Gefangenschaft treibt Delfine in den Selbstmord (Welt/N24)



Hier: Fotostrecke von der Demo am 07. Mai 2016 vor dem Nürnberger Tiergarten gegen die katastrophale Delfinhaltung

04.05.2016 - Tierquälerei im Tiergarten Nürnberg vorprogrammiert? - Tierschützer auf Demo-Tour (ots)

Demo vor dem Tiergarten Nürnberg (WDSF-Foto)

Delfine ruhiggestellt? (ARD/Bay. Rundfunk)

RTL-TV-Beitrag: Mario Barth deckt auf - Freiheit für Flipper

Zum Filmbeitrag (10 Min.) bitte Bild anklicken

Zusammenfassung der tiermedizinischen Berichte nach WDSF-Akteneinsichten

"Delfinlagune" im Tiergarten Nürnberg - WDSF-Foto

Tiergartendirektor Dag Encke (mit Zigarette im Rauchverbotsbereich der "Delfinlagune") - WDSF-Foto 8/15
Tiergartendirektor Dag Encke mit Zigarette im Rauchverbotsbereich der Delfinlagune (WDSF-Foto 8/2015)

 

(WDSF - 20.06.2016) - 
Qualvoller Pinguintod im Tiergarten Nürnberg – Tierschützer fordern Rücktritt des Direktors



Am vergangenen Freitag veröffentlichte “nordbayern” einen Bericht über einen tragischen Vorfall, dass im Nürnberger Tiergarten ein Pinguin qualvoll an einer achtlos weggeworfenen Zigarettenkippe gestorben ist. Die Tierschutz-Organisation WDSF veröffentlichte jetzt Fotos auf seiner Homepage, die den Tiergarten-Direktor Dag Encke im Rauchverbotsbereich der Delfinlagune mit Zigarette zeigen und fordert seinen umgehenden Rücktritt.

Der Zoopädagoge Christian Dienemann weist in „nordbayern“ darauf hin, dass die Leute nicht daran denken würden, dass Nikotin ein Nervengift ist und Müll die Tiere krank mache oder sie umbringe. Der Tod des Pinguins war allerdings nicht die einzige bedrohliche Situation für die Tiere im Tiergarten, heißt es in dem Bericht.


Einem Tiger musste per Blasrohr ein Brechmittel injiziert werden, weil er ein Kuscheltier gefressen hatte, das ihm jemand zugeworfen hatte. Auch außerhalb der Zoomauern sei das Verhalten der Menschen ein Problem. Immer wieder würden Plastik oder sonstige Abfälle auf den Wiesen des Tiergartens landen und so ins Futter gelangen, wenn das Gras abgemäht und an die Tiere verfüttert wird. Dies sei eine Katastrophe für die Tiere.

Die Organisation ProWal hatte bereits vor drei Jahren das Müllproblem im Tiergarten aufgegriffen und dokumentiert. ProWal hatte angeboten, den Unrat zum Schutz der Tiere zu entsorgen. „Der Leiter des Tiergartens, Dr. Dag Encke, konnte über Morloks Anschuldigungen nur noch müde lächeln“, hieß es damals in einem Bericht der Augsburger Zeitung.

Andreas Morlok von ProWal gegenüber „nordbayern" erneut vor zwei Jahren: „Das gesamte Zoogelände erscheint uns wie eine Müllhalde, denn in fast allen Tiergehegen befand sich Müll, den manche Tiere fraßen.“ Tiergartendirektor Dag Encke dazu: „Das ist nicht wahr. Da kann jeder in den Tiergarten kommen und selbst sehen, wie es dort aussieht.“

Das WDSF beklagt, dass sogar Encke selbst in Rauchverbotszonen des Zoos rauchen würde. Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des WDSF: „Wie auf einem Hinweisschild mit den Verhaltensregeln für die Delfinlagune eindeutig zu sehen ist, besteht dort ein Rauchverbot. Encke befand sich während unserer Fotoaufnahmen rauchend im Bereich der Delfinlagune unmittelbar hinter dem Verbots- bzw. Verhaltens-Maßnahmeschild.“



WDSF-FotoDas WDSF und ProWal beklagen auch das Konzert in der Delfinlagune am vergangenen Freitag. Ortmüller: „Das Martina Eisenreich Quartett verwendete drei Lautsprecheranlagen mit umfangreicher Elektrik, um die Besuchertribüne auf der gegenüberliegenden Seite des Beckens von einer Plattform aus direkt am Beckenrand musikalisch zu erreichen. Ebenso wurde ein Schlagzeug mit einer Bass-Drum eingesetzt. Während der Vorstellung hielten sich Delfine unmittelbar vor der Bühne in dem Becken mit einem Tierpfleger auf, der sich auch noch an den empfindlichen Brustflossen eines Delfins durch das Becken ziehen ließ. Wenn eines der elektrischen Geräte, die unmittelbar am Beckenrand standen, in das Wasser gefallen wäre, hätte es für Mensch und Tier übel ausgehen können.“

Solche Show-Vorstellungen fänden sich regelmäßig in den katastrophalen Vergnügungsparks mit Delfinarien im Ausland und dies habe mit einem Bildungsauftrag des Tiergartens, der sich gerne als „wissenschaftlich geführt“ nennt, absolut nichts mehr zu tun, meinen WDSF und ProWal. Es wurde zusammen mit der Rücktrittsforderung des Tiergartendirektors Fachaufsichtsbeschwerde bei der Regierung von Mittelfranken eingelegt.

(WDSF - 04.01.2016) Zahlende Besucher im Tiergarten Nürnberg in 2015 mit 3 Prozent nur geringfügig erhöht - Dauerkartenverkäufe führen zu einem effektiven Einnahmeverlust

Folge: "Wir denken darüber nach, die Eintrittspreise zu erhöhen", bestätigte Bürgermeister Christian Vogel.

Die ursprünglich kalkulierte Zahl von 1.180.000 zahlenden Besuchern, um alleine das städt. Darlehn von 20 Mill. Euro für die Baukosten der "Delfinlagune" von über 31 Mill. Euro zu bedienen, wurde erneut nicht erreicht. Die Sanierung des stillgelegten Notfall-Delfinariums, das etwa 100 Meter von der "Delfinlagune" entfernt liegt, ist mit mdst. 1,2 Mio. Euro kalkuliert. Die Sanierungskosten der "Delfinlagune" selbst können bis zu 20 Millionen Euro betragen (Zitat aus der TV-Sendung "Mario Barth deckt auf" am 07.10.2015). Ein neues Nilpferdhaus ist mit 1 Mill. Euro kalkuliert.
 
In den vom Tiergarten verkündeten "Besucherzahlen" für 2015 von 1.124.737 sind 7.656 Dauerkartenbesitzer mit einer Steigerung von 17% enthalten, die pro Jahr vom Tiergarten jeweils mit 20 Besuchen kalkuliert sind. Demnach sind in den Besucherzahlen für 2015 rund 153.000 Dauerkartenbesuche enthalten.
 
Im Jahr 2014 waren es insg. 1.071.753 Besucher. Da die Dauerkartenbesitzer im Jahr 2014 noch etwa 6.700 betrugen (jetzt 17% mehr) mit 134.000 kalkulierten Besuchen (2015: 153.000), beliefen sich die Besucherzahlen ohne Dauerkartenbesitzer im Jahr 2015 demnach auf etwa auf 972.000 und im Jahr 2014 auf rund 938.000 Besucher. Das sind etwa 34.000 Besucher (3,08 %) im Jahr 2015 mehr als im Jahr 2014. Der Tiergarten spricht jedoch von einem Besucherplus von 52.984 Besuchern.
 
Da bei den Besucherzahlen des Tiergartens auch Schulklassen und Ermäßigungskarten erfasst sind, ist die Anzahl der zahlenden Besucher, wenn überhaupt, nur geringfügig mit etwas über 3 Prozent gestiegen; selbst wenn man die erhöhte Anzahl der verkauften Dauerkarten einbezieht. Tatsächlich hat der Tiergarten durch den Anstieg von rund 950 mehr verkauften Dauerkarten in Relation zu bezahlten Einzelbesuchen der Dauerkartenbesitzer einen Verlust in Relation zu 2014 erzielt. Eine Dauerkarte kostet pro Jahr 65 Euro. Ein Einzelbesuch kostet 13,50 Euro und hätte bei den kalkulierten 20 Besuchen von 950 Dauerkartenbesitzern insgesamt Einnahmen von 258.000 Euro erbracht. Der Verkauf von zusätzlich 950 Dauerkarten á 65 Euro hat jedoch nur 61.750 Euro erzielt. Selbst wenn man nur von ursprünglich 10 Besuchen pro Dauerkartenbesitzer ausgeht, hätten diese Einnahmen bei 128.500 Euro gelegen.

In dem Interview mit der RTL-Reporterin (s.u. "Marion Barth deckt auf") sprach Tiergarten-Direktor Dag Encke bereits zum Zeitpunkt der TV-Aufzeichnung im August 2015 von einer beabsichtigten Eintrittspreiserhöhung.

Derzeitige Eintrittspreise im Tiergarten Nürnberg.

Historie zum Desaster der "Delfinlagune" mit Baukostenexplosion

(Stellungnahme von Steuerberater Jürgen Ortmüller)

Urspünglich wurde dem Planungskonzept für den Neubau der "Delfinlagune" in einer Kulturausschussitzung am 21. Oktober 2005 mit "Gesamtkosten von 10,3 Mio. Euro" von SPD und CSU zugestimmt. Die Verantwortung wurde dem Tiergarten übertragen. In der Tagesordnung zur Sitzung heißt es: "Die Umsetzung der Baumaßnahme soll in Eigenregie erfolgen, da der künftige Betrieb auf jeden Fall durch den Tiergarten erfolgen wird. Der Tiergarten als Betreiber ist damit für die Ausführung im Rahmen des Projekvolumes und die anschließende wirtschaftliche Betriebsführung verantwortlich. Unter der Federführung des Tiergartens und des Hochbauamtes erfolgt eine weitere Präzisierung der Planung, um Kostensicherheit zu erreichen." Damit steht der Tiergartendirektor Dag Encke für die Baukostenexplosion in der Verantwortung, ebenso wie die politisch Verantwortlichen der Stadt Nürnberg Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) und die 2. und 3. Bürgermeister Christian Vogel (SPD) und Klemens Gsell (CSU).

Bis zur Fertigstellung der "Delfinlagune" im städtischen Tiergarten im Jahr 2011 lagen die Gesamtbaukosten bei 31 Millionen Euro. 20 Millionen Euro wurden durch einen verbürgten städtischen Kredit vorgestreckt, der durch den Tiergarten je nach Besucherzahlen in 20 bis 30 Jahren abgetragen werden soll. Knapp acht Millionen kamen durch Spendengelder und 3,5 Millionen Euro durch Steuermittel für die Baukosten zusammen. Da die Stadt Nürnberg jedoch alljährlich den Tiergarten mit mehr als 2,5 Millionen Euro subventioniert, zahlt die Stadt über diesen buchungstechnischen Trick das eigene Darlehn selbst zurück. Diese Subventionen stammen wiederum aus Steuermitteln.

Bürgermeister Christian Vogel spricht von lediglich 3,5 Millionen Steuermitteln, die den Bürger für den Neubau belastet hätten. Dabei verschweigt er die zusätzliche jährliche Subention von über 2,5 Mio. Euro für den Tiergarten aus kommunalen Mitteln, mit denen auch der städtische Kredit abgetragen wird. Demnach sind aus Steuermitteln seit 2011 bis einschl. 2015 mdst. 16 Millionen Euro geflossen (Bauzuschuss 3,5 Mio. und p.a. rund 2,5 Mio. Zuschüsse). Für den 20 Millionen-Kredit sollen lt. Stadtkämmerer Harald Riedel bisher vom Tiergarten 5,4 Millionen Euro abbezahlt worden sein (s. Zeitungsmeldung u.). Diese sind allerdings aufgrund der Darlehnsgewährung durch die Stadt (20 Mio. Euro) nur ein durchlaufender Posten. Jetzt kommen für die anstehende Sanierung der Delfinbecken durch einen Salzwasserschaden vermutlich nochmals mehrere Millionen Euro hinzu, wobei die Renovierung einer bisher stillgelegten Delfinhalle für den Aufenthalt der Delfine während der Sanierungsphase zusätzlich mdst. 1,2 Millionen Euro kosten wird. Der offensichtliche Schaden durch das Planungsbüro Adler & Olesch sei lediglich mit 300 000 Euro versichert, heißt es. Je nach Ausgang der Schuldfrage wird die Stadt und damit der Bürger für die Millionenkosten der Sanierung aufkommen müssen, meint auch Walter Lindl, Leiter des Rechtsamtes der Stadt Nürnberg.
Anm.: Bereits im Jahr 2007 hatte der Verein «Menschen für Tierrechte» den Steuerberater Jürgen Ortmüller beauftragt, das ursprüngliche Wirtschaftlichkeitsgutachten der Wirtschaftsprüfer Rödl & Partner für den Neubau der sog. "Delfinlagune" zu überprüfen. Schon damals konnte laut Ortmüller festgestellt werden, dass die Zinsen für die hohe Neuverschuldung, die die Stadt Nürnberg durch den Bau der Lagune eingeht, für den Tiergarten zum Problem werden dürften.

Besucher-Entwicklung
(incl. Dauerkartenbesitzer und ermäßgte Eintrittskarten) - Kalkuliert sind 1.180.000 zahlende Besucher pro Jahr, um den städtischen Kredit von 20 Millionen Euro für die Baukosten von insg. 31. Millionen Euro vollständig bedienen zu können. Diese Zahl wurde seit der Eröffnung der "Delfinlagune" im Jahr 2011 nie erreicht.
Jahr / Besucher
2005: 1.130.453
2006: 1.101.716
2007: 1.062.000
2008: 1.281.286 (Eisbären-Baby Flocke geboren)
2009: 1.039.115
2010: 933.107
2011: 1.223.304 (Eröffnung „Delfin-Lagune“)
2012: 1.095.481
2013: 997.474
2014:
1.071.754 (incl. ca. 6.700 Dauerkartenbesitzer mit 134.000 kalkulierten Besuchern - s.o. Meldung vom 4.1.2016)
2015: 1.124.737 (incl. 7.656 Dauerkartenbesitzer mit 153.000 kalkulierten Besuchern s.o. )

Pressemeldungen

Umgehende Schließung der "Delfinlagune" in Nürnberg

(WDSF 07.11.2015) Nordbayern.de (Nürnberger Zeitung/Nürnberger Nachrichten) hat die Pressemitteilung des WDSF aufgegriffen. Nach einem persönlichen Gespräch des zuständigen Redakteurs mit dem WDSF erfolgte jetzt nach eigener weiterer Recherche der Zeitung ein Bericht, der darauf hinweist, dass der Steuerzahler, entgegen der bisherigen Behauptungen des Bürgermeisters Christian Vogel (SPD), voraussichtlich die Hauptlast der millionenschweren Sanierung der Delfinlagune tragen muss, zumal die Versicherungssumme des betroffenen Planungsbüros Michael Adler & Michael Olesch von 300 000 Euro für Schadensersatzforderungen nach redaktionellen Angaben und Aussage des Nürnberger Rechtsamtes (s. nachfolgenden Zeitungsbericht) nicht ausreichen würde.

Bisher ist die Schuldfrage des Austritts von mehr als 80 Tonnen Salz, der die Umwelt auf einer Fläche von rund 2 000 Quadratmetern schwer geschädigt hat und der in den Akten der Aufsichtsbehörde als "Unfall" deklariert wird, nicht geklärt. Das Planungsbüro weist jede Schuld von sich.

Alleine die Erneuerung des Ausweichbeckens für die Delfine, die während der Sanierung der Steinbruch-"Delfinlagune umquartiert werden sollen, wird mehr als die bisher genannten 1,2 Mio. Euro kosten. Der Stress für die Delfine ist vorprogrammiert.

Das WDSF und ProWal fordern die umgehende Schließung des Delfinariums und den Transfer der Meeressäuger in eine menschenbetreute Meeresbucht. Die politisch Verantwortlichen und Tiergartendirektor Dag Encke sind in die Verantwortung des Disasters zu ziehen.



Reporter Helmut Reister berichtet über Finanzierungsskandal nach "Mario Barth deckt auf"
(Nürnberger Zeitung 13.10.2015)

Salzwasseraustritt nicht gestoppt - Fotobeweis am 02.12.2014
(Das Salzwasser schwappt immer noch in die Ablauffuge - trotz abgesenktem Wasserspiegel)

Delfinarium Tiergarten Nürnberg - Salzwasser gerät in die Ablauffuge (WDSF-Foto 02.12.2014)

Mario Barth deckt auf - Freiheit für Flipper im Tiergarten Nürnberg (RTL/WDSF-Foto)

Auszüge aus dem RTL-Filmbeitrag „Mario Barth deckt auf“ am 07. Oktober 2015

Tiergartendirektor Encke: „Missverständnis bei Besucherprognosen“ und „Kompensation durch Eintrittspreissteigerung“

Moderatorin für „Mario Barth deckt auf“, Nina Heinemann: „Dieses großartige Projekt hatte eine kleinen Haken, denn es war hinterher dreimal so teuer als vorher angenommen, nämlich genau 31 Millionen Euro. Aber die Stadt hat Kredite und Zuschüsse gewährt und für dieses Projekt hat die Stadt eine Prognose der Besucherzahlen herausgegeben, die lag bei 1,18 Millionen Besucher. Damit würde sich der Kredit decken. Blöd nur, diese Prognose hat sich nicht bewahrheitet, denn schon in ersten Jahr nach der Eröffnung kamen 130 000 Besucher weniger und im Jahr darauf nochmal 100 000 weniger. Jetzt bin ich gespannt, was Dr. Encke der Zoodirektor dazu sagt.


Dag Encke: „Die Besucherprognosen haben sich wahrscheinlich deswegen nicht erfüllt, weil wir einem Missverständnis aufgesessen sind. Normalerweise kommen die Leute nicht für etwas, was neu gemacht ist, sondern nur für etwas was ganz neu ist in erhöhter Anzahl.“


Nina Heinemann: „Aber jetzt sind die Besucherzahlen stetig zurückgegangen.“

Dag Encke: „Ja, das ist aber wirtschaftlich nicht so schwierig auszugleichen. Sie können bei dem Durchschnittserlös von sieben Euro, das erreicht man mit einer Eintrittspreissteigerung, das aber wieder kompensieren.“


Nina Heinemann: „Fakt ist, dem Nürnberger Zoo fehlen die Besucher und dadurch ist es schwierig, den Kredit zurückzuzahlen.“
Salzwasserschaden mit 86 Tonnen ausgetretenem Salz - Sanierung „bis zu 20 Millionen Euro“

Nina Heinemann: „Und jetzt muss natürlich saniert werden, knappe drei Jahre lang. Erneute Kosten in Millionenhöhe; Experten befürchten bis zu 20 Millionen Euro. Die Stadt prozessiert zwar gegen die verantwortlichen Baufirmen, aber wer schlussendlich hier diese ganzen Kosten trägt, das weiß keiner, nicht einmal der Bürgermeister der Stadt Nürnberg.“


Christian Vogel (Bürgermeister): „Wenn ich das wüsste, dann würde ich definitiv am Samstag Lotto spielen, denn dann gehe ich davon aus, dass ich auch gewinnen würde. Also ist es spekulativ, wir wissen es nicht, wir wissen es wirklich nicht.“
Psychopharmaka und Beruhigungsmittel für die Delfine

Nina Heinemann: „Ich habe hier eine offizielle Liste sogar vom Tiergarten vorliegen, da stehen Substanzen drauf, die ich als Sport- und Ernährungsexpertin noch nie in diesem Zusammenhang gehört habe. Fragen wir doch mal einen der sich damit auskennt, Doktor Beck, unabhängiger Fachtierarzt. Sagen Sie, was ist denn Diazepam?

Wieland Beck (Tierarzt): „Diazepam ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Psychopharmaka und wird eingesetzt bei Schlafstörungen und bei Spannungszuständen. Das bewirkt beim Tier genau dasselbe wie auch beim Menschen, wenn die Tiere erregt sind, wenn die unruhig sind, dass man sie ruhig stellt, dass man sie quasi in Watte packt. Aber man sollte immer auch darauf achten, dass das keine Langzeittherapie ist.“

Nina Heinemann: „Aber das haben sie hier ja völlig missachtet, denn im ganzen Jahr durch sieht man Diazepam, mal 20, mal 10, mal 30 Milligramm. Beruhigungspillen und Aufputschmittel? Das hat mit artgerechter Haltung absolut gar nichts zu tun.“


Alternative - Für die Freiheit der Delfine


Nina Heinemann: „Herr Ortmüller, Sie sind Gründer des Wal- und Delfinschutz-Forums. Gibt’s denn eigentlich Alternativen für die Delfine in Nürnberg?

Jürgen Ortmüller: „Natürlich gibt es Alternativen. Im Tiergarten Nürnberg sind inzwischen über 30 Delfine verstorben, wo 10 Delfine sich derzeit tümmeln. Das ist natürlich ein Skandal. Wir haben ja letztes Jahr das Project Dolphin Care gegründet und wollen das im Roten Meer realisieren wo Delfine eben untergebracht werden können, ähnlich wie im Dolphin Reef in Eilat in Israel. Das ist eine relativ große Lagune mit mehreren hundert Quadratmetern und die Delfine dort ihre Freiheit wieder genießen können, soweit das möglich ist.“


Nina Heinemann: Wie man sieht, es gibt Alternativen und es wäre doch wünschenswert, wenn Nürnberg hier seine Millionen in die Hand nimmt, anstatt in die Sanierung zu verprassen, einfach die Delfine in eine delfinwürdige Meeresbucht entlassen würde.“—


Mario Barth: „Diazepam ist ja echt heavy, Valium. … Früher wusste man es nicht besser, aber wir haben ja reagiert. Vielleicht bekommen wir das Thema mit den Delfinen noch in den Griff. Ich glaube, man braucht’s nicht. Wir möchten einen Aufruf machen. Die junge Generation, Sie haben ja Facebook, Whats App, Twitter. Macht doch mal bitte einen kleinen Film. Wir haben da mal was vorbereitet - macht es auch. Postet das bei Facebook, You Tube, Instagram. Vielleicht kriegen wir das dann gestoppt.

 

2015 - Hier: WDSF-Akteneinsicht in die Akten der "Regierung vom Mittelfranken (RvM)"

2012/2015 (pdf) - (RvM: Höhere Naturschutzbehörde und obere Rechtsaufsichtsbehörde beim Vollzug aller Rechtsfragen des Naturschutzes)

In der fachlichen Stellungnahme des Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) (ab Seite 5) heißt es: "Wir sind der Meinung, dass die Tiere Diazepam nicht ausschließlich, außer beim Transport von Anke, zur Appetitanregung verabreicht bekamen (Anm.: wie der Tiergartendirektor Dag Encke und die Tierärztin Baumgartner immer behauptet hatten). ... Es ist demnach davon auszugehen, dass das Arzneimittel zur Behandlung von Angstzuständen oder Aggressionen eingesetzt worden war. ... Auch bei dem Delfin Sunny wird Diazepam (Anm.: Valium) nach Aktenlage zur Beeinflussung von Verhaltensproblemen eingesetzt." Weiterhin bemängelte die Aufsichtsbehörde, dass es sich bei der Nichtdokumentierung des Anwendungsbeginns von Serenin (Anm.: Nahrungsergänzungsmittel gegen Angst und Aggression) bei Arnie und Joker durch den Tiergarten um "eine mögliche Ahndung als Ordnungswidrigkeit gem. § 15 Nr. 8 TÄHAV handelt".

Zum Thema Tierschutz äußert sich das LGL: "Bei der arzneimittelrechtlichen Überprüfung wurde festgestellt, dass entgegen den Angaben des Tiergartens mindestens drei Delfine (Arnie, Joker und Sunny) Diazepam zur Behandlung von Verhaltensproblemen erhalten haben. Seit dem 26.08.2011 wird Serenin bei Arnie und Joker fortgesetzt eingesetzt. Aus Sicht des Tierschutzes ist eine dauerhafte Haltung von Tieren nicht verhaltensgerecht, wenn sie nur mit Einsatz von Medikamenten zur Anxiolyse/Beruhigung möglich ist. Hier muss eine dauerhafte Lösung des Problems gefunden werden."

WDSF übergibt den Medien Akteninhalte der Aufsichtsbehörden des Nürnberger Tiergartens - Skandale aufgedeckt

Durche Bisse verletzte Delfine im Tiergarten Nürnberg (WDSF-Foto)(WDSF akt. 14.10.2015) Die Aufgabe des Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) als Tierschutzorganisation ist es auch aufzuklären und vorhandene Mängel bei der unsäglichen Delfinhaltung aufzudecken. Seit Jahren recherchiert das WDSF zusammen mit der Organisation ProWal in den Akten des Tiergartens und vor Ort im Delfinarium. Für die neue Staffel der Sendung mit Mario Barth (RTL 07.10.2015) über die Geldverschwendung und die katastrophalen Haltungsbedingungen der Delfine mit über 30 verstorbenen Meeressäugern stellte das WDSF Akteninhalte aus dem Tiergarten, von den Aufsichtsbehörden und eigene autentische Berichte zur Verfügung die das Ausmaß des Skandals offenbaren. Tierschützer hatten bereits im letzten Jahr den Sender gebeten, über die "Delfinlagune" und die vermutete Tierquälerei zu berichten. In der Sendung haben sich mehrere Prominente gegen die Delfinhaltung ausgesprochen. "Spürhund" für die Sendung war Nina Heinemann (TV-bekannte Hotel- und Restauranttesterin).

Zwei Wochen nach der RTL-Sendung mit rund 3,5 Millionen Zuschauer veröffentlichte das Magazin Stern einen Bericht über die Psychopharmakaverabreichung an die Delfine im Nürnberger Tiergarten (s.u.) mit den vom WDSF zur Verfügung gestellten Unterlagen. Der Stern hat eine verkaufte Auflage von 730.000 Expl. und eine Reichweite für 6,5 Mill. Menschen. Immer mehr Menschen werden dadurch über die skandalösen Hintergründe der Delfinhaltung informiert. Die Nürnberger Kommunalpolitiker, vorneweg der verantwortliche Bürgermeister Christian Vogel, und die Aufsichtsorgane bei der Regierung von Miittelfranken und im Bayerischen Staatsministerium sitzen den Skandal bisher noch aus.

Der Aufnahme von geschundenen Delfinen in einer menschenbetreuten Meeresbucht stehen nur die Politiker und der Tiergarten im Weg

Dolphin Reef (Israel) - ProWal/WDSF-FotoIn dem Sendebeitrag wird durch den WDSF-Geschäftsführer auf die Möglichkeit von menschenbetreuten Meeresbuchten für Delfine hingewiesen. Es gibt bereits betreute Meeresbuchten für Delfine in vormaliger Gefangenschaft, um die Delfinhaltung in den kleinen und engen Betonbecken zu beenden. Erfolgreiche Wiederansiedlungs- bzw. Auswilderungsprojekte von Delfinen gab es u.a. bereits in Indonesien (National Park in Central Java), in Südkorea und auch in der Türkei (s.a. Beiträge auf: https://www.facebook.com/groups/867735719912287/). Ebenso hat das “Dolphin Reef” in Israel Delfine aus ehemaliger Gefangenschaft in seiner Obhut in einem menschenbetreuten Meeresbereich. Die European Association for Aquatic Mammals (EAAM), ein gemeinnütziger Verband von Tierärzten, Biologen, Tierpark- und Meerespark-Direktoren und Managern, Trainern und Betreuern, Forschern, Studenten und anderen Personen, dem auch der Tiergarten Nürnberg und der Zoo Duisburg angehören, berichtet über ein Auswilderungsprojekt unter der Betreuung von Richard O'Barry. Dementsprechend soll im Karimun Jawa Nationalpark das weltgrößte Delfin-Rehabilitationsprogramm für 70 Große Tümmler aus überwiegender vormaliger Gefangenschaftshaltung stattfinden, um die Delfine "wieder in ihrem natürlichen Lebensraum in den Gewässern vor der Nordküste von Java" freizugeben. Das Forstministerium des Landes unterstützt das Projekt.
Auf die missbräuchliche Verwendung von gestrandeten Delfinarten, wie z.B. durch die holländische Pseudo-Organisation "SOS Dolfijn" in Harderwijk, hat das WDSF
in einem Filmbeitrag hingeweisen, der inzwischen rund 70.000mal auf YouTube aufgerufen wurde.

ProWal und WDSF haben im November 2014 das Projekt “Dolphin Care – Rescue Center Red Sea” gegründet, das sich mit einer entsprechenden Auswilderungs- und Betreuungsbucht in Ägypten befasst. Das Projekt steht noch in den Anfängen, wobei bereits ein Erkundungsbesuch in Israel (Dolphin Reef) stattgefunden hat und Architektenunterlagen eines ähnlichen Projekts in Marokko freundlicherweise von der Schweiz Organisation "firmm" zur Verfügung gestellt wurden.

Hätten die verantwortlichen Politiker und der Tiergarten Nürnberg die in den Sand gesetzten rund 35 Millionen Euro, die unter dem Strich nach der jetzt erforderlichen Sanierung der Steinbruch-"Delfinlagune" auch wegen des umweltschädlichen Salzwasseraustritts von mehreren Hundert Tonnen stehen werden, für solch ein Vorzeige- und Bildungsobjekt investiert, wäre ihnen eine weltweite Vorbildfunktion sicher gewesen. Insbesondere mit der Teilnahme des Tiergartens am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) wäre eine länderübergreifende Unterstützung und Darstellung solch eines Alternativprojekts darstellbar gewesen – aber es ist ja vielleicht noch nicht zu spät dafür, denn das Delfinarium wird neben den laufenden Kosten auch in Zukunft beträchtliche Zuschüsse in Millionenhöhe verschlingen.

Aufruhr und Panik bei Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel (SPD)  und Delfinarienbefürwortern bereits vor der Mario Barth - Sendung

Aufgrund eines Vorab-Zeitungsbericht der Nünberger Nachrichten zur Sendung äußert sich der 2. Nürberger Bürgermeister Christian Vogel aufgebracht auf seiner Facebookseite (Anm.: Aufgrund einer falschen Tatsachenbehauptung mussten die Nürnberger Nachrichten (nordbayern.de) den online-Bericht wieder "depublizieren" - ein zweiter Kurzbericht wurde nachgeschoben).

Verkannt wird bei der öffentlichen Kritik an der RTL-"Spürhündin" Nina Heinemann im Zeitungsbericht der Nürnberger Zeitung durch die Autorin Ute Wolf ganz offensichtlich, dass Nina Heinemann lediglich einen Moderationsbereich in der Sendung übernommen hat. Ute Wolf selbst ist bekennende Befürworterin von Delfinen in Gefangenschaft - so wie in der Nürnberger Steinbruch-"Delfinlagune". Gleichwohl kritisiert sie in ihrem Bericht, dass eine Medienmitarbeiterin für RTL (Nina Heinemann) sich privat für Delfine in Freiheit ausspricht, obwohl das nicht der einzigste Promi ist, der sich für "Freiheit für Flipper" ausspricht. Ute Wolf wird ein innniges Verhältnis zum Tiergartendirektor Dag Encke nachgesagt - das meinen wir natürlich rein tiergärtnerisch.

Die monatelange Recherche für den Sendebeitrag wurde intensiv und genauestens durch die Produktionsfirma Constantin Film in München für RTL durchgeführt. Dass Nina Heineman sich privat schon lange für Delfine in Freiheit einsetzt, scheint der Verfasserin des Artikels in der Nürnberger Zeitung ein Dorn im Auge zu sein - ebenso die verbale Unterstützung durch Nina Heinemann für das WDSF/ProWal-Projekt "Dolphin Care - Rescue Center Red Sea".

In einem Posting auf der Facebook-Seite von verbal-militanten Delfinarienbefürwortern schrieb Ute Wolf ein paar Tage vor der Sendung, dass sie sich noch im Urlaub befände, sich aber um das Thema kümmern wolle. Das hat sie nun getan mit ihrem unsachlichen und ganz offensichtlich angsterfüllten Beitrag über aufgedeckte Skandale im Tiergarten Nürnberg durch die Mario Barth-Sendung.  

Die politisch Verantwortlichen mit Rückendeckung der Delfinarienbefürworterin und Nürnberger Zeitungsautorin Ute Wolf ahnen offenbar, dass ihnen nach Ausstrahlung des RTL-Beitrags mit rund 3,5 Millionen Zuschauern und dem Bericht des Stern Ungemach droht.

WDSF fordert: Verantwortlicher Oberbürgermeister Maly, Bürgermeister Vogel und Gsell sowie Tiergartendirektor Encke sollten sofort abtreten

Die politischen Oberhäupter in Nürnberg wie Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) und die 2. und 3. Bürgermeister Christian Vogel (SPD) und Klemens Gsell (CSU) tragen die Verantwortung für das Debakel. Bürgermeister Vogel echauffierte sich bereits auf seiner Facebook-Seite am 26.06.2015 über das WDSF: “Nur der schnellen Schlagzeile wegen Fakten unter den Tisch zu kehren und Halbwahrheiten verkünden – wie es der WDSF macht – ist nicht nur ein schlechter Stil sondern schlicht unverschämt.”
Für die eigenen “Unverschämtheiten”, dem Bürger tief in die Tasche gegriffen zu haben, werden sich die Stadtoberhäupter verantworten müssen. Der Bürger sollte diesen Politkern mit ihren Parteien bei den nächsten Kommunalwahlen die Quittung zu geben. Der CSU und SPD-dominierte Kulturausschuss der Stadt Nürnberg hat die als “Vorzeigeprojekt” geplante Delfinlagune in einer Sitzung am 21. Oktober 2005 einstimmig befürwortet und der damalige Stadtrat hat das Projekt beschlossen. Darauf verweist geschickt auch Tiergartendirektor Dag Encke in einer Pressekonferenz zur Schadensbilanz am 29. Juli 2015, um sich mit dieser Aussage wohl aus der Verantwortung zu stehlen. Encke versucht, seinen Kopf aus der sich enger werdenden Schlinge zu ziehen. Aber auch er ist verantwortlich für das Fass ohne Boden im Tiergarten Nürnberg und gehört wie die drei Bürgermeister umgehend abgesetzt.
Das WDSF fordert insbesondere nach den dargestellten Skandalen in "Mario Barth deckt auf" den sofortigen Rücktritt der Nürnberger Bürgermeister Maly, Vogel, Gsell und des Tiergartendirektors Dag Encke.

Magazin Stern - Ausgabe 22.10.2015 - auszugsweise:

24.06.2015 - „Skandal“: Psychopharmaka nicht nur bei Appetitlosigkeit - WDSF fordert Schließung des Nürnberger Delfinariums (mynewsdesk)

Bild-Zeitung 25.06.2015

Bild Zeitung Nürnberg (WDSF-Foto) 

26.01.2015 - Bundesregierung verurteilt Psychopharmaka-Verabreichung in Zoos als Tierquälerei (Presseportal)

Tabellarische Gesamtübersicht der Psychopharmaka-Gabe bei den Großen Tümmlern
im Tiergarten Nürnberg 1.1.2008 - 1.8.2012

Zusammenfassung der medizinischen Tageberichte des Tiergartens Nürnberg für Große Tümmler
(Tursiops truncatus) von 01.01.2008 bis 08.08.2012

Tabellarische Gesamtübersicht Medikamentengabe für Große Tümmler
01.08.2012 - 12.03.2015 (pdf)

Tabellarische Einzelübersicht Medikamentengabe für Große Tümmler 01.08.2012 - 12.03.2015 (Excel)
(die Medikamentengaben der jeweiligen Delfine -in der Überschrift anklicken- sind einzeln namentlich u. chronologisch aufgeführt)

Hier: Abschlussbericht 2013 der tiermedizinischen Akteneinsicht des WDSF im Tiergarten Nürnberg

für das Delfinarium durch die Biologin Anna Mayer-Löbbecke (Master Sc.) -  Hamburg

(ZDF) Tiermedizinische Berichte des Nürnberger Delfinariums beweisen:
Tiere werden fortlaufend mit starken Psychpharmaka und Antibiotikum behandelt

27.01.2015 - BILD-Zeitung Nürnberg  - "Drogenmissbrauch" bei Delfinen und Gorillas im Tiergarten Nürnberg? Anlässlich einer aktuellen Akteneinsicht durch das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) wurde weiterhin die fortlaufende Verabreichung des Psychopharmaka Diazepam festgestellt. Das WDSF hat bereits bei der oberen Aufsichtsbehörde (Regierung von Mittelfranken) interveniert, die Vorfälle zu untersuchen und umgehend zu unterbinden.

Bild Zeitung Nürnberg (WDSF-Foto)

(Bildzeitung Nürnberg 14.07.2015)

Zoos trainieren, dass Delfine nicht mehr ausgewildert werden können

Die zuständige Tierpflegerin behauptete im Juli 2015 zum Delfinkalb Nami: "Fisch mag sie noch nicht, aber vielleicht mischen wir ein paar Fischstücke zwischen die Eiswürfel, damit sie sich drangewöhnt." Tatsächlich bekam Nami bereits seit dem 07. März 2015 Fisch-Sprotten, obwohl das Kalb ein Jahr lang von der Mutter gesäugt wird. Durch die Fütterung mit totem Fisch werden Delfine für die Gefangenschaft gefügig gemacht, denn ein satter Delfin würde niemals die antrainierten Show-Kunststückchen absolvieren. Aufgrund der Futterbelohnung (und zur Atmung) kommen die Delfine an die Wasseroberfläche, um den Zuschauern präsentiert zu werden. Durch die Fütterung erreicht der Zoo auch, dass Gefangenschafts-Delfine nicht mehr ausgewildert werden können, weil sie das natürlich Jagdverhalten verlernt haben.

Tiermedizinischer Tagesbericht Delfinarium Nürnberg (WDSF-Foto)

Delfinbaby Nami mit Mutter Sunny (Foto: Heike M. Meyer)

Delfinbaby Nami mit Mutter Sunny

Beckenplan (ProWal-Grafik)