"

Wir wollen dabei nicht verschweigen, dass aus nachvollziehbaren Gründen in dem Blog überwiegend positive Erfahrungswerte dargestellt werden. In wissenschaftlichen Studien wurde festgestellt, dass es meist das Urlaubserlebnis ist, was behinderte Kinder etwa fröhlicher erscheinen lässt. Lediglich in der Wahrnehmung der Eltern war im Rahmen der sog. "Breitenbach-Studie" ein positiver Effekt feststellbar.

Es muss daher davon ausgegangen werden, dass die Delfin-Therapie medizinisch unsinnig ist, die Delfine für die Therapieform missbraucht werden und die Kosten in keiner Relation zur Wirkung stehen. Alternative Therapieformen wie die Hippotherapie (mit Therapie-Pferden) und eine Therapie mit ausgebildeten Rettungshunden sind weitaus günstiger und werden auch in Deutschland angeboten.

Onmega-Eingang zu den Delfinkäfigen

Meldung auf türkisch:

27. Nisan 2012: Report Turkish: Timurca – Ana Sayfa (Kültür-Sanat-Politika)

WDSF’in Marmaris’teki Onmega Yunus Parkına ve Diğerlerine Karşı Adalet Zaferi

WDSF’in Marmaris’teki Onmega Yunus Parkına ve tüm diğer Yunus Parklarına karşı Hamm Eyalet Yüksek Mahkemesi önündeki Zaferi
Yunus Korumacıların Eyalet Yüksek Mahkemesindeki Zaferi

Hagen (ots) – Almanya Hamm Eyalet Yüksek Mahkemesi, Hagen’da yerleşik “Wal- und Delfinschutz-Forum” (WDSF) yani Balina ve Yunus Koruma Forumu adlı Siivil Toplum Kuruluşunun, yunusların tutsak edilmesini ticari sömürü olarak nitelendirmesini ve eleştirmesini haklı bularak adı geçen STK’nın bu işletmeleri kamu önünde ifşa ve kınamasının yerinde olduğuna karar verdi.



Eyalet Yüksek Mahkemesinin Kararına göre, WDSF’nin kullandığı „yunuslar çok ufak kafeslerde yaşamak zorunda bırakılıyorlar“, „terapi seansları için istismar ediliyorlar“, „tutsaklıkları nedeniyle stres yaşıyorlar“, „durumları felaket arzediyor“ şeklindeki açıklamalar ve eleştiriler yasal olup, fikir özgürlüğünün korunması prensibine dahildir.



Eyalet Yüksek Mahkemesi, WDSF’in Iserlohn ilçesinde yerleşik avukatı Gerd Schönfelder’e fikir belirtmenin amacının, bu yüzden bir ticari işletme madur olacak dahi olsa “bir konudaki fikrin açıklanması, çevreyle paylaşılması, fikir oluşturulması ve inandırıcı olunması“ özgürlüğü demektir şeklindeki mütalaasını iletmiştir.



Yüksek Eyalet Mahkemesinin 13. No lu Sulh Kurulu, WDSF’in açıklamalarının kamuyu ilgirendiren Hayvan Hakları ve Hayvanların Cinslerine Uygun Yaşam Hakları konusuna ilişkin olduğunun altını çizmiştir. Mahkeme kararında (AZ OLG HAMM I-13 U 174/11), Hayvan Hakları STK’sının, yasal fikir özgürlüğü hakkı çerçevesinde olmak ve belirtilen beyanlara uygun olmak şartıyla boykot çağrısında dahi bulunmasının yasal olduğuna karar vermiştir.



WDSF-Başkanı Jürgen Ortmüller (58): “Dünya çapındaki yunus parklarına karşı olan kampanyamızı Hollywood yıldızı ve Oscar ve Bambi ödülleri sahibi Richard’O Barry (WDSF Kuratoryumu) nin desteğiyle ve şiddeti arttırılarak sürdüreceğiz. Kamuoyu, yunusların mezaliminin ne denli korkunç olduğunu görmesi, idrak etmesi gerekiyor” demektedir.



WDSF bu konuda ayrıca bilimsel destei de, “tutsaklığı süren yunusların bir dakika boyunca düz olarak yüzebilmeleri için en az 850 m. lik bir kulvara gereksinim olduğunu” bilimsel olarak tespit eden Bochum Ruhr üniversitesinden Dr.Christian Schulze’den almaktadır. Bilıi adamı ayrıca, tutsak ortamda üretilen yunusların, doğal avlanma yetileri körelmiş olduğundan bunların direkt olarak doğal ortama bırakılabilmelerinin mümkün olmadığını da bildirmektedir (www.wdsf.eu) .
WDSF kalan son iki yunus parkı olan Duisburg ve Nürnberg yunus parklarında üretimin yasaklanmasını ve yunusların tutsaklığının sona erdirilmesini talep etmektedir.



Basın ve Medya ile ilşkiler:

Jürgen Ortmüller
WDSF-Başkan

Dolphin Defenders Win in Higher Regional Court

(Hagen/Westf. - April 2012) The Higher Court (OLG) in Hamm/Germany granted the „Wal- und Delfinschutz-Forum“ (WDSF, Whale and Dolphin Protection Forum) from Hagen the right to keep criticizing dolphin captivity as commercial exploitation as well as publicly denouncing the owners of dolphinaria.

Statements of the WDSF such as “dolphins live in far too small cages”, “are abused for therapies”, “suffer stress in captivity” and “in catastrophic conditions” are permissible according to the judgement of the Higher Court and enjoy the protection of freedom of expression. The OLG confirmed to the WDSF with its Iserlohn lawyer Gerd Schönfelder that the purpose of expression of opinion is “to exert an intellectual effect on the public, to promote opinions and act convincingly” even if it may adversely affect the economic position of a business. The statement of the WDSF is an issue of public interest pertaining to animal protection and welfare, according to the 13th civil division of the OLG. Even a boycott call is permissible as long as it is in the scope of allowable expression of opinion and the animal protection organization limits itself to the conceded statements (AZ OLG Hamm 13 U 174/11).

The head of WDSF, Jürgen Ortmüller (58): “We will continue our worldwide anti-dolphinaria campaign reinforced now with support of Hollywood-Star, Oscar and Bambi award winner Richard O’Barry (WDSF Board of trustees). The public must learn how catastrophic dolphin captivity really is.”

The WDSF also receives words of encouragement through the scientific declaration by Dr Christian Schulze (Ruhr University Bochu/Germany), who has in mind a minimum pool length of 850 meters for the remaining captive dolphins, “so they can swim straight forward for at least a minute.” A reintroduction of progeny into the wild is largely ruled out as those marine mammals lost their own predatory behavior in captivity.

The WDSF demands stopping births for the remaining dolphinaria in Duisburg and Nuremberg as well as a phasing out of dolphin captivity.--

Jürgen Ortmüller
Executive Director, WDSF