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31.05.2017 - Vogel im Interview: "Tiergarten hat eine hohe Akzeptanz" (nordbayern)

01.06.2017 - WDSF: "Delfine sind in Gefangenschaft vom Aussterben bedroht und Delfinarien sind Auslaufmodelle" (Nachrichten heute)

33 verstorbene Delfine im Tiergarten Nürnberg (WDSF-Foto)Nürnbergs Bürgermeister Christian Vogel gibt in dem Interview mit "nordbayern" zu, dass die Sanierung der sog. "Delfinlagune" im Tiergarten aufgrund eines Salzwasserschadens noch etwa drei Jahre dauern wird und voraussichlich rund 8 Millionen Euro kostet. Dazu kommen die Kosten der Wiederherstellung des alten Delfinariums 2 von rund 1,2 Mill. Euro, um die Tiere im Notfall dort während der Sanierungsphase unterbringen zu können. Damit erreicht die "Delfinlagune" mit den ursprünglich Baukosten von 31 Millionen Euro eine Bausumme von über 40 Millionen Euro. Da gegenüber den Baufirmen des Steinbruch-Delfinariums wohl kein Regress mehr geltend gemacht werden kann, wird die Kostenlast dem Bürger über den städtischen Etat auferlegt. Zusätzlich sind Erhöhungen bei den Eintrittsgeldern vorgesehen, so Vogel.

Dass manche Tiere eine längere Lebenserwartung als in freier Wildbahn hätten, wie Vogel behauptet, sagt rein gar nichts über das Wohl der Tiere aus und trifft definitiv nicht auf die Delfinhaltung weltweit zu. Solche Aussagen werden immer wieder als Rechtfertigungsgrund für die Gefangenschaftshaltung verwendet und sind noch nie belegt worden. Tatsächlich verstarben in Nürnberg bisher 33 Große Tümmler. Alleine zwischen 2004 und 2007 sind in Nürnberg sieben Kälber in Folge gestorben. Dass den Nürnberger Delfinen Unmengen an Psychopharmaka verabreicht wurde und über 30 andere Medikamenten in einem 4 1/2-jährigen Zeitraum wird wohlweislich verschwiegen. Große Tümmler haben in freier Wildbahn lt. NOAA (National Marine Fisheries Service) eine Lebensspanne von rund 40-50 Jahren. In Gefangenschaft erreichen Delfine ein weitaus niedrigeres Alter, wobei im Duisburger Zoo die Sterblichkeitsrate der Nachzuchten (incl. 5 Aborte) bei 75,2 Prozent und in Nürnberg bei 90 Prozent liegt. Von 29 Nachzuchten haben seit 1978 in Duisburg lediglich acht Tiere überlebt. In Nürnberg haben von 19 Nachzuchten nur zwei überlebt. In freier Wildbahn wären die Delfine bei solch hohen Sterberaten vom Aussterben bedroht. Tatsächlich sind allerdings die Delfine in Gefangenschaft vom Aussterben bedroht.

Vogel spricht davon, dass das am 06. Mai 2017 in Frankreich verabschiedete Gesetz, welches die Haltung, die Nachzucht und den Import zukünftiger Delfine verbietet und umfangreiche Auflagen bei der derzeitigen Haltung vorsieht, "juristisch nicht haltbar" sei, weil es dahingehend widersprüchlich sei, dass die Weibchen gequält würden, da sie keinen Nachwuchs mehr bekommen dürften. Dabei verschweigt Vogel, dass die Delfinweibchen in Nürnberg während der Bauphase der "Delfinlagune" jahrelang die Antibabypille erhalten haben. Vogel in dem Interview: "Sollten sich die Franzosen durchsetzen, dann hätte es aber Auswirkungen auf ganz Europa." Genau so wird es sein, denn die französische Umweltministerin hat das Gesetz ja bereits in Frankreich durchgesetzt. Das WDSF wird bei der Bundesregierung und im Europäischen Parlament intensiv intervenieren, dass das vorbildliche französische Gesetz auch in anderen Ländern der EU Anwendung findet. Delfinarien sind Auslaufmodelle!

12.05.2017 - "Umstrittene Delfinzucht - Überleben die Meeressäuger in Gefangenschaft nur durch Medikamente?" (Bayerischer Rundfunk)

Radio-Beitrag des Bayerischen Rundfunk vom 12.05.2017 mit Interviews mit dem Nürnberger Tiergartendirektor Dag Encke und dem Geschäftsführer des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) Jürgen Ortmüller. In einer von dem Fachmagazin "Plos One" veröffentlichten US-Forschungsarbeit heißt es, dass Delfine in freier Wildbahn häufiger krank seien als Artgenossen in Gefangenschaft. Das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) weist bezogen auf die Studie darauf hin, dass Delfine in Delfinarien regelmäßig mit Medikamenten am Leben erhalten werden und die Studie daher nicht repräsentativ vergleichbar sei.

Erwähnt wurde auch das zukünftige Verbot in Frankreich, dass Delfine und Orcas nicht mehr in Delfinarien gehalten werden dürfen, insbesondere auch aus dem Grund der Verabreichung von "Drogen". Dag Encke rechfertigt die Medikamentengabe in seinem Delfinarium mit dem Tierwohl.




19.01.2017 - Tiergarten Nürnberg setzt weiter auf Delfine (inFranken.de):

(WDSF/inFranken.de - 19.01.2017) "Ein Gesamtplan für die Gesamtsanierung (Anm.: der Delfinlagune) steht immer noch nicht fest", sagte Tiergarten-Direktor Dag Encke am Donnerstag auf Nachfrage. "Aufgrund der Komplexität der notwendigen Baumaßnahmen gibt es noch keinen Zeitplan." Die Kosten sowie die Dauer der geplanten Sanierung stünden ebenfalls noch nicht fest. Vor Gericht streitet die Stadt Nürnberg derzeit mit Baufirmen, die für die Baumängel der 2011 eröffneten Lagune verantwortlich sein sollen.

Die juristische Auseinandersetzung könne sich noch über viele Jahre hinziehen, sagte Encke. Direkt nach der Eröffnung hatte sich herausgestellt, dass die Becken bei normalem Wasserstand über eine Beckenfuge Wasser verlieren. Um das Leck zu schließen, wurde daraufhin der Wasserspiegel abgesenkt. Im letzten Jahr sei die genauso peinliche wie kostspielige Lücke am Beckenrand provisorisch geflickt worden. Eine Dauerlösung ist das freilich nicht.

Weiterhin Delfinhaltung

Regelmäßig sah sich der Tiergarten auch im letzten Jahr dem Protest von Tierschützern ausgesetzt. Besonders Delfinfreunde machten dem Zoo immer wieder schwere Vorwürfe. Encke betont, dass er sich weiterhin nicht von Delfin-Schützern in die Knie zwingen lassen wolle. "Wir betreiben eine gute Tierhaltung. Wir glauben, dass es den Delfinen bei uns gut geht", ist sich der Zoodirektor sicher. "So lange es uns gibt, gibt es Delfine", gibt sich Encke zuversichtlich."

"Größte Misserfolgsquote in Europa"

Das WDSF weist darauf hin, dass Tiergartendirektor Encke gegenüber der WELT/N24 gesagt hat: „Wir in Nürnberg hatten die größte Misserfolgsquote aller Delfinarien in Europa, das muss man ganz ehrlich sagen.“ Von 19 Nachzuchten in Nürnberg haben lediglich zwei Delfine überlebt (Noah und Naomi). Insgesamt verstarben 33 Delfine im Nürnberger Tiergarten.

Der Zoo habe sechs Kälber hintereinander verloren, während in Europa insgesamt die Population wachse. Zum europäischen Zuchtprogramm gehörten 34 Delfinarien mit 235 großen Tümmlern. Encke: „Wir konnten nicht erklären, warum es so schlecht lief, jedes Kalb ist aus einem anderen Grund gestorben.“

Kosten explodieren

Im Jahr 2011 wurde aufgrund der Eröffnung der "Delfin-Lagune" ein vorübergehender Aufschwung verzeichnet. Um die Annuität (Zins und Tilgung) des städtischen Darlehns von 20 Millionen Euro für den Bau der "Delfin-Lagune" mit über 31 Mill. Euro Gesamtkosten durch den Tiergarten zu bedienen, sind jährlich zahlende Besucher von 1.180.000 kalkuliert. Diese Anzahl wurde bisher in keinem der Jahre außer im Eröffnungsjahr 2011 erreicht. Darüber hinaus manipuliert der Tiergarten die erforderliche Besucherzahl durch Dauerkartenbesitzer, die mit jeweils 20 Besuchen pro Jahr kalkuliert sind, gleichwohl allerdings durch den einmaligen Kaufpreis der Jahreskarte in Relation weniger Geld einbringen, als die jeweils einzeln zahlenden Besucher. Die ab 2017 geplante Sanierung der Delfin-Lagune nach einem Salzwasserschaden aufgrund von Undichtigkeiten wird mdst. weitere 5 Mill. Euro verschlingen.


19.01.2017 - Tiergartenmitteilung 1/2017 - Ein wechselhaftes Jahr ist vorbei - Besucherrückgang von 37.377 Besuchern im Jahr 2016

Tiergarten: "Die Sanierung des Delphinariums II und der Beginn des Umbaus des alten Flusspferdhauses zu einem Wüstenhaus sind weiter wichtige Bau­maßnahmen, die aber noch nicht abgeschlossen sind. Das Delphinarium II, das voraussichtlich im Frühjahr 2017 wieder in Betrieb genommen wird, ist eine Ausweichanlage hinter den Kulissen und umfasst zwei Becken mit 3,5m Tiefe und einer Oberfläche von 177m2 bzw. 78m2."

Besucher-Entwicklung (in den Jahren jeweils auf Seite 11 der pdf-Datei)
(incl. Dauerkartenbesitzer und ermäßgte Eintrittskarten) - Kalkuliert sind 1.180.000 zahlende Besucher pro Jahr, um den städtischen Kredit von 20 Millionen Euro für die Baukosten von insg. 31. Millionen Euro vollständig bedienen zu können. Diese Zahl wurde seit der Eröffnung der "Delfinlagune" im Jahr 2011 nie erreicht.

  • Jahr / Besucher
    2005: 1.130.453
    2006: 1.101.716
    2007: 1.062.000
    2008: 1.281.286 (Eisbären-Baby Flocke geboren)
    2009: 1.039.115
    2010: 933.107
    2011: 1.223.304 (Eröffnung „Delfin-Lagune“)
    2012: 1.095.481
    2013: 997.474
    2014:
    1.071.754 (incl. ca. 6.700 Dauerkartenbesitzer mit 134.000 kalkulierten Besuchern - s.o. Meldung vom 4.1.2016)
    2015: 1.124.737 (incl. 7.656 Dauerkartenbesitzer mit á 20 kalkulierte Besuchen, also 153.000 theoretischen Besuchen )
    2016: 1.087.360 (incl. 7.624 Dauerkartenbesitzer)
    2017: 540.588 (1. Halbjahr)


Abgesenkter Wasserspiegel aufgrund der defekten Beckenfuge - WDSF-Foto Tiergarten Nürnberg(WDSF - 20.01.2017) Das WDSF wird bei den Aufsichtsbehörden gegen die offensichtlichen Verstöße intervenieren und beantragen, die Gesamtanlage zu schließen, zumal die Delfine unter den unabsehbaren Umständen leiden und die Vorschriften des Säugetiergutachtens nicht eingehalten werden.

1) Der Transfer von zwei Delfinen (Kai und Noah) im Jahr 2016 wegen der anstehenden Baumaßnahmen und aufgrund der Gefahr von Rangkämpfen in den Vergnügungspark Rancho Texas Park auf Lanzarote erscheint fraglich, weil es sich dort nicht um eine Zoohaltung handelt. Arnie wurde am 14.11.2016 in das Zoomarine - Mundo Aquatico in Guia an der Algarveküste transferiert

2) Die Aussage "Unsere Großen Tümmler können Wassertemperatur um die vier Grad eigentlich locker wegstecken", des stellvertretende Tiergarten-Direktors Helmut Mädgefrau entspricht nicht der Haltungsrichtlinie (Säugetiergutachten), weil dort vorgeschrieben ist, dass die Wassertemperatur nicht unter 10 Grad Celsius betragen darf.

3) Die Alternative, die Delfine derzeit wegen der Temperaturen und der anstehenden Baumaßnahmen im alten Delfinarium (mit Chlorbesatz) für die Shows zu halten und das Nebendelfinarium II sowie die Traglufthalle zu aktivieren verstößt ebenfalls gegen die Haltungsrichtlinie aufgrund der Unterschreitung der erforderlichen Größe und des Wasserinhalts für eine Haltung von mehr als 90 Tagen.

Es handelt sich offenbar nicht um eine vorübergehende Alternativunterbringung, da "ein Gesamtplan für die Gesamtsanierung immer noch nicht feststeht ... und es keinen Zeitplan gibt", lt. Tiergartendirektor Encke. "Die juristische Auseinandersetzung könne sich noch über viele Jahre hinziehen", sagt Encke. Die Lücke am Beckenrand sei provisorisch geflickt worden.

4) Die ursprünglich kalkulierte Zahl von 1.180.000 zahlenden Besuchern, um alleine das städt. Darlehn von 20 Mill. Euro für die Baukosten der "Delfinlagune" von über 31 Mill. Euro zu bedienen, wurde erneut nicht erreicht.

2016 waren es lediglich 1.087.360 Besucher, wobei die Dauerkartenbesitzer das Gesamtbild verfälschen. In den vom Tiergarten verkündeten "Besucherzahlen" für das Vorjahr 2015 von 1.124.737 waren anteilig 7.656 Dauerkartenbesitzer enthalten, die pro Jahr vom Tiergarten jeweils mit 20 Besuchen kalkuliert sind. Demnach waren in den Besucherzahlen für 2015 rund 153.000 Dauerkartenbesuche enthalten und dieses Verhältnis wird sich voraussichtlich auch für 2016 ergeben. Demnach waren es rund 940.000 zahlende Besucher im Jahr 2016 inkl. ermäßigter Eintrittspreise für Nürnberg-Paß-Inhaber , Gruppen, Schulgruppen etc..

Es fehlten dem Tiergarten in 2016 weit über 200.0000 Besucher, um die finanziellen Verpflichtungen aus dem Bau der Delfinlagune zu bedienen, die mit 1.180.000 Besuchern kalkuliert war. Die Differenz wird erneut von der Stadt Nürnberg aus Steuergeldern der Bürger durch Subventionen im Millionenbereich erbracht werden müssen. Ebenfalls werden Preiserhöhungen nach Aussage von Tiergartendirektor Dag Encke nicht ausgeschlossen.

 

Showmätzchen in der "Delfinlagune"

(WDSF 2015) In der sog. "Delfinlagune" im Tiergarten Nürnberg finden inzwischen die gleichen Delfinshows wie in den viel kritisierten Delfinarien im Ausland (Beispiel: Türkei, Ägypten, Dubai etc.) statt. Delfintrainer lassen sich von Delfinen an der Rückenflosse (Finne) und mit den Schnauzen durch das Betonbecken ziehen.

In freier Wildbahn sind Verletzungen von Rückenflossen von Delfinen bei Treibjagden bekannt - ebenso in den katastrophal geführten Auslandsdelfinarien, wobei die Delfine dort häufig eine gekrümmte Rückenflosse aufweisen.

Der Duisburger Zoodirektor und Delfinarienbetreiber Achim Winkler in der NRW-Landtagsanhörung im Jahr 2014 zum Antrag des Verbots zur Haltung von Delfinen: "Es gibt auch solche Delfinarien, die wir als „Delfin-Shows“ bezeichnen. ... Sie entstehen in den Mittelmeergebieten. Das sind absolute Klitschen ohne jegliches Know-how über die Haltung dieser Tiere. Das ist verwerflich ohne Gleichen. Mit denen dürfen wir aber bitte schön nicht in einen Topf geworfen werden, denn mit denen haben wir nichts gemein." Weiter meint Winkler, dass in solchen touristischen Parks der Kommerz an erster Stelle steht.

Tatsächlich haben beide Delfinarien in Duisburg und Nürnberg allerdings vieles gemein mit den selbst kritisierten Delfin-Shows im Mittelmeerraum. In beiden deutschen Delfinarien werden die Delfine für Shows missbraucht. In Duisburg wird regelmäig ein Kleinkind während der Show in einem Boot von einem der Delfine bei hoher Geschwindigkeit durch das Beckenwasser gezogen und darf die Delfine anschließend mit den Händen betatschen. In Nürnberg reiten die sog. Delfintrainer auf den Tieren und lassen sich an der Finne und den Schnauzen durch das Becken ziehen.