Wirbel um „dolphin aid“ Spenden-Gala im Zwielicht – wohin floss das Geld? – Quelle: https://www.express.de/28968122 ©2017

27.06.2018 - WDSF warnt vor Delfintherapie - "Abzocke" von Anbietern

Das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) hat nach jahrelangen Recherchen seine Ergebnisse über Delfintherapieanbieter und -vermittler auf seiner Homepage veröffentlicht. Es wird über Betrüger aus der Branche, die Gefahren einer Delfintherapie und über Tierquälerei der Delfine berichtet.

Pseudo-Delfintherapie mit "dolphin aid"Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des WDSF: "Eine Delfintherapie birgt große gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier. Inzwischen hat sich diese medizinisch und wissenschaftlich nicht anerkannte Pseudotherapie zu einem Millionengeschäft für Anbieter und Vermittler entwickelt. Die kommerzielle Delfintherapie ist in Deutschland verboten, sodass dubiose Anbieter wie in der Türkei, in Ägypten und in Übersee Eltern betroffener Kinder das Geld aus der Tasche ziehen."

Der Bundesverband "autismus Deutschland e.V." und Eltern von behinderten Kindern berichteten dem WDSF, dass durch Spendenaktionen oft nur ein Teil der Kosten von bis zu 15.000 Euro für eine Delfintherapie zusammen kommen würde und der Rest dann teilweise durch Darlehn von den Eltern finanziert werden müsse. Für Spendengelder die in Deutschland bei gemeinnützigen Vereinen für personenbezogene Delfintherapien eingehen, dürfen Spendenbescheinigungen für das Finanzamt ausgestellt werden.

Ortmüller: "Die Vereine kassieren die Spenden, erheben eigene Kostenerstattungen, haben manchmal gut bezahltes Personal und leiten den Rest an kommerzielle Delfintherapieanbieter im Ausland weiter. Dort sitzen dann oft Verbindungsleute, die an den Spendenaktionen partizipieren."

Der Düsseldorfer Delfintherapievermittler "dolphin aid e.V." verklagte das WDSF aufgrund seiner kritischen Berichterstattung über den "fragwürdigen Verein" vor dem Landgericht Köln. Dort wurden jedoch 20 Klagepunkte mit Urteil vom 25.10.2017 (AZ 28 O 368/16) abgewiesen. Der vorsitzende Richter des LG Köln wies darauf hin, dass "dolphin aid" sich Kritik gefallen lassen müsse und dass Inhalte der WDSF-Homepage über den Delfintherapievermittler bewiesen zutreffend seien. Über die Berufung von "dolphin aid" entscheidet das Oberlandesgericht Köln (AZ 15 U 170/17). In der mündlichen Berufungsverhandlung am 07.06.2018 wies der Senat des OLG Köln bereits darauf hin, dass er voraussichtlich dem erstinstanzlichen Urteil des LG Köln im Wesentlichen folgen wird. Das WDSF veröffentlichte eine Chronologie der bisher vergeblichen Rechtsverfahren von "dolphin aid" gegen das WDSF. (Anm. 12.07.2018: Das Berufungsurteil des OLG Köln ist noch nicht ergangen, weil die dolphin aid-Anwälte einen weiteren Schriftsatz im Anschluß an die mündliche Verhandlung vom 07.06.2018 nachgeschoben haben und das WDSF dazu lt. Beschluss des OLG vom 28.06.2018 noch Stellung nehmen soll.)

Während des Gerichtsverfahrens hatte sich herausgestellt, dass die "dolphin aid"-Gründerin Kirsten Kuhnert ihren Vorstandsposten bei dem Verein aufgegeben hatte und als bezahlte Managerin in das Delfintherapiezentrum CDTC auf Curacao gewechselt war.

Ortmüller: "Vereine wie "dolphin aid" betreiben bei Spendensammelaktionen ihre Abzocke. Gründer von solch fragwürdigen Vereinen wechseln dann, nachdem Millionen Euro Spendengelder alljährlich in die Vereinskasse gespült werden, zum Beispiel als bezahlte Mitarbeiter wie bei "dolphin aid" in das selbst ernannte Delfintherapiezentrum. Das Leid der Delfine in Gefangenschaft ist offenbar allen Beteiligten egal."

Im Jahr 2016 waren die Gründer des Delfintherapieanbieters "Dolphin Kids" wegen Veruntreuung von Spendengeldern zu einer Zahlung von fast 190.000 Euro verurteilt worden, weil sie sich "hemmungslos an den Spendengeldern bedient hatten", wie das Gericht formulierte, berichtet das WDSF.

Das WDSF warnt vor einer Teilnahme an einer Delfintherapie und beschreibt Alternativmöglichkeiten. "Ein Sonnenurlaub ohne Delfintherapie bringt in entspannter Atmospähre den betroffenen Kindern mit ihren Eltern meist mehr, als der Stress einer langen Anreise und der Angst der Kinder vor den Delfinen in Gefangenschaft", meint WDSF-Geschäftsführer Ortmüller.


Wirbel um "dolphin aid" -  kritischer Beitrag des Düsseldorfer EXPRESS

Delfintherapievermittler "dolphin aid" steht in der Kritik des Düsseldorfer EXPRESS und des WDSF - Gründerin Kirsten Kuhnert inzwischen bezahlte Programmdirektorin im Management des Delfin-Therapiezentrums auf Curacao

(WDSF 28.11.2017/17.06.2018) Am 28.11.2017 veröffentlichte der Düseldorfer EXPRESS einen kritischen Beitrag über den Delfintherapievernittler "dolphin aid". Das WDR-Fernsehen (hier: Transkription des WDR-Berichts) berichtete bereits 2005 in einem ebenfalls kritischen Beitrag. Bei vielen Kritikern von "dolphin aid" wurde mit juristischen Mitteln durch den Verein versucht, sie u.E. mundtot zu machen. Dem WDSF liegen etwa über 2.000 Seiten recherchierten Materials vor, welches ein äußerst fragwürdiges Licht auf den Verein wirft, wie nachfolgend berichtet wird.

In dem EXPRESS-Bericht heißt es zu den Spenden aus der alljährlichen Spenden-Gala im Interconti-Hotel in Düsseldorf bei der Veranstaltung in 2017: "146.000 Euro kamen zusammen. Aber inzwischen häufen sich auch die kritische Töne - die Gala und ihre Arbeit geraten immer mehr ins Zwielicht." Im EXPRESS-Bericht heißt es weiter, dass auch die entgeltlichen Bezüge der "dolphin aid"-Gründerin Kirsten Kuhnert im Management des Therapiezentrums CDTC auf Curacao, das von "dolphin aid" bevorzugt angeboten wird, bisher nie veröffentlicht wurden. Kuhnert war als Vorstandsmitglied des Vereins zurückgetreten, aber gleichwohl stimmberechtigtes Vollmitglied geblieben. Ihre Begründung zum Vorstandsrücktritt lt. Vereinsakte im Jahr 2008: "...um mögliche Missinterpretationen vorzubeugen und den Verein vor Schaden zu bewahren ... ."

"dolphin aid" hat über die Jahre Millionen Euro an Spenden an das CDTC überwiesen und somit auch die Bezüge der "dolphin aid"-Gründerin Kirsten Kuhnert als Managerin im Therapiezentrum CDTC mitfinanziert.

EXPRESS: "Die Mutter eines betroffenen Kindes sagt zur Delfintherapie: "Sie war teuer und erfolglos, kostete uns fast 10.000 Euro. Und von den Spenden bekamen wir nichts." Jürgen Ortmüller vom "Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) kritisiert: „Die von »dolphin aid« vermittelte Delfintherapie ist kommerziell und ein Missbrauch sensibler Meeressäuger. "dolphin aid" hat am 25. Oktober 2017 eine Klage am Landgericht Köln gegen das WDSF verloren, muss 20 von 21 Behauptungen des WDSF weiter ertragen. Auch die Formulierung: "Alljährliche Abzocke von dolphin aid?" mit der der WDSF die Spendenaktionen kritisiert hatte."

Die "Abzocke"-Aussage des WDSF wurde weder vom Landgericht Köln (Az.: 28 O 368/16) in einem Gerichtsverfahren durch "dolphin aid" gegen das WDSF, noch vom Landgericht Berlin (Az.: 27 O 707/17) im Rahmen einer Einstweilige Verfügung durch "dolphin aid" gegen den Düsseldorfer Express als unzulässige Schmähkritik eingestuft, sondern als zulässige Bewertung aufgrund einer freien Meinungsäußerung.

Der EXPRESS weiter: "Unterstützer sprangen ab - Ex-"dolphin aid"-Botschafter Hugo Egon Balder hatte sich in einer RTL-Sendung für die "Freihheit für Flipper" ausgesprochen. Ex-Botschafter Howard Carpendale legte sein Ehrenamt ebenfalls nieder." Inzwischen hat sich auch der Schauspieler Ralf Möller als Botschafter von "dolphin aid" verabschiedet.

"dolphin aid e.V." kassiert 2 Prozent als Bearbeitungsgebühr der Teilnahmekosten und einen "freiwilligen" Mitgliedsbeitrag wie betroffene Eltern berichteten. Eine Verzinsung der langjährig auflaufenden Spendenbeträge zugunsten betroffenener Eltern gab es auch in Zeiten der Hochzinsphase nicht. Bei einer Spendenaktion kamen rund 26.000 Euro zusammen. Ein Vollmitglied des Vereins "dolphin aid e.V." deklarierte als Reisebüro 3% der gebuchten Reisekosten. Das alljährliche Spendenvolumen bei "dolphin aid" liegt im Durchschnitt bei mehreren Millionen Euro, berichtete der WDR (s.u.).


WDR berichtete kritisch über dolphin aid e.V. und deckt Hintergründe auf

(WDSF - 2017) Das WDR-Fernsehen berichtete 2005 in Interviews mit betroffenen Eltern und der Gründerin von dolphin aid, Kirsten Kuhnert, über die fragwürdigen Hintergründe des Delfintherapievermittlers. Einige Eltern würden das Vermittlungsangebot von dolphin aid nicht mehr annehmen, weil es zu teuer sei und man auch selbst keine finanzielle Unterstützung erhalten würde, heißt es in dem TV-Bericht des WDR.

Die Stiftung "Kids Care" hatte sich nach anfänglicher Unterstützung von dolphin aid im Millionen-Euro-Bereich von dolphin aid wieder getrennt, weil Zahlen nicht ordnungsgemäß übermittelt worden seien und weil kritisiert wurde, dass dolphin aid einen entgeltlichen Geschäftsführer (Kay Evers, der Onkel von Kirsten Kuhnert) einstellen wolle. Die Personalkosten von dolphin aid lagen 2004 bereits über 230.000 Euro. Ebenso wurden eigene Reisen des Vorstands von dolphin aid mit über 32.000 Euro alleine im Jahr 2004 aus Einnahmen des Vereins bezahlt.

Unterlagen für das DZI-Spendensiegel habe dolphin aid nicht beigebracht, weil der Verein dann Zahlen hätte offenlegen müsste, berichtet der WDR. Kirsten Kuhnert meinte dagegen, dass die DZI-Gebühr von damals 1.550 Euro lieber der Hilfe von Kindern aus den Spendeneinnahmen zugute kommen soll. Bei mehreren Millionen Euro Einnahmen jährlich ist dies u.E. eher eine fragwürdige Aussage von Kirsten Kuhnert, die durch ihre Bezüge beim CDTC-Therapiezentrum auf Curacao an den Millioneneinnahmen, die dolphin aid an das CDTC überweist, partizipiert.

"dolphin aid" erwirkte Einstweilige Verfügung gegen den WDR-Bericht

Anm. WDSF( 17.06.2018): „dolphin aid e.V.“ erwirkte im Anschluss an die WDR-Sendung eine Einstweilige Verfügung beim Landgericht Hamburg. Einige kritische Aussagen von betroffenen Eltern wurden durch den Gerichtsbeschluss beanstandet. Bei der Transkription haben wir daher diese Aussagen gelöscht. Nach Auskunft des WDR gegenüber dem WDSF sei der Sendebeitrag aus „juristischen Gründen“ nicht mehr verfügbar.

Dem WDSF wurde der vollständige WDR-Beitrag von Eltern zur Verfügung gestellt und durch das WDSF dem Land- und Oberlandesgericht Köln aufgrund einer Klage von „dolphin aid“ wegen der kritischen WDSF-Berichterstattung auf seiner Homepage über den fragwürdigen Verein vorgelegt. Die Klage von „dolphin aid“ gegen das WDSF wurde vom Landgericht Köln in allen wesentlichen Punkten abgewiesen (s. nachfolgend).


"dolphin aid" verliert Klage gegen das WDSF in 20 Klagepunkten


Kooperation von "dolphin aid" mit fragwürdigen Delfinarien - Gründerin Kirsten Kuhnert inzwischen bezahlte Programmdirektorin im CDTC-Therapiezentrum

Kirsten Kuhnert - dolphin aid-Gründerin auf der Gala 2017 - Foto: privat(WDSF *2016/**26.11.2017) "dolphin aid e.V." zählt zu den finanziell best ausgestatteten Vermittlern von Delfintherapien. "dolphin aid" ist ein fragwürdiger Unterstützer und Vermittler der DHT (Dolphin Human Therapy) in Deutschland. **Gegründet wurde der Verein von Kirsten Kuhnert (s. Bild links) im Jahr 1995. Kuhnert hat 2009 als bezahlte Programmdirektorin in das Management des Delfintherapiezentrums "Curacao Dolphin Therapy Center" (CDTC) auf Curacao gewechselt, wohin Spendengelder von dolphin aid fließen, und ist gleichzeitig als Vorstandsmitglied bei dolphin aid e.V. ausgestiegen. Gleichwohl blieb sie weiterhin stimmberechtigtes Vollmitglied des Vereins. Der Verein "dolphin aid" hat über die Jahre gesammelte Spenden in Millionenhöhe (Euro) an das CDTC überwiesen, sodass auch Kirsten Kuhnert als sicherlich gut dotierte Programmdirektorin des CDTC daran partizipiert. Die Begründung von Kuhnert vom 8. Januar 2008 zum Rücktritt als Vorstand bei dolphin aid lt. Vereinsregister Düsseldorf: „Dies geschieht bis zur Klärung sämtlicher juristischer, steuerlicher und moralischer Aspekte, die sich aus der Übernahme meiner neuen Aufgabe im Therapiezentrum CDTC ergeben, um mögliche Missinterpretationen vorzubeugen und den Verein vor Schaden zu schützen.“

Jährlich findet eine Gala im Hotel Intercontinental Düsseldorf durch "dolphin aid" statt, an der etliche Promis und Firmen teilnehmen und eine Menge Geld zusammentragen - wofür genau ist fraglich. Auf Mallorca vergnügen sich Funktionäre von dolphin aid mit Alt-Promis und Teilnehmern bei einem jährlichen Golfturnier und sammeln Geld bei einer Tombola. Im Jahr 2015 war auch der Schauspieler Heiner Lauterbach dabei, hieß es. Eltern beklagen sich über dolphin aid, da es sich nicht um eine Therapie handeln soll, sondern lediglich um das Schwimmen mit Delfinen (s.u. "Öffentliche Kritik an dolphin aid"). Die Mutter eines behinderten Kindes übermittelte dem WDSF einen Bericht über ihre negativen Erfahrungen mit dolphin aid (facebook). Sie spricht davon, dass "auch die Menschen (Anm.: Delfintherapieanbieter) mit der teuren Delphin-Therapie eine recht erträgliche und einfache Art des Einkommens gefunden haben." Dies gehe alles zu Lasten der Delfine. Die Verlierer bei dieser "Delphin-Therapie" seien eigentlich alle Beteiligten, außer dem Anbieter/Veranstalter dieser Therapieform.

In einem Artikel vom 15.11.2015 auf Express.de heißt es zu den Geldsammelaktionen von dolphin aid: "Auch Schauspieler Bernd Herzsprung, seit 13 Jahren Botschafter, erleichterte die Gäste um Geld. ... Weitere Gäste des Abends: Ron Williams mit Tochter Ariane Roth und Sohn Julian, Ex-Fußballprofi Uli Stein mit Tochter Jenny, Prinzessin Ursula zu Hohenlohe, Lindenstraße-Star Andrea Spatzek. Spendenergebnis: 147.000 Euro!"

Auf der Homepage der Organisation heißt es: "Es gibt keine wirtschaftlichen Verbindungen zu den Therapiezentren. dolphin aid betreibt kein eigenes Therapiezentrum, sondern ist eine reine Hilfsorganisation und somit völlig unabhängig" ...und weiter ... "Nach § 52 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Abgabenordnung fördern wir nachfolgende, gemeinnützige Zwecke: Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens und der öffentlichen Gesundheitspflege." Diese Aussage als Grundlage für die Steuerfreiheit und Gemeinnützigkeit von dolphin aid halten wir für fragwürdig, weil die Delfintherapie nicht zum "öffentlichen Gesundheitswesen" gerechnet werden kann.

Auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein heißt es dazu:

"Die Verordnung von Leistungen, die nicht den Bestimmungen der Heilmittel-Richtlinie entsprechen und/oder nicht im Heilmittel-Katalog genannt sind, ist nicht zulässig. Ausgeschlossen ist somit zum Beispiel die Behandlung von Lese- und Rechtschreibschwäche, Delfintherapie oder Yoga."

Es wird von Teilnehmern einer Delfintherapie vermutet, dass die eigenen Reisen und die Vorstandsaufwendungen des dolphin aid-Vorstands auch aus den steuerbegünstigten Spendentöpfen bezahlt werden (s. Blog-Beitrag unten). In dem o.a. WDR-TV-Bericht wurde dies bestätigt. Die Organisation selbst veröffentlicht darüber keine eigenen Angaben.

"Der Arzneimittelhersteller STADA unterstützt u.a. seit 2007 als Hauptsponsor den Verein dolphin aid e.V." heißt es in den dolphin aid news. Etliche andere Firmen-Förderer werden auf der Internetseite von dolphin aid aufgeführt.

"Therapien" in fragwürdigen Anlagen

*Die Therapien werden lt. Angaben des Vereins in Key Largo, Florida, im Dolphin Therapy Center Curacao, im Dolphin Reef in Eilat/Israel und vormals im türkischen Marmaris (Onmega Dolphin Therapy - s. dort auf S. 10) durchgeführt. Sämtliche Anlagen gelten bei Delfinschützern als fragwürdig und umstritten. Die "Delfin-Therapie-Zentren" in Curacao, Florida und Eilat wurden vom "medizinisch-wissenschaftlichen Beirat" von dolphin aid selbst "zertizifiert" und nicht von unabhängigen Prüfstellen! Ebenso förderte dolphin aid nach eigenen Angaben im Tierpark Mundomar in Benidorm (Spanien) ein Projekt durch die Delfintherapie-Vermittlung, das auch von dem radikalen Pseudo-Delfintherapeuten Branko Weitzmann angeboten wird, der in einem Delfinpark in Tunesien mit Delfinen aus der grausamen Delfintreibjagd aus Taiji/Japan "arbeitete", wie auch die Bild am Sonntag berichtete. Anzahlungen von Eltern für Delfintherapien bei Weitzmann wurden nach deren Angaben von Branko Weitzmann nicht zurückerstattet nachdem er mit seiner Firma in Tunesien pleite gegangen war. Nach Angaben der "Fundación Aqualandia Mundomar" in einem Informationsblatt, das noch im Herbst 2015 verteilt wurde, arbeitet diese Stiftung "mit verschiedenen Organisationen zusammen, wie z.B. Dolphin aid, Dolphin Kids  ...".

Die Kooperation von dolphin aid und Branko Weitzmann ergibt sich auch aus einem Dankschreiben einer Mutter an Sigrun Wenzel von der dolphin aid-Geschäftsstelle in Düsseldorf (unter dem Link auf Seite 9 der dolphin aid News August 2012). Auf Seite 2 dieser News wird das Hotel Dolphin Suites in Curacao hervorgehoben, in dem die Eltern von betroffenen Kindern sich einmieten können. Dort heißt es: "Als erstes Hotel in der Karibik, ausgestattet für Gäste mit Behinderungen, gibt Dolphin Suites auch den dolphin aid-Familien das Gefühl, für die Zeit ihres Therapieaufenthaltes dort gut aufgehoben zu sein." Wer Besitzer oder Mitbesitzer dieses Hotels ist, ergibt sich nicht aus den Angaben.

Zum Onmega Dolphin Center in Marmaris (Türkei), das sich im Angebot von dolphin aid (Onmega Dolphin Therapy - s. dort auf S. 10) befand, hat sich das WDSF wie folgt geäußert: "Die Delfine werden dort unter katastrophalen Bedingungen in viel zu kleinen Meereskäfigen gehalten und leiden unter der kommerziellen Ausbeutung und dem Stress. Der Delfinpark mit seinem deutschen Inhaber Axel Linke ist einer der Mörder von Tierschutzrechten. Bei über 40 Grad Sonnentemperaturen verbrennen die Tiere regelrecht, weil ein erforderlicher Sonnenschutz fehlt. Die Delfinqual und der Missbrauch der Delfine in diesem "Therapiezentrum" ist katastrophal. Einen Gerichtsprozess bezüglich dieser Aussagen hat das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) vor dem Landgericht Hagen und auch in zweiter Instanz vor dem OLG Hamm im Wesentlichen gewonnen.

"dolphin aid" fördert traumatisierte Bundeswehrsoldaten - Wer trägt die Kosten?

(WDSF - 06.01.2018) Nach eigenen Angaben in einem am 03. März 2015 veröffentlichten Interview kooperiert "dolphin aid" auch mit dem Bundesministerium für Verteidigung zur Behandlung traumatisierter Bundeswehrsoldaten. Dort heißt es: "Wir werden das Programm zur Traumatherapie (PTSD) weiter ausbauen. In diesem Zusammenhang kooperieren wir aktuell mit dem Bundesministerium für Verteidigung. Es geht darum, traumatisierten Bundeswehrsoldaten aus ihrem Trauma herauszuhelfen, damit sie wieder in das normale Leben zurückfinden." Hier wäre zu prüfen, wer die Kosten für solch eine Maßnahme trägt, denn dies ergibt sich weder aus dem Interview noch aus den Angaben der Homepage von "dolphin aid". In der Satzung des Vereins heißt es: "Etwaige Spendengelder sollen zur Unterstützung bedürftiger Kinder verwendet werden."
Im Protokoll des Jahreshauptversammlung von "dolphin aid" vom 15.02.2011, das im Vereinsregister beim Amtsgericht Düsseldorf hinterlegt ist, heißt es durch den medizinischen Vorstand zu dem PTSD-Projekt, dass "betont Wert darauf gelegt wird, dass keine Presseberichterstattung erfolgt."

 

Hier: Kritischer Bericht einer Mutter über die Delfintherapie ihres behinderten Kindes (Deutsch und Engl.) und ihre Erfahrungen mit dolphin aid:

(15.03.2015) "... Natürlich geht dies alles zu Lasten der Delphine, die gar als "Dr. Flipper" bezeichnet werden, eine Namensgebung die mich buchstäblich auf die Palme bringt. Delphine haben KEINE heilende Wirkung. Wie um Himmels Willen sollen sie das überhaupt zustande bringen, frage ich mich heute. Niemand denkt darüber nach, wie qualvoll die Delphine in teils mehr als haarsträubenden Becken gefangen halten. Ohne Aussicht darauf, je wieder in ihrem angestammten Lebensraum schwimmen zu dürfen. Das ist mehr als deprimierend und so überflüssig wie ein Fußpilz. ...

Eltern in Deutschland überschulden sich oder begeben sich auf langwierige Spendenmarathone damit sie die Summe von ca. 16.000 Euro aufbringen können um an so einer Therapie teilzunehmen. ... Die Verlierer bei dieser "Delphin-Therapie" sind eigentlich alle Beteiligten, außer dem Anbieter/Veranstalter dieser Therapieform. Die Eltern investieren viel Geld, das sie eigentlich nicht zur Verfügung haben. Die Eltern verlieren den Glauben an ihre eigenen Fähigkeiten im Umgang mit den Kindern und bei ihrer Förderung. Sie glauben, nur Delphine können noch helfen aber das sie nichts mehr Besonderes für ihre Kinder ausrichten können. Die Delphine verlieren ihre Freiheit und sie werden kommerziell ausgenutzt. Sie werden nicht artgerecht gehalten und erhalten toten Fisch für ihren Einsatz um unseren Nachwuchs. Sie werden benutzt um Gewinn zu erzielen. ...

Darius (Anm.: der behinderte Sohn) lebt seit 16 Jahren ohne Delphin-Therapie und er hat mit konventionellen Therapien hier in Deutschland, mit unserer Förderung sehr, sehr viele Fortschritte gemacht, obwohl er geistig sehr schwer behindert ist, nachweislich mit einem IQ von unter 50. Er ist der lebendige Beweis das behinderte Kinder keine Delphine in ihrem Leben benötigen um selbst ein gutes Leben haben zu können. ..."

Ein Delfin, der auch in Gefangenschaft ein Wildtier bleibt, treibt ein Therapiekind in Curacao bei hoher Geschwindigkeit auf einem leichten Surfkissen durch das Wasser (YouTube-Film):

15.03.2016 - Skandal - Dolphin aid „missbraucht“ Hugo Egon Balder für Sponsoring von Delfintherapien (MND) 

(WDSF - 15.03.2016) - Der Düsseldorfer Delfintherapie-Vermittler „dolphin aid“ verwendete jahrelang für seine Spenden- und Sponsorenaufrufe auf seiner Homepage als Aushängeschild auch den bekannten RTL-Moderator, Fernsehproduzenten und Kabarettisten Hugo Egon Balder gegen seinen Willen. Er wird nach wie vor anlässlich eines Golfturniers auf Mallorca als „Botschafter“ der Organisation gelistet. Das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) deckte auf, dass Balder nach eigenen Angaben schon lange kein „Botschafter“ mehr für „dolphin aid" ist, weil er von dem kommerziellen Missbrauch der Delfine bei den Delfintherapien erfahren hat. Trotz Aufforderung durch Balder habe dolphin aid ihn als "Botschafter" nicht gelöscht, so seine Aussage gegenüber dem WDSF. Dies geschah erst nachdem das WDSF das Thema öffentlich gemacht hatte. Hugo Egon Balder hatte sich in der RTL-Sendung "Mario Barth deckt auf" für die "Freiheit für Flipper" ausgesprochen. "Delfine gehören nicht ins Aquarium, sondern ins offene Meer" fordern Mario Barth und viele Prominente in ihrem Appell. In dem RTL-Sendebeitrag berichtete der WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller über betreute Meeresbuchten für vormals in Delfinarien gefangengehaltene Meeressäuger.

(WDSF - Erg. 06.01./03.02.* 2018) - Am 03.01.2018 schrieb uns Hugo Egon Balder: "Wie einige andere auch habe ich mehrmals dolphin aid gebeten, mich als Botschafter zu streichen, anscheinend nehmen sie es nicht ernst. Ich bemühe mich abermals." Die Aussage von Herrn Balder bezieht sich darauf, dass "dolphin aid" ihn nach wie vor auf der amerikanischen Homepage als "Botschafter" listete (dort unter dem hinterlegten Link "Ambassadors of Goodwill" unter "About dolphin aid" oben links auf der Seite). *Erst nach erneuter Aufforderung gegenüber dolphin aid wurde Balder auch auf der amerikanischen Homepage als Botschafter gelöscht.

16.03.2016 - Howard Carpendale nicht mehr Mitglied bei "dolphin aid" (Extrem News)

Howard Carpendale Hergen Schimpf Heimat20150 honorarfrei

(WDSF *19.03.2016/akt. **07.12.2016) - *Das Büro des Sängers Howard Carpendale teilte dem WDSF am 16.03.2016 mit, dass "die Mitgliedschaft bei der Organisation vor ca. einem Jahr beendet wurde". Das Büro wolle sich "um die fehlerhafte Informationen im Internet" von dolphin aid kümmern, heißt es in der Mitteilung an das WDSF.

10.12.2017- Ralf Moeller letztendlich auch nicht mehr Botschafter von "dolphin aid" 

*Hugo Egon Balder und der Schauspieler Ralf Moeller wurden auf eigenen Wunsch als "Botschafter" auf der Homepage von dolphin aid zuerst nach einem Kontakt mit dem WDSF entfernt. Ralf Moeller hatte dolphin aid am 18.03.2016 geschrieben (E-Mail liegt dem WDSF vor), dass dolphin aid mit sofortiger Wirkung veranlassen soll, dass er als Botschafter in dolphin aid-Pressemitteilungen, auf der Website oder in anderen Drucksachen ect. nicht mehr genannt werden soll. Bis zur Aufklärung  wolle er auch an keinen Events von dolphin aid e.V. mehr teilnehmen. **Ralf Moeller wurde nach erster Entfernung später allerdings wieder als Botschafter bei dolphin aid hinzugefügt.


Am 29.11.2017 teilte Ralf Moeller dem WDSF dann mit, dass er nach über 15 Jahren nicht mehr Botschafter von dolphin aid ist:

Von: Ralf Moeller
Betreff: dolphin aid - Kritische Berichterstattung des Düsseldorfer EXPRESS
Datum: 29. November 2017 21:56:06 MEZ
An: Jürgen Ortmüller <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!>

Ich gehöre nicht mehr dazu als Botschafter

Ralf

Promis werden als "Botschafter" für Golf-Sponsering vermarktet - Schauspieler Ralf Moeller stand als dolphin aid-Botschafter in der Kritik

Auf Facebook wurde Ralf Moeller für seine
dolphin aid-Botschaftertätigkeit mehrfach kritisiert:

Facebook-Kommentare an Ralf Moeller im März 2016 auf: https://www.facebook.com/RalfMoeller/photos/a.307160502651152.79442.307160382651164/1126796590687535/?type=3&theater(WDSF 19.03.2016) Howard Carpendale wurde als "Botschafter" auf der dolphin aid-Homepage inzwischen entfernt. Die drei Promis Balder, Carpendale und Moeller waren ebenso werbeträchtig für ein Golftunier für "dolphin aid" im Mai 2016 auf Mallorca eingebunden, das im Jahr 2015 nach Angaben von RP-online für dolphin aid knapp 40.000 Euro an Erlösen einbrachte. Im Protokoll der dolphin aid-Jahreshauptversammlung 2011 heißt es, dass im Vorjahr für dolphin aid als Charity-Partner des größten Damen-Golfturnieres "JAB-Anstoetz Damen Golf Turnier" ein Scheck über 50.000 Euro entgegen genommen werden konnte. Wofür konkret das Geld eingesetzt wurde wird nicht beschrieben. Auf der neuen Homepage des Golfturniers für 2016 werden mehrere Promis unter "Sponsoring" weiterhin erwähnt. Außerdem finden sich die "Golf-Botschafter" Hugo Egon Balder, Howard Carpendale, Ralf Moeller und andere auch auf der entsprechenden dolpin aid-Seite (dort ganz unten). Für das Golfturnier für 2017 heißt es auf der Homepage: "Das Motto lautet auch dieses Jahr wieder "Spaß haben und dabei gutes Tun!"

Alljährliche Abzocke von "dolphin aid"?

Foto: privat WDSF-Copyright


Alljährliche "dolphin aid"-Gala in Düsseldorf mit Werbung für die Delfintherapie mit Delfinen in Gefangenschaft und Spenden-Tombola - Bambi-Preisträger Ric O'Barry (Oscar für "Die Bucht") kündigte Schauspielerin Katy Karrenbauer (Christine „Walter“ in der Fernsehserie "Hinter Gittern – Der Frauenknast") nach der Gala 2016 seine Facebook-Freundschaft

29.11.2016 - Kritik an dolphin aid-Gala - Delfinschützer Ric O’Barry kündigt Schauspielerin Katy Karrenbauer die Facebook-Freundschaft (mnd)

Ric O'Barry mit dem Oscar für den Kinofilm "Die Bucht" über die grausamen Treibjagden In Taiji/JapanRic O'Barry, Ex-Trainer der TV-Serie "Flipper", heutiger Delfinschützer und Bambi-Preiträger (Hollywood-Oscar für den Film Die Bucht) zum Thema Delfintherapie gegenüber der ARD:
"Ich bekomme noch immer Anrufe, darunter viele Mütter auch aus Deutschland. Die fragen mich nach Delfintherapien. Und ich sage ihnen die Wahrheit: Fahren sie nicht dahin! Geben sie nicht ihr Geld dafür aus. Solche gefangenen Delfine können ihr Kind nicht heilen. Sie können nicht einmal sich selbst helfen. Sie sind keine Doktoren, keine Heiler - sie sind Opfer!" (Quelle MDR/ARD - "Delfine lächeln nicht" 05.06.2016)

27.11.2016 - Dolphin Aid-Gala 2016 - "Nicht alle Gäste bekamen den Protest der Tierschützer mit" (Westd. Zeitung)

dolphin aid Gala 2016 - Tierschützer Christoph Küppers mit einer Demo gegen die DelfintherapieBei der "dolphin aid"-Gala 2016 kam es vor dem Hotel Interconti zu Tierschützerprotesten:
WZ: "Tierschützer des Vereins „Freedom for Dolphins and Whales“ haben sich gegenüber des Hoteleingangs postiert und skandieren über Lautsprecher ihre Parolen. „Therapien mit Wildtieren wie Delfinen sind Tierquälerei“, ruft Aktivist Christoph Küppers. Aus Sicherheitsgründen hatten die Veranstalter daher entschieden, das Defilee weniger pompös in die erste Etage zu verlegen. So stehen die prominenten Gäste abgeschirmt beim Sektempfang zusammen."

Dolphin aid, das Curacao Dolphin Therapy Center (CDTC) und das Hotel Dolphin Suites

Dolphin aid bietet auf Curacao bevorzugt das Dolphin Suites Hotel an (s. in der Kostenaufstellung von dolphin aid auf Seite 15) und beziffert dort die reinen Hotelkosten für einen 14-tägigen Aufenthalt mit ca. 2.451 Euro (ab 2017 mit ca. 2.540 Euro) für zwei Erwachsene mit zwei Kindern. Die Gesamtkosten für einen Aufenthalt im Curacao Dolphin Therapy Center (CDTC), das 2004 eröffnet wurde, würden sich auf ca. 12.881 Euro (ab 2017 ca. 13.100 Euro) ohne Verpflegung belaufen. Die "CDTC N.V." und die "Dolphin Hotel N.V." werden jeweils als Aktiengesellschaften ("Ltd.") in Curacao geführt.

Bei einer Stornierung schreibt das CDTC auf seiner Homepage:
"... Im Falle einer Stornierung wird der Betrag von 1000,00 USD (die Anzahlung) berechnet. Eine bestätigte Reservierung kann nur spätestens 90 Tage vor Beginn des bestätigten ersten Therapietages storniert werden. Eine Stornierung weniger als 90 Tage vor Beginn des ersten Therapietages ist nur dann möglich, wenn medizinische Gründe vorliegen (die Stornierung muss zusammen mit einer ärztlichen Begründung vorliegen). In allen anderen Fällen verfallen die bereits getätigten Zahlungen."

In einem Bericht der NRZ heißt es: "Unterstützt werden die Therapien und damit auch das (Hotel) Dolphin Suites-Resort von der Düsseldorfer Hilfsorgansiation Dolphin Aid." Managerin des Dolphin Suites Hotels ist Alette Borger, die nach dem NRZ-Bericht jedes Jahr eine Einladung zur dolphin aid-Gala auf der Düsseldorfer Kö im Intercontinental Hotel bekommen hat. In einem Internet-Bericht über das Dolphin Suites heißt es übersetzt und auszugsweise: "Das Curacao Dolphin Therapy Center (CDTC) beschloss, ihre eigenen Unterkünfte zu bauen und in 2009 eröffnete Dolphin Suites seine Türen." Ebenso auf der Homepage des CDTC: "Die Dolphin Suites wurden von CDTC extra geschaffen, um Patienten, die an der Delphingestützen Therapie teilnehmen, eine geeignete Unterkunft zu bieten."

In einem Infoflyer des "Dolphin Suites Curacao" (Seite 17) heißt es: "Dolphin Suites bietet ... auch die Unterkunftsmöglichkeit für Kunden unseres Partnerunternehmens, dem CDTC. ... (S. 20:) Die Gäste des Dolphins Suites haben während des gesamten Aufenthalts kostenfreien Eintritt in den Meeresaquarium-Park ... man hat täglich die Chance, einer der Seelöwen oder Delfinshows beizuwohnen." Ebenso würde für die Dolphin Academy das Delfinschwimmen mit einem Ritt auf dem Rücken der Delfine angeboten, indem "man sich an ihren Rückenflossen festhält. ... Ein jeder hat die Möglichkeit die Delfine zu berühren, sie zu umarmen und ihnen einen Kuss zu geben." (S. 22). Nach einem Bericht der "Kronen Zeitung" birgt das Schwimmen mit den Meeressäugern jedoch große gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier. "Doch nur wenige wissen, wie gesundheitsgefährdend das Schwimmen mit Delfinen eigentlich sein kann - und zwar für Tier und Mensch", heißt es in dem Bericht.

Auf der eigenen Homepage von dolphin aid wird darauf hingewiesen, dass man selbst die Therapie für das CDTC entwickelt habe. Ebenso wird Kirsten Kuhnert, die Gründerin von dolphin aid, auf der CDTC-Homepage als bezahlte Managerin und Programmdirektorin aufgeführt und es heißt von ihr dort: “Wir sind hier um etwas zu bewirken. Das war es, was wir im Kopf hatten, als wir anfingen CDTC aufzubauen." Aus diesen Angaben erschließt sich u.E. eine offensichtliche Verbindung zwischen dem von "dolphin aid" angebotenen Hotel Dolphin Suites, CDTC und Kirsten Kuhnert.

Die "dolphin aid"-Gründerin Kirsten Kuhnert wird vom CDTC für ihre dortige Tätigkeit bezahlt, nachdem sie urspünglich im Jahr 1995 den Verein "dolphin aid" mit Million-Einnahmen im Laufe der Jahre gegründet hatte und sie dann im Jahr 2008 aus dem Vorstand von "dolphin aid" ausgeschieden ist und ihre dotierte Tätigkeit im CDTC begonnen hat. Gleichwohl ist sie Vollmitglied bei "dolphin aid e.V." geblieben. Ihre Begründung vom 8. Januar 2008 zum Rücktritt als Vorstand bei "dolphin aid" lt. Handelsregister Düsseldorf: „...um mögliche Missinterpretationen vorzubeugen und den Verein vor Schaden zu bewahren…“.

In einem eigenen Werbefilm des CDTC aus 2007 (ab 5:42 Min.) heißt es: "...2008 wird auf dem Gelände des Seeaquariums unser neues Dolphin Suites-Hotel errichtet sein. ... Delfingestützte Delfintherapie ist keine Wunderkur, die Krankheiten heilt. ..." Herr Adriaan Schrier, Geschäftsführer des CDTC-Therpiezentrums und der "Dolphin Hotel N.V. - Dolphin Suites" hatte lt. LG Köln mit Frau Kuhnert zusammen das Therapiezentrum CDTC errichtet (s. S. 4 oben des Urteils).

Weiterhin wird im Management des CDTC-Therapiecenters der Rechtsanwalt Michiel Martijn Schon als Geschäftsführer aufgeführt. Herr Schon ist gleichzeitig auch Geschäftsführer ("Managing Director") der "Dolphin Hotel N.V.", wobei betroffenen Familien bevorzugt das "Dolphin Suites"-Hotel von dolphin aid angeboten wird.

Hotel Dolphin Suites kooperiert mit "Brucker Biofeedback Center", das sich auf Kirsten Kuhnert bezieht

Das Hotel Dolphin Suites ist nach eigenen Angaben auf der Hotel-Homepage auch "die Heimat" des "Brucker Biofeedback Center" und es sei "stolzer Partner des Curacao Dolphin Therapy Center" (CDTC). Es heißt auf der Homepage: "Dr. Bernard Brucker, Gründer des Biofeedback-Labors an der University of Miami School of Medicine, entwickelte eine international anerkannte und evidenzbasierte Methode namens Brucker Biofeedback-Methode. Diese Methode verwendet präzise Techniken, um verlorene Funktionen bei Personen mit neuraler Beeinträchtigung wiederherzustellen."

Der Zusammenhang von der dolphin aid-Gründerin Kirsten Kuhnert zur Begründung der Brucker Biofeedback-Methode ergibt sich aus einem Bericht der Schön Klinik: " Den Grundstein für das innovative Behandlungsangebot in Deutschland legte Kirsten Kuhnert, Mutter eines durch Ertrinken ins Koma gefallenen Kindes. ... Ergänzend zur Delfintherapie wurde Kuhnerts Sohn Tim im Biofeedback-Labor des Jackson Memorial Hospital in Miami von Prof. Bernhard Brucker mit der nach ihm benannten Brucker-Biofeedback-Methode (BBFM) behandelt." Das Biofeedback-Zentrum des inzwischen verstorbenen Brucker liegt praktisch neben der Lobby des Dolphin Suites. Dolphin Suites ist die bevorzugt von dolphin aid e.V. angebotene Unterkunft für Familien, die an dem Delphin-assisted Therapie-Programm teilnehmen. Auf der Homepage der Schön Klinik heißt es weiter: "In etwas mehr als einem Vierteljahrhundert hat sich die Schön Klinik zu einer der größten inhabergeführten Klinikgruppen in Deutschland entwickelt. Aus einem Standort am Chiemsee wurden 17 Standorte deutschlandweit in vier Bundesländern. 8.800 Mitarbeiter behandeln in der Schön Klinik über 94.000 Patienten." Demnach handelt sich um eine äußerst finanzkräftige Krankenhausgruppe. Zur Nachbehandlung können Kinder, die im CDTC eine Therapie hatten, kostenpflichtig zur BBFM nach Rotterdam.

Eltern durch "Dolphin Kids" betrogen

In einem Bericht im "Kölner Stadt-Anzeiger" vom 27.01.2016 zu dem Delfintherapieanbieter "Dolphin Kids" heißt es, dass das Bonner Landgericht in einem Zivilverfahren das Gründerehepaar wegen Veruntreuung von Spendengelder verurteilt hat: "Es verurteilte das Ehepaar – zehn Jahr später – zur gemeinsamen Zahlung von 121.391,53 Euro. Die Ehefrau haftet als Vereinsvorsitzende mit weiteren 66.798,48 Euro. Insgesamt sind es also knapp 190.000 Euro, die beide an den Insolvenzverwalter des Vereins zahlen müssen. Für die 13. Zivilkammer steht außer Frage, dass die Eheleute sich hemmungslos an den Spendengeldern bedient haben." Im Jahr 2013 wurde ein Strafverfahren gegen das Gründer-Ehepaar wegen Untreue in 122 Fällen gegen Zahlung einer vierstelligen Summe sowie dem Ableisten von jeweils 150 Sozialstunden eingestellt. Der Fall war aufgeflogen, weil Eltern plötzlich die teuren Delfin-Therapien aus eigener Tasche zahlen mussten. Angeblich seien die Spenden noch nicht beim Verein eingegangen, sei ihnen gesagt worden. Ein Zusammenhang von dolphin aid e.V. und Dolphin Kids ist nicht bekannt.

Delfintherapie und Delfin-Shows

Immer wieder wird behauptet, dass in den von dolphin aid angebotenen "Therapiezentren" (Curacao Dolphin Therapy Center, Island Dolphin Care (Florida, Key Largo) und im vormals angebotenen Onmega Delphintherapie in Marmaris/Türkei) keine Delfin-Shows stattfinden würden. In einem Werbefilm vom 01.03.2016 des Therapiezentrums in Curacao unter dem YouTube-Titel „Curacao Dolphin Therapy Center“ ist ab 1:40 Min des Films zu sehen, dass die Delfine auf Anweisung der Delfintrainerin reagieren und nicht freiwillig agieren (der Futtereimer steht direkt neben der Trainerin). In der Filmsequenz ab 1:55 Min. weisen die vier Delfintrainerinnen (knieend im Vordergrund) die Delfine an, zu springen. Jede der Trainerinnen hat einen Futtereimer neben sich stehen. Etwa 16 Zuschauer nehmen an dem Delfinspringen teil. Deutlich ist zu erkennen, dass ein Netzgitter den Delfinbereich vom offenen Meer abtrennt. In einem weiteren YouTube-Film ist ab Min. 2:43 zu sehen, dass fünf Delfine artistische Sprünge im CDTC-Therapiezentrum für die Zuschauer absolvieren.

Die Delfine machen nichts freiwillig bei einer Delfintherapie und in Gefangenschaft, sondern reagieren nach dem Futter-Belohnungsprinzip. Das gilt für jede Delfinhaltung in Gefangenschaft - auch in Curacao, Florida und der Türkei. In Curacao können die Delfine nicht ohne Betreuung dauerhaft in das offene Meer schwimmen, weil sie in einer Lagune gefangen sind und dort gefüttert werden. Bei kurzen Aufenthalten außerhalb der Lagune werden die Delfine mit einem Boot begleitet und auch dort gefüttert und kehren begleitet jeweils in das Lagunen-Delfinarium zurück. Diese Aussage ergibt sich auch aus einem Bericht des Reisemagazins "Reiseworld". Delfine machen ihre Show-Kunststücke nur aufgrund von Fütterungen und reagieren auf Anweisung der Delfintrainer für das Schwimmen mit den Delfinen und der angeblichen "Delfintherapie" mit den kleinen Patienten. Da sollten sich betroffene Eltern ernsthaft fragen, ob sie ein Leid (ihres Kindes) mit dem anderen (der Delfine in Gefangenschaft) ersetzen möchten.

In nachfolgendem YouTube-Film ist eindeutig (ab 0:35 Min) zu sehen, dass eine Mitarbeiterin in der Delfinanlage der "Dolphin Academy" auf Curacao ein kleines Gitter unter Wasser öffnet. Dieser Bereich der Delfinanlage ist ansonsten mit Netzgittern gesichert, wie deutlich zu erkennen ist. Der einzelne herausschwimmende Delfine wird fortlaufend mit einem Boot und Tauchern begleitet. Delfine sind Herdentiere, sodass davon auszugehen ist, dass dieser einzelne Delfin mit dem Boot zurück in die Anlage schwimmt, um wieder mit den anderen in Gefangenschaft gehaltenen Delfinen zusammen zu kommen.

Schlimmer Unfall mit Delfin in der Dolphin Academy auf Curacao

Nach Angaben in einem Blog auf Tripadvisor und auf LiveLeak kam es im Jahr 2008 zu einem schweren Unfall mit einem Delfin und einer Gruppe von drei Besuchern beim Schwimmen mit Delfinen in der "Dolphin Academy", die sich wie das vom dolphin aid vermittelte Therapiezentrum CDTC auf dem Gelände des „Sea Aquarium“ befindet. In dem Blog-Beitrag heißt es: "Sechs Leute hielten einen Stab für einen Delfin, damit er ihn überspringt, aber stattdessen wandte sich das Tier zur Seite und landete auf drei der Leute mit seinem vollen Gewicht. Unbestätigten Berichten zufolge dauerte es einige Zeit, bevor Maßnahmen ergriffen wurden, um der verletzten Frau, die mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht wurde, zu helfen. Nach dem Vorfall wurden die Besucher gebeten, ihre Kameras zu übergeben und Material wurde gelöscht. Allen 3 Opfern wurden ihr Eintrittsgeld zurückerstattet, aber es wurde ihnen keine Erklärung für den Vorfall von der Einrichtung gegeben. Die Dolphin Academy hatte lediglich kommentiert, dass dies nur "ein kleiner Unfall" gewesen war." Hier ein Filmausschnitt des Unfalls von der MarineConnection

Weiter heißt es in dem Blog-Beitrag: "Annie, das beteiligte Tier ist 11 Jahre alt und wurde in Gefangenschaft im Honduras Roatan Institute geboren. "Vorfälle wie diese zeigen, dass Delfine, auch wenn sie in Gefangenschaft geboren sind, intrinsisch wilde Tiere sind, die ihre wilden Triebe behalten und daher unberechenbar sind, die die Teilnehmer und die Delphine mit Verletzungen bedrohen können. Die vermeldete Einstellung der Dolphin Academy-Mitarbeiter den Kunden gegenüber nach diesem Vorfall scheint zu zeigen, dass ihr Hauptmotiv monetär ist", kommentiert Janja Novak, Kampagne Development Manager (Anm.: The Marine Connection)."

In der Curacao Dolphin Academy, auf dem Gelände des „Sea Aquarium“, wo sich auch das Curacao Dolphin Therapy Center (CDTC) befindet, verstarben innerhalb einer Woche zwei Delfinbabys und auch andere Delfine, heißt es auch in dem Blogbeitrag auf Tripadvisor.

Auflistung der Delfine in der "Dolphin Academy" und des Therapiezentrums "Dolphin Therapy Center Curacao" (CDTC) mit Wildfängen

Delfintherapie vermittelt durch dolphin aid - Foto: privat WDSF-Copyright

Auf der Homepage der "Dolphin Academy" auf Curacao (s.a. "Dolphin Curacao See Aquarium"), die sich wie das von dolphin aid vermittelte Therapiezentrum "CDTC" auf dem Gelände des "Sea Aquarium" befindet, fand sich vormals eine Aufstellung sämtlicher Delfine und ihrer Herkunft. Demnach wird auch ein Wildfang für die Delfintherapie missbraucht. Inzwischen wurden die Angaben der Wildfänge auf der "Dolphin Academy"-Homepage gelöscht. Auf der Homepage von "Ceta Base" finden sich jedoch die aktuellen und historischen Daten über noch lebende und verstorbene Delfine und ihre Herkunft der "Dolphin Academy" und des Therapiezentrums "CDTC". Mindestens elf Delfine sind in der Gesamtanlage des "Sea Aquarium" (Dolphin Academy) auf Curacao, wo sich auch das CDTC-Therapiezentrum befindet, nach Angaben von "Ceta Base" verstorben. Neun Wildfänge und vierzehn Nachzuchten werden in der Gesamtanlage noch gefangen gehalten.

Es handelt sich aufgrund von Recherchen der vormaligen Angaben auf der Homepage der "Dolphin Academy" und des Therapiezentrum "CDTC" bei folgenden Delfinen nach eigenen Angaben um Wildfänge mit Angaben der Fangregion:


Wildfänge:
Bonnie - Hondurars 1990
DeeDee - Honduras 1995
Annie - Honduras 1996
Renata - Cuba 1999
Caiyo - Cuba 2004
Roxette - Cuba 2004
Romeo - Cuba 2004
Ritina - Cuba 2004
GeeGee - Honduras 1984

Für die Delfintherapie werden nach Angaben der Dolphin Academy Curacao folgende Delfine verwendet:

Bonnie (s.o. - Wildfang Honduras)
Sami - Nachzucht
Chabelita - Nachzucht
Nubia - Nachzucht
Kanoa - Nachzucht
Papito - Nachzucht - verstarb im Dezember 2015 im Alter von nur 11 Jahren

Auf der Homepage des Curacao Dolphin Therapy & Research Center (CDTC), das von dolphin aid vermittelt wird, finden sich nach eigenen Angaben folgende der Delfine für die Verwendung der Delfintherapie:

Bonnie (Wildfang)
Sami (Nachzucht)
Chabelita (Nachzucht)
Nubia (Nachzucht)
Kanoa  (Nachzucht)
Papito - Nachzucht - verstarb im Dezember 2015 im Alter von nur 11 Jahren

Demnach wird auf jeden Fall auch der Wildfang Bonnie für Zwecke der Delfintherapie (DAT) bei der dolphin aid-Vermittlung verwendet. Die Delfine nehmen auch an Delfinshows teil und machen ihre „Kunststücke“ nach dem Futterbelohnungsprinzip (s. YouTube-Film ab Min. 1:56 - der Futtereimer ist immer dabei, auch bei der Delfintherapie, da die Delfine nicht auf Patienten selbst reagieren sondern nur auf die Anweisungen des Personals). Inzwischen wurden in dem YouTube-Film des CDTC-Therapiezentrums genau an der Stelle (Min 1:56), wo das Springen der Delfine auf Anweisung deutlich zu sehen war, nachträglich zwei Werbebanner eingeblendet, welche die Darstellung der Kunststücke der Delfine überdecken.

Krankheiten durch das Schwimmen mit Delfinen

Es ist mehrfach wissenschaftlich bewiesen, dass duch das Schwimmen mit Delfinen Bakterien auf den menschlichen Körper übertragen werden können und schwere Krankheiten auslösen können

Kronen-Zeitung vom 22.04.2015:

"Einmal im Leben gemeinsam mit Delfinen zu schwimmen steht für viele Menschen ganz oben auf der Wunschliste. Doch für die Tiere ist die Haltung in den winzigen Becken der Delfinarien eine Qual. Wie der Dokumentarfilm "The Dark Secrets Surrounding Dolphins" jetzt aufdeckt, birgt das Schwimmen mit den Meeressäugern auch noch große gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier.

Küsschen und "Flosse geben", Menschen im Kreis durch das Becken ziehen - für Dutzende Delfine auf der ganzen Welt ist das "Arbeitsalltag". Den Besuchern bleiben Erinnerungsfotos, die Tiere fristen ihr Dasein in einer nicht artgerechten Umgebung. Doch nur wenige wissen, wie gesundheitsgefährdend das Schwimmen mit Delfinen eigentlich sein kann - und zwar für Tier und Mensch. Diese Tatsache deckt der Dokumentarfilm "The Dark Secrets Surrounding Dolphins" ("Die dunklen Geheimnisse, die Delfine umgeben") jetzt auf.

Meeresbiologin Naomi Rose meldet sich in dem Film zu Wort: "Ich finde es dumm, das Schwimmen mit Delfinen überhaupt zu erlauben, denn es ist einfach nicht sicher. Tatsache ist, dass bereits zahlreiche Menschen dabei verletzt worden sind." Und auch hygienisch sei das Angebot bedenklich, so Ex-Delfintrainer Russ Rector: "Ein Delfin uriniert und kotet drei- bis fünfmal häufiger als der Mensch. Die Tiere schwimmen also quasi in ihren eigenen Fäkalien und dem Wasser muss deswegen viel Chemie zugesetzt werden." Doch das zeigt nicht immer Wirkung, und vor allem die Delfintrainer, aber auch Besucher erkranken aufgrund schädlicher Bakterien im Wasser.

Mensch und Tier können schwer erkranken

Nicht nur sterben nachweislich immer wieder Delfine an Infektionen, bedingt durch die teils sehr schlechte Wasserqualität in geschlossenen Delfinarien. Auch Menschen, die das fäkalienbelastete Wasser verschlucken oder kleine Wunden an der Haut haben, nehmen Bakterien und Viren auf. Dazu kommt, dass die Besucher die Meeressäuger mit Krankheiten anstecken können - und umgekehrt. Dabei handelt es sich etwa um Tuberkulose, Pilzinfektionen, Bronchitis, Bindehautentzündung und Leptospirose. Methoden wie die Zwangsfütterung, um die Tiere am Leben zu erhalten, seien überdies keine Seltenheit, so Tierschützer.

Delfinarien vertuschen Verletzungen an Besuchern

Dazu kommt das Risiko, von einem Delfin verletzt zu werden. Der erzwungene enge Kontakt zu hunderten Menschen führt bei den Tieren zu massivem Stress, der sie nicht nur krankheitsanfällig, sondern auch frustriert und teils aggressiv macht. Schwimmeinheiten mit Trainern und Besucher enden manchmal mit gebrochenen Fingern oder Rippen, blauen Flecken und Prellungen. Im Film werden Aufnahmen von kleineren Angriffen durch Delfinen gezeigt." Solche Zwischenfälle werden den Behörden aber fast nie gemeldet. Das liegt wohl auch daran, dass die Delfinarien den Opfern Geld anbieten, wenn sie schweigen", so Meeresbiologin Naomi Rose." Echte Tierfreunde können auf einen solch zweifelhaften 'Spaß' gut und gerne verzichten", fasst "Krone"-Tierexpertin Maggie Entenfellner zusammen."

Film mit wissenschaftlichen Aussagen zur Bakterienübertragung beim Schwimmen mit Delfinen und den Gefahren bei der Delfintherapie (engl.) - Teil I
(Swimming With Dolphins, The Dark Secrets Surrounding Dolphins )

Film mit wissenschaftlichen Aussagen zur Bakterienübertragung beim Schwimmen mit Delfinen und den Gefahren bei der Delfintherapie (engl.) - Teil II
(The Truth Behind Swimming with Dolphins )

Wissenschaftsbezug von dolphin aid zur Delfintherapie hält neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht stand - Keine ärztliche Verordnungen für Delfintherapie (KVNO)

Auf der Internetseite von dolphin aid wird als Beweisgrundlage für die angeblich wissenschaftliche Effektivität einer Delfintherapie Bezug u.a. auf einen älteren Beitrag von Nicole Kohn und Rolf Oerter genommen. Die dort aufgeführten "wissenschaftlichen Befunde" sind allerdings inzwischen völlig überholt und entsprechen nicht mehr den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. So wird auf die Versuche von Prof. Nathanson, vormaliger Direktor von Dolphin Human Therapy, bei der Delfintherapie verwiesen. Der Wissenschaftsjournalist Colin Goldner bezeichnet die Erfahrungen von Nathanson allerdings als "ausschließlich von Kommerzgedanken geleitete Experimente". In dem Beitrag von Kohn und Oertel heißt es, dass im "Dolphin Reef" in Israel Delfintherapien durchgeführt würden und es wird Bezug auf die dortigen Erkenntnisse genommen. Vom "Dolphin Reef" wird allerdings inzwischen nur das Schwimmen mit Delfinen angeboten und keine Delfintherapie. Dolphin aid schreibt selbst widersprüchlich auf seiner Internetseite an anderer Stelle: "Die Einrichtung weist ausdrücklich darauf hin, dass sie keine Therapie durchführt, sondern ein „unterstütztes Erlebnis mit Hilfe der Delphine“.

Kohn und Oertel weisen auch auf die schwierigen Umstände einer Delfintherapie hin. Eine Delfintharapie sei "mit hohen Kosten, den Mühen einer bis jetzt noch weiten Reise und einem hohen Engagement der Eltern verbunden“.

Die Erhebung für die Studie fand in den Jahren zwischen 2000 und 2002 statt. Als Grundlage wurden auch Fragebögen von Eltern und einigen Fremdbeurteilern herangezogen, wobei die Werte der Fremdbeurteiler im Wesentlichen niedriger als die der Eltern waren. Völlig laienhaft und unwissenschaftlich kommt die Studie zu folgendem Ergebnis: „Die sorgfältige statistische Prüfung und die Gewinnung mathematisch geprüfter Dimensionen sowie der Vergleich zweier Beurteilergruppen lassen die Behauptung zu, dass die Effektivität der Delphintherapie wissenschaftlich nachgewiesen ist.“

Die Whale and Dolphin Conservation (WDC) kommt in einer Studie "Delfintherapie, eine Faktensammlung“ zu völlig anderen Erkenntnissen. Dr. Karsten Brensing von der WDC äußerte sich in einem Interview zu der Studie, die zu dem Ergebnis kommt, dass die Delfintherapie wissenschaftlichen Untersuchungen nicht standhält, wie auch Die Welt ("Delfintherapie hält nicht, was sie verspricht") berichtete. Die sehr teure Behandlung zeige keine langfristigen Wirkungen bei den Patienten und die Delfine litten massiv unter der Haltung in den Aquarien, bilanzierte auch die Verhaltensforscherin Carola Otterstedt in Hamburg in dem Artikel von „Die Welt“.

Auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein heißt es:

"Die Verordnung von Leistungen, die nicht den Bestimmungen der Heilmittel-Richtlinie entsprechen und/oder nicht im Heilmittel-Katalog genannt sind, ist nicht zulässig. Ausgeschlossen ist somit zum Beispiel die Behandlung von Lese- und Rechtschreibschwäche, Delfintherapie oder Yoga."

PD Dr. Christian Schulze - WDSF-FotoDer einem Hochschulprofessor gleichgestellte Privatdozent von der Ruhr-Universität Bochum, PD med. Dr. phil Christian Schulze,  schreibt zu der auch von der WDC kritisierten "Breitenbachstudie" zur Delfintherapie in einer Rezension: "Allerdings weist die Untersuchung nicht unerhebliche, v. a. methodische Mängel auf, die aus wissenschaftlichem Fokus heraus nicht nur vermeidbar gewesen wären, sondern die in ihrer Kombination mit den in der Titelei genannten Sponsoren den Verdacht der Auftragsarbeit nicht ganz entkräften können. … Die wohl gravierendste Kritik an der Studie ergibt sich aus methodischen Gründen.“

 

Öffentliche Kritik an "dolphin aid"

Foto: privat WDSF-Copyright

Teilnehmer einer Delfintherapie kritisieren dolphin aid in einem Blog:

(Anm.: Schreibfehler innerhalb der Eltern-Beiträge wurden übernommen)

"Wir waren ja mit DA (Anm. dolphin aid) in Curacao und ich habe Kinder kennengelernt, die bezuschusst wurden von DA.

Wir hätten nie eine Chance dazu, vermutlich sind das die Harz4-Empfänger, deren Einkommen wirklich am Minimum liegt, Normalfamilien haben keinerlei Chancen. Zwei Familien bekamen sogar zweimal Zuschüsse vom Verein. Als wir uns damals anmeldeten dachten wir auch, die sammeln auch für uns, haben sie uns aber schnell gesagt dass wir das selbst regeln müssen, sie lediglich das Spendenkonto zur Verfügung stellen.
Wir haben uns angemeldet, da war schon offiziell klar, dass Florida direkt entscheidet wer wann einen Platz bekommt, DA damit nichts zu tun hat, unsere Anmeldung ging auch nicht zu DA sondern zum DHT.

Da wir aber nicht in Florida waren kann ich nur zu Curacao was sagen. Dort kann man für 7000 Dollar die Therapue selbst buchen auch ohne DA. Nur, welchen Sinn macht es, wenn man üebr DA gebucht nur 5500 Dollar zahlt ? Also haben wir damals 1500 Dollar gespart da der Verein Rabatt bekommt.

Was richtig ist, sie behalten 2 % als Bearbeitungsgebür, steht im Anmeldeformular, ich gebe es zum ich habe es auch überlesen.

Und die Zinsen kassieren sie auch, bei unseren 8000 Euro die ein Jahr liegen nun und Festgeld eine gute Große Summe.

Es ist unfair dann auch noch 2 % zu erheben, warum wird das nicht aus dem Gesamtspendentopf bezahlt ? MEINE Spenden für andere Kinder oder die verwaltung zu nutzen - fragwürdig. Ich dachte immer, aus meinen zinsen bekommen andere arme Kinder Zuschüsse was ich gut gefunden hätte. Dass davon Reisen des Vorstandes bezahlt werden und Festgehälter... Naja."

und ein weiterer Blog-Teilnehmer:

"wir sind seid über 2 Jahren bei einem Verein der Delphintherapien unterstützen soll. Der Jahresbeitrag beläuft sich auf ca. 100 Euro. Im 1. Jahr passierte gar nichts außer eine Gala zu der wir, in der Hoffnung einen Paten für unser Kind bekommen zu können, für viel Geld anreisten. Natürlich bekamen wir keinen Paten.

Im letzten Sommer dann durften wir mit unserem Kind 1 Woche zur Delphintherapie. Der Verein kümmerte sich um die Oranisation und buchte zudem noch ein völlig überteuertes Hotel. Das war alles was wir von denen als Unterstützung bekamen. Wir haben für unser Kind Spenden gesammelt..privat..und diese dann an den Verein überwiesen. Dieses Geld wurde dann für diese Therapie verwendet.

Wofür brauche ich also den Verein? Ich bin alleinerziehend mit 3 Kindern, werde mir also nie ohne fremde Hilfe eine solche Therapie leisten können. Den Jahresbeitrag könnte ich auch für mein Kind verwenden und mir bei einem Gemeinnützigen Verein oder Pfarramt ein Spendenkonto einrichten lassen.

Bei der Therapie lernten wir eine 4 Köpfige Familie kennen, diese nahm 1 Woche an der Therapie teil und machte noch eine Woche Urlaub. Diese Familie hat für 2 Wochen , 2 Erwachsene und 2 Kinder, mit Hotel,Flug,Leihauto 400 EUR aus eigener Tasche bezahlt, den Rest hat sie vom Verein bekommen. Einen Spendenaufruf oder ähnliche Aktionen hat diese Familie für ihr Kind nie gemacht.

Auch wissen wir von vielen anderen Fällen die sich ungerecht behandelt fühlen. Was passiert mit den ganzen Geldern die der Verein nicht spezifisch für 1 Kind bekommt sondern welche in die Allgemeinheit übergehen sollen? Für diesen Verein gibt es eine Menge Sponsoren,auch große Kaufhäuser. Also müssen ja einige 100 000 Euro wenn nicht sogar mehr übrig sein. Leider erfuhren wir immer wieder im Laufe der Zeit das z.B. immer die gleichen Familien einen Paten bekommen, manche sogar schon seid Jahren jedes Jahr zur Therapie fahren können. Ich weiß nicht nach welchen Gesichtspunkten die Familien,die gefördert werden,ausgewählt werden. Ich weiß auch nicht, wofür dann soviele Gelder gesammelt werden wenn doch offiziell sowieso keine Familien unterstützt werden können? Unser Problem liegt jetzt darin das wir noch eine kleine Summe Geld bei dem Verein für unser Kind liegen haben. Da ich allein mit den Kindern bin , war es mir in diesem Jahr auch nicht möglich den Beitrag zu zahlen. Wenn ich jetzt kündige ist das Geld welches ich hart erkämpft habe einfach weg. Bekommt jemand anders. Wenn ich nicht kündige, geht es wahrscheinlich Jahre so weiter und es passiert nichts.

Mit der Therapie selbst war ich auch nicht zufrieden und teilte das auch mit. Für unser Kind war diese eben nichts. Nur Delphinschwimmen... keine Therapie, für andere sicher sinnvoll, für unser Kind ohne Erfolg."

Norbert Kochhan (Logopäde, Meeresbiologe - Bericht s.u.) dazu: "Liebe Eltern: Glauben Sie wirklich, dass die hohen Kosten, die Sie für solche "Therapien" mit leidenden Delfinen in Gefangenschaft tragen müssen, das Hoffen auf Wunder rechtfertigen? Für das Geld können sie mit Ihrem Kind mehrfach in den Urlaub fahren und eine noch schönere Zeit genießen."

Wie zweifelhaft Vereine für Delfintherapie sein können, können Sie am Beispiel von dolphin kids nachlesen: Hausdurchsuchung bei "dolphin kids" und am 27.01.2016: "Spenden für Delfintherapie in großem Umfang veruntreut".

"Botschafter" von dolphin aid - manche steigen aus

(WDSF - März 2016) Als "Botschafter von dolphin aid" beteiligen sich Prominente nach eigenen Angaben von "dolphin aid" mittelbar u.E. an dem Missbrauch der Delfine und an der medizinisch unsinnigen Delfintherapie:

Barbara Becker (Ex-Ehefrau von Boris Becker)
Bernd Herzsprung (Schauspieler)
Birgit Lechtermann (Moderatorin)
Bobby Brederlow (Schauspieler - Anm. 2018: Brederlow wird inzwischen nicht mehr als Botschafter aufgeführt)
Claudine Wilde (Schauspielerin)
Christina Belte (Anm.: nach März 2016 neu aufgenommen)
Götz Otto (Schauspieler)
Horst Kordes (Anm.: nach März 2016 neu aufgenommen)
Irena Möbius (Schauspielerin)
John Jürgens (Schaupieler)
Juliane Hilscher (Journalistin)
Howard Carpendale (Sänger - Anm.: seit 2016 wird Howard Carpendale nicht mehr als dolphin aid-Botschafter aufgeführt - s.a. EXPRESS)
Hugo Egon Balder (TV-Moderator - Anm.: seit 2016 wird Hugo Egon Balder nicht mehr als dolphin aid-Botschafter aufgeführt - s.a. EXPRESS)
Nomi Baumgartl (Fotografin)
Norbert Dobeleit (TV-Moderator)
Olivia Pascal-Kanitz (Schauspielerin)
Peter Kanitz (Fotograf)
Philipp Danne (Schauspieler)
Prinzessin Ursula zu Hohenlohe
Ralf Moeller (Schauspieler - Anm.: Ralf Moeller wurde nach erster Löschung im März 2016 als Botschafter wieder hinzugefügt, teilte dem WDSF aber am 29.11.2017 mit, dass er nicht mehr dazu gehört)
Rolf Milser (Ex-Gewichtheber/Hotelier)
Tatjana Patitz (Ex-Model)
Thomas Rupprath (Ex-Schwimmer)

Als "Botschafter" von dolphin aid sind seit 2016 nach den Hinweisen des WDSF auf den fragwürdigen Verein mit dem Missbrauch von Delfinen für kommerzielle Zwecke  Hugo Egon Balder und Ralf Moeller ausgestiegen, wobei letzterer nach eigenen Angaben 15 Jahre "Botschafter" bei dolphin aid war und inzwischen erneut als Botschafter aufgeführt wurde (Anm.: Moeller teilte dem WDSF am 29.11.2017 mit, dass er nicht mehr dazu gehört). Das Büro von Howard Carpendale teilte dem WDSF auf Anfrage in einem Schreiben vom 16.03.2016 mit, dass seine "Mitgliedschaft vor ca. einem Jahr beendet wurde", jedoch wurde er eine zeitlang noch als "Botschafter" gelistet.

Für den Schutz der Delfine und gegen eine Gefangenhaltung von Delfinen sprechen sich gegenüber dem WDSF folgende Prominente aus:

Pierce Brosnan - Schaupieler
Hugo Egon Balder (RTL-Moderator)
Olli Banjo (Oliver Otubanjo) - Hip-Hop-Musiker
Mario Adorf (Schauspieler)
Bülent Sharif ( Schauspieler )
Anne-Sophie Mutter (Violinistin)
Kaya Yanar (Comedy)
Louie Psihoyos (Regisseur "Die Bucht" - Oscar-prämiert)
Cécile Bredie (Sängerin)
Elischeba Wilde (Model)
Peter Illmann (Moderator/Schauspieler)
Prinzessin Maja von Hohenzollern
Cornelia Corba (Schauspielerin)
Ric O'Barry (Ex-TV Trainer von "Flipper", Bambi-Preisträger)
Paul Watson (Greenpeace-Mitbegründer, Sea Shepherd-Gründer)

 

Allgemeines zur Delfintherapie

Diverse Meldungen zur Delfintherapie bzw. dem Schwimmen mit Delfinen

 

28.04.2015 - Kinderhilfswerk "Inter-National Children Help (ICH)" steigt aus Delfintherapie aus (mnd)

Das Kinderhilfswerk verwendet nach Verhandlungen mit dem WDSF seit 2015 nach dem Ausstieg aus der Delfintherapie-Förderung nachfolgende Stellungnahme, die an alle Interessenten einer Delfintherapie lt. Angaben des Vorsitzenden Dr. Kindermann versandt wird:


 

Der Bundesverband autismus Deutschland e.V. sieht Delfintherapien als bedenklich an

Maria Kaminski, Vorsitzende des Bundesverbandes autismus Deutschland e.V.:

„Trotz intensiver Forschungsarbeiten gibt es nach wie vor keine wissenschaftlichen Beweise dafür, dass eine Delfintherapie Kindern mit Autismus zu Förderung und Heilung verhilft. Um Menschen mit Autismus zu helfen, empfiehlt der Bundesverband dringend eine liebevoll konsequente Erziehung, Verhaltenstherapie mit Sprachanbahnung und Sozialtraining. Delfine sind Wildtiere. Es ist eine Frage der Ethik, ob wir Menschen diese Tiere ihrer Freiheit berauben dürfen, um sie für fragwürdige Zwecke auszunutzen.“

gez. autismus Deutschland e.V. Maria Kaminski (Vorsitzende) Mitglied bei: 
WAO

v.lks.: Jürgen Ortmüller (WDSF-Geschäftsführer),  Ric O'Barry (Dolphin Project, WDSF-Förderer, Oscar für "Die Bucht" und Bambi-Preisträger, EX-TV-Trainer der Serie "Flipper"), Undine Kurth (MdB, Ex-parl. Geschäftführerin Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen), Maria Kaminski (Bundesvorsitzende autismus Deutschland e.V.) bei dem Fachgespräch "Delfintherapie in Deutschland" im Jahr 2007 von Bündnis90/Die Grünen.

In der Pressemitteilung von Bündnis90/Die Grünen vom 29.07.2007 (Nr. 0760) im Anschluss an das Fachgespräch im Bundestagsbereich heißt es u.a.: "... Die Delfintherapie gerät zunehmend in die Kritik, da die dafür eingesetzten Delfine in den Delfinarien nicht artgerecht gehalten werden können und besonders leiden. Zudem müssen immer wieder Tiere dieser streng geschützten Art aus der Natur "nachgeliefert" werden, um den Bestand der Delfinarien zu sichern, da Nachzuchten in Gefangenschaft so gut wie nie gelingen. Diese Wildfänge wiederum bedrohen den Bestand der Delfine ernsthaft. ... Wir betrachten es als großen Fortschritt, dass sich alle anwesenden Fachleute eindeutig gegen die Haltung dieser großen, intelligenten Meeressäuger in Delfinarien ausgesprochen haben, die nicht einmal entfernt ihren natürlichen Lebensraum nachbilden können. Auch Befürworterinnen der Delfintherapien haben betont, dass diese Therapie nur dort durchgeführt werden kann, wo die Tiere freien Zugang zum Meer haben." (s.a.: http://www.walschutzaktionen.de/155501/240722.html ).

In einer weiteren Bundestagsrede von Bündnis90/Die Grünen heißt es u.a.: "Bis heute konnten jedoch die therapeutischen Erfolge nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden. Im Gegenteil wird darauf verwiesen, dass Therapien mit domestizierten Tieren, welche wesentlich kostengünstiger und zudem artgerechter durchführbar sind. Delfintherapien werden daher auch nicht vom Gemeinsamen Bundesausschuss anerkannt."

Erfolge medizinisch und wissenschaftlich nicht erwiesen

Norbert Kochhan (Meeresbiologe, Logopäde)

Die meist kommerziellen Delfintherapien werden in der Öffentlichkeit leider nur einseitig, also im Sinne der Anbieter dargestellt. Eine kritische Sichtweise wird nicht zugelassen, da sie sich geschäftsschädigend auswirken würde. Trotzdem muss auch die andere Seite des Themas "Delfintherapie" geschildert werden, die gerne in der Öffentlichkeit verschwiegen wird.

Etliche Ärzte und Therapeuten arbeiten in diesem Bereich und geben der Delfintherapie dadurch nach außen den zweifelhaften Anschein der „Wissenschaftlichkeit“. Sie kooperieren weltweit mit Delfinarien oder Therapieeinrichtungen, unter anderem auch in Europa und in der Türkei mit Kidsanddolfins, dolphin aid, mydolphins GmbH und einigen anderen.

Wissenschaftlich belegt sind diese Therapien bisher nicht und gesetzliche wie private Krankenkassen lehnen die Kostenübernahmen wegen bisher nicht erwiesener positiver Effekte weiterhin ab, allein aber auch schon wegen der negativen Kosten-Nutzen-Rechnung.

Das von den DAT-Anbietern oft vorgetragene Argument "Warum müssen Heilungserfolge auch immer gleich wissenschaftlich belegt werden?", rechtfertigt nicht den Einsatz von Delfinen. Hier sollte ethische, moralische und tierschützerische Denkweise im Vordergrund stehen. Alle seriös Tätigen im Therapiebereich wissen, dass bestimmte Störungsbilder/ Behinderungen nicht in einem Schnellverfahren behandelt werden können, sondern sich oft sogar über Jahre hinziehen. Einige Eltern betroffener Kinder werden im Laufe einer Therapie ungeduldig und erwarten schnellere Entwicklungsschritte ihrer Kinder. Sie wechseln die Therapeuten in der Hoffnung, der Nächste mache es besser. So entsteht durch diese hohe Erwartungshaltung eine immer niedriger werdende Frustrationsgrenze.

Ergotherapie und Logopädie staatlich anerkannt

Hier setzen die Anbieter der Delfintherapie bewusst an und sprechen von "4 mal schnelleren Ergebnissen" und werben damit für ihre Delfintherapie. Das ist grundsätzlich unseriös. Konventionelle Behandlungen, die seit langem wissenschaftlich belegt und staatlich anerkannt sind, wie etwa Ergotherapie oder Logopädie, können Eltern bei fundierter Beratung sicherlich den zeitlichen Druck nehmen und werden i.d.R. von den Krankenkassen übernommen. Gerade im Bereich von Mehrfachbehinderungen oder komplexen Krankheitsbildern ist Geduld gefragt und nichts kann „schnell“ erreicht werden und zugleich langfristig und nachhaltig sein.

Dazu kommt, dass Delfine nur Säugetiere sind, denen man zwar eine hohe Intelligenz nachgewiesen hat, die aber nichts Mystisches haben, magische Sonarwellen aussenden oder sich gar als Therapeuten eignen. Diese Tiere leiden unter den engen Haltungsbedingungen, unter der Kontaktpflicht zum Menschen und sind als nicht domestizierbare Wildtiere in diesen Einrichtungen unter Dauerstress.

Grundsätzlich ist daher jegliche Haltung von Delfinen zu Therapiezwecken abzulehnen, sei es in sogenannten offenen Lagunen, in wissenschaftlich geführten Delfinarien wie etwa Nürnberg oder besonders in den katastrophalen Delfinarien der Türkei. Dazu muss die Frage geklärt werden: Woher stammen die Delfine in den Einrichtungen? Nachzuchten sind definitiv weltweit nicht nachhaltig, die Delfinarien Duisburg und Nürnberg etwa gelten als die größten Delfinfriedhöfe Europas. Dem stehen in Duisburg nur wenige Nachzuchten gegenüber. Wenn die Nachzuchten nicht gelingen, muss man die Tiere über Umwege beziehen, ein Direktimport ist innerhalb der EU verboten. In der Türkei gibt es nachweislich Delfine aus den berüchtigten japanischen Treibjagden in Taiji. In der Delfinlagune Nürnberg soll nach Neueröffnung voraussichtlich ab 2012 die DAT (Dolphin Asstisted Therapy/delfingestützte Therapie) angeboten werden. Diese beruht hier auf der Grundlage einer fast 13-jährigen Forschungsstudie der Universität Würzburg in Kooperation mit dem Tiergarten Nürnberg.

Der Studie werden von fachkundiger Seite methodische Mängel vorgeworfen (http://de.whales.org/search/site/Delfintherapie). Die Breitenbach-Studie findet in der Fachwelt keine Anerkennung, sodass die Krankenversicherer die Kostenübernahme weiterhin verweigern.

Was betroffene Eltern auch wissen sollten: In Japan finden jährlich die blutigen Delfin-Treibjagden statt, bei denen bis zu 20.000 Delfine und Kleinwale gefangen und abgeschlachtet werden. Ein toter Delfin kostet etwa 450 Euro. Ein geringer Teil der Fänge (die Schönsten und Stärksten) wird am Leben erhalten, antrainiert und für bis zu 100.000 Euro an Vergnügungsparks und Delfinarien in aller Welt verkauft, der Rest wird brutalst abgeschlachtet und zum Verzehr oder als Tierfutter verwertet. Ein Milliardengeschäft mit den Meeressäugern. Siehe dazu Delfinfang in Taiji/Japan: http://www.walschutzaktionen.de/1119701/1119901.html .

Solange es Delfinarien gibt oder Organisationen, die Delfintherapien anbieten, wird es diese Treibjagden geben! Welche andere Therapieform, außer der Delfintherapie, wird so mit dem Leid von Tieren durchgeführt? Tatsache ist aber auch, dass mehr Delfine durch Beifang, Netze, Lärm oder andere Ursachen im Meer verenden, als in Delfinarien und Vergnügungsparks. Dieses Argument rechtfertigt aber in Nichts die zusätzlichen Fänge von Delfinen zu Therapie- und Vergnügungszwecken und deren sinnlose Todesfälle.

All diese Informationen werden betroffenen Eltern vorenthalten. Einige Familien geraten in finanzielle Schwierigkeiten, da sie die teilweise völlig überzogenen Kosten einer solchen Therapie mit Flug- und Unterkunftskosten nicht selbst aufbringen können und somit auf Hilfe Dritter angewiesen sind. Oft entsteht ein öffentlicher Druck durch Spendenaufrufe, wenn letztendlich die eingegangenen Spenden den Gesamtpreis nicht erbringen. Eltern müssen dann zusätzlich hohe Kredite aufnehmen, um den häufigen Anfragen in den Medien nach Spendenverwertung im Anschluss an Spendenaufrufe, auch gerecht zu werden. Maria Kaminski, die Bundesvorsitzende von autismus Deutschland  e.V., hat diese Sachverhalte bestätigt.

Die Kosten einer Delfintherapie stehen in keiner Relation zum scheinbaren Ergebnis. Eltern mit zwei Kindern bezahlen für einen 14-tägigen Hotel-Aufenthalt incl. der Pseudo-Therapie oft bis zu 15.000 Euro – dazu kommt eine kostenpflichtige Nachsorge wie z.B. im Marienkrankenhaus in Wickede-Wimbern (Dr. Rupert Sobotta) und im Katharinen-Hospital Unna (Dr.med. F.W. Steinweg ). Dazu berichten kritische Eltern, die bereits DAT-Erfahrung gemacht haben, dass die lange Anreise in eine klimatisch völlig andere Gegend mit allen dazugehörigen Strapazen oft auch Stress für ihre kranken Kinder bedeutet. Eltern, die verständlicherweise alles für ihre Kinder tun würden, müssen über das Genannte aufgeklärt werden und es ist Aufgabe von seriösen Ärzten, Psychologen und Heilmittelerbringern, diesen Eltern den Druck zu nehmen, schnelle und erkennbare Heilungsprozesse bei ihren Kinder in Kürze zu erwarten und ihnen fundierte und erprobte Behandlungsmethoden nahezulegen.

Die therapeutischen Ansatzpunkte innerhalb der delfingestützten Therapien sind so bunt, wie der gesamte Ansatz. Während der eine Anbieter die positive Wirkung des Ultraschalls in den Vordergrund stellt, lehnt sie der andere ab (Nürnberg/ Würzburg). Ein Anbieter spricht von "Heilung", während der nächste es tunlichst vermeidet oder gar ins Esoterische abdriftet.

Wer soll da noch durchblicken? Patienten müssen zwischen Seriosität, die manche Institute nach außen vermitteln und Hokuspokus, sowie Showtherapien anderer unterscheiden. Diese grundlegenden innerstrukturellen Differenzen gibt es bei keiner anderen Therapieform, die ihre Daseinsberechtigung seit langem erhalten hat.

Das therapeutisches Konzept einiger bekannter Organisationen mit Unterkunft, entsprechender klimatischer Umgebung und einer hohen Anzahl ausgebildeter, fürsorglicher Fachleute unter einem Dach, im Sinne einer umfassenden und interdisziplinären Behandlung, ist ja nicht einmal zu kritisieren ... aber ohne die Meeressäuger, die eine zentrale Rolle dabei spielen müssen, der sie nicht gerecht werden können.

Norbert Kochhan, Biologe und Logopäde im März 2011