Bundestagswahl 2013 - hier: aktuelle Wahlergebnisse

24.09.2013 - Wahldebakel: FDP scheitert (auch) an Hagener Delfinfreunden (business-on.de)

hier: Antwort der Bundesregierung zur Anfrage der Grünen zum Thema Delfintherapie

Untenstehend (nach dem Beitrag "Streit um 16 Delfine in deutschen Zoos") veröffentlichen wir anlässlich der Bundestagswahl am 22. September 2013 eine WDSF-Wahlempfehlung und Stellungnahmen  der Parteien und von Politikern zum Thema der umstrittenen Delfinhaltung in Deutschland.

Streit um 16 Delfine in deutschen Zoos  im Bundestag (Bundestagsbericht)

mit dem WDSF-Sachverständigen Philip Loos (2. von rechts in der Tischrunde)

Lt. Bundestagsbeschluss am 28.06.2013 stimmten CDU/CSU und FDP für die Beibehaltung von Delfinarien,  die SPD enhielt sich.

(TV-Beitrag in der Mediathek des Deutschen Bundestages)

Mehrheitsparteien CDU/CSU und FDP: Kein Importverbot für Delfine - Delfinqual fortsetzen!

Kontrovers haben die acht Sachverständigen am Mittwoch, 15. Mai 2013, während einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter Vorsitz von Hans-Michael Goldmann (FDP) über die Zukunft von Delfinen in Zoos und Delfinarien diskutiert. Hintergrund der zweistündigen Expertenbefragung war ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/12657) mit dem Titel "Haltung von Delfinen beenden" auf der Grundlage einer wissenschaftlichen Stellungnahme von Priv.-Doz. Dr. Christian Schulze von der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF). Die Entscheidung der Mehrheitsparteien CDU/CSU und FDP bei der Endabstimmung im Deutschen Bundestag am 28. Juni 2013 stand von Anfang an fest: Kein Importverbot für Delfine - Delfinqual fortsetzen! Der Ausschussvorsitzende Michael Goldmann (FDP) hatte bereits zwei Monate vor der öffentlichen Anhörung in einer eigenen Pressemitteilung am 14. März 2013 den wissenschaftlich begründeten Antrag der Grünen-Fraktion als "unseriös" abgedeckelt.

Leit(d)-Kommentar zum nachfolgenden Bericht in der Westd. Ztg. : Wer Tiere liebt, muss kompromisslos sein

Westdeutsche Zeitung (WZ) - 10.06.2013:

 Todesqualen im Delfinarium Nürnberg

Tabellarische Gesamtübersicht der Psychopharmaka-Gabe bei den Großen Tümmlern
im Tiergarten Nürnberg 1.1.2008 - 1.8.2012

Zusammenfassung der medizinischen Tageberichte des Tiergartens Nürnberg für Große Tümmler
(Tursiops truncatus) von 01.01.2008 bis 08.08.2012

Tabellarische Gesamtübersicht Medikamentengabe für Große Tümmler
01.08.2012 - 12.03.2015 (pdf)

Tabellarische Einzelübersicht Medikamentengabe für Große Tümmler 01.08.2012 - 12.03.2015 (Excel)
(die Medikamentengaben der jeweiligen Delfine -in der überschrift anklicken- sind einzeln namentlich u. chronologisch aufgeführt)

öffentliche Meinung uninteressant für CDU/CSU und FDP  

WDSF beanstandet Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

(hier: Offizieller Text des Deutschen Bundestags zur ablehnenden Beschlussempfehlung)

(WDSF - akt. 05.06.2013) Trotz einer "öffentlichen Bundestagsanhörung" des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz am 15. Mai 2013 aufgrund eines Grünen-Antrags die Haltung von Delfinen zu beenden, blieb die öffentliche Meinung außen vor. In einer Zeitungsumfrage der Münsterschen Zeitung stimmten 94% bezüglich eines Delfinarienbesuchs für folgende Aussage: "Nein. Solche Einrichtungen mit meinem Eintrittsgeld zu unterstützen, kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren." Eine Leserumfrage der Rheinischen Post ergab ein ähnliches Ergebnis: "Die Mehrheit spricht sich gegen die Delfinhaltung in Zoos aus." über 80% der Leser der Westdeutschen Zeitung voten für ein Delfinarienverbot.

über 200 Verbände und Tierschutzvereine sowie rund 1.100 Einzel-Personen haben sich an einem Aufruf der Organisation ProWal beteiligt und sich für ein ausnahmsloses Importverbot von Delfinen und Walen nach Deutschland ausgesprochen. Der Deutsche Tierschutzbund hat die Haltung von Delfinen in Zoos in einer Pressemitteilung als nicht artgerecht bezeichnet und deren Verbot gefordert. Mit mehr als 730 angeschlossenen örtlichen Tierschutzvereinen in 16 Landesverbänden und über 520 vereinseigenen Tierheimen vertritt der Deutsche Tierschutzbund mehr als 800.000 Tierschützer. Das WDSF fordert zusammen mit Richard O'Barry (Oscar für den Dokumentarfilm Die Bucht (2010), Medienpreis Bambi (2011) und United Nations Environmental Achievement Award (1991) für die erfolgreiche Renaturisierung von Delfinen) bereits seit 2008 ein Importverbot für Delfine von der Bundesregierung. An der Bundestagsanhörung nahm für das WDSF der Einzelsachverständige Philip Loos (B.Sc. Biologe) teil, der sich für eine Beendigung der Delfinhaltung und ein Importverbot einsetzt.

Mehr als eine Million organisierter Tierschützer und Millionen von Tierfreunden stehen damit hinter der Forderung, die Delfinhaltung zu beenden. Die Regierungsparteien von CDU/CSU und FDP sowie die SPD ignorieren die Stimmen aus der Bevölkerung und berufen sich auf Sachverständige der Zoo-Lobby. Das WDSF wird speziell zur Bundestagswahl über soziale Netzwerke, mit Medienmitteilungen und Kampagnen auf die Ignoranz der betreffenden Parteien und Bundestagsabgeordneten zum Tierschutz für die intelligenten Meeressäuger hinweisen, zumal der Tierschutz seit 2002 im Grundgesetz als Staatziel aufgenommen wurde.

In der Woche ab dem 10.06.2013 will der Ausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz seine Beschlussempfehlung bekannt geben. Das Ergebnis stand allerdings aufgrund der bereits am 16.05.2013 veröffentlichten Pressemitteilungen der Mehrheitsparteien CDU/CSU und FDP und der abgegebenen Stimmen zum 05.06. aller Parteien bereits fest. Der Antrag wurde im Deutschen Bundestag am 28.06.2013 mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP abgelehnt. Die SPD enhielt sich, Grüne und Linke stimmten dafür.

Für jeden Tierschützer und Tierfreund steht bereits jetzt fest, welche Partei zur Bundestagswahl nicht wählbar ist:

- CDU/CSU und FDP stimmen für eine weitere Gefangenschaft von Delfinen (nicht wählbar)
- Die SPD enthält sich (nicht wählbar)
- Bündnis90/Die Grünen und Die Linke stimmen gegen eine Delfinhaltung (wählbar)

Undine Kurth (Bündnis90/Die Grünen) in einer Pressemitteilung vom 05.06.2013: "Tierquälerei in deutschen Delfinarien geht weiter. Schwarz-Gelb lehnt Ende der Delfinhaltung ab. BüNDNIS 90/DIE GRüNEN werden in der kommenden Legislaturperiode einen neuen Anlauf unternehmen, in Deutschland die tierquälerische Haltung von Delfinen zu beenden."

Pressemitteilungen der Bundestagsparteien zur Anhörung des Antrags von Bündnis90/Die Grünen 
"Haltung von Delfinen beenden"

Bündnis90/Die Grünen (MdB Undine Kurth) - Delfinschutz muss dringend verbessert werden – Anhörung des Bundestags-Agrarausschusses stärkt Position des Tierschutzes

Die Linke (MdB Alexander Süssmair) - Importstopp für Delfine

SPD (MdB Heinz Paula) - Mehr Delfinschutz in Deutschland und weltweit

CDU/CSU (MdB's Franz Josef Holzenkamp, Dieter Stier) - Delfinarien sind wichtig für den Artenschutz

FDP (MdB Hans-Michael Goldmann) - Delfinhaltung in Deutschland erfolgt unter höchsten Tierschutzstandards

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse blieben unberücksichtigt

Selbst neueste wissenschaftliche Forschungsergebnisse z.B. durch Prof. Thomas White (Loyola Marymount Universitiy) und Prof. Lori Marino (Prof. of Neuroscience Behaviroal Biology/Emory University) aufgrund dessen Delfine ethisch auf die Stufe des Menschen zu stellen seien (s.a. Augsburger Allgemeine und Science Magazine) und nicht gefangen gehalten werden dürften, fanden kein Gehör bei den Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU und FDP, die sich bereits direkt nach der Anhörung der Sachverständigen für eine weitere Gefangenhaltung von Delfinen ausgesprochen haben. Die Bundestagsfraktion der SPD spricht sich ebenfalls nicht gegen die sofortige Schließung der beiden letzten (von ursprünglich zehn) Delfinarien aus. In ihrer Pressemitteilung macht die SPD den Fortbestand der Delfinarien von den Nachzuchten und der Lösung der "bestehenden Tierschutzprobleme" abhängig, hat sich aber bei dem Grünen-Antrag "Haltung von Delfinen beenden" enthalten. Bündnis90/Die Grünen und Die Linke stimmten für den Antrag.

NRW-Grünen-Abgeordneter gegen Delfinhaltung

Der NRW-Grünen-Abgeordnete Martin-Sebastian Abel (Sprecher für Tierschutz) veröffentlichte eine Pressemitteilung und forderte die Beendigung der Delfinhaltung in Duisburg und fordert ein Importverbot für Delfine: "Duisburg sollte dem Beispiel von Münster folgen und die Haltung von Delfinen unter den jetzigen Bedingungen beenden. ...Es ist folgerichtig, die Einfuhr der Tiere auch in Deutschland zu verbieten...". Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hat sich bisher nicht für ein Verbot der Delfinarien ausgesprochen. (Anm.: Bei der Landtagsanhörung im Jahr 2014 stimmten die Grünen/NRW zusammen mit der SPD gegen einen Antrag der Piraten, die Delfinhaltung zu beenden).

Kontroverse Sachverständigen-Diskussion im Bundestag über wissenschaftliche Stellungnahmen

Kontrovers haben acht Sachverständige am 15. Mai 2013 während einer öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter Vorsitz von MdB Hans-Michael Goldmann (FDP) über die Zukunft von Delfinen in Zoos und Delfinarien diskutiert. Der Vorsitzende Goldmann hatte im Vorfeld der Anhörung in zwei Pressemitteilungen vom 14.03.2013 den Delfin-Antrag der Grünen als unseriös kritisiert und verbreitet, dass die FDP für den Bestand der Zoos (und damit auch für Delfinarien) kämpfen werde. Hintergrund der zweistündigen Expertenbefragung war ein Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/12657) mit dem Titel "Haltung von Delfinen beenden" auf der Grundlage einer unabhängigen wissenschaftlichen Stellungnahme des Biologen und Privatdozenten Dr. Christian Schulze (Ruhr-Universität Bochum) aus dem Jahr 2010, die vom Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) in Auftrag gegeben worden war. Diese wissenschaftliche Stellungnahme zur Delfinhaltung von Dr. Schulze wurde ursprünglich zur Neufassung des Säugetiergutachtens erstellt, die seit drei Jahren durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in Arbeit ist und für die auch das WDSF um Mitarbeit vom BMELV gebeten wurde.

Privatdozent (PD oder Priv.-Doz.) ist die Bezeichnung für einen habilitierten Wissenschaftler an einer Universität oder einer sonstigen Hochschule. Privatdozenten sind als Hochschullehrer selbstständig und alleinverantwortlich zur akademischen Lehre berechtigt und einem Professor gleichgestellt. Schulze hatte sich bereits im Jahr 2008 mit zwei weiteren unabhängigen wissenschaftlichen Stellungnahmen zum Thema Delfintherapie und dem Wissenschaftsbezug in Delfnarien geäußert.

Das Gutachten von Priv.-Doz. Dr. Schulze war die einzige unabhängige wissenschaftliche Grundlage des Bundestagsantrags die "Haltung von Delfinen beenden". Sämtliche der nachfolgenden für die Bundestagsanhörung bestellten Pro-Delfinarien-Gutachter durch die jeweiligen Bundestagsparteien CDU/CSU, FDP und SPD werden entweder von den Zoos als Mitarbeiter bezahlt und/oder "forschen" in einem direkten bzw. mittelbaren  Zusammenhang auch für die Zoos.

Die wissenschaftliche Stellungnahme zur Delfinhaltung des Biologen und Universitäts- und Gymnasialdozenten Schulze kommt zu dem Ergebnis, dass die derzeit baulichen Verhältnisse der beiden Delfinarien in Duisburg und Nürnberg den Meeressäugern kein artgerechtes Habitat bieten. Mit dem beantragten Einfuhrverbot für Delfine sollte mit dem Antrag der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen im Sinne des Tierschutzgesetzes sicher gestellt werden, dass nicht weitere Tiere in eine nicht artgerechte Haltung gelangen, entsprechend des Beschlusses der Schweizer Eidgenossenschaft aus Mai 2012 für ein Delfin-Importverbot, welche zu einem gleichen Ergebnis gekommen war. Weiterhin sollten die beiden Delfinarien einer artenschutzrechtlichen Prüfung hinsichtlich der baulich einengenden Becken unterzogen werden und die Haltung der Delfine bis auf weiteres beendet werden.

"Aus ökologischer und ethologischer Sicht kommt der Simulation des natürlichen Habitats einer Tierart in Zoos (bzw. Delfinarien) eine zentrale Bedeutung zu", heißt es in der Stellungnahme von Dr. Schulze. "Die bisher im Säugetiergutachten vorgegebenen Größenanforderungen für bis zu fünf erwachsene Große Tümmler reichen nicht aus, um die genannten ökologischen und verhaltens-biologischen Charakteristika der Art umzusetzen. Weder stehen Strecken zur Verfügung, die eine hinreichend lange Bewegung in Maximalgeschwindigkeit oder gegebenenfalls gar ihr Erreichen ermöglichen, noch können natürliche Tauchtiefen und Distanzwanderungen auch nur ansatzweise simuliert werden. Für eine „artgerechte“ Haltung müssten als bauliche Größenanforderungen daher Bahnenlängen von rund 850 bis 900 Meter vorgeschrieben werden", stellt Privatdozent Dr. Christian Schulze von der Ruhr-Universität Bochum fest, der aufgrund seiner Qualifikationen zur Entwicklung und Fortführung wissenschaftlicher Lehren legitimiert ist. Der Einzelgutachter Dr. Brensing fordert in seiner Stellungnahme ein der freien Wildbahn nachempfundenes Habitat von 100.000 qm für die Großen Tümmler.
Dass die Forderung nach einem weitgehend artgerechten Habitat für Zootiere erfüllt werden kann, beweisen die neu errichteten Reviere im Zoo Gelsenkirchen auf einem 30 Hektar (300.000 qm) großen Areal (Zoom Erlebniswelt). Dort wurden die meisten Gehege durch einen rund 94 Millionen teuren Umbau bedeutend vergrößert. Die Besucherzahlen konnten durch den Umbau auf bis zu 1 Million gesteigert werden (vor dem Umbau ca. 250.000 Besucher).

WDSF fordert Strafuntersuchung - Antragsergebnis ignoriert Tierschutz

Das WDSF bemängelt bei der Delfinhaltung einen eindeutigen Verstoß gegen § 2 Nr. 2 TierSchG. Dementsprechend hat, "wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einzuschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden." WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: "Die außergewöhnlich hohe Todesrate und die Jungsterblichkeitsrate (insg. 35 Delfine in Nürnberg und über 60 Meeressäuger in Duisburg) und die fortlaufende Behandlung mit Psychopharmaka, Antibiotika und über 30 anderen nachgewiesenen Medikamenten lässt darauf schließen, dass die Delfine unter Stress und akutem Bewegungsmangel leiden. Damit liegt ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor. Es ist Aufgabe der Tierschutzbeauftragten der Bundestagsfraktionen, die u.a. auch Ausschussmitglieder des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sind, gegen diese Verstöße unter Hinzuziehung der Staatsanwaltschaft einzuschreiten, zumal es sich um Straftaten handelt, die nach § 17 TierSchG mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden."

Sachverständiger Kauffels folgert aus der Schließung der Delfinarien die Tötung der Tiere

Der Sachverständige Dr. Thomas Kauffels ist Präsident des Verband Deutscher Zoodirektoren (VDZ) und Direktor des zoologischen Gartens Opel-Zoo. Kauffels hat sich in seiner Ausbildung nicht mit Delfinhaltung befasst und auch keine wissenschaftlichen Beiträge dazu veröffentlicht. In seiner Stellungnahme weist Kauffels selbst daraufhin, dass er kein Wissen über Veterinärmedizin habe, er aber davon ausgehe, dass die vorhandenen Delfine bei einer Schließung der beiden Delfinarien in Nürnberg und Duisburg getötet werden müssten (Anm.: Dies würde gegen das Tierschutzgesetz verstoßen und zeugt von völligem Unwissen der Gesetzeslage).

Nürnberger Tiergartendirektor Encke bezeichnet wissenschaftlichen Beitrag des Universitätsdozenten als "laienhaft"

Der Sachverständige Dr. Dag Encke ist ltd. Direktor des Tiergarten Nürnberg. Er promovierte über die speziellen Stoffwechselvorgänge, mit denen sich Zwerghamster in der Dsungarei dem harten Winter in der Steppe anpassen. über Delfine gibt es es keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen von Encke. In seiner Stellungnahme schreibt Encke uninformiert und unsachlich: "Bei der Stellungnahme des Privatdozenten Dr. Christian Schulze handelt es sich nicht um wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern um eine singuläre Meinungsäußerung eines offensichtlichen Laien im Tierschutz und der Tierhaltung."

Encke bestätigt in seiner Stellungnahme, dass im Duisburger Zoo von 26 Delfingeburten z.Zt. nur sieben überlebt haben. Dabei verschweigt Encke, dass der langjährige Direktor des Duisburger Zoos, Wolfgang Gewalt, im Laufe seiner Dienstzeit bis 1993 2 Sotalias, 3 Weißwale, mindestens 5 Schweinswale, 33 Tümmler, 5 Amazonasfluß-Delphine und 17 Commerson-Delphine importiert hat (also insgesamt 65 Cetacea, s. SPIEGEL aus 1997). Von diesen Importen leben heute nur noch 2 Große Tümmler und 1 Amazonas-Flussdelfin im Duisburger Zoo. Für den Tiergarten Nürnberg gibt Encke 26 verstorbene Große Tümmler (davon 16 Kälber) in seinem Bericht an. Laut Taxon-Report, den das WDSF in Nürnberg eingesehen hat, starben jedoch insgesamt 35 Delfine des Nürnberger Tiergartens zzgl. drei Nachzuchten von transferierten bzw. ausgeliehenen Delfinmüttern im Delfinarium Harderwijk. Andererseits bestätigt Encke, dass aufgrund der vorhandenen Population in Gefangenschaft in den nächsten 100 Jahren keine weiteren Importe aus Wildfängen erforderlich seien.

Die vom WDSF aufgrund der Einsicht in die tiermedizinischen Tagesberichte des Zoos Nürnberg nachgewiesenen verabreichten Psychopharmaka für die Delfine bezeichnet Encke als "Appetitanreger". Tatsächlich hat der Delfin Arnie an 203 Tagen insgesamt mdst. 2.255 mg Diazepam (Valium) und der Delfin Joker mdst. 5.515 mg Diazepam an 277 Tagen (teilweise täglich) verabreicht bekommen. Diazepam ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Benzodiazepine mit relativ langer Halbwertszeit. Da es bei einer Langzeittherapie mit Diazepam zu einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit kommen kann, wird der Wirkstoff vorrangig in der Akut-Therapie – das heißt nicht länger als vier bis sechs Wochen – eingesetzt (Martin Wehling (Hrsg.:): Klinische Pharmakologie. 1. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart 2005. S. 487). Durch die lange Halbwertzeit des Psychopharmaka hat die teilweise tägliche Verabreichung eine sedierende (beruhigende) Wirkung auf die Delfine, die in der Verharmlosung von Encke keine Berücksichtigung findet. Tatsächlich heißt es in den Protokollen der tiermedizinischen Tagesberichte des Delfinariums, dass Diazepam (und Seranin) aus folgenden Gründen eingesetzt wurde: "Nervosität wegen Baulärm, Fang-Transportaktion, Untersuchungsacktion, schlechte Mitarbeit, Aggressivität, Nervosität allgemein". Der Delfin Arnie erhielt zusätzlich zur Diazepam-Behandlung an insg. 235 Tagen 830 Seranin-Tabletten; der Delfin Joker 317 Seranin-Tabletten an mdst. 92 Tagen. Seranin ist ein Beruhigungsmittel gegen Aggressionen und andere angstbedingte Verhaltensprobleme. Das Delfinweibchen Eva erhielt vor ihrem Tod im Jahr 2009 im Jahr 2008 820 mg Diazepam und in 2009 320 mg des Psychopharmaka. Dem Tümmler Naomi wurde trotz nachgewiesener Schwangerschaft Diazepam verabreicht (s. Analysebericht Anna Meyer-Löbbecke - Biologin B. Sc.).

Sachverständiger Althaus setzt auf Delfin-Plüschtiere und Delfinarien im Kampf gegen den Walfang

Der Schweizer Sachverständige Dr. Thomas Althaus ist Tierarzt und hat keine wiss. Beiträge über die Delfinhaltung veröffentlicht. Althaus wird auch schon mal gerne von Zirkussen gebucht, um dort den Besuchern Dressurabläufe zu erläutern. In seiner Stellungnahme sind keine eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Delfinhaltung enthalten. In der Debatte erzählte Althaus, dass er anlässlich seines Besuchs in der japanischen Walfängerstadt Shimonoseki Kinder in einem Delfinarium beobachtet habe, die fasziniert von den Tieren waren und anschließend Delfin-Plüschtiere gekauft hätten. Diese Kinder würden sicher kein Walfleisch mehr essen, vermutete Althaus laienhaft und sprach sich für die Einrichtung von Delfinarien im Kampf gegen den Walfang aus. Tatsächlich haben WDSF/ProWal in der japanischen Walfangstadt Taiji vor Ort festgestellt, dass Eltern, die mit ihren Kindern dort das Delfinarium besucht haben, anschließend in das nahegelegene Restaurant gingen und Wal- bzw. Delfinfleisch verzehrten, das in Japan als Delikatesse gilt (ähnlich wie in Deutschland nach dem Besuch eines Streichelzoos z.B. Ziegen- oder Truthahnfleisch auf den Tisch kommt). Diese Aussage von Althaus wurde von den meisten Abgeordneten belächelt (s.Bundestags- TV-Aufzeichnung Zeitschiene ab 1 Std 38 Min.).

Robben- und Fischforscher Dehnhardt braucht Delfinarien zur Forschung

Der Einzelsachverständige Prof. Dr. Guido Dehnhardt ist am Institut für Biowissenschaften - Lehrstuhl für Sensorische und Kognitive ökologie Universität Rostock - als Biologe für den Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultätsbereich beschäftigt (Sensorische und Kognitive ökologie). Für die Universität Rostock forscht Dehnhardt im Marine Science Center am attraktiven Yachthafen von Rostock über Robben, Oktopoden und Fische. Um an Delfinen forschen zu können, befürwortet Dehnhardt die Haltung von Delfinen in Delfinarien. Die ausdrückliche Frage nach den baulichen Voraussetzungen und der erforderlichen Wasserqualität in Delfnarien konnte Dehnhardt in seiner Stellungnahme trotz seiner angeblichen fachlichen Qualifikation nicht beantworten. Auch zur Frage des Reproduktions- und Aufzuchtverhaltens fand er keine Antwort und verwies auf die zoologischen Einrichtungen. Zur Lebenserwartung in freier Wildbahn gäbe es nur sehr wenige Arbeiten, meinte Dehnhardt und ließ auch diese Frage offen. Verhaltensstörungen bei Delfinen in Gefangenschaft seien ihm nicht bekannt (s. aber Psychopharmaka-Verabreichung oben im Beitrag zu Dag Encke). Hinsichtlich der Zucht weist Dehnhardt ausdrücklich darauf hin, dass diese mancherorts gedrosselt werden müsse. Zu den Vorgaben im Entwurf des Säugetiergutachtens verweist Dehnhardt auf die Vorschläge von Prof. Dr. Vincent Janik (St. Andrews, UK), der erst kürzlich das Verhalten von 121 frei lebenden Delfinen in einer Gefangenschaftsaktion wissenschaftlich untersucht hat. Zum Tier- und Artenschutz des Delfinbereichs im Säugetiergutachten von 1996 wusste Dehnhardt ebenfalls keine Antwort und verweist erneut an die Zoos. Zur Stressfrage bei den Großen Tümmlern vermutet (!) er, dass diese Untersuchungen in Nürnberg und Duisburg durchgeführt wurden. Im Hinblick auf die derzeitige überzüchtungszahl von Delfinen in Delfinarien empfiehlt Dehnhardt eine Geburtenkontrolle.

Holländischer Tiermanager van Elk favorisiert Anti-Säure-Behandlung bei Delfinen

Der Einzelsachverständige Dr. med. vet. Cornils Erik van Elk wird nach eigenen Angaben vom Delfinarium Harderwijk, Niederlande, seit 14 Jahren als Veterinär und Tiermanager beschäftigt. Van Elk ist ebenfalls für das Rehabilitationszentrum SOS-Dolfijn im Delfinarium Harderwijk tätig, das im Verdacht steht, gestrandete Meeressäuger für Show-Zwecke zu verwenden. Er ist weiterhin für das Populationsmanagement in den beiden Vergnügungsparks Asterix in Paris, Frankreich, und Planet Sauvage, Port-St-Père, Frankreich verantwortlich. Van Elk bestätigt die gezielte Geburtenkontrolle aufgrund in Gefangenschaft vorliegender Geburtenüberschüsse und der in West-Europa z.Zt. vorhandenen 232 Delfine in Delfinarien lt. Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Sterbefälle in Gefangenschaft seien auf Infektionen und altersbedingtes Organversagen zurückzuführen. Als abnormales Gefangenschaftsverhalten bezeichnet van Elk das "Hochwürgen von Fisch". Diese Irritation der Speiseröhre und der Zähne würde man durch eine prophylaktische Anti-Säure-Behandlung behandeln. Bei einer Schließung der beiden verbliebenen deutschen Delfinarien würden die Tiere in anderen zoologischen Gärten untergebracht, damit sie weiterhin für Forschungs-, Bildungs- und Artenschutzprogramme verwendet werden können, schreibt van Elk in seiner Stellungnahme. Im Zuchtbuch des EEPs, dass öffentlich nicht zugänglich ist, seien insgesamt 835 "Tierindividuen" erfasst.  Die Kälbersterblichkeit bei Delfinen liege zwischen 1990 und 2012 bei reduzierten 47 %. Van Elk bestätigt auch, dass die Population der vorhandenen Großen Tümmler aus eigener Nachzucht aufrecht erhalten werden kann. Anm.: Dies spricht ebenso wie die Aussage der Einzelsachverständigen Dehnhardt und Encke dafür, ein Importverbot für Delfine zu beschließen.

Türkischer Hirnforscher Güntürkün greift  deutschen Privatdozenten außerhalb der Anhörung als "wissenschaftlichen Laien" an

Eine unsachliche Retourkutsche des u.E. befangenen Berufspsychologen Prof. Onur Güntürkün verbreitete der Tiergarten Nürnberg gegen das delfinhaltungskritische wissenschaftliche Gutachten von Priv.-Doz. Dr. Christian Schulze (beide Ruhr-Universität Bochum).
Der Tiergarten Nürnberg veröffentlicht auf seiner Homepage eine weitere "wissenschaftliche" Stellungnahme des türkischen Prof. Onur Güntürkün (Ruhr-Universität Bochum) zu dem Bundestagsantrag der Grünen (Haltung von Delfinen beenden), mit der sich dieser für die Fortführung der Delfinhaltung ausspricht. In seiner Stellungnahme greift Prof. Güntürkün seinen Fakultätskollegen Priv.-Doz. Dr. Christian Schulze (ebenfalls Ruhr-Universität Bochum) für seine fachliche wissenschaftliche Stellungnahme zur Delfinhaltung scharf an und argumentiert völlig unsachlich zum Thema. Die Stellungnahme von Prof. Güntürkün wurde vom Bundestagsausschuss nicht veröffentlicht. Güntürkün ist für den Fakultätsbereich Biopsychologie der Ruhr-Universität tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Funktion des Denkens, wie er selbst schreibt. Aus seiner beruflichen Vita ergibt sich, dass von Güntürkün keine fachspezifischen Veröffentlichungen über die Delfinhaltung verfügbar sind und er sich nicht schwerpunktmäßig damit befasst hat.

Die neurologische Gehirnforschung an toten Delfinen, die Güntürkün betreibt, hat nicht viel mit Erkenntnissen zur Delfinhaltung zu tun. Im Gegensatz zu den Ergebnissen internationaler Delfinforscher kommt Güntürkün im Jahr 2004 zu dem Ergebnis, dass "Delfine weniger intelligent sind, als bisher gedacht". Güntürkün hat als Referent eine Dissertation zur Erlangung eines Doktortitels einer Studentin (Annette Kilian - Mai 2004) zum Thema der Gehirnfunktion von Großen Tümmlern begleitet und kurz danach (September 2004) zum gleichen Thema einen Kurzbericht zusammen mit Annette Kilian und dem Kurator des Tiergartens Nürnberg, Lorenzo von Fersen, beigesteuert. Die Liste der verwendeten Fremdpublikationen des Kurzberichts ist fast identisch mit der Arbeit der betreuten Studentin und stellt lediglich eine auszugsweise Abschrift aus der Dissertation dar. Am liebsten forscht Güntürkün allerdings an Elstern und Tauben.

Prof. Güntürkün ist sicherlich keine Delfinspezialist, der sich anmassen darf, einen renommierten Fakultätskollegen wie Dr. Schulze zu kritisieren, der sich in wissenschaftlichen Stellungnahmen bereits auch zur Delfinhaltung und -therapie geäußert hat, zumal sich Güntürkan lediglich auf neurologischer Ebene mit Delfingehirnen von toten Delfinen befasst hat. Er selbst tituliert Dr. Schulze in seiner "wissenschaftlichen" Stellungnahme als "wissenschaftlichen Laien", obwohl Schulze als zweifach examinierter Biologe mit dem Schwerpunkt Zoologie, spezielle Botanik und Stoffwechselphysiologie wissenschaftliche Stellungnahmen zum Thema der Delfinhaltung und Delfintherapie verfasst hat. Bei der u.E. nicht wissenschaftlichen Stellungnahme von Prof. Güntürkün zu den Ausführungen von Herrn PD Dr. Schulze haben seine intensiven Verflechtungen mit dem Tiergarten Nürnberg offenbar eine wesentliche Rolle gespielt.

Güntürkün ist eng mit dem Tiergarten Nürnberg verbunden. Er war Mitglied im Förderverein DelphinLagune e.V. der sich in 2012 aufgelöst hat. Der Verein sollte die kommerzielle Verwendung der Delfine zur Delfintherapie fördern.*  Zum neuen Delfinarium Nürnberg (dort S. 48) äußerte Güntürkün: "Die Delphin-Lagune vereint alle positiven Aspekte einer optimalen und artgerechten Tierhaltung. Ein begeisterndes Projekt." Das WDSF vermutet in dem unqualifizierten Statement von Güntürkün auch einen gewissen Unmut aufgrund der Vereinbarung des WDSF mit allen großen deutschen Reiseveranstaltern, dass keines der 10 türkischen Delfinarien aufgrund katastrophaler Zustände nicht mehr angeboten werden.

* Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat in einem Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth nach einer WDSF-Strafanzeige ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine dauerhafte kommerzielle Verwendung von Delfinen für eine Delfintherapie verboten ist.

Stellungnahmen der Sachverständigen, die sich bei der Bundestags-Anhörung gegen eine Delfinhaltung ausgesprochen haben:

Einzelsachverständigen Philip Loos, B. Sc. Biologie (WDSF - Wal- und Delfinschutz-Forum)

Einzelsachverständige Dr. Sandra Altherr (Pro Wildlife e.V.)

Einzelsachverständiger Dr. Karsten Brensing (WDC - Whale and Dolphin Conservation)

Pressemeldungen Vorjahre

23.09.2013 - Tierfreunde und Umweltschützer froh über FDP-Absturz (ots/dpa)
17.09.2013  -Tierschützer „stinksauer auf Leutheusser-Schnarrenberger und die FDP“ - FDP-Boykottaufruf zur Bundestagswahl (Focus online) 

Die Parteien wurden vom WDSF bereits im Jahr 2010 um Stellungnahme zum Fortbestand der beiden Delfinarien Duisburg und Nürnberg gebeten (Münster wurde nach WDSF-Intervention Anfang 2013 geschlossen). Eine weitere Anfrage erfolgte direkt an die tierschutzpolitischen Sprecher der Parteien (Antworten s.u.). CDU und FDP bezogen dem WDSF gegenüber keine Stellung! (s.a. Politik 2010: http://www.walschutzaktionen.de/815201.html ). 

Im Rahmen einer öffentlichen Bundestags-Anhörung am 15. Mai 2013 zum Thema Delfinimportverbot und "Delfinarienhaltung beenden", sprachen sich CDU/CSU, FDP und SPD weiterhin für die Gefangenschaftshaltung von Delfinen und gegen ein Delfinimportverbot aus.

CDU/CSU -  disqualifiziert! - (Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 weiterhin im Bundestag vertreten)

FDP -  disqualifiziert! (Anm.: Nach der Bundestagswahl aus dem Deutschen Bundestag ausgeschieden) !!!
24.09.2013 - Wahldebakel: FDP scheitert (auch) an Hagener Delfinfreunden (business-on.de)

SPD - disqualifiziert! (Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 weiterhin im Bundestag vertreten)

Bündnis90/Die Grünen - Qualifiziert - (Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 weiterhin im Bundestag vertreten)

Die Linke - Qualifiziert! (Importstopp für Delfine) - (Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 weiterhin im Deutschen Bundestag vertreten)

Hinweis zur Wahlempfehlung von Bündnis90/Die Grünen durch das WDSF

Das Thema zum Delfinschutz im Delfinarium Duisburg wurde nach einer "Pause" von drei Jahren im März 2013 von der NRW-Fraktion der Grünen wieder aufgenommen, nachdem die Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen im Frühjahr 2013 einen Bundestagsantrag zur Beendigung der Delfinhaltung in Deutschland (Duisburg und Nürnberg) und bezüglich eines Importverbots auf der Basis eines vom WDSF in Auftrag gegebenen wissenschaftlichen Gutachtens eingebracht hatte. Leider erfolgte seitens der NRW-Grünen-Fraktion bis 2013 keine einzige politische Eingabe im Landtag NRW gegen die Delfinhaltung im Duisburger Zoo. Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hält sich dabei ebenfalls bedeckt.

Undine Kurth (MdB, Bündnis90/Die Grünen) in einer Pressemitteilung vom 05.06.2013: "Tierquälerei in deutschen Delfinarien geht weiter. Schwarz-Gelb lehnt Ende der Delfinhaltung ab. BüNDNIS 90/DIE GRüNEN werden in der kommenden Legislaturperiode einen neuen Anlauf unternehmen, in Deutschland die tierquälerische Haltung von Delfinen zu beenden."

Bereits im Jahr 2009 führte ein Bundestagsantrag der Grünen dazu, dass der Bundestag beschlossen hat, dass die Richtlinie für die Haltungsbedingungen von Delfinen (Cetacea), das sog. Säugetiergutachten aus dem Jahr 1996, überarbeitet werden soll und dass die Bundesregierung  sich weiterhin auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene aktiv gegen die illegale Einfuhr von in freier Wildbahn gefangenen Delfinen einsetzt und zur Verminderung und Vermeidung dieser Einfuhren entsprechende Kontrollen durchführt. Die überarbeitung des Säugetiergutachten (unter Mitwirkung u.a. des WDSF) soll im Jahr 2013 abgeschlossen sein. Bündnis90/Die Grünen im Bund haben sich bereits seit Jahren immer wieder für den Tierschutz und gegen die Delfinhaltung ausgesprochen und wiederholt Kleine Anfragen zum Thema Delfin- und Tierschutz in den Bundestag eingebracht.

Nicht im Bundestag bisher vertretene Parteien

Tierschutzpartei - Qualifiziert! (Flyer) - Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 wie bisher nicht im Deutschen Bundestag vertreten
ÖDP - Qualifiziert (Stellungnahme) - Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 wie bisher nicht im Deutschen Bundestag vertreten

Piratenpartei - Teilqualifiziert  Der Delfin- bzw. Tierschutz wurde im Wahlprogramm auf Bundestagsebene noch nicht ausführlich thematisiert. In der nachfolgenden Grafik gibt es etliche Einschränkungen. Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 wie bisher nicht im Deutschen Bundestag vertreten. (Nachtrag: Auf NRW-Ebene erfolgt im Jahr 2014 ein Antrag im NRW-Landtag, die Delfinhaltung zu verbieten).

Alternative für Deutschland (AfD) - Teilqualifiziert  Der Delfin- bzw Tierschutz wurde noch nicht im Wahlprogramm ausführlich thematisiert. Anm.: Als im Jahr 2013 neu gegründete Partei mit knappem Wahlergebnis (4,7%) nach der Bundestagswahl 2013 nicht im Deutschen Bundestag vertreten

Die Violetten - Teilqualifiziert Der Delfin- bzw Tierschutz wurde noch nicht im Wahlprogramm ausführlich thematisiert.
Anm.: Nach der Bundestagswahl 2013 wie bisher nicht im Deutschen Bundestag vertreten

Hier sehen Sie die Antworten der Parteien einer Umfrage der Albert Schweizer Stiftung zur Bundestagswahl 2013

Sehr geehrter Herr Ortmüller,

in unserem Wahlprogramm heißt es unter der überschrift "ökologisches NRW - Schutz für Mensch und Umwelt" unter Punkt 2 "Tiere brauchen Rechte" auf Seite 93:

"Wir setzen uns dafür ein, dass die Haltung, das Mitführen und die Verwendung von Wildtieren in Zirkusbetrieben sowie die Dressur von Wildtieren in Zoos, Zirkussen, Tiershows u. ä. ebenso beendet werden wie die Tierhaltung zur Pelzgewinnung. Wir fordern die Veröffentlichung der Tierbestandsbücher sowie mehr Transparenz und überwachung von Zoos, Zirkusbetrieben und Tierparks. Wir setzen uns für eine Verschärfung der Richtlinien für die Zootierhaltung und für konkrete Haltungsvorschriften für Wildtiere ein."

Dies bedeutet in Bezug auf die Delfinarien, dass wir die Dressur beenden, eine stärkere überwachung einführen und die Haltungsformen verschärfen und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen anpassen wollen. Unter diesen Voraussetzungen und in diesem Zusammenhang wird dann zu prüfen sein, inwieweit die Haltung von Delfinen in Zoos beendet werden kann.
In Bezug auf Durchführung, Zeitpunkt und Art und Weise im Hinblick auf die Delfinarien in NRW hat der letzte Landesparteitag einen Auftrag erteilt, dies im Rahmen von ExpertInnengesprächen und Gesprächen mit Beteiligten in einen Lösungsvorschlag einfließen zu lassen, der im Frühjahr 2011 diskutiert und beschlossen werden soll.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Remmel

Parlamentarischer Geschäftsführer
und Sprecher für Umwelt, Naturschutz,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz von
BüNDNIS 90/DIE GRüNEN im Landtag von
Nordrhein-Westfalen

(Anm.: Leider wurden bisher keine konkreten Anstrengungen der Grünen in NRW und auch nicht durch Umweltminister Remmel (Grüne) unternommen, um die Delfinhaltung und den Delfinimport zu verbieten, bzw. die verhaltensgerechte Gestaltung der Delfin-Gehege bis zu einem evtl. Verbot zu realisieren. § 68 des NRW-Landschaftsgesetzes hätte dem Ministerium dazu die Möglichkeit gegeben. Der angekündigte "Lösungsvorschlag" wurde nicht realisiert.)

 

23.01.10 - Bündnis90/Die Grünen - Kreisverband Rhein-Berg - Bergisch Gladbach

Veranstaltung und Filmvorführung des mehrfach ausgezeichneten und für den Oscar nominierten Filmes "Die Bucht" für geladene NRW-Gäste aus Politik und Wirtschaft

Fraktionsübergeifende Beschlüsse sollen Delfinarien in Deutschland stoppen - Bärbel Höhn (Ex Grünen-Umweltministerin) forderte Schließung - Ric O'Barry, Hauptdarsteller des Oscar-nominierten Kinospielfilm "Die Bucht", appellierte in einer Telefonkonferenz des WDSF auf der Veranstaltung an deutsche Delfinarienbesucher, keine Tickets mehr zu kaufen.

Die Grünen in NRW haben sich auf ihren Landesdelegierten-Konferenzen in den Jahren 2010 und 2011 auf Vorschlag des damaligen parl. Geschäftsführerers und jetzigen Umweltministers, Johannes Remmel, darauf verständigt, das Thema der beiden Delfinarien in NRW in 2012 anzugehen. Tatsächlich haben die NRW-Grünen jedoch nichts unternommen, um die Delfinhaltung zu stoppen.

WDSF-Foto v.lks.: Andreas Morlok (ProWal), Bärbel Höhn (stellv. Fraktionsvors. Bündnis90/Die Grünen), Sarah Bähner (Tierschutzexpertin Bündnis90/Die Grünen), Jürgen Ortmüller (WDSF)

Zu den rund 140 geladenen Gästen zählten neben Jürgen Ortmüller vom "Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF)“, Andreas Morlok vom „Projekt Walschutzaktionen (ProWal)“ und dem Biologen Norbert Kochhan (WDSF-Kuratorium) auch Bundestags-,  Landtags- und -Stadtratsabgeordnete von CDU, SPD, FDP, Bündnis90/Die Grünen, der Linken und Vertreter der Tierschutzpartei sowie Bärbel Höhn, stellv. Fraktionsvorsitzende der Grünen. Bärbel Höhn will sich für einen fraktionsübergreifenden Antrag zum Verbot von Delfinarien in Deutschland engagieren. Persönliche Gespräche mit den Zoodirektoren in Münster und Duisburg sind geplant.

24.01.10 - Die frühere NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) fordert, die letzten drei deutschen Delfinarien in den Zoos in Duisburg, Münster und Nürnberg auslaufen zu lassen und letztlich zu verbieten. Delfinarium Duisburg - Zoo-Direktor Winkler weiterhin uneinsichtig: "Unseren Delfinen geht es gut" -

Radio58 - Gleich mehrfach bewegend

Delfinarien in Deutschland sollen durch fraktionsübergreifende Anträge gestoppt werden

25.01.2010 - Das Leiden von Flippers Artgenossen (DerWesten zur Veranstaltung in Bergisch Gladbach)

Wir freuen uns über die Oscar-Verleihung an den Film "Die Bucht", wodurch die Diskussion um den Schutz der Delfine wieder stärker in den Fokus der öffentlichkeit gerückt ist.

Wale und Delfine sind hoch entwickelte, intelligente Lebewesen, die in komplexen sozialen Gefügen leben.

Die Delfine die es noch gibt, leben in Gruppen von 20 bis 100 Tieren zusammen. Sie legen zum Teil hunderte von Kilometern am Tag zurück und ernähren sich von Fischen, die sie jagen. Delphine sind zudem sehr verspielt.

In Deutschland werden Kleinwale, überwiegend also Delfine, in Gefangenschaft gehalten oder zur Schau gestellt. Ihr Leben sieht deutlich anders aus: Zumeist in unstrukturierten, zu flachen und zu kleinen Betonbecken müssen sie Zuschauer mit ihren Kunststückchen begeistern. Als Belohnung gibt es toten Fisch. Allein oder in Kleinstgruppen ziehe sie ansonsten stupide im Kreis. Mit artgerechter Haltung hat dies alles überhaupt nichts zu tun. Eine Haltung dieser Tiere kann außerhalb ihres natürlichen Lebensraumes weder tier- noch artgerecht durchgeführt werden. Eines der häufigsten Argumente für eine Haltung von Delfinen in Gefangenschaft ist ihr vermeidlicher Nutzen in der so genannten Delfintherapie. Ein Nutzen, der bis heute durch nichts wissenschaftlich belegt, dafür aber widerlegt werden konnte.

DIE LINKE macht sich stark für den Erhalt dieser Tiere in Freiheit und verurteilt deren Missbrauch als Belustigungsobjekt oder angebliches Therapiewunder.

DIE LINKE fordert neben dem Haltungsverbot von Delfinen in Gefangenschaft auch ein Verbot, wild lebende Delfine zu fangen. Die Entnahme von Delfinen aus der Natur stellt inzwischen eine ernst zu nehmende Gefahr für bestimmte Delfinpopulationen und einen nicht unwesentlichen Eingriff in die soziale Gemeinschaft der Tiere dar. Delfine aus kommerziellen oder angeblich therapeutischen Zwecken in Gefangenschaft zu halten, lehnt DIE LINKE als Tierquälerei ab.

Pamela Strutz
Wahlquartier NRW
Strategie & öffentlichkeitsarbeit
Kortumstr. 106 - 108
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