27.06.2018 - WDSF warnt vor Delfintherapie - "Abzocke" von Anbietern

Copyright des Fotos wurde dem WDSF übertragen

Das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) hat nach jahrelangen Recherchen seine Ergebnisse über Delfintherapieanbieter und -vermittler auf seiner Homepage veröffentlicht. Es wird über Betrüger aus der Branche, die Gefahren einer Delfintherapie und über Tierquälerei der Delfine berichtet.

Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des WDSF: "Eine Delfintherapie birgt große gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier. Inzwischen hat sich diese medizinisch und wissenschaftlich nicht anerkannte Pseudotherapie zu einem Millionengeschäft für Anbieter und Vermittler entwickelt. Die kommerzielle Delfintherapie ist in Deutschland verboten, sodass dubiose Anbieter wie in der Türkei, in Ägypten und in Übersee Eltern betroffener Kinder das Geld aus der Tasche ziehen."

Der Bundesverband "autismus Deutschland e.V." und Eltern von behinderten Kindern berichteten dem WDSF, dass durch Spendenaktionen oft nur ein Teil der Kosten von bis zu 15.000 Euro für eine Delfintherapie zusammen kommen würde und der Rest dann teilweise durch Darlehn von den Eltern finanziert werden müsse. Für Spendengelder die in Deutschland bei gemeinnützigen Vereinen für personenbezogene Delfintherapien eingehen, dürfen Spendenbescheinigungen für das Finanzamt ausgestellt werden.

Ortmüller: "Die Vereine kassieren die Spenden, erheben eigene Kostenerstattungen, haben manchmal gut bezahltes Personal und leiten den Rest an kommerzielle Delfintherapieanbieter im Ausland weiter. Dort sitzen dann oft Verbindungsleute, die an den Spendenaktionen partizipieren."

Der Düsseldorfer Delfintherapievermittler "dolphin aid e.V." verklagte das WDSF aufgrund seiner kritischen Berichterstattung über den "fragwürdigen Verein" vor dem Landgericht Köln. Dort wurden jedoch 20 Klagepunkte mit Urteil vom 25.10.2017 (AZ 28 O 368/16) abgewiesen. Der vorsitzende Richter des LG Köln wies darauf hin, dass "dolphin aid" sich Kritik gefallen lassen müsse und dass Inhalte der WDSF-Homepage über den Delfintherapievermittler bewiesen zutreffend seien. Über die Berufung von "dolphin aid" entscheidet das Oberlandesgericht Köln (AZ 15 U 170/17). In der mündlichen Berufungsverhandlung wies der Senat des OLG Köln am 07. Juni 2018 bereits darauf hin, dass er voraussichtlich dem erstinstanzlichen Urteil des LG Köln im Wesentlichen folgen wird. Das WDSF veröffentlichte eine Chronologie der bisher vergeblichen Rechtsverfahren von "dolphin aid" gegen das WDSF.

Während des Gerichtsverfahrens hatte sich herausgestellt, dass die "dolphin aid"-Gründerin Kirsten Kuhnert ihren Vorstandsposten bei dem Verein aufgegeben hatte und als bezahlte Managerin in das Delfintherapiezentrum CDTC auf Curacao gewechselt war.

Ortmüller: "Vereine wie "dolphin aid" betreiben bei Spendensammelaktionen ihre Abzocke. Gründer von solch fragwürdigen Vereinen wechseln dann, nachdem Millionen Euro Spendengelder alljährlich in die Vereinskasse gespült werden, zum Beispiel als bezahlte Mitarbeiter wie bei "dolphin aid" in das selbst ernannte Delfintherapiezentrum. Das Leid der Delfine in Gefangenschaft ist offenbar allen Beteiligten egal."

Im Jahr 2016 waren die Gründer des Delfintherapieanbieters "Dolphin Kids" wegen Veruntreuung von Spendengeldern zu einer Zahlung von fast 190.000 Euro verurteilt worden, weil sie sich "hemmungslos an den Spendengeldern bedient hatten", wie das Gericht formulierte, berichtet das WDSF.

Das WDSF warnt vor einer Teilnahme an einer Delfintherapie und beschreibt Alternativmöglichkeiten. "Ein Sonnenurlaub ohne Delfintherapie bringt in entspannter Atmospähre den betroffenen Kindern mit ihren Eltern meist mehr, als der Stress einer langen Anreise und der Angst der Kinder vor den Delfinen in Gefangenschaft", meint WDSF-Geschäftsführer Ortmüller.

 28.11.2017 - Wirbel um "dolphin aid" -  kritischer Beitrag im Düsseldorfer EXPRESS

  • Delfintherapievermittler "dolphin aid" steht in der Kritik des Düsseldorfer EXPRESS - Gründerin Kirsten Kuhnert inzwischen bezahlte Programmdirektorin im Management des Delfin-Therapiezentrums auf Curacao

    (WDSF 28.11.2017/17.06.2018) Am 28.11.2017 veröffentlichte der Düseldorfer EXPRESS einen kritischen Beitrag über den Delfintherapievernittler "dolphin aid". Das WDR-Fernsehen (hier: Transkription des WDR-Berichts) berichtete bereits 2005 in einem ebenfalls kritischen Beitrag. Bei vielen Kritikern von "dolphin aid" wurde mit juristischen Mitteln durch den Verein versucht, sie u.E. mundtot zu machen. Dem WDSF liegen etwa über 2.000 Seiten recherchierten Materials vor, welches ein äußerst fragwürdiges Licht auf den Verein wirft, wie nachfolgend berichtet wird.

    In dem EXPRESS-Bericht heißt es zu den Spenden aus der alljährlichen Spenden-Gala im Interconti-Hotel in Düsseldorf bei der Veranstaltung in 2017: "146.000 Euro kamen zusammen. Aber inzwischen häufen sich auch die kritische Töne - die Gala und ihre Arbeit geraten immer mehr ins Zwielicht." Im EXPRESS-Bericht heißt es weiter, dass auch die entgeltlichen Bezüge der "dolphin aid"-Gründerin Kirsten Kuhnert im Management des Therapiezentrums CDTC auf Curacao, das von "dolphin aid" bevorzugt angeboten wird, bisher nie veröffentlicht wurden. Kuhnert war als Vorstandsmitglied des Vereins zurückgetreten, aber gleichwohl stimmberechtigtes Vollmitglied geblieben. Ihre Begründung zum Vorstandsrücktritt lt. Vereinsakte im Jahr 2008: "...um mögliche Missinterpretationen vorzubeugen und den Verein vor Schaden zu bewahren ... ."

    EXPRESS: "Die Mutter eines betroffenen Kindes sagt zur Delfintherapie: "Sie war teuer und erfolglos, kostete uns fast 10.000 Euro. Und von den Spenden bekamen wir nichts." Jürgen Ortmüller vom "Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) kritisiert: „Die von »dolphin aid« vermittelte Delfintherapie ist kommerziell und ein Missbrauch sensibler Meeressäuger. "dolphin aid" hat am 25. Oktober 2017 eine Klage am Landgericht Köln gegen das WDSF verloren, muss 20 von 21 Behauptungen des WDSF weiter ertragen. Auch die Formulierung: "Alljährliche Abzocke von dolphin aid?" mit der der WDSF die Spendenaktionen kritisiert hatte."

    Die "Abzocke"-Aussage des WDSF wurde weder vom Landgericht Köln (Az.: 28 O 368/16) in einem Gerichtsverfahren durch "dolphin aid" gegen das WDSF, noch vom Landgericht Berlin (Az.: 27 O 707/17) im Rahmen einer Einstweilige Verfügung durch "dolphin aid" gegen den Düsseldorfer Express als unzulässige Schmähkritik eingestuft, sondern als zulässige Bewertung aufgrund einer freien Meinungsäußerung.

    Der EXPRESS weiter: "Unterstützer sprangen ab - Ex-"dolphin aid"-Botschafter Hugo Egon Balder hatte sich in einer RTL-Sendung für die "Freihheit für Flipper" ausgesprochen. Ex-Botschafter Howard Carpendale legte sein Ehrenamt ebenfalls nieder." Inzwischen hat sich auch der Schauspieler Ralf Möller als Botschafter von "dolphin aid" verabschiedet.

    "dolphin aid e.V." kassiert 2 Prozent der Teilnahmegebühr und einen "freiwilligen" Mitgliedsbeitrag von den betroffenen Eltern. Eine Verzinsung der langjährig auflaufenden Spendenbeträge zugunsten betroffenener Eltern gab es auch in Zeiten der Hochzinsphase nicht. Bei einer Spendenaktion kamen rund 26.000 Euro zusammen. Ein Vollmitglied des Vereins "dolphin aid e.V." deklarierte als Reisebüro 3% der gebuchten Reisekosten. Das alljährliche Spendenvolumen bei "dolphin aid" liegt im Durchschnitt bei mehreren Millionen Euro, berichtete der WDR.

    Kirsten Kuhnert ist seit 2009 als bezahlte Programmdirektorin im Management des von "dolphin aid" bevorzugt angebotenen CDTC-Delfintherapiezentrums auf Curacao tätig nachdem sie 1995 "dolphin aid" gegründet hat und ist gleichzeitig als Vorstandsmitglied bei dolphin aid e.V. ausgestiegen. Gleichwohl war sie weiterhin stimmberechtigtes Vollmitglied des Vereins, wie sich aus den Registerunterlagen beim Amtsgericht Düsseldorf ergibt. "dolphin aid" hat über die Jahre Millionen Euro an Spenden an das CDTC überwiesen und somit auch die Bezüge der "dolphin aid"-Gründerin Kirsten Kuhnert in dem Therapiezentrum CDTC mitfinanziert.


    Mit Urteil vom 25.10.2017 des Landgericht Köln verlor "dolphin aid" eine Klage gegen das WDSF in erster Instanz aufgrund der kritischen Berichterstattung auf dieser Homepage in 20 Klagepunkten


    Diverse Meldungen zur Delfintherapie

  • 11.08.2018 - Alpakas - Therapeuten mit weicher Nase und sanftem Blick - Alternative zur Delfintherapie in Deutschland (MOZ.de)
  • 07.07.2018 - Delfintherapie – Mehr Schein als Sein? (Gesundheitstrends)
  • 28.06.2018 - Anbieter zocken ab – Warnung vor Delfintherapie
    (Rollingplanet - Deutschlands führendes Online-Magazin für Behinderte, Senioren und Freunde)
  • 28.01.2018 - «Delfine können gegenüber Menschen rabiat werden» (Tagesanzeiger)
  • 17.09.2017 - Tiertherapien auch mit heimischen Tieren erfolgreich (RTL)
  • 21.08.2017 -
  • 03.01.2017 - Spenden für Tochter: Familie gerät an Islamisten im Verfassungsschutz (Augsburger Allgemeine)
  • 22.10.2016 - Nach Streit folgt anonyme Anzeige gegen „Flugkraft“ (NWZ online)
  • 08.09.2016 - Der Mythos der heilenden Delfine (derStandard.at)
  • 16.03.2016 - Howard Carpendale ebenfalls nicht mehr Mitglied bei "dolphin aid" (ots)
  • 15.03.2016 - Skandal - Dolphin aid „missbraucht“ Hugo Egon Balder für Sponsoring von Delfintherapien (MND)
  • 10.03.2015 - Das unseriöse Geschäft mit der Delfintherapie (PR)
  • 08.03.2015 - Die Gefahren einer Delfintherapie (WDSF)
  • 08.03.2015 - Massaker überlebt, jetzt zur „Therapie“ missbraucht | Das Geschäft mit Delfinen aus der Todes-Bucht  (BILD am Sonntag)
  • 28.06.2013 - "specialkids.ev": Üble Nachrede raubt Verein die Handlungsfähigkeit (Allgemeine Zeitung)
    Der Verein "specialkids" hat sich an dem Missbrauch der Delfine in Gefangenschaft im türkischen "Onmega Dolphin Therapy & Activity Center" in Marmaris beteiligt. WDSF: "Die Delfine werden dort unter katastrophalen Bedingungen in viel zu kleinen Meereskäfigen gehalten und leiden unter der kommerziellen Ausbeutung und dem Stress. Der Delfinpark mit seinem deutschen Inhaber Axel Linke ist einer der Mörder von Tierschutzrechten. Bei über 40 Grad Sonnentemperaturen verbrennen die Tiere regelrecht, weil ein erforderlicher Sonnenschutz fehlt. Die Delfinqual und der Missbrauch der Delfine in diesem "Therapiezentrum" ist katastrophal." Der Delfintherapievermittler "dolphin aid" hatte die Anlage ebenfalls in seinem Angebot. Einen Gerichtsprozess bezüglich dieser Aussagen hat das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) vor dem Landgericht Hagen und dem OLG Hamm gewonnen.
  • 28.12.2007 - Scharfe Kritik an Delfintherapie (ORF.at Science)




    31.05.2018 - RTL II - Nicht die Delfintherapie ist förderlich, sondern das Urlaubserlebnis mit der Familie

    In der Sendereihe "Außergwöhnliche Menschen" berichtete RTL II über ein behindertes Mädchen, das mit seiner Mutter und dem Großvater an einer Delfintherapie in Belek/Türkei teilnehmen wollte. Die Therapie scheiterte jedoch an der großen Angst des Kindes vor den Delfinen. Viel größer war das Wohlbefinden des Kindes bei Sonnenschein und Spiel mit Mutter und Opa am Hotelpool. Das Urlaubserlebnis in entspannter Atmospähre fördert das behinderte Kind und hilft auch den Eltern - nicht die Delfintherapie.

    Der Filmbeitrag zeigt deutlich die Problematik einer Delfintherapie. Eltern von behinderten Kindern greifen verständlicherweise nach jedem Strohhalm, um ihren Kindern zu helfen. Viele Eltern verschulden sich manchmal hochgradig, da Krankenkassen die Kosten einer Delfintherapie i.d.R. nicht übernehmen. Das bestätigte auch der Bundesverband autismus Deutschland e.V. bei einem Fachgespräch im Bundestagsbereich.

    Spendenaktionen, die oft von den Medien begleitet werden, erwirtschaften vielfach nur einen Teil der immensen Kosten von etwa 15.000 Euro für zwei Wochen Delfintherapie mit Anreise und Hotel. Ein einfacher Urlaub würde nur ein Bruchteil kosten, aber auch dafür fehlt oft das Geld bei den betroffenen Eltern. Daher werden offenbar lieber Delfintherapien in sonnenreichen Ländern bevorzugt, die das Urlaubserlebnis durch die Spenden gleich mitliefern. Durch Medienveröffentlichungen über Spendenaktionen fühlen sich betroffene Eltern offenbar auch unter Druck gesetzt, die geplante Maßnahme einer Delfintherapie kurzfristig durchzuführen, weil Spender und Dritte immer wieder nachfragen, wann es denn endlich losgeht, so wurde es dem WDSF von der Bundesvorsitzenden des Vereins "autismus e.V." berichtet. Einen Teil der Kosten müssen die Eltern dann aber oft aus eigener Tasche bezahlen, sodass durchaus ein preiswerterer Pauschalurlaub ohne Delfintherapie die Lösung für das Wohl des Kindes sein könnte, wie der RTL II-TV-Bericht zeigt.

    Solange niemand wisse, woher der angebliche Heilungseffekt kommt, würden bei den Patienten völlig falsche Hoffnungen geweckt, sagt Dietmar Todt, Leiter des Berliner Instituts für Verhaltensbiologieder, der im israelischen Eilat den Effekt des Delfinultraschalls erforschte. "Wer sagt, wir brauchen Delfine für eine Therapie, instrumentalisiert die Tiere", so Todt.

    Nicht nur sterben nachweislich immer wieder Delfine an Infektionen, bedingt durch die teils sehr schlechte Wasserqualität. Auch Menschen, die das Wasser in den Delfinanlagen verschlucken oder kleine Wunden an der Haut haben, nehmen Bakterien und Viren auf, berichtet die Kronen Zeitung in Österreich unter Berufung auf Wissenschaftler. Dazu kommt, dass Besucher die Meeressäuger mit Krankheiten anstecken können - und umgekehrt. Dabei handelt es sich etwa um Tuberkulose, Pilzinfektionen, Bronchitis, Bindehautentzündung und Leptospirose. Methoden wie die Zwangsfütterung, um die Tiere am Leben zu erhalten, seien überdies keine Seltenheit, so Tierschützer (s.a. http://www.krone.at/449461). Dazu kommt das Risiko, von einem Delfin verletzt zu werden. Der erzwungene enge Kontakt zu Hunderten Menschen führt bei den Tieren zu massivem Stress, der sie nicht nur krankheitsanfällig, sondern auch frustriert und teils aggressiv macht. Trainer und Besucher enden oftmals mit gebrochenen Fingern oder Rippen, blauen Flecken und Prellungen, berichtet die Kronen Zeitung.

    Hier der Filmbeitrag:

Untreue in 122 Fällen

27.01.2016 - Mechernicher Gründer-Paar: Spenden für Delfintherapie in großem Umfang veruntreut (Kölner Stadtanzeiger)

Vorbericht aus 2006: Hausdurchsuchung bei „dolphin kids“

(28.01.2016) - Nachdem die Kaufhof AG 200.000 Euro an den dubiosen Verein "dolphin kids" gespendet hatte und Revisoren des Konzerns bereits im Jahr 2003 Unregelmäßgikeiten festgestellt hatten, stellte die Kaufhof AG Strafanzeige. Die Vereinsvorsitzende von "dolphin kids", Gabriele Rossek, hatte daraufhin einen Insolvenzantrag gestellt. Das Bonner Landgericht verurteilte das Ehepaar Rossek jetzt – zehn Jahr später – zur gemeinsamen Zahlung von 121 391,53 Euro. Die Ehefrau haftet als Vereinsvorsitzende mit weiteren 66 798,48 Euro. Insgesamt sind es also knapp 190 000 Euro, die beide an den Insolvenzverwalter des Vereins zahlen müssen. Für die 13. Zivilkammer des Bonner Landgerichts steht außer Frage, dass die Eheleute sich hemmungslos an den Spendengeldern bedient haben.

Unter anderem auf Galas mobilisierte sie zahlreiche prominente Unterstützer. Boxer Axel Schultz war unter anderem dabei, Kabarettistin Annette Frier, Tennisspielerin Anke Huber, Sänger Rainhard Fendrich, Moderatorin Britta von Lojewski und ihr Kollege Jörg Draeger sowie Big-Brother-Gewinnerin Alida Kurras. Als Schirmherrin wurde Corinna Prinzessin von Anhalt gewonnen. Der damalige NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers schickte ein Grußwort: "Der Verein hilft nicht nur den Kindern, ein Stück Lebensfreude zurückzugewinnen. Die Organisation ist auch ein Segen für die Eltern", wurde der CDU-Politiker auf der „dolphin“-Homepage zitiert.

Das Kinderhilfswerk verwendet nach Verhandlungen mit dem WDSF seit dem 14. April 2015 nach dem Ausstieg aus der Delfintherapie-Förderung nachfolgende Stellungnahme, die an alle Interessenten einer Delfintherapie lt. Angaben des Vorsitzenden Dr. Kindermann versandt wird:

Foto: privat WDSF-Copyright

(WDSF 2016) Die Delfintherapie ist wissenschaftlich und medizinisch nicht anerkannt und kann im Umgang mit den Delfinen, die auch in Gefangenschaft Wildtiere bleiben, lebensgefährlich sein (s. WDSF-Kurzfilm und Berichte). Die Delfine werden für die Delfin-Therapie missbraucht und leiden in Gefangenschaft. Lesen Sie dazu unter dem Link "Fachgespräch über die Delfintherapie im Bundestagsbereich mit dem WDSF" auch die kritische Stellungnahme des Bundesverbandes autismus Deutschland e.V. und hier die Stellungnahme des Logopäden/Meeresbiologen Norbert Kochhan.

DelfintherapieDie Eltern von behinderten Kindern greifen verständlicherweise nach jedem Strohhalm, um ihren Kindern zu helfen. Viele Eltern verschulden sich hochgradig, da Krankenkassen die Kosten einer Delfintherapie i.d.R. nicht übernehmen. Das bestätigte uns auch der Bundesverband autismus Deutschland e.V..

Spendenaktionen, die von den Medien meist begleitet werden, erwirtschaften meist nur einen Teil der immensen Kosten. Durch die Medienveröffentlichungen über Spendenaktionen setzen sich die betroffenen Eltern oft selbst unter Druck, die geplante Maßnahme einer Delfintherapie kurzfristig durchzuführen. Den größten Teil der Kosten müssen die Eltern aber meist aus eigener Tasche tragen. Der Bundesfinanzhof als höchste Instanz für das Steuerrecht hat eine steuerliche Berücksichtigung der Therapiekosten mit der Begründung abgelehnt, dass es keinen wissenschaftlichen Beweis dafür gibt, dass die Therapie einen medizinischen Erfolg erbringt.

Der Delfintherapievermittler "dolphin.aid e.V." kassiert nach uns vorliegenden Informationen 2 % der Teilnahmegebühr. Eine Verzinsung der langjährig auflaufenden Spendenbeträge zugunsten betroffenener Eltern gibt es nicht (s.a. Stellungnahme Betroffener zu dolphin.aid). Ein Vollmitglied des Vereins deklarierte als Reisebüro 3% der gebuchten Reisekosten. Kirsten Kuhnert (Gründerin von dolphin aid) ist seit 2008 als bezahlte Programmdirektorin im Management des Delfintherpiezentrums CDTC auf Curacao tätig und gleichzeitig als Vorstandsmitglied bei dolphin aid e.V. ausgestiegen. Gleichwohl war sie weiterhin stimmberechtigtes Vollmitglied des Vereins. "dolphin aid" hat über die Jahre Millionen Euro an Spenden an das CDTC überwiesen.

Das WDR-Fernsehen berichtete 2005 in Interviews mit betroffenen Eltern und der Gründerin von dolphin aid, Kirsten Kuhnert, über die fragwürdigen Hintergründe des Delfintherapievermittlers. Einige Eltern würden das Vermittlungsangebot von dolphin aid nicht mehr annehmen, weil es zu teuer sei und man auch selbst keine finanzielle Unterstützung erhalten würde, heißt es in dem TV-Bericht des WDR. Angeblich seien auch Spendenbeiträge betroffenen Kindern nicht gutgeschrieben worden, sondern erst nach Anmahnung.

Der größte Reisekonzern TUI Deutschland (mit TUI Österreich und Schweiz), Schauinsland Reisen sowie alltours stoppten in Abstimmung mit dem WDSF aus Tierschutzgründen weltweit die Bewerbung von Delfin- und Orca-Shows. Es werden auch keine Delfintherapien beworben oder angeboten. In Kooperation mit allen anderen großen deutschen Reiseveranstaltern konnte erreicht werden, dass keines der Delfinarien in der Türkei, in Ägypten, Dubai und Tunesien aufgrund der katastrophalen Haltungsbedingungen mehr angeboten wird.

Aus einem Spiegel-Artikel:

"Argumentationshilfe für die Delfinariumsgegner könnte nun jedoch von dritter Seite kommen. Experten wie Dietmar Todt, Leiter des Berliner Instituts für Verhaltensbiologie, halten es für "extrem bedenklich, das, was in Meeres-Freigehegen unter optimalen Bedingungen stattfindet, in Delfinarien nachzumachen". Solange niemand wisse, woher der angebliche Heilungseffekt kommt, würden bei den Patienten völlig falsche Hoffnungen geweckt, sagt Todt, der im israelischen Eilat den Effekt des Delfinultraschalls erforscht. "Wer sagt, wir brauchen Delfine für eine Therapie, instrumentalisiert die Tiere." Auch der Berliner Psychologe Rainer Brockmann, Fachmann in Sachen tiergestützter Psychotherapie, hält das Projekt in Nürnberg (Anm. Delfintherapie) für überflüssig. "Forschungen mit Delfinen haben in unserem Lebensraum keinerlei Perspektive", empört sich der Psychologe. Die "Eisbrecherfunktion", die den Delfinen beim Umgang mit kontaktgestörten Menschen nachgesagt wird, sei bei landestypischen Vierbeinern, die auf dem Trockenen leben, längst gut belegt. Wenn es den Sonderpädagogen um neue Erkenntnisse in der Mensch-Tier-Begegnung gehe, rät Brockmann, sollten es die Würzburger doch "erst einmal mit Hunden, Katzen oder Pferden" versuchen.

 

Krankheiten durch das Schwimmen mit Delfinen (Filmlink)

Infektionen

Es ist mehrfach wissenschaftlich bewiesen, dass durch das Schwimmen mit Delfinen Bakterien auf den menschlichen Körper übertragen werden und schwere Krankheiten auslösen können.

Kronen-Zeitung vom 22.04.2015: Schwimmen mit Delfinen ist ein Gesundheitsrisiko

"Einmal im Leben gemeinsam mit Delfinen zu schwimmen steht für viele Menschen ganz oben auf der Wunschliste. Doch für die Tiere ist die Haltung in den winzigen Becken der Delfinarien eine Qual. Wie der Dokumentarfilm "The Dark Secrets Surrounding Dolphins" jetzt aufdeckt, birgt das Schwimmen mit den Meeressäugern auch noch große gesundheitliche Risiken für Mensch und Tier.

Küsschen und "Flosse geben", Menschen im Kreis durch das Becken ziehen - für Dutzende Delfine auf der ganzen Welt ist das "Arbeitsalltag". Den Besuchern bleiben Erinnerungsfotos, die Tiere fristen ihr Dasein in einer nicht artgerechten Umgebung. Doch nur wenige wissen, wie gesundheitsgefährdend das Schwimmen mit Delfinen eigentlich sein kann - und zwar für Tier und Mensch. Diese Tatsache deckt der Dokumentarfilm "The Dark Secrets Surrounding Dolphins" ("Die dunklen Geheimnisse, die Delfine umgeben") jetzt auf.

Meeresbiologin Naomi Rose meldet sich in dem Film zu Wort: "Ich finde es dumm, das Schwimmen mit Delfinen überhaupt zu erlauben, denn es ist einfach nicht sicher. Tatsache ist, dass bereits zahlreiche Menschen dabei verletzt worden sind." Und auch hygienisch sei das Angebot bedenklich, so Ex-Delfintrainer Russ Rector: "Ein Delfin uriniert und kotet drei- bis fünfmal häufiger als der Mensch. Die Tiere schwimmen also quasi in ihren eigenen Fäkalien und dem Wasser muss deswegen viel Chemie zugesetzt werden." Doch das zeigt nicht immer Wirkung, und vor allem die Delfintrainer, aber auch Besucher erkranken aufgrund schädlicher Bakterien im Wasser.

Mensch und Tier können schwer erkranken

Nicht nur sterben nachweislich immer wieder Delfine an Infektionen, bedingt durch die teils sehr schlechte Wasserqualität. Auch Menschen, die das Wasser verschlucken oder kleine Wunden an der Haut haben, nehmen Bakterien und Viren auf. Dazu kommt, dass die Besucher die Meeressäuger mit Krankheiten anstecken können - und umgekehrt. Dabei handelt es sich etwa um Tuberkulose, Pilzinfektionen, Bronchitis, Bindehautentzündung und Leptospirose. Methoden wie die Zwangsfütterung, um die Tiere am Leben zu erhalten, seien überdies keine Seltenheit, so Tierschützer.

Delfinarien vertuschen Verletzungen an Besuchern

Dazu kommt das Risiko, von einem Delfin verletzt zu werden. Der erzwungene enge Kontakt zu Hunderten Menschen führt bei den Tieren zu massivem Stress, der sie nicht nur krankheitsanfällig, sondern auch frustriert und teils aggressiv macht. Trainer und Besucher enden oftmals mit gebrochenen Fingern oder Rippen, blauen Flecken und Prellungen. Im Film werden Aufnahmen von kleineren Angriffen durch Delfinen gezeigt. "Solche Zwischenfälle werden den Behörden aber fast nie gemeldet. Das liegt wohl auch daran, dass die Delfinarien den Opfern Geld anbieten, wenn sie schweigen", so Meeresbiologin Naomi Rose. "Echte Tierfreunde können auf einen solch zweifelhaften 'Spaß' gut und gerne verzichten", fasst "Krone"-Tierexpertin Maggie Entenfellner zusammen."

Film mit wissenschaftlichen Aussagen zur Bakterienübertragung beim Schwimmen mit Delfinen und den Gefahren bei der Delfintherapie (engl.) - Teil I
(Swimming With Dolphins, The Dark Secrets Surrounding Dolphins )

Film mit wissenschaftlichen Aussagen zur Bakterienübertragung beim Schwimmen mit Delfinen und den Gefahren bei der Delfintherapie (engl.) - Teil II
(The Truth Behind Swimming with Dolphins )

Delfin-Unfall in der Dolphin Academy, Curacao

Wissenschaftsbezug - "Breitenbach-Studie"

Die Whale and Dolphin Conservation (WDC) kommt in einer Studie  "Delfintherapie, eine Faktensammlung“ zu der Erkenntniss, dass eine Delfintherapie wissenschaftlichen Untersuchungen nicht standhält und medizinisch unwirksam ist, wie auch Die Welt ("Delfintherapie hält nicht, was sie verspricht") berichtete. Dr. Karsten Brensing von der WDC äußerte sich in einem Interview zu der Studie. Die sehr teure Behandlung zeige keine langfristigen Wirkungen bei den Patienten und die Delfine litten massiv unter der Haltung in den Aquarien, bilanzierte auch die Verhaltensforscherin Carola Otterstedt in Hamburg in dem Artikel von „Die Welt“.
PD Dr. Christian Schulze - WDSF-Foto
Der einem Hochschulprofessor gleichgestellte Privatdozent von der Ruhr-Universität Bochum, PD med. Dr. phil Christian Schulze,  schreibt zu der von der WDC kritisierten "Breitenbachstudie" in einer Rezension: "Allerdings weist die Untersuchung nicht unerhebliche, v. a. methodische Mängel auf, die aus wissenschaftlichem Fokus heraus nicht nur vermeidbar gewesen wären, sondern die in ihrer Kombination mit den in der Titelei genannten Sponsoren den Verdacht der Auftragsarbeit nicht ganz entkräften können. … Die wohl gravierendste Kritik an der Studie ergibt sich aus methodischen Gründen.“

Krankenkassen gegen Delfintherapie

Die Krankenkasse AOK zur Delfintherapie: "...In einer aktuellen Veröffentlichung stellen die Wissenschaftler fest, dass bisherige Untersuchungen keine zuverlässigen Anhaltspunkte für den Nutzen der Delfintherapie hergeben. Andererseits gibt es vereinzelt Verletzungen der Kinder durch die Delfine, im übrigen sind die Kosten der Therapie sehr hoch. Da die Delfine (eigentlich wilde Tiere mit einem großen Bewegungsdrang/-radius) für diese Therapieform in Gefangenschaft gehalten werden, mehren sich auch Stimmen von Tierschutzorganisationen, die sich gegen dieses Verfahren aussprechen. ..."

Auf der Homepage der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein heißt es:

"Die Verordnung von Leistungen, die nicht den Bestimmungen der Heilmittel-Richtlinie entsprechen und/oder nicht im Heilmittel-Katalog genannt sind, ist nicht zulässig. Ausgeschlossen ist somit zum Beispiel die Behandlung von Lese- und Rechtschreibschwäche, Delfintherapie oder Yoga."

Christa Koch, Mutter eines kranken Kindes*: "Mein Sohn hat bis heute noch kein einziges mal "Mama" zu mir gesagt"

"Ich glaube, es wäre für einige Eltern ein großer Vorteil, wenn sie ihre Energie nicht in einen Spendenmarathon stecken würden, sondern einfach mit den Kindern privat in einen Urlaub ohne Delphine starten würden. Dieselbe Energie die sie für die Organisation der Therapie aufwenden, könnten sie einfach in ihre eigene Familie stecken mit ebenfalls großem Erfolg für ihre Kinder. Das kann ja nicht sein, dass sie sich verschulden und aufreiben und sie kommen nach Hause und haben immer noch das kranke Kind und noch Ratenzahlungen dazu am Hals. Es gibt keinen einzigen Fall wo ein krankes, behindertes Kind gesund geworden ist und mein Sohn hat bis heute noch kein einziges mal "Mama" zu mir gesagt, obwohl er 2x eine solche Therapie hatte (Anm.: bei dolphin aid). Und wenn ich so alles zusammenrechne aus den letzten 15 Jahren - ohne Delphine - so kann ich nur sagen, dass er große Fortschritte gemacht hat, eben nur langsamer dafür aber dauerhaft."

* Kontaktdaten der Mutter liegen dem WDSF vor

Stellungnahme der Gesellschaft für Neuropädiatrie und der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (2008)

Auszug: Zusammenfassung zur Delphintherapie

"In einer ausgedehnten Literaturrecherche konnte – mit Ausnahme des Nachweises eines Effektes bei psychiatrisch kranken Erwachsenen - keine Arbeit gefunden werden, die objektiv einen positiven, der Delphin-Therapie im engeren Sinne zuzuordnenden Effekt bei behinderten Kindern beschreibt. Ein spezifischer Effekt des Delphins an sich konnte in der bisher veröffentlichten Literatur nicht bewiesen werden. Die Feststellung bezieht sich sowohl auf Kinder mit Bewegungsstörungen als auch mit psychiatrischen Erkrankungen. Am plausibelsten erscheint es immer noch, die „Delphin-Therapie“ als tiergestützte Erziehung / tiergestützte Pädagogik zu klassifizieren, wie sie Breitenbach et al. definierten (S. 13).

Auch die beiden letzten Studien, die „Nürnberger-Studie“ und die von Frau Kohn / München, konnten diesen Beweis nicht antreten. Auch sie - wie zahlreiche andere Publikationen - konnte für das Kindesalter „nur“ feststellen, dass die Eltern ihre Kinder nach der Delphin-Therapie besser bewerteten. Der objektive Nachweis von auch längerfristig andauernden Zugewinnen wurde bisher nicht erbracht, auch wenn die Fremdbeurteilungen durch eine heterogene Gruppe von Therapeuten einen Zugewinn von Fertigkeiten dokumentierten.

Die Delphin-Therapie kann daher nicht als eine neue wirksame Therapie angesehen werden. Es ist viel wahrscheinlicher, dass speziell von den Eltern beobachtete und erlebte / wahrgenommene Effekte dem Setting von spezifischen und unspezifischen Förderungsmaßnahmen (Urlaubssituation, starker und neuer Stimulus für das behinderte Kind und die Eltern, begleitende, allerdings intensivierte konventionelle „Rehabilitationstherapie“, Elterntreff im Sinne einer Selbsthilfegruppe, Angebot zur Hilfe bei der Bewältigung der Grundkrankheit des Kindes) zuzuordnen sind."