Gefangenschaft treibt Delfine in den Selbstmord (Welt/N24)

Demo Duisburg 01.06,2016 (WDSF-Foto)    Demo Duisburg 01.06,2016 (WDSF-Foto)

 

Demo Duisburg 01.06,2016 (WDSF-Foto)

ProWal- WDSF-Demo vor dem Duisburger - Fotostrecke (Facebook)

 



 

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller im WDR-Interview

 

Anm. zum Beitrag in DerWesten vom 11.02.2016:
Bis heute wurden noch niemals Ergebnisse von pathologischen Untersuchungen der vielen verstorbenen Großen Tümmler vom Zoo Duisburg veröffentlicht!

 

 

Zoodirektor Winkler hat "keine Ahnung" über Todesursachen

Am 25.08.2015 vermeldete der Zoo nach dem plötzlichen Tod des Delfinbabys von Pepina: "Um PEPINAs Jungtier den Start ins Leben zu erleichtern, erhielt es am zweiten Lebenstag eine einmalige antibiotische Unterstützung." Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) kritisierte, dass auch die Delfinmutter Pepina selbst während der Schwangerschaft an mdst. 13 Tagen ein Antibiotikum wegen eines Hustens und ein Actinobacterium aufgrund eines Pilzbefalls verabreicht bekam, wie sich aus den tiermedizinischen Berichten des Zoos ergibt. Da sich die Tiermedizin bei der Behandlung von Delfinen an der Humanmedizin orientiert, stellt sich die Antibiotikagabe als tiermedizinische Fehlbehandlung dar, die während der Schwangerschaft auch ein Risiko für das ungeborene Delfinbaby bedeutete. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Antibiotika bei Hustenviren, wobei der Husten meist mit einer Bronchitis einhergeht, völlig wirkungslos sind (Quellen: Wenzel, R.P. et al.: N. Engl. J. Med. 2006; 355 : 2125-2130 und Denne, C. et al.: Arzneiverordnung in der Praxis 2007; Heft 4:  99-100). Durch einen Schnelltest lässt sich feststellen, ob ein Husten durch Viren oder Bakterien ausgelöst ist. Das Risiko von Nebenwirkungen (z.B. Darmentzündung und Antibiotikaresistenz) wird in der Humanmedizin heute weitaus höher eingeschätzt, als die Behandlung eines Hustens mit Antibiotika.

In dem Homepage-Beitrag vom 25.08.2015 hieß es zuerst vom Zoo, dass Pepinas Baby an einer Lungenentzündung verstorben sei. Damit wollte man offenbar die unsinnige Antibiotikabehandlung begründen. Kurze Zeit später wurde auf der Zoo-Homepage am 15.09.2015 darauf hingewiesen, dass "Herz-Kreislaufversagen" die Todesursache gewesen sein soll. Gegenüber dem WDR sagte Winkler dann am 28.1.16, dass er "überhaupt keine Ahnung habe" woran die Delfine verstorben sind. Was soll man dem Zoo da noch glauben?

Gegenüber der WAZ äußert Zoodirektor Achim Winkler am 11.02.2016: "Wir haben, bis auf eine Ausnahme, im Delfinarium noch nie ein Jungtier durch Krankheit verloren, das die ersten beiden Wochen überlebt hat.“ Eine glatte Lüge, denn Winkler verschweigt, dass mindestens sieben Delfinbabys kein halbes Jahr überlebt haben und fast alle an Erkrankungen verstorben sind. Dies ergibt sich sogar aus dem eigenen Homepage-Beitrag des Zoos. Ebenso wird verschwiegen, dass seit Bestehen des Delfinariums über 60 Wale und weitere Delfinarten im Zoo Duisburg verstorben sind. Wie lange soll die öffentlichkeit noch belogen werden? Eine der Lösungen ist ein Boykott des Zoos aus Tierschutzgründen, zumal es weitaus schönere und attraktivere Freizeiteinrichtungen gibt.

Der Allwetterzoo Münster hatte nach der Schließung des Delfinariums (2013) steigende Besucherzahlen (knapp 40.000 in 2013). Der damalige Zoo Chef in Münster, Jörg Adler: "Der Weggang der Delfine hat keine negativen Auswirkungen für den Allwetterzoo gehabt." Der Zoo Duisburg und der Tiergarten Nürnberg hatten zeitgleich mehr als 100.000 Besucher verloren und schoben das auf das schlechte Wetter, welches allerdings in Münster aufgrund der geografischen Nähe nicht viel anderes war als in Duisburg.

 

Zoochef Winkler vergleicht Delfin mit Wellensittich

Der Duisburger Zoodirektor Achim Winkler in dem WDR-Beitrag vom 28.02.2016: "Der Delfin ist ein Tier wie ein Elefant, eine Giraffe oder ein Wellensittich auch, wenn man sie richtig hält, und das meinen wir zu tun. ... Das Becken ist wesentlich tiefer, als der ursprüngliche Lebensraum, wo unsere Tümmler ursprünglich herstammen, eben aus den Buchten und Lagunen vor Florida, wo die Beckentiefe (?) gemein nur zwei, drei, vier Meter tief ist und da ist unser Becken tatsächlich tiefer. Wir haben nicht hier, was immer falsch dargestellt wird, Hochseedelfine die im offenen Meer leben in großen Gruppen, die tief tauchen - das können unsere Delfine, die aus den Küstengebieten Floridas kommen von Natur aus gar nicht. ... Trotz allerintensivster pathologischer Untersuchungen sind keinerlei Befunde gegeben, was die Todesursache bei den Deflinen ist. Das heißt wir stehen völlig im Dunkeln, haben überhaupt keine Ahnung, woran sind die Tiere letztendlich gestorben."

WDSF-Stellungnahme zu diesen Aussagen: "Der Delfin ist eben nicht ein Tier "wie ein Elefant, eine Giraffe oder ein Wellensittich", wie Winkler sich äußert, weil es sich im Gegensatz zu den genannten Tieren bei Delfinen um sensible Meeressäugetiere handelt, die schon gar nicht mit einem Wellensittich verglichen werden können und ein ganz anderes Habitat benötigen, als die von Winkler genannten Tiere. Giraffen leben in Freiheit in sehr heißen Gegenden Afrikas und verfügen meist über einen Lebensraum von acht bis 50 Quadratmeilen. Sie grasen in gemächlichem Tempo in einem überschaubaren Bereich. Nur in kritischen Situationen erreichen Giraffen eine relativ hohe Fluchtgeschwindigkeit. Der Lebensraum für Elefanten in Zoos ist ebenfalls wie bei Delfinen weit von dem entfernt, den sie in freier Wildbahn vorfinden. Es ist nicht das erste Mal, dass der Zoodirektor Winkler Delfine mit völlig andersartigen Tieren vergleicht. Zum Thema der Delfinhaltung äußerte sich Winkler in der NRW-Landtagsanhörung am 28.04.2014: "So, wie bei uns zu Hause unser Dackel gut dressiert ist, sind es unsere Delfine auch."  

 

Winkler's Flachwasserlüge

Winkler bezieht sich bei der Herkunft der Delfine im Duisburger Delfinarium immer wieder pauschal auf die Fanggebiete Mexiko und Kuba, die an den Golf von Mexiko angrenzen (Winkler bei der NRW-Landtagsanhörung: "Unsere Tiere stammen aus dem Golf von Mexiko vor Florida."). Winkler will damit den Anschein erwecken, dass die Delfine in Duisburg ursprünglich aus Flachwasserzonen stammen und er behauptet, dass die Duisburger Delfine "nicht tief tauchen können". Damit will Winkler die Beckenhaltung in Duisburg rechtfertigen, die nur eine Tiefe von rund fünf Metern aufweist.

Die Gewässer um Kuba und Mexiko sind jedoch sehr unterschiedliche Lebensräume für Große Tümmler. Bei den derzeit noch lebenden Wildfängen handelt es sich um Ivo (Mexiko) und Pepina (Kuba). Die Delfinmutter Flapine des noch lebenden Delfins Delphi wurde 1981 aus Texas/USA (Golf von Mexiko) importiert und starb 1994. Ebenfalls in 1981 kam das Männchen Playboy aus den Gewässern der Isla Cozumel in Mexiko in das Duisburger Delfinarium und starb 2000 (Nachzuchten durch Playboy sind die beiden noch lebenden Delfine Delphi und Daisy).

Cozumel/Mexiko ist eine der östlichen Küste der mexikanischen Halbinsel Yucatán vorgelagerte Insel. Selbst die Flachwasserbereiche haben eine Tiefe von bis zu 40 Metern. Cozumel war ursprünglich eine einzige Korallenbank, die flach auf einem etwa 600 Meter tiefen Sockel im Meer lag. Die Gesamtoberfläche des Golfs von Mexiko beträgt etwa 1.550.000 km², von denen das südliche Drittel in den Tropen liegt. Das Mexikanische Becken im Zentrum erreicht eine Tiefe von 4375 m. Dass die Duisburger Delfine, wie von Winkler stereotyp behauptet wird, von Natur aus nicht tiefer als wenige Meter tauchen könnten, ist natürlich völliger Unsinn und soll lediglich eine Rechtfertigung für die kleinen und flachen Betonbecken sein.

 

Zoo Duisburg verschweigt Untersuchungsergebnisse

15.01.2016 - Nach dem Tod eines Jungtiers soll ein neues Drama unbedingt verhindert werden (BILD)

Die Duisburger Tierärztin Kerstin Ternes gegenüber der Bild-Zeitung am 15.01.2016: „Ich lerne nur dann von den Toten, wenn ich etwas über die Todesursache erfahre.” Sie wartet "derweil gespannt auf die Ergebnisse der histologischen und bakteriologischen Untersuchung des toten Delfin-Babys." (Anm.: Von dem verstorbenen Delfinbaby von Daisy, das am 3.1.2016 nach 12 Tagen verstorben war.) Wie bereits erwähnt: Gegenüber dem WDR sagte Zoodirektor Winkler am 28.1.16, dass er "überhaupt keine Ahnung habe" woran die Delfine verstorben sind.

Bis heute wurden noch niemals Ergebnisse von pathologischen Untersuchungen der vielen verstorbenen Großen Tümmler vom Zoo Duisburg veröffentlicht.

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat im Oktober 2014 aufgrund einer WDSF-Klage den Zoo verurteilt:

"Die Beklagte (Anm.: Zoo Duisburg AG) wird verurteilt, der Klägerin (Anm.: WDSF) vollständige Informationen ‑ soweit diese vorliegen – für den Zeitraum ab 01.01.2000 bis 31.12.2007 betreffend die tiermedizinischen Tagesberichte einschließlich der Ergebnisse der Blutuntersuchungen, die Revierberichte mit Vorkommnissen und die Akten der Futterberichte betreffend alle heute noch im Delfinarium der Beklagten gehaltenen Delfine, ferner für die Zeit ab 01.01.2008 bis gegenwärtig die Ergebnisse der Blutuntersuchungen der heute noch im Delfinarium der Beklagten gehaltenen Delfine zu gewähren."
Das schließt selbstverständlich die fortlaufenden Ergebnisse ein!

Gegenüber dem Medium DerWesten meinte Ternes in einer Veröffentlichung am 13.1.2016, dass das Urteil nur dazu verpflichte, die Behandlungen zu veröffentlichen, nicht aber die Untersuchungen. Wir hatten beanstandet, dass bis heute weder tiermedizinische Behandlungen noch Untersuchungen während der Schwangerschaft der Delfinmutter Daisy veröffentlicht wurden im Gegensatz zur Delfinmutter Delphi, deren Baby am 24.1.2015 geboren wurde.

Die letzte medizinische Medikation bei Daisy fand angeblich im Jahr 2010 mit insg. 95 Milligramm Diazepam (Valium) statt. Seit dem findet sich bei Daisy keine Medikamention mehr auf der Homepage-Veröffentlichung des Zoos, außer 2,5 Tabletten des Antibiotikums Amox/Clav für 5 Tage direkt nach der Geburt von Darwin im Jahr 2011. Vor der Geburt des Delfinbabys Darwin von Daisy wurden 2011 noch Ultraschalluntersuchungen veröffentlicht; ebenso wie jetzt bei Delphi. Kerstin Ternes in DerWesten: „Wir veröffentlichen bereits mehr als wir eigentlich müssten, zum Beispiel Futtermengen. Eigentlich nur für Herrn Ortmüller, weil sich das sonst keiner anschaut.“ (Anm.: Diese Angaben sollten entsprechend der gerichtlichen Forderung des WDSF dazu dienen, um zu überprüfen, ob die Delfine vor den Shows überhaupt gefüttert werden oder ob sie ihre "Kunststücke" aufgrund von Futterentzug nach dem Belohungsprinzip machen. Da der Zoo nur die täglichen Futtermengen veröffentlicht, ist derzeit nicht feststellbar, wann die Delfine tatsächlich gefüttert werden.)

Der Zoo hat ganz offensichtlich seine eigene Auslegung des Gerichtsurteils. Das WDSF wird daher bei den Aufsichtsbehörden die bisher unterschlagenen Informationen einfordern und ggf. erneut klagen, denn die öffentlichkeit hat einen Anspruch darauf, was sich hinter den Kulissen des Show-Delfinariums abspielt.

Wir erinnern an die WDSF-Pressemitteilung vom 24.08.2015:
"Delfinkalb stirbt nach nur einer Woche - WDSF kritisiert "Ferrari-Show" im Zoo"

Am 25.08.2015 vermeldete der Zoo: "Um PEPINAs Jungtier den Start ins Leben zu erleichtern, erhielt es am zweiten Lebenstag eine einmalige antibiotische Unterstützung." Das WDSF kritisierte, dass auch die Delfinmutter Pepina während der Schwangerschaft an mdst. 13 Tagen ein Antibiotikum wegen eines Hustens und ein Actinobacterium aufgrund eines Pilzbefalls verabreicht bekam, wie sich aus den tiermedizinischen Berichten des Zoos ergibt.

Zoo Duisburg am 15.9.2015:
"Die Obduktionsergebnisse des am 23. August 2015 verstorbenen Delfinjungtiers von PEPINA weisen auf ein akutes Herz-Kreislaufversagen hin.

Ursprünglich wurde von den Pathologen eine Lungenentzündung vermutet, da Teile der Lunge augenscheinlich verändert waren und eine Lungenentzündung bei neugeborenen Delfinen aufgrund ihres fehlenden Immunitätsstatus keine Seltenheit darstellt. Nach ausführlichen histologischen (feingeweblichen) Untersuchungen konnte eine Lungenentzündung als Todesursache jedoch ausgeschlossen werden. Auch eine in einem Ohr des Jungtieres diagnostizierte eitrige Mittelohrentzündung mit Pilzbeteiligung - ein nicht seltener Befund bei z.B. Schweinswalen in der Nordsee - kam als Todesursache nicht in Frage. Zudem wies das Jungtier einen guten Ernährungszustand und keinerlei Verletzungen auf.

Der Tod trat letztendlich durch akutes Herz-Kreislaufversagen ein, allerdings bleibt der Grund dafür nach den bisherigen pathologischen Befunden weiterhin ein Rätsel, weshalb weiterführende Untersuchungen in der Pathologie angefordert wurden.
Der Tod des Delfinjungtiers und die Schwierigkeit, trotz modernster Diagnostik die genaue Todesursache ermitteln zu können, zeigen auf, dass auch heute noch Vieles erforscht werden muss, um die Tierwelt in Gänze zu verstehen."

Zoodirektor Achim Winkler am 28.01.2016 widersprüchlich gegenüber dem WDR: "Trotz allerintensivster pathologischer Untersuchungen sind keinerlei Befunde gegeben, was die Todesursache bei den Deflinen ist. Das heißt wir stehen völlig im Dunkeln, haben überhaupt keine Ahnung, woran sind die Tiere letztendlich gestorben."
Anm.: Obwohl der Zoo Duisburg nach dem Tod des Delfinkalbs angekündigt hatte, die tiermedizinischen Berichte kurzfristig zu aktualisieren findet sich bis heute der letzte Eintrag für die Delfinmutter Pepina am 18.06.2015.

 

Eine Klage eines Duisburger Delfindompteurs (Roland E.) gegen das WDSF wurde im Januar 2013 vom Landgericht Köln abgewiesen. Der Zoomitarbeiter Roland E. wollte gerichtlich erzwingen, dass das WDSF keine Fotos von ihm im Delfinarium auf der WDSF-Homepage zeigen darf. Gegen den ersten abweisenden Gerichtsbeschluss des Landgericht Köln hatte Roland E. vor dem OLG Köln Berufung eingelegt. Ergebnis:

02.05.2013 - Mit Beschluss des Oberlandesgericht Köln (Az.: 15 U 25/13) weist das Gericht darauf hin, dass es beabsichtigt, die Berufung des Klägers Roland Edler (Zoo Duisburg) gegen das Urteil des Landgerichts Köln (Edler ./. WDSF) zurückzuweisen:
"Die Berufung des Klägers hat offensichtlich keine Aussicht auf Erfolg. ... Das Landgericht hat die Klage zu Recht abgewiesen. Der Kläger hat gegen die Beklagte (Anm.: Wal- und Delfinschutz-Forum WDSF) keinen Unterlassungsanspruch wegen der Veröffentlichung ihn zeigender Fotos und/oder seine namentliche Erwähnung auf der Homepage der Beklagten." Weiter heißt es in dem OLG-Beschluss, dass eine Veröffentlichung der vier in Rede stehenden Fotos, die den Kläger bei seiner Arbeit als Delfintrainer im Duisburger Zoo zeigen, auf der von der Beklagten betriebenen Internetseite www.wdsf.eu zulässig ist, da die Frage, ob und ggf. unter welchen Bedingungen u.a. Delfine in Zoos gehalten werden sollte, von erheblichem öffentlichen Interesse ist.

Beschluss des Oberlandesgericht Köln vom 17.05.2013 (15 U 25/13):

"Der Kläger (Anm.: Roland Edler, c/o Zoo Duisburg AG) ist des eingelegten Rechtsmittels der Berufung verlustig und hat die Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen, nachdem er seine Berufung gegen das am 09.01.2013 verkündete Urteil des Landgerichts Köln (28 O 236/12) zurückgenommen hat. ... Der Streitwert des Berufungsverfahrens wird auf 15.000,00 € festgesetzt."

Gerichtsbeschlüsse:
1. Instanz LG Köln
2. Instanz OLG Köln

Streibefangene Fotos:

WDSF-Foto Delfinshow Duisburg

Nur durch Füttern vollführen Delfine "Kunststücke"

WDSF-Foto

Gefährliche Streicheleinheiten wegen Infektionsgefahr für die Delfine

WDSF-Foto Delfinshow Duisburg

WDSF-Fotos - Delfintrainer im Gespräch mit dem WDSF-Chef Jürgen Ortmüller

Pressekonferenz im Maritim-Hotel Düsseldorf (WDSF-Foto)

Interviews mit Jürgen Ortmüller (WDSF-Foto))

WDSF/SAVE-Pressekonferenz mit Ric O'Barry in Düsseldorf im März 2012

Proteste vor dem Duisburger Zoo (WDSF-Foto)

Ric O'Barry - Interviews vor dem Duisburger Zoo

lks. Ric O'Barry mit Jürgen Ortmüller (WDSF-Foto)

Delfinschutz-Proteste in Duisburg mit Oscar-
und Bambi-Preisträger Richard O'Barry

(WDSF - 30. März 2012) Richard O'Barry (Oscar - "Die Bucht" 2010, Bambi-Preisträger 2011, Ex-TV-"Flipper"-Trainer, Umweltschutzpreis der Vereinten Nationen (UNEP) 1991) aus Miami hat auf Einladung des Wal-und Delfinschutz-Forum (WDSF) und SAVE Wildlife Conservation Fund (Save the Oceans) am Freitag, den 30. März 2012, an einer Kundgebung gegen die Delfinhaltung des Duisburger Zoos teilgenommen.

Alle Tierschützer und Tierschutz-Organisationen aus dem In- und Ausland waren aufgerufen, mit dem WDSF und Ric O'Barry (EII und WDSF) gegen die Gefangenschaft der Delfine zu protestieren. Rund 200 Teilnehmer aus Belgien, Holland, Schweiz, österreich und Deutschland waren dem Ruf gefolgt und haben mit Bannern und Plakaten friedlich gegen die Delfinhaltung im Duisburger Zoo demonstriert. ARD (Sendung Brisant und WDR-Fernsehen), ZDF, RTL, SAT1, n-tv etc. berichteten in ihren Sendungen und Nachrichten über das Ereignis mit Richard O'Barry. Radio WDR2, Eins-Live und Funkhaus Europa waren mit einem übertragungswagen life dabei. Die großen Zeitungen berichteten über die Protestaktion (DerWesten, BIld-Zeitung, Rheinische Post etc.).


In dem Delfinarium werden nach den rund 60 Todesfällen zwei Wildfänge und sieben Nachzuchten zur Show gestellt. Die Delfine werden niemals ausgewildert werden können und die Delfin-Babys meinen, das Hallendach sei der Himmel - aber es ist die Hölle! Der Tierschützer Jürgen Ortmüller (WDSF-Gründer u. Geschäftsführer) wird von Zoo-Chef Achim Winkler hilflos und entnervt als "Tierschwätzer" bezeichnet. Aufgrund der allwöchentlichen WDSF-Flyer-Verteilung rief er die Polizei. Die unendliche Geschichte des Massensterbens in den Delfinarien muss weltweit ein Ende haben.

Katastrophale Delfinhaltung

Die Delfinhaltung in den viel zu kleinen Betonbecken ist katastrophal. Jede Schlange hat ein besser ausgestattetes Gehege mit Gras, Kletterbäumen und Sträuchern, das ihrem Habitat entspricht. Die Delfine schwimmen stereotyp im Kreis und haben in Gefangenschaft regelmäßig eine abgeknickte Rückenflosse. Außerhalb der Show-Vorführungen dümpeln sie letargisch in den Becken. Die antrainierten Kunststücke absolvieren sie, weil sie hungrig sind. In ihrem natürlichen Lebensraum springen Delfine nicht über Hindernisse, so auch nicht über die Netze ihrer Fänger, und ziehen auch keine Boote mit kleinen Kindern durch das Wasser. Zivilisationskrankheiten werden mit Antibiotikum behandelt. Nachweislich starben im Connyland-Delfinarium (Schweiz) kürzlich zwei Delfine durch Antibiotika-Behandlung. In Gefangenschaft schwimmen die Delfine in völlig kahlen Betonbecken, die wie Sterilisationskammern anmuten - so auch in Duisburg und Nürnberg. Kein Stein, keine Wasserpflanze, keine Muschel oder dergleichen erinnert an die Beschaffenheit des natürlichen Lebensraums im Meer. Die Haltungsbedingungen sind katastrophal. Für Therapien werden die intelligenten Meeressäuger missbraucht - wie im Nürnberger Tiergarten.

Der Zoo Duisburg weist stolz auf seine Nachzuchten hin und führt diese darauf zurück, dass "es den Delfinen doch gut geht". Tiere in Gefangenschaft, die auf engstem Raum gehalten werden, weisen regelmäßig eine erhöhte Vermehrungsrate auf. Fast alle Säugetiere vermehren sich in Freihheit weitgehend kontrolliert, um der Nachzucht und der Population ein überleben zu garantieren. In den kleinen Käfigen und Betonbecken ist auch bei Delfinen der Sexualtrieb das einzige natürliche Verhalten, das sie noch praktizieren können. Dabei kommt es regelmäßig zu Rangkämpfen, sodass immer nur ein geschlechtsreifer Delfinbulle mit Weibchen gehalten werden kann. Selbst in diesem künstlichen Sozialgefüge sind immer wieder Bissverletzungen festzustellen, wie auch bei den Duisburger Delfinen.

Beissender Delfin Zoo Duisburg WDSF-Foto
Beissender Delfin - Zoo Duisburg

Ziel des WDSF ist es, friedlich und gewaltfrei die öffentlichkeit über die grausamen Hintergründe der Delfin-Gefangenschaft aufzuklären. Ziel ist es auch, dass Besucher keine Eintrittskarten für Delfinarien kaufen. Die Nachzuchten müssen gestoppt werden, denn sie sind zu einem Leben in Gefangenschaft verdammt. Den verbleibenden Delfinen soll ein Leben ermöglicht werden, das ihren biologischen Grundbedürfnissen entspricht. Der Kommerz mit intelligenten Meeressäugern muss beendet werden. Das WDSF protestiert seit dem Jahr 2009 regelmäßig vor dem Duisburger Zoo gegen die Delfinhaltung.

Oscar- und Bambi-Preisträger Ric O'Barry: "Deutschland wird sehr bald Delfin-freundlich sein. Wenn die Menschen miteinander kooperieren, schaffen wir das. Kaufen Sie keine Tickets für eine Delfin-Show. Das ist die friedliche gewaltfrei Botschaft mit der wir dieses Problem lösen." (O-Ton Ric O'Barry bei der Bambi-Verleihung und bei der Protestaktion in Duisburg)

Foto Ric O'Barry

Bambi-Verleihung an Richard O'Barry im November 2011

Die Aktion wurde nun bereits im dritten Jahr durchgeführt.

über 170.000 Anti-Delfinarien-Flyer wurden seit 2010 an den Wochenenden vor dem Duisburger Zoo verteilt (Stand okt. 2015). Der Zoo verzeichnete in 2010 einen Besucherrückgang von über 140.000 Besuchern.

14.08.2011 - Demo: Tierschützer fordern Auskunft über Geburtenrate, Medikamentengabe und Todesfälle im Delfinarium Duisburg

10.08.2011 - Millionengeschäfte mit Delfinen - Delfinarium unter Beschuss

(Duisburg/Hagen - 06.03.2012 WDSF) Nachdem das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) bereits im letzten Jahr mehrfach vor den Gesundheitsrisiken durch Fäkalienduschen der Delfine für Besucher im Duisburger RWE-Delfinarium gewarnt hatte, übermittelte das Gesundheitsamt dem WDSF jetzt Ergebnisse von Wasseruntersuchungen, die regelmäßig Coli-Bakterien aufweisen.

über ein halbes Jahr hatte sich das Gesundheitsamt Duisburg gesträubt, die Untersuchungsergebnisse des „IWW Rheinisch-Westfälisches Institut für Wasser“ auf Anfrage an das WDSF zu übermitteln. Erst eine Fachaufsichtsbeschwerde der Tierschutzorganisation machte die Behörde flott.

Nach der Trinkwasserverordnung liegt der Grenzwert für coliforme Bakterien bei null. Die Messwerte im Vorführbecken des RWE-Delfinariums lagen aber in den vergangenen drei Jahren bei Messwerten (MPN/100 ml) von 2419 (1999), 119 (2010) und 22 im Jahr 2011. Ein weiterer Test ergab, dass der Kontaminierungswert des Wassers zuletzt um das 15-fache über dem Grenzwert lag. Das WDSF führt die Messergebnisse auf die Fäkalienbelastung durch die Delfine zurück. Ein Delfin würde täglich bis zu 15 Kilo Kot und Urin im Beckenwasser hinterlassen, das durch die Filteranlage nicht sofort gereinigt werden könne.

Problematisch würde es nicht nur für die Delfine selbst, die in den kleinen Betonbecken in ihren eigenen Fäkalien ihre Runden drehen, so das WDSF. Das Hauptproblem gäbe es aus Unwissenheit für die Besucher mit ihren Kleinkindern. Regelmäßig würden die Delfine am Ende der Shows auf Kommando des Delfintrainers die ersten Zuschauerreihen mit einer Wasserdusche überziehen. Oftmals würden die Besucher Speisen, Getränke und Eis trotz Hinweisschildern, dass die Einbringung in das Beckenwasser den Delfinen schaden könne, verzehren. WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: „Ein Spritzer des Fäkalienwassers auf die offene Keksrolle reicht, um Bakterienherde zu erzeugen. Wenn die Kekse nun später verzehrt werden, besteht die Gefahr einer Infektion.“

Im Prinzip bestätigte Abteilungsleiter Büchel vom Gesundheitsamt Duisburg diese Aussage. Abschwächend weist er jedoch darauf hin, dass der direkte Kontakt mit dem Beckenwasser unschädlich sei. Die Coli-Bakterien bräuchten immer einen Nährboden, um sich zu entwickeln. Das geschehe allerdings schon innerhalb weniger Stunden.
Alle Warnungen des WDSF wurden bisher vom Zoo Duisburg und dem städtischen Umweltamt ignoriert. Ein Hinweis an das Umweltministerium in Düsseldorf und an das Landesamt für Umwelt (LANUV) blieb bisher unbeantwortet.

WDSF-Foto

WDSF-Foto

WDSF-Foto

Nachdem der ADAC nachfolgende Erklärung abgegeben hat, konnte der von ProWal & WDSF initiierte Facebook-Protest nach zwei Tagen eingestellt werden. Etliche ADAC-Mitglieder hatten ihren Austritt angekündigt.

ADAC-Mitteilung an das WDSF:

"Liebe Delfin-Schützer das Vorteilsangebot zum Duisburger Zoo wurde angepasst. Das Tagesticket beinhaltet nicht den Eintritt für das Delfinarium und stellt keine Förderung des Delfinariums dar. Durch eine vertragliche Bindung bleibt dieser Vorteil für ADAC Mitglieder bestehen. Der Protest wird in die zukünftige Entscheidungsfindung einfließen. Wir distanzieren uns von der Aussage, dass wir Tierquälerei unterstützen."